Windows 8 to go “Developer Preview” selbst gemacht

[Version in Englisch]Windows 8 auf einem USB-Medium installieren und dann auf beliebigen Computern booten? Die als “Windows 8 To Go” bezeichnete Funktion soll dies – wie man auf der BUILD-Konferenz sehen konnte – ermöglichen. Der Beitrag zeigt, wie man an eine Windows 8 To Go Developer Preview gelangen kann.


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Die Woche hat Microsoft ja Windows 8 auf der BUILD-Konferenz präsentiert und danach die Windows 8 Developer Preview öffentlich freigegeben. Auf der BUILD konnte man in den Demos die Windows 8 To Go-Funktion bewundern. Wer sich aber die Developer Preview gezogen und installiert hat, musste schnell feststellen, dass da nix mit To-Go zu finden ist – und momentan ist noch unklar, welche Windows 8-Varianten das Feature beinhalten sollen (siehe auch hier).

Poor man’s tale

Mir war es, ehrlich gesagt, doch etwas schade um die Kohle und die Zeit, die ich für eine Teilnahme an der BUILD-Konferenz hätte investieren müssen. Zwar gäbe es hier Bedarf an einem Tablet PC (aber über 1.000 Ocken für das Samsung-Teil ist schon happig). Von daher war die Strategie “zu Hause bleiben, ‘nach der netten Aufforderung des Finanzamts, endlich so prickelnde Sachen wie die Steuer machen’, etwas über Android bloggen und schauen, was man per Internet so alles über Windows 8 erfahren kann” angesagt.

Unter dem Strich war das gar nicht so schlecht. Ab Mittwoch Nacht gab es die Developer Preview zum Download und am späten Abend hatte ich (nach einem Abbruch, den auch der IE9-Download-Manager nicht ausbügeln konnte) auch eine 32-Bit-ISO-Variante auf meiner Platte und 10 Minuten später eine lauffähige Fassung in einer virtuellen Maschine.

Aber irgendwie hat’s mich ja gefuchst. In den Videos der BUILD hatte ich die Windows 8 To-Go-Funktion gesehen – und bei WinVistaSide.de beschrieb MagicAndre1981, wie das Ganze aussehen könnte (diese Screenshots gibt’s in vielen Webseiten). Und in diesem Blog beschreibt Alex Gosh, dass er auf der BUILD noch einen 32 GByte USB-Stick mit Windows 8 To Go erhalten und diesem gleich an diversen Geräten ausprobiert hat. Also müsste da doch was gehen …

Na gut, dann mach ich’s mir halt selber!

Blöd, einen 32 GByte USB 3.0-Stick habe ich nicht – auch keinen Rechner mit USB 3.0-Port. Und die Developer Preview kann auch keine Windows 8 To Go-Installation anlegen. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg ….

… irgendwie ist mir auf wundersamen Wegen eine frühere Build 7989  in die Finger gefallen. Und hier fliegt auch noch eine USB 2.0-Festplatte mit 300 GByte rum. Da waren zwar drei Partitionen vorhanden, aber so was kann man ja ggf. schlachten. Und neugierig war ich schon, ob nicht doch was geht.

Mein Versuch, die benötigten Dateien aus der früheren Build in die Developer Preview zu kopieren und dann das Programm zu nutzen, waren nicht von Erfolg gekrönt. Da tat sich einfach nix.

Also flugs die Build 7989 in Virtualbox gebootet, die Build 8102 mit der 32-Bit-Version der Developer Preview über die .iso-Datei als CD gemountet und die USB-Festplatte sowie einen 16 GByte USB-Stick in die VM eingebunden.

Dann habe ich das Ordnerfenster Computer geöffnet, bin zum Windows-Ordner System32 gewechselt, um dort die Datei pwcreator.exe aufzurufen.


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Dieser Ansatz war von Erfolg gekrönt, denn auf dem Desktop erschien das nachfolgend gezeigte Dialogfeld mit dem Assistenten zum Erstellen einer To Go-Installation.

Nun ist der Befehl Create a new Portable Workspace anzuwählen. Jetzt sollte das in vielen Webseiten (und nachfolgend) gezeigte Dialogfeld erscheinen und die gefundenen USB-Medien aufgelistet werden.

In der obigen Abbildung beschwert sich der Portable Workspace Creator, dass der gewählte 16 GB USB-Stick zu klein sei. Mindestens 32 GByte und USB 3.0 sollen es schon sein. Eine Kurrecherche ergab leider nix in der Registrierung, wo man das Ganze flugs von 32 GByte auf 16 GByte hätte reduzieren können. Aber gut, da war ja noch eine 298 GByte Festplatte da. Bei deren Anwahl gab es wieder Mecker, die Kapazität war zwar genehm, aber mit dem USB 2.0 haderte der Creator. Es gab eine dicke Warnung, aber immerhin war die Next-Schaltfläche freigeschaltet.

Also auf Next geklickt und nach gefühlten 30-60 Sekunden wurde im Folgedialogfeld (nachfolgend sichtbar) das als CD gemountete ISO-Windows 8-Image der Developer Preview angezeigt (der Creator braucht die Install.wim, weshalb er alle Medien nach der Datei durchsucht).

Dieses also fix ausgewählt und dann auf Next geklickt. Gab dann das nachfolgend gezeigte Dialogfeld mit einer fetten Warnung, das alles auf der Festplatte durch Formatieren gelöscht würde und dass es eine ganze Weile dauern kann. Aber das ist es uns doch wert – also nochmal auf die Schaltfläche Create Portable Workspace geklickt.

Und damit begann der Portable Workspace Creator zu rödeln und zu rödeln und zu rödeln. Ich hätte gesagt “einen Kaffee holen gehen” und “noch einen Kaffee holen gehen” …

… ach Quatsch – in der linken Ecke des Desktop fand sich das obige Dialogfeld mit der Fortschrittsanzeige und rechts war ein Browser geöffnet, in dem ich flugs mal ein paar Foren nach Windows-Fragen abgegrast habe.

Und plötzlich war Schicht im Schacht

Es dauerte und dauerte – der Balken der Fortschrittsanzeige blieb bei ca. 25% stehen. Ich sah aber in der VM Aktivitäten auf der Festplatte und auf dem USB-Anschluss. Also habe ich die Kante eines geöffneten Editorfensters mit der Kante der Fortschrittsanzeige zur Deckung gebracht und konnte nach 5 Minuten erkennen, dass sich da doch tatsächlich ein Fortschritt andeutete.

Irgendwann war der Fortschrittsbalken auf fast 100% und ich wollte schon frohlocken. Aber dann kam ein Dialogfeld, dass der  Portable Workspace Creator ein Zugriffsproblem habe, und dann gab es das berüchtige Dialogfeld, dass das Programm nicht mehr funktioniert und der Fehler analysiert wird. Schicht im Schacht – ich habe das Dialogfeld abgebrochen, die VM heruntergefahren und wollte die USB-Festplatte inspizieren. Nix, nada, das Teil wurde im Windows Explorer nicht angezeigt. Jetzt weiß ich auch, warum die Funktion nicht in der Developer Preview enthalten ist.

Also die Computerverwaltung aufgerufen und in die Datenträgerverwaltung gegangen. Dort fanden sich zwei NTFS-Partitionen, eine 350 MByte groß, als primär und aktiv gekennzeichnet. Die andere umfasste die Restkapazität des Laufwerks.

Nach dem Zuweisen von Laufwerksbuchstaben konnte ich die Partitionen im Windows Explorer inspizieren. Die aktive Primärpartition enthielt nur versteckte Systemdateien mit dem Bootlader bootmgr und den versteckten Ordnern Boot, Recovery und System Volume Information (wobei letztere geschützt sind), während auf der zweiten Primärpartition Windows-Ordner zu finden waren.

In den Eigenschaften ließ sich dann noch ablesen, dass knapp 8 GByte belegt waren – “diese Saupreißn bayrische in Amiland, hätt’ns doch oane 16 GByte Stick freigeba kinne”.

Und nu isch’s Kasperle im Sack

Nach dieser Feldforschung nun der Test, hat es geklappt, oder ist es in die Hose gegangen? Also flugs meinen Medion Akoya 1210 auf den Schreibtisch, USB-Festplatte angestöpselt und dann von diesem Medium gebootet.

Der Bootlader von der ersten Partition zieht Windows 8 rein und beginnt beim ersten Start mit der Konfigurierung des Systems. Dauert eine Minute, bis das System eingerichtet ist. Dann kam der obligatorische Screen “keep the lawayer happy”, in dem die Lizenzbedingungen anzuerkennen sind. Aber dann befand ich mich auch schon in der Seite, um das Benutzerkonto einzurichten und Windows 8 individuell oder über die Express-Einstellungen aufzusetzen.

Und hier sieht man Windows 8 To Go mit dem Start-Screen auf dem Medion Akoya 1210 …

… und deinen Schreibtisch könntest Du auch mal wieder aufräumen, wird meine Frau sagen, wenn Sie dieses Foto sieht.

Aber egal, Windows 8 To Go rennt auf dem Netbook – in VMs und auch auf den restlichen Rechnern, in denen ich die USB-Festplatte booten konnte. Jetzt kann man mit dem Frickeln beginnen …

… vielleicht findet sich ja ein Sponsor für ein Intel-basiertes Tablet PC – denn eines ist sicher: hier im Blog wird es weitere Windows 8-Artikel geben – und demnächst wohl auch das eine oder andere Buch.


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Weitere Infos zu Windows 7 finden sich in meinen Windows 7-Titeln.



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12 Kommentare zu Windows 8 to go “Developer Preview” selbst gemacht

  1. schumi1331 sagt:

    gute Anleitung!

    hast du denn mittlerweile etwas darüber gefunden, wie man die Überprüfung des minimalen Speichers abstellen kann? (Die Installation will auch min. 16 GB, brauch dann aber nur 8…)

  2. Günter Born sagt:

    Leider habe ich da nix gefunden (hab ehrlich gesagt auch nicht weiter gegraben). Ich bin da noch am schauen – vielleicht finde ich einen anderen Weg, das ganze Gelumps mit dem Creator zu umgehen.

  3. Pingback: Creating Windows 8 To Go on a 16 GB USB-Stick « Borns IT- und Windows-Blog

  4. Pingback: Dual-Boot für Windows 8 To Go « Borns IT- und Windows-Blog

  5. Günter Born sagt:

    Der pwcreator scheint wieder in den Pre-Betas von Windows 8 enthalten zu sein [1].

    1: http://winunleaked.tk/2011/11/windows-to-go-is-back/

  6. Anonym sagt:

    Hallo,

    könntest du alles was der Portable Workspace Creator auf deine hard disk gesetzt hat mal ins internet stellen? (Ich glaube das geht am einfachsten mit µtorrent und thepiratebay.) Ich kann Windows 8 nicht auf meinem Computer installieren, aber ich könnte Windows To Go in der Schule oder auf anderen öffentlichen Computern sehr gut benutzen.

    Danke

    • Günter Born sagt:

      @Anonym: Wie kommst Du auf die Idee, dass ich irgend etwas bei Piratebay einstelle? Sorry, so was mache ich nicht – du wirst auf die Beta warten müssen – da wird der Portable Workspace Creator wieder dabei sein. In der Final von Windows 8 wird Windows 8 To Go übrigens nur für die Enterprise-Varianten unterstützt werden – jedenfalls meine Prognose.

  7. Pingback: [BLOCKED BY STBV] Windows 8 CP To Go im Eigenbau « Borns IT- und Windows-Blog

  8. Pingback: [BLOCKED BY STBV] Windows To Go mit Windows 8 Release Preview « Borns IT- und Windows-Blog

  9. Pingback: [BLOCKED BY STBV] How to Create a Windows 8 To Go on a 16 GB USB Flash Drive – claptop

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