Bereits im Oktober wurde der Google Chrome Webstore für Entwickler angekündigt. Im Google Watch-Blog [1] erschien am Abend vor Nikolaustag (5.12.2010) nur die kurze Meldung auf eine Google Pressekonferenz am “Dienstag”, bei dem vermutlich der Webstore vorgestellt werden solle. Andere Nachrichtenquellen munkelten über Google Chrome OS, was wohl später – und nur auf spezieller Hardware kommt. Hier ein erster, kurzer Blick, was hinter dem Chrome Webstore steckt.
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Google Chrome Webstore – nur für US-Bürger?
So ziemlich unbemerkt von der breiteren Öffentlichkeit hat Google den Chrome Webstore [2] freigegeben.
Zwar stellt das Angebot zunächst auf den englischsprachigen Raum in den USA ab. Trotzdem können sich auch deutsche Anwender im Google Chrome Webstore umsehen.
Was steckt dahinter?
Im Google Chrome Webstore können Entwickler kostenlose und kostenpflichtige Applikationen (Chrome Web Apps) anbieten. Diese kann der Anwender lokal installieren und für die tägliche Arbeit nutzen. Neben internetbezogenen Apps wie Twitter oder Facebook-Frontends, YouTube-Verbesserungen etc. finden sich dort auch Spiele oder Tools zum Bearbeiten von Fotos, wie der hier gezeigte Avery Foto-Editor, der auch mit Retusche-Funktionen aufwarten kann.
Eine Chrome-App lässt sich in einer Registerkarte innerhalb des Browserfensters abrufen (wie der hier gezeigte Foto-Editor). Um zu einem späteren Zeitpunkt auf die App zuzugreifen, reicht es, einen neuen Tab im Chrome-Browser zu öffnen und das in der Seite eingeblendete Symbol der Anwendung anzuklicken. Hier ist die Seite mit mehreren installierten Apps zu sehen.
Dabei lassen sich mehrere Anwendungen parallel ausführen und über die Registerreiter des Chrome-Fensters abrufen. Aber nicht alle Chrome-Anwendungen werden auf diese Weise aufgerufen. Manche Apps blenden auch ein kleines Symbol rechts neben dem Chrome-Adressfeld ein (siehe folgende Abbildung).
Google Chrome mit Taschenrechner und Klavier-App
Klickt der Benutzer auf das Symbol, erscheint das Fenster der App im Vordergrund (hier wurden die Klaviertastatur und der Rechner im Screenshot montiert). Die Musik-Apps (z. B. ein kleines Klavier-App) setzen auf den Multimedia-Funktionen des Google Chrome-Browsers auf und können durchaus Laune machen.
Der technische Hintergrund
Technisch gesehen laufen die Apps (als HTML-Anwendungen) im Google Chrome Browser, greifen auf dessen Ressourcen zu und benutzen dessen Programmfenster auch zur Anzeige der Ergebnisse bzw. zum Realisieren der Benutzeroberfläche. Um die Apps verwenden zu können, müssen diese aus dem Store installiert werden.
Benötigt man eine App nicht mehr, lässt sich diese per Mausklick deinstallieren. Es reicht, einen neuen Tab zu öffnen, das App-Symbol mit der rechten Maustaste anzuwählen und dann im Kontextmenü Deinstallieren zu wählen.
Einen Überblick über installierte und laufende Apps erhält man, indem im Google Chrome-Browser die Schaltfläche Google Chrome anpassen angeklickt und dann der Befehl View Background apps wählen.
Im Fenster “Task-Manager Google Chrome” finden Sie eine Liste aller laufenden Apps samt belegtem Arbeitsspeicher und der verwendeten Netzwerkverbindungen. Klicken Sie eine App an und wählen die Schaltlfäche Vorgang beenden, wird die App aus dem Speicher geworfen.
Google Chrome Apps installieren
Das Verwenden von Google Chrome Apps ist recht einfach. Sie benötigen den aktuellen Chrome Browser (Version 9.x). Im Internet Explorer, Firefox oder auch im Chrome-Clone Iron (ich verwende die Version 7) lassen sich die Apps nicht installieren.
- Starten Sie Google Chrome und rufen Sie den Google Chrome Webstore auf.
- Suchen Sie sich eine interessierende Anwendung in der App-Galerie aus und klicken Sie auf deren Symbol.
- Sobald die App-Seite des Stores angezeigt wird, können Sie sich über die Einzelheiten informieren und dann die Install-Schaltfläche anklicken.
- Zum Installieren der Chrome Apps benötigen Sie jedoch ein Google-Anwenderkonto. Sind Sie noch nicht angemeldet, gelangen Sie zur Anmeldeseite, in der Sie die Google-Anmeldedaten eingeben und sich anmelden.
Sobald die App installiert wurde, erscheint die Übersichtsseite mit dem installierten Apps ein entsprechender Hinweis in einer Registerkarte und Sie können die App starten.
So, what’s the beef?
Interessant ist dies für Leute, die sich darüber informieren möchten, wohin die zukünftige Entwicklung bei mobilen Anwendungen geht (Google Chrome OS lässt grüßen). Die Anwendungen laufen nicht mehr unter Windows, auf Mac OS X oder Linux, sondern unter Kontrolle des Browsers. Beim Firefox werden wir über kurz oder lang ähnliche Anwendungen sehen. Und wenn ich die Ankündigungen so lese, planen auch Hersteller von SmartPhones oder anderer Gadgets solche in HTML 5 geschriebenen Apps bzw. werden die komplette Funktionalität auf diese Weise bereitstellen.
Bei manchen Anwendungen klappt das auch ganz gut. Spiele mit Flash-Anwendungen liefen in meiner Umgebung mit einem portablen Chrome Browser aber nicht richtig. Das Ganze war langsam oder startete erst gar nicht. Der Avery Foto-Editor ist aber bereits ganz nett, speziell, wenn man die Retusche-Funktion berücksichtig, die bei gängigen Tools wie Windows Live Fotogalerie noch fehlt. Allerdings muss das Foto vor der Bearbeitung erst “hochgeladen” werden. Ganz nett ist auch die Anwendung Save to PDF, die den Inhalt einer Webseite lokal als PDF-Datei speichern kann. Ich habe zwar auf meiner Produktivmaschine einen entsprechenden Druckertreiber eingerichtet. Aber auf meinen Netbooks ist dies nicht der Fall. In meinen Augen lohnt es sich daher, zumindest ein wenig im Google Chrome Store zu stöbern. Wer sein System nicht ruinieren mag, kann ja eine portable Version von Google Chrome einsetzen.
Weiterführende Links:
1: Google Watch-Blog
2: Google Chrome Webstore
3: Google Apps Info bei Google
4: http://www.mychromeaddons.com/
5: Hintergrundinfos zu Web Apps (Google, englisch)
(c) by Günter Born www.borncity.de
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