Ist schon etwas merkwürdig. Da gibt es eine deutsche Erstausgabe des US-Magazins Wired in Deutschland – und schon überschlagen sich die Online-Medien mit Besprechungen und (teils hämischen) Kommentaren.
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Zuerst kam mir irgendwo im Web (hab den Link schon wieder vergessen) ein Unboxing-Video der ersten Wired-Ausgabe unter die Augen. Ich hab’s erst gar nicht verstanden, da riss jemand ein eingeschweißtes Päckchen auf, es fielen zwei Hefte heraus, wobei eines (kam mir wie eine Werbebeilage vor) gleich wieder zur Seite gelegt wurde. Und dann wurde die Wired-Ausgabe irgendwie in die Kamera gehalten und geblättert.
Wired hatte ich schon mal gehört – aber deren Webangebot suche ich so gut wie nie auf. Hab mir daher das Video nicht ganz zu Ende angeschaut und wollte die Geschichte schon abhaken. Aber dann stieß ich bei Google+ auf diesen FAZ-Community Artikel (samt Kommentaren) – und gerade sehe ich, dass auch noch Spiegel Online mit einem längeren Artikel punktet. Gut, der Kress-Mediendienst dürfte sich quasi “berufsbedingt” der Geschichte widmen. Und da gibt es noch den Blog-Beitrag Vom Glück, “Wired” und “FAZ” machen zu dürfen – wohl vor gut zwei Monaten entstanden. Wer sucht, findet sicher noch einige Beiträge mehr.
Beim Lesen des FAZ-Community-Artikels samt Kommentaren (auch bei Google+) dachte ich mir: Wer schreibt bloß so geschwurbeltes Zeugs.
Zitat: “So liegt seit heute an den Kiosken dem inoffiziellen Zentralorgan der hauptschulabgebrochenen Muckibudenbesitzer namens GQ bei. Und der nicht ganz so geekige Betrachter fragt sich: Soll man dieses Land wirklich einer Zielgruppe anvertrauen, für die Sex, Drogen und neuartige Autos die richtigen Kaufanreize sind? Ist der Geek der studienabgebrochene Coderbudenbesitzer des Internets?”
Also gut – ich oute mich mal als ein (nicht) abgebrochener Hauptschüler, der den Text drei mal gelesen hat. Aber ich habe nicht verstanden, was der Autor damit eigentlich sagen wollte.
Vielleicht wird man mit 50+ etwas zu kritisch, oder meine Hemdsärmeligkeit als Ing kommt durch. Ich kann mir nicht helfen, ständig spukt mir der alte Spruch “Stell dir vor, es ist Krieg – und keiner geht hin” im Kopf herum. Wenn nicht an diversen Stellen über die Erstausgabe von Wired berichtet worden wäre, hätten ich (und vielleicht weitere Trillionen Menschen) es überhaupt nicht mitbekommen, dass die deutsche Erstausgabe von Wired per Beilage zur Männerzeitschrift GQ (oder war es eher umgedreht?) erschienen ist.
Wired sei eine deutsche Leserschaft gegönnt – ob die Welt so was braucht oder nicht – keine Ahnung. Ob man die Wired liest, soll jeder selbst entscheiden. Das Zielpublikum dürfte in meinen Augen wohl auch nicht unbedingt Probleme haben, die englischsprachige Originalausgabe zu verdauen.
Kommen wir zum Kern bzw. den Artikeln über die deutsche Erstausgabe der Wired zurück. Unter dem Strich sieht es mir so aus, als ob da einige Blattmacher digitale Nabelschau betrieben haben und sich nun seitenlang über eine “Nullnummer” der Konkurrenz(?) auslassen. Jedenfalls werde ich das Gefühl nicht los, dass da eine Menge überflüssiges Zeugs (einschließlich dieses Blog-Beitrags) über die Erstausgabe der Wired geschrieben wurde. Aber nun ist endgültig Freitag und ich klappe das Schreibpult zu.
Schlagworte: Wired


















