Windows 7 Backup-Error 0×81000019

In den Windows 7-Foren gibt es immer wieder Anwender, bei denen die Systemabbildsicherung mit dem Fehlercode 0×81000019 scheitert. In diesem Beitrag möchte ich ein paar lose Enden zusammen knüpfen und möglichen Ursachen auf den Grund gehen.


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Der Fehler (ist unter [5] beschrieben – wenn auch die Ursache vermutlich nicht korrekt identifiziert wurde) weist darauf hin, dass der Volumenschattenkopiendienst (Volume Shadow Copies Service VSS) nicht genügend Speicher vorfindet, um das Abbild des Systems zu sichern. Die meisten Benutzer glauben nun, dass es dabei um den Speicherplatz auf dem Sicherungsmedium geht. Dies ist aber nicht der Fall. Vielmehr bezieht sich der VSS-Fehler auf die Systempartitionen.

Ursachenanalyse ist angesagt

Unter [a] bin ich ja umfassend auf diverse Backup-Fehler eingegangen. In den Kommentaren findet sich auch ein Nachtrag von mir, der auf den Beitrag unter [2] verweist. Blogger Marat weist darauf hin, dass das Problem auftritt, wenn im System eine Partition “System-reserviert” existiert und diese nicht mehr genügend freien Speicherplatz aufweist. In die gleiche Kerbe haut der Blogger Jay Pilarta unter [1].

Die Partition “System-reserviert” wird automatisch bei der Installation von Windows Vista/Windows 7 angelegt, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind [d]. Normalerweise umfasst die Partition 100 MByte und weist nur einige Windows-Startdateien auf. Geht der freie Speicherplatz auf dieser Partition zur Neige, kann der VSS-Dienst nicht mehr korrekt ausgeführt werden.

Nachdem der Fehler sich durch diverse Foren zieht, habe ich noch ein wenig recherchiert. Unter [3] bin ich auf eine umfassende Diskussion des Effekts gestoßen. Dort wird die These herausgeschält, dass Dritthersteller-Tools (Backup, Indexer etc.) das USN-Journal [4] auf der Partition “System-reserviert” aktivieren. Dieses beginnt dann Änderungen am NTFS-Volumen aufzuzeichnen. Wäre normalerweise kein Problem, wenn die maximale Größe des USN an die Kapazität der Partition angepasst würde, was aber nicht der Fall zu sein scheint. Die maximale Größe ist einfach zu hoch gesetzt. Die Aktivierung des USN geht solange gut, bis der freie Speicherbereich auf der Partition zur Neige geht.

Diagnose und Fehlerbeseitigung

Nutzer Sneha von Microsoft gibt dann auch einen konkreten Ratschlag, wie man dem Problem beikommen kann. Auch die unter [1, 2] verlinkten Blogbeiträge adressieren das Thema. Hier die grundsätzliche Vorgehensweise.

  1. Zuerst muss die Computerverwaltung gestartet und dann die Datenträgerverwaltung aufgerufen werden.
  2. Dort lässt sich der Partition “System-reserviert” mit der rechten Maustaste anklicken. Über das Kontextmenü ist der Partition temporär ein Laufwerksbuchstabe zuweisen (siehe auch [2]).
  3. Anschließend taucht das Laufwerk im Ordnerfenster Computer auf und es kann der Kontextmenübefehl Eigenschaften aufgerufen werden.

Wenn im Eigenschaftenfenster des Laufwerks weniger als 70 MB (ich habe auch weniger als 40%) frei ausgewiesen ist, ist die Ursache des Backup-Fehlers vermutlich identifiziert.

Zur Präzisierung der Diagnose sind folgende Anweisungen von Sneha auszuführen. Diese setzen voraus, dass der Partition “System-reserviert” ein Laufwerksbuchstabe zugewiesen wurde.

  1. Tippen Sie cmd im Suchfeld es Startmenüs ein und drücken Sie die Tastenkombination Strg+Shift+Enter.
  2. Geben Sie in der administrativen Eingabeaufforderung den folgenden Befehl ein (F: steht für den Laufwerksbuchstaben der Partition “System-reserviert”):fsutil usn queryjournal O:

Die Ausgabe sollte eine Zeile “Maximale Größe” aufweisen. Der Wert gibt die Größe des USN als Hexwert an. Man kann den Windows-Rechern Calc starten, den Hexwert im Hexmode eintippen und dann das Ergebnis durch 1048576 (1024*1024) dividieren. Das sollte die maximale Größe in MByte ergeben. Im hier gezeigten Beispiel ist der Wert auf 1 MByte gesetzt. Liegt der Wert im Bereich von 30 MByte, dürfte die Windows-Backup-Funktion mit dem o. g. Fehler scheitern.


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Mögliche Abhilfemaßnahmen

Die erste Möglichkeit besteht darin, versuchsweise das vorhandene USN-Journal mit dem folgenden Befehl:

fsutil usn deletejournal /d o:

zu löschen und zu deaktivieren [9]. Alternativ kann auch die Option /n verwendet werden (siehe [8]). In [8] findet sich eine Übersicht der Befehle. Dort ist auch eine Option beschrieben, um das USN-Journal neu anzulegen und die maximale Größe zu setzen.

Nach dem Zurücksetzen des Journals sollte der Partition “System-reserviert” der Laufwerksbuchstabe wieder entzogen werden. Um solche Probleme zu vermeiden, empfiehlt es sich, konsequent auf Backup-Tools von Drittherstellern, die für Windows 7 zugelassen sind, zu setzen.

Anmerkung: Unter [2] findet sich noch der Hinweis, die Partition auf 490 MByte zu vergrößern. Dies ist in meinen Augen aber nicht wirklich zielführend, da das Vergrößern mit Windows-Bordmitteln nicht möglich ist. Zudem wird die Ursache eigentlich nicht beseitig und wenn eine Anwendung die Journalgröße heraufsetzt, dauert es nur eine gewisse Zeit, bis das USN die freie Kapazität mit Einträgen wieder belegt hat. Auch die Hinweise unter [1] wie Language Packs deinstallieren, helfen nicht weiter. Die Methode 2, bei der die Startdateien auf der Partition erneuert werden und die Partition auf aktiv gesetzt wird, werden das Problem auch nicht lösen.

Ähnliche Beiträge:
a: Windows-Backup Fehlerdiagnosen
b: Windows-Backup: Befehlszeilenoptionen
c: Meldung “Die Wiederherstellung wurde abgeschlossen” Teil 4
d: Was steckt hinter der Partition “system-reserviert”?

Links:
1: Windows 7 Backup Error 0×81000019
2: A shadow copy could not be created  (0×81000019)
3: Diskussion bei Microsoft Technet
4: Wikipedia-Artikel zu USN
5: Fehlerbeschreibung in Tobis-Blog
6: Diskussion im deutschen MS-Answers-Forum
7: Trefferliste in MS-Answers
8: Fsutil usn Syntax
9: USN löschen und deaktivieren


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Weitere Infos zu Windows 7 finden sich in meinen Windows 7-Titeln


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Über Günter Born

IT-Autor, Blogger borncity.de
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15 Antworten auf Windows 7 Backup-Error 0×81000019

  1. Günter Born sagt:

    Nachtrag: Backup-Fehlercode 0×81000033
    Gelegentlich bekommen Anwender auch den Fehlercode 0×81000033
    beim Backup zurückgeliefert. Gemäß [1] ist dies auch ein Hinweis auf fehlenden Speicher. Kommt mir nach Lektüre des obigen Artikels alles bekannt vor – und unter [2] wird quasi diese Vermutung bestätigt.

    1: http://answers.microsoft.com/de-de/windows/forum/windows_7-system/backup-fehler-win-x81000033/4461da17-7b43-4d38-98b9-0db0ccce05ee
    2: http://vsshs.com/2011/01/27/windows-backup-failure/

  2. Pingback: SystemProfile: Backup-Fehler 0×80070002 « Borns IT- und Windows-Blog

  3. Peti sagt:

    Die beste Anleitung für den Fehler die ich als ziemlicher Laie gefunden habe. Schritt für Schritt ausgeführt, die Löschung findet aber nicht statt. USN Journal erneut aufgerufen und mit der gleichen sinnlosen Größe bei mir von 20 MB wieder vorgefunden.
    Was kann ich noch tun. Die englischen Blogs kann ich leider nur bruchstückweise lesen. Gefährliches Halbwissen hat mir schon einige Probleme bereitet.
    Tausend nützliche und nutzlose Kommentare auf verschiedenen Foren, die nichts geholfen haben.
    Ich versuche seit knapp einem Jahr zu sichern, ohne Erfolg. Was ich kann ich noch tun?

    • Günter Born sagt:

      @Peti: Danke für den Kommentar – Du hast daran gedacht, den Laufwerksbuchstaben o: im Befehl:

      fsutil usn deletejournal /d o:

      anzupassen? Ich setze im Blog voraus, dass der Benutzer mit denkt. Falls Du das berücksichtigt hast, habe ich keinen Plan, warum bei dir das USN Journal nicht zurück gesetzt wird. Gibt es in der Ereignisanzeige noch Hinweise oder liefert der Befehl da Fehler?

      Ansonsten folgende Lösungsansätze:

      a: Daten sichern, Windows 7-DVD oder Systemreparaturdatenträger bereitlegen, damit booten und die Partition “System-reserviert” entfernen (ggf. vorher die Startdateien und den Ordner Boot auf USB-Stick sichern). Dann die Partition neu anlegen und aktiv setzen. Anschließend die Dateien der System-reserviert-Partition über die Computerreparaturoptionen neu erstellen lassen.

      b: Auf ein Fremdtool wie Paragon-Backup oder Acronis True Image zur Sicherung setzen. Wenn Du im Blog suchst, findest Du einige Artikel, die sich kurz mit den Tools befassen.

      Zu: “Tausend nützliche und nutzlose Kommentare auf verschiedenen Foren, die nichts geholfen haben.” Ist eine Erkenntnis, die ich längst gewonnen habe. Daher schreibe ich mir die Finger wund, um den Leuten Bücher mit vorsortierten Lösungen anbieten zu können. Da die Meute sich lieber auf Foren mit tausend nützlichen und nutzlosen Kommentaren fokussieren, stelle ich hier langsam diese Buchprojekte ein. Sind offenbar Bücher, die die Welt nicht braucht. That’s life.

  4. Christian sagt:

    Der Fehler tritt auch auf, wenn die Windows Partition (normal C:) nicht als Startpartition markiert ist. Ist meist der Fall, wenn man neben Windows noch Linux installiert hat. In der Datenträgerverwaltung (Start Taste drücken und diskmgmt.msc eingeben) mit rechts auf die Windows Partition klicken und als aktive Partition setzen. Danach ging es bei mir.

  5. Günter Born sagt:

    Chris: Danke für die Info.

  6. Bernhard sagt:

    Perfekter Beitrag!!! Das war genau das was ich gebraucht habe.
    Hat sofort geholfen.
    Vielen vielen Dank.

  7. Michael sagt:

    Schöne Anleitung. Bei mir ist die Partition System-reserviert mit 62,9 MB ausgewiesen, davon sind 33,2 MB frei. Habe der Partition System-reserviert den Laufwerkbuchstaben I: zugewiesen, wie im Beitrag beschrieben. Wenn ich aber versuche, in der administrativen Eingabeaufforderung den Befehl “isutil usn queryjournal o:” einzugeben, erscheint folgende Fehlermeldung:

    “Der Befehl isutil ist entweder falsch geschrieben oder konnte nicht gefunden werden.”

    Hat jemand eine Idee, was das Problem sein könnte?

    Vielen Dank im Voraus.

  8. Günter Born sagt:

    @Michael: Der Befehl lautet ja auch fsutil usn querijournal o:

  9. Günter+Born sagt:

    Nachtrag: Der Fehler 0×81000033 kann ebenfalls auf eine volle System-reserviert-Partition zurückzuführen sein. Unter [a1] gibt es einen Thread, in dem ich einige Links zusammen getragen habe.

    a1: http://answers.microsoft.com/de-de/windows/forum/windows_8-performance/windows-sicherung-schl%C3%A4gt-fehl-fehlercode/c5bc1dae-54f0-4516-ad04-c2966d488805

  10. Wie erfrischend, saubere Informationen zu finden. Vielen Dank!
    Ich bin von dem Problem betroffen, allerdings heißt es bei mir:
    Die Sicherung war nicht erfolgreich. Fehler: “Fehler beim Bestimmen des Bibliothekenspeicherorts eines der in die Scherung eingeschlossenen Benutzer durch die Windows-Sicherung. (0×81000031)”
    Ich habe auch Ubuntu neben Windows7 installiert. Beide sind auf einer BIOS-getriebenen RAID1-Partition, die wiederum in vier primäre Partitionen unterteilt ist. Sie laufen lange stabil.
    Meine Bootpartition ist laut dem Tool Ext2Fsd ein EXT3 und trägt die ganzen Ubuntu-kernel, dementsprechend antwortet fsutil:
    Das FSUTIL-Programm erfordert ein lokales NTFS-Volume.
    Das “U-boot” ist ganze 476MB groß, mit 232MB ist die knappe Hälfte belegt.
    Das gewünschte Ziel des (C:-)Backups ist ein UNC-Pfad, der auf ein NAS unter Linux zeigt, das wieder auf EXT3 läuft. Ist das ein zusäzliches Problem?
    Habe ich eine Chance, in dieser Konstellation die Bordmittel zu benutzen?

    • Günter Born sagt:

      Du hast schon eine recht exotische Konstellation. Aber der Fehler besagt imho, dass deine Bibliotheken wohl entweder defekt sind oder durch eine Verlagerung nicht gesichert werden können.

  11. Oh, ich war doch in der Lage, den abweichenden Fehler zu verstehen. Ich hatte Ordner aus der EXT3-Partition in meine Bibliotheken eingebunden, da versagt das Systemabbild-Tool. Nun habe ich die alle rausgenommen (anders geht’s nicht), und bekomme stattdessen den “Original-0×81000019-er”:
    “Die Sicherung wurde nicht erfolgreich abgeschlossen, da eine Schattenkopie nicht erstellt werden konnte. Löschen Sie auf dem zu sichernden Laufwerk nicht benötigte Dateien, um Speicherplatz freizugeben, und wiederholen Sie den Vorgang.”
    Mein C:\ wiegt nur noch 48.9GB, mehr Plattensport ging nicht.
    Die obige Frage bleibt bestehen…

    • Günter Born sagt:

      @Melchior: Danke für’s Feedback – war mein Bauchgefühl ja nicht ganz falsch. Zum nun auftretenden Fehler: Auch da finden sich ja einige Infos im Blog. Da wirst Du dich durchkämpfen müssen. Ohne funktionierenden Schattenkopiendienst ist es mit dem Backup nichts.

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