Hands-on simvalley "SPX-5 UMTS" – Teil 1

Im ersten Artikel [i] hatte ich das von Pearl vertriebene Smartphone simvalley SPX-5 UMTS kurz im “unboxing” vorgestellt. Mein Interesse hat das Gerät durch sein 5,2 Zoll Touchdisplay und den Dual UMTS-SIM-Slot geweckt. Klingt irgendwie stark nach “Galaxy Note für den kleinen Mann”, kostet das Pearl-Teil doch 230 Euro. Nun möchte ich in Teil 1 einen näheren Blick auf das Smartphone-Tablet werfen.


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Ich gestehe: Jenseits der 50 hält man schon mal Ausschau nach “Handys mit etwas größerem Display”. Daher hat mich das große Display des simvalley SPX-5 schon stark interessiert – quasi ein kleines Tablet, mit dem man auch telefonieren können soll. Den PC Welt-Artikel zu Android Smartphones mit XXL-Display habe ich daher interessiert gelesen und daraus geschlossen, dass sich offenbar auch Andere für Smartphones mit großem Display (z. B. Samsung Galaxy Note) interessieren.  Allerdings kam das simvalley SPX-5 im PC Welt-Artikel nicht vor.

Als ich das SPX-5 in Händen hielt, schoss mir irgendwann der Gedanke “ähnlich wie das Samsung Galaxy Note” schon durch den Kopf.  Macht aber wenig Sinn, denn das Galaxy Note besitzt zwar eine ähnliche Größe und wird mit Android 2.3 geliefert, liegt aber preislich weit über dem simvalley SPX-5. Dafür besitzt das Galaxy Note aber auch einen Super AMOLED-Touchscreen, 16 GByte Speicher und einen schnellen Prozessor. Ähnliches gilt für Smartphones wie das Galaxy S und Galaxy Nexus, die 4 Zoll-AMOLED-Displays haben, und im Preis auch recht hoch liegen. Alle diese Geräte besitzen aber nur einen SIM-Slot.


 


Von daher: Wer auf so ein “high end”-Gerät schielt (dieser Vergleich wurde in diversen “Tests” gezogen), sollte die Finger vom simvalley SPX-5 UTMS lassen. Das simvalley ist kein Samsung Galaxy Note – die segeln in anderen Preis- und Leistungsklassen. Aber wer ein günstiges Android-Smartphone mit großem Display sucht, sollte weiterlesen.

Smartphone mit Android 2.3.5 und Dual SIM (simlock frei)

Zur Frage: Kann man in Zeiten des Galaxy Nexus und Ice Cream Sandwich noch jemanden mit einem Android 2.x-Gerät hinter dem Ofen hervorlocken? Ich meine ja, denn der aktuelle Amazon-Preis von 516,99 Euro für ein Samsung Galaxy Nexus ist kein Pappenstil. Um nur mal ein wenig zu telefonieren und bei Gelegenheit zu surfen oder ein Spiel zu zocken, wird mancher nach günstigeren Angeboten schielen. Das simvalley SPX-5 zielt genau in diese Richtung: Funktionalität zum günstigen Preis. Es handelt es sich um ein Dual SIM Smartphone mit Android 2.3.5, d. h. man kann dort zwei SIM-Karten (z. B. eine für berufliche Zwecke und eine für private Anrufe) einsetzen. Hebt man die Rückseitenschale (über eine Arretiertaste entriegelbar) vom Gehäuse ab, findet man die nachfolgend gezeigte Innenansicht.

Klasse ist das wechselbare Akku, so dass man bei Bedarf ein Reserve-Exemplar [1b] verwenden oder die von Pearl mit höherer Kapazität angebotene Variante [1c] einsetzen kann. Oberhalb des Akkus ist in der Mitte der Schacht zum Einlegen der microSD-Karte zu erkennen (microSD-Karte mit Pins nach unten und nach vorne in den Metall-Slot einschieben). Mittels solcher Karten lässt sich der doch recht knappe interne Speicher von 512 MB (nutzbar sind ca. 256 MB) auf 32 GByte erweitern.

Rechts neben dem microSD-Slot findet sich der Dual-SIM-Karten-Slot. Dieser fasst zwei normale SIM-Karten, die mit der Kontaktfläche nach unten (abgeschrägte Ecke der SIM zeigt Richtung Akku), wie hier gezeigt, übereinander eingeschoben werden. Da ich mit Prepaid-Handy-Karten unterwegs bin, finde ich den Dual SIM-Ansatz gut, denn eine SIM-Karte lässt sich damit für Anrufe nutzen, während im zweiten SIM-Schacht eine Prepaid-Datenkarte von Fonic oder von netzclub.de steckt. Da das Handy simlock-frei ist, stellt der Einsatz beliebiger SIM-Karten kein Problem dar.

Achtung: Aktuelle SIM-Karten besitzen eine Vorstanzung, um eine microSIM-Karte herauszutrennen. Ich habe eine solche ausgestanzte microSIM-Karte für mein iPad in Verwendung. Um diese Karte auch anderweitig verwenden zu können, habe ich den übrig gebliebenen SIM-Rahmen mit einem Stück Tesafilm abgeklebt. Dadurch ließ sich die microSIM in den SIM-Rahmen einlegen, das Ganze war als SIM-Karte nutzbar. Der Ansatz klappte ein Jahr lang bei meinem UMTS-Stick und auch beim simvalley SP-60 ganz gut. Beim simvalley SP-60 lassen sich die metallenen SIM-Halter zum Einlegen der SIM-Karte nach oben wegklappen, was beim SPX-5 nicht der Fall ist. Irgendwann verhakte sich beim SPX-5 der SIM-Rahmen beim herausziehen der SIM-Karte. Das hinter Teil des Plastikstegs verblieb im SIM-Slot. Nur mit viel Glück und einer Spitzzange war ich in der Lage, diesen Steg aus dem SIM-Slot zu entfernen. Verwenden Sie nach Möglichkeit eine SIM-Karte, um solche Unfällen zu vermeiden.

Unter [15, 15a] gibt es noch eine Diskussion, dass nur der SIM-Slot 1 eine UMTS/HSDPA-Verbindung zulasse, während der SIM-Slot 2 auf GRPS/EDGE begrenzt sei. Scheint bei einigen Dual-SIM-Smartphones der Fall zu sein. Mir selbst ist es beim Testen des SPX-5 nicht aufgefallen, da meine SIM-Karten offenbar vom Datenvolumen zwischenzeitlich auf GPRS/EDGE-Geschwindigkeit gedrosselt sind. Wer Probleme mit der Geschwindigkeit hat und es genauer wissen will, kann die Geschwindigkeit mit kostenlosen Apps wie Network Monitor, Speedtest.net Mobile oder Android Status ermitteln.

Beim Aufruf erscheint ggf. nach dem Entsperren des Desktop eine Seite zum Konfigurieren der SIM-Karten. Zudem lässt sich über die App Einstellungen im Punkt SIM-Verwaltung auf die obige Seite zugreifen. Dort kann für jede der beiden SIM-Karten festgelegt werden, ob diese in Benutzung ist und ob dort Telefonate, SMS und Datenverbindungen zulässig sind. Wird über eine SIM-Karte gesurft, ist das Modem aber für Anrufe an die zweite Karte belegt – der Anrufer läuft auf die Sprachbox.

Haptik und Optik samt erstem Eindruck

Das simvalley SPX-5 UMTS kommt mit einem Gehäuse aus Kunststoff daher, welches aber bei meinem Exemplar einen sehr gut verarbeiteten Eindruck hinterlässt. Lediglich beim Abheben der Rückenschale sollte man vorsichtig sein. Es kostet einigen Kraftaufwand, die Gehäuseschale aus der Arretierung zu heben – da könnte bei roher Gewalt was brechen.


(Quelle: Pearl)

Die in Foren [12] bemängelte, abstehende Display-Oberfläche konnte ich nicht feststellen. Auch die in manchen Berichten bemängelte “grobe Bildschirmauflösung” – im nachfolgenden Foto leicht erkennbar – ist mir im praktischen Einsatz faktisch nicht aufgefallen. Das Display besitzt eine WVGA-Auflösung von 800 x 480 Pixel und eine Helligkeit von 300 cd/m. Wer mit 7 Zoll Tablet PCs, die oft die gleiche Auflösung besitzen, klar kommt, wird mit dem Display des simvalley SPX-5 keine Probleme haben.

Wer sich an der Auflösung stört, der muss zu AMOLED-Displays greifen, zahlt dann aber gut und gerne den doppelten Preis. Beim Surfen, Spielen oder Lesen von eBooks reichte mir die Auflösung von 800 x 480 Pixel auf dem 5,2 Zoll Display aus – aber wie gesagt, alles ist Geschmacksache.


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Lediglich die Helligkeit dürfte bei Außeneinsätzen (wie bei anderen Geräten auch) ein gewisses Problem werden. Bei aktiver Option Autohelligkeit war das Display selbst bei bewölktem Himmel nur schwer ablesbar. Erst als ich die Helligkeit manuell hochgedreht hatte, konnte das Display draußen abgelesen werden. Aber das kenne ich auch von anderen Geräten wie dem iPad. Der Seitenablesewinkel des Displays würde ich (im Vergleich mit anderen Geräten wie das Touchlet X4 & X7G) als gut bezeichnen. An das Display des iPad kommt die Anzeige aber diesbezüglich natürlich nicht heran.

Von der Haptik macht das SPX-5 auf mich einen guten Eindruck. Durch die abgerundeten Ecken und den gewölbten Gehäusedeckel der Rückseite liegt das Gerät gut in der Hand und lässt sich auch als Tablet PC nutzen. Der Einschalter sowie die Wippe zur Lautstärkeregelung ist am Gehäuserand gut erreichbar, Tasten zur Android-Bedienung (Home, Zurück, Menü) finden sich an der Oberseite des Displays, genau wie Lautsprecher und Frontkamera. Eine separate zweite Home-Taste ist am Gehäuserand zu finden. Finde ich übrigens Klasse, da diese Taste auch zu fühlen ist.

Bei ausgeschaltetem Gerät musste ich den Einschalter gelegentlich etwas länger drücken, um zu booten. Bei eingestöpseltem USB-Anschluss wurde das Drücken des Einschalters nicht immer erkannt. Hier hätte ich mir eine schnellere optische oder akustische Benachrichtigung gewünscht. Aber wenn man das weiß, stellt das längere Drücken der Ein-Taste kein Problem dar.

Desktop und virtuelle Bildschirmtastatur

Der Desktop lässt sich wie bei Android 2.3 gewohnt, bedienen. Etwas schade finde ich, dass die Seite mit den Apps nur im Hochkant-Modus dargestellt wird. Bei Tablets wechselt die Darstellung beim Drehen. Und beim vertikalen Scrollen zwischen den Apps der App-Seite sollte man den Finger aufliegen lassen. Andernfalls besteht die Gefahr, ungewollt eine App durch Antippen aufzurufen. Man gewöhnt sich zwar schnell daran – aber ich habe entsprechende Kommentare auch von anderen Benutzern im Web gelesen.

Eine zweite Sache, die mir aufgefallen ist: Bei der virtuellen Bildschirmtastatur werden die Tasten beim Antippen der unteren Tastenreihe nicht immer erkannt. Ich muss die Tasten an deren oberen Ende antippen – oder das Display um 180 Grad drehen, um z. B. die Leertaste oder den Punkt eintippen zu können.

Ob dies nur bei meinem Gerät so ist, kann ich nicht beurteilen. Ich habe mich aber nach kurzer Zeit an dieses Verhalten gewöhnt und keine Probleme mehr mit der Texteingabe. Im Querformat finde ich es – im Vergleich zu Smartphones mit kleinerem Display – zudem recht angenehm, dass die Tasten der Bildschirmtastatur größer sind und so besser von meinen Wurstfingern getroffen werden können.

Audiobuchse und Lautsprecher

Das simvalley SPX-5 UMTS besitzt einen FM-Radioempfänger und kann über UMTS/WLAN natürlich auch YouTube-Videos sowie von der microSD-Karte auch Musik wiedergeben. Die Klangqualität der internen Lautsprecher war für mich in Ordnung – bei solchen Geräten darf man keine HiFi-Wiedergabe erwarten. Auch bei Telefonaten (ich nutze das Gerät aber nur zum Test) gab es bezüglich der Sprachqualität bisher nichts zu bemängeln.


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Die im Bedienhandbuch erwähnten Ohrhörer (obligatorisch für die Radio-App) liegen dem simvalley SPX-5 leider nicht bei – ist aber auf der Rechnung vermerkt. Allerdings hat heute ja eigentlich jeder Ohrhörer herumliegen. Daher interessierte mich der Hinweis eines Forenteilnehmers [12], dass die Audiobuchse nicht nutzbar sei, weil der 3,5 mm Klinkenstecker nicht ganz eingeschoben werden könne und am Gehäuse anstoße.

Ein beim Schreiben dieses Artikels aus meiner Bastelkiste gegriffener Kopfhörer zeigte dann auch genau dieses Verhalten. Allerdings hatte ich an Weihnachten das Smartphone als Radio genutzt. Also einen Satz Ohrhörer mit filigranerem 3,5 mm Klinkenstecker aus der Schublage gegriffen – und dieses Set funktioniert bei mir  einwandfrei. Bei einem späteren Versuch gab es Probleme – so dass ich die Gehäuserückseite abgenommen und neu aufgesetzt habe. Als ich den Klinkenstecker des Ohrhörer-Sets dann einstöpselte, funktionierte die Kopfhörererkennung einwandfrei (wird gemäß obigem Foto auch in der Android-Statusleiste angezeigt). Es kommt offenbar darauf an, wie der Klinkenstecker beschaffen ist und der Gehäusedeckel aufgesetzt wurde. Besser wäre es aber gewesen, wenn die Audiobuchse nicht so tief im Gehäuse sitzt.

Update: Mit dem Headset ist das irgendwie doof bzw. ärgerlich. Auf Nachfrage habe ich jetzt 3 Headsets getestet. Es funktionieren nur Winkel-Klinkenstecker halbwegs leidlich, da der Steckerrand an die Gehäuseschale des SPX-5 stößt. Ergebnis: Es gibt sehr schnell einen Wackelkontakt oder man hört eine Art “Klopfen” im Headset. Äußerst unschön, weil da wieder ein Designer (und ein Produktverantwortlicher bei Pearl) nicht aufgepasst hat. Ist ähnlich wie beim Touchlet X7G, wo microUSB- und microHDMI-Buchse zu tief im Gehäuse saßen. So was muss wirklich nicht sein – scheint aber typisch für “Made in China” – schade!

microUSB-Buchse für die Rechnerkopplung

Das Gerät besitzt eine microUSB-Buchse, an der ein mitgeliefertes USB-Kabel zum Datenaustausch mit einem Windows-PC angestöpselt werden kann.

Was ich persönlich wiederum gut gelöst finde, ist die Tatsache, dass dieser USB-Stecker (wie beim iPad) an ein Steckernetzteil angeschlossen werden kann und dann zum Aufladen dient.

Die microUSB-Buchse ist allerdings nicht für USB-to-Go (OTG) geeignet. Einmal ist kein aktiver USB-Hub-Chip verbaut. Zudem passt die Buchse auch mechanisch nicht – ich habe einen entsprechenden microUSB-Adapter getestet – der lässt sich nicht anschließen. Die microUSB-Buchse ist auch nicht MHD- bzw. HDMI-fähig – entsprechende Adapter sind also nutzlos.

Ein paar Worte zu den Geräteparametern

Von Pearl wurde das Gerät kurzzeitig mit 1,0 GHz “Performance” beworben. Ich habe bereits unter [i] darauf hingewiesen, dass im SPX-5 eine 650 MHz ARMv6 CPU sowie eine 300 GHz GPU arbeiten. Manche Hersteller addieren diese Werte dann und sprechen von 1 GHz Performance. Ganz abwegig ist es nicht, weil eine 1 GHz CPU, die auch die Grafikausgabe leisten muss, nicht besser weg kommt. Aber Pearl gibt zwischenzeitlich auf der Produkt-Webseite [1] die Daten korrekt an.

Die 650 MHz CPU ist nicht die flotteste, liegt meines Erachtens aber im Leistungsbereich anderer Low-Cost-Geräte. Beim praktischen Arbeiten ist das Gerät ausreichend flott. Nur beim ersten Hochfahren stelle ich gelegentlich fest, dass das Entsperren des Bildschirms erst 1 bis 2 Sekunden nach dessen Anzeige klappt. Sobald der Desktop aber läuft, lässt sich das Ganze flüssig bedienen. Das es hakt und ruckelt, konnte ich bisher nicht feststellen. Kommentar meines Sohnes, der das simvalley SPX-5 an Weihnachten kurz in der Hand hatte “Nette Größe, und die Bedienung ist viel flotter als mein Archos 10.1, wo es immer mal wieder hakt” – bestätigt also meinen Eindruck.

Beim internen Speicher hat der Hersteller (entgegen früheren Ankündigungen) nicht 256 sondern 512 MByte RAM spendiert. Davon sind aber (siehe obige Abbildung) nur knapp 256 MByte für Daten und Apps nutzbar. Die Verwendung einer microSD-Karte zum Speichern von Daten oder Apps ist auf jeden Fall erforderlich.

Die Abmessungen von 150 x 81 x 11 Millimeter und das Gewicht von 208 Gramm sind für mich ok – ich wollte ja ein Smartphone, was groß ist und sich ggf. als “Mini-Tablet PC” nutzen lässt. Das Gerät passt auch in eine Jacken- oder Hosentasche. Zur Bedienung verwende ich bei meinen Handys eh zwei Hände, so dass die Gehäusegröße mich nicht stört.

Akkulaufzeiten genial

Was mich begeistert, ist der wechselbare Akku sowie die Möglichkeit, bei Pearl Reserve-Akkus und Akkus hoher Kapazität zu bekommen (siehe Linkliste). Durch die 3,7 Volt lässt sich der 2.500 mAh Akku auch über eine USB-Schnittstelle aufladen. Der Hersteller gibt eine Standby-zeit von bis 200 Stunden an, beim Telefonieren soll der Akku bis 4 Stunden durchhalten.

Ich habe bisher die Akkulaufzeiten nicht gestoppt, aber im Vergleich zu diversen Tablet PCs, die ich von Pearl in den Fingern hatte, entstand der Eindruck, dass das simvalley SPX-5 UMTS sehr lange durchhält. Auch in Foren sowie in anderen Testberichten wird die Akku-Laufzeit durchaus gelobt. Hier muss man natürlich anmerken, dass eingeschaltete Verbraucher wie WLAN, UMTS, GPS, Bluetooth sowie hochgeregelte Display-Helligkeit den Verbrauch stark beeinflussen.

UMTS und WLAN

Das Simvalley SPX-5 UMTS kann eine Verbindung in 3G- und GSM-Netze in den Frequenzbereichen 850, 900, 1800 und 1900 MHz herstellen. Dies ermöglicht Datenverbindungen über GPRS/EDGE und UMTS/HSPA. Bei HSPA sind theoretisch Datenübertragungsraten von bis zu 14,4 MBit/s im Downstream möglich. In der Praxis dürfte aber die Übertragungsrate niedriger liegen, da die Funkabdeckung sowie der verwendete Provider die Netto-Datenübertragung bestimmt. Bei meinen Tests (am Rande der UMTS-Abdeckung und mit O2 Netzclub-Karte) dauerte es durchaus, bis Webseiten übertragen waren – beim Abrufen von Youtube-Videos kann es daher immer wieder zu Unterbrechungen bei der Wiedergabe kommen.

Im heimischen Umfeld empfiehlt sich die Verwendung des WLAN-Anschlusses. Hier wird 802.11a/b/g mit bis zu 54 MBit/s unterstützt. Das WLAN war hier mit wenigen Handgriffen konfiguriert, braucht aber bei der ersten Verbindungsaufnahme etwas länger. Danach war die automatische Verbindungsaufnahme kein Problem. Die WLAN-Empfangsqualität war in Ordnung.

Anmerkung: Da es beim vorher getesteten Pearl Touchlet X7G [f] Probleme mit der WLAN-Empfangsqualität gab, habe ich mit Android Info gemessen. Das simvalley SPX-5 wies in Nähe des WLAN-Routers eine Signalstärke zwischen –40 und –49 dB auf, was den Werten des Touchlet X4 entspricht und in meinen Augen in Ordnung ist.

Zu beachten ist auch, dass die beiden SIM-Slots unterschiedlich belegt sind. Während bei SIM-1 UMTS unterstützt wird, ist im SIM-Slot 2 nur GPRS möglich [15].

Bluetooth angetestet

Das simvalley SPX-5 unterstützt Bluetooth 2.1 EDR mit dem A2DP-Profil zur kabellosen Stereoübertragung. Ich konnte zwischen Windows 7 und dem SPX-5 ein Pairing durchführen und Dateien transferieren. Die Dateien finden sich anschließend auf der SD-Karte im Verzeichnis /mnt/sdcard/Received Files. Hier beschreibe ich die Einrichtung einer Bluetooth-Verbindung (Pairing) und den Dateitransfer für ein Simvalley SP-60 Android Smartphone. Beim simvalley SPX-5 funktioniert das Ganze analog.

Ein auf die Schnelle durchgeführter Test mit einer Bluetooth Tastatur für das iPad scheiterte (wie beim Touchlet X4 und X7G). Es war zwar problemlos ein Pairing möglich (ich habe am simvalley und an der BT-Tastatur einfach den gleichen Pairing-Code eingetippt). Aber es konnte keine Verbindung zur Tastatur hergestellt werden – wird wohl in Android nicht unterstützt (siehe hier). Allerdings gibt es hier einen Ansatz unter Verwendung des Linux  hcitool, der funktionieren könnte – habe ich aber nicht mehr getestet.

Ein Pairing mit einem Mono BT-Headset (z. B. Jabra BT 5020) war ebenfalls möglich. Die Gesprächsannahme über dieses Headset klappte danach ebenfalls. Was ich nicht geschafft habe, war die Audiowiedergabe auf diesen Headsets (was wohl daran liegt, dass diese Funktion von den verwendeten Headsets nicht unterstützt wird).

GPS- und Lagesensor

Das simvalley SPX-5 ist sowohl mit einem Lagesensor als auch mit einem GPS-Empfänger versehen. Der Lagesensor wird zum Umschalten des Anzeigemodus (Hochkant- und Queranzeige) sowie bei Spielen verwendet und funktioniert problemlos.

Der GPS-Sensor lässt sich über die App Einstellungen –> Standort ein-/ausschalten. Über die App GPS-Status lässt sich die obige Darstellung zur Kontrolle der gefundenen Satelliten abrufen. Bei meinem Kurztest wurden im Haus aber keine GPS-Signale empfangen. Außerhalb des Hauses hatte der Sensor innerhalb einiger Sekunden den ersten Satelliten ermittelt. Nach ca. 1 Minute waren 6 Satelliten erkannt. Da lediglich drei Satelliten zur Navigation benötigt werden, war die Standortabfrage möglich.

Praktische Tests mit den vorinstallierten Google Navi-Apps Google Maps und Google Navigation habe ich bisher nicht durchgeführt. Das Gleiche gilt für die von Pearl angebotenen Navi-Kits, die mir nicht zur Verfügung stehen.

Kameras im Blick

Das simvalley SPX-5 besitzt eine Frontkamera zur Videotelefonie sowie eine Rückseitenkamera mit Autofokus für Aufnahmen. Über den Sinn von Handy-Kameras lässt sich trefflich streiten. Es gibt zwar Leute, die das Handy für Schnappschüsse verwenden. Was ich bisher aber so gesehen habe, lässt von der Qualität (auch beim iPhone) deutlich zu wünschen übrig.

Um es gleich vorweg zu sagen: Wer sich das Smartphone wegen der Kamera kaufen will, sollte die Finger von lassen.

Die Frontkamera des simvalley SPX-5 ist wirklich nur zur Videotelefonie geeignet. Die von der Kamera aufgenommenen Bilder besitzen eine Auflösung von 240×320 Bildpunkten. Hier links ist ein Foto zu sehen. Es weist einen starken Rotstich auf und ist ansonsten stark verrauscht. Die Qualität des Fotos ist daher gerade zur Übertragung eines Videobilds geeignet. Selbst der Eee PC 701G besitzt noch ein besseres Bild von der Webcam (obwohl dieses grünstichig ist und auch nicht überzeugt).

Beide Kameras werden durch die Kamera-App gesteuert, die vom Desktop oder über die App-Seite aufgerufen werden kann. Die Umschaltung zwischen der Frontcam und der 8 MP Rückseitenkamera erfolgt durch das in nachfolgender Abbildung mit einem Pfeil markierte Symbol.

Das Foto zeigt, dass der Autofokus durchaus Probleme hat, die Schärfe einzustellen. Nachfolgend ist noch ein zweites Foto, welches ich in der Nacht an einem Bahnhof aufgenommen habe.

Der Autofokus hat zwar funktioniert – aber dem Bild fehlen irgendwie die Details. Für einen Schnappschuss brauchbar, um Fotos anzufertigen, greife ich persönlich aber zur Digitalkamera.

In Teil 2 stelle ich dann noch die Apps vor und ziehe ein vorläufiges Fazit.

Ähnliche Artikel:
i: simvalley Smartphone & Tablet-PC „SPX-5 UMTS“
ii: Simvalley SPX-5 UMTS FAQ
iii: Hands-on simvalley „SPX-5 UMTS“ – Teil 1
iv: Hands-on simvalley  „SPX-5 UMTS“ – Teil 2
v: Simvalley SPX-5 rooten einfach gemacht

a: 7 Zoll Pearl Touchlet Tablet PC X7G Teil 1
b: simvalley Android Dual-SIM-Smartphone „SP-60 GPS“
c: Dateiaustausch zwischen Android und Windows I
di: MyPhoneExplorer: Zugriff auf Android-Geräte
e: simvalley SP-60: Speicher als Wechseldatenträger
f: Hands-on Pearl Touchlet Tablet PC X7G Teil 3

Links:
1: Produktseite SPX-5 UMTS bei Pearl
1a: Produktseite SPX-5 bei Pearl (GPRS-Variante)
1b: Reserve-Akku bei Pearl
1c: Akku mit hoher Kapazität bei Pearl
1d: Mini-Tastatur & Dockingstation bei Pearl
1e: Navi-Upgrade-Kit bei Pearl
1f: Echtleder-Tasche für SPX-5 (bei Pearl)
2: Handbuch zum simvalley SPX-5
3: Schnellstartanleitung

4: Pearl SPX-5: Ein Galaxy Note in billig? (AndroidPit)
5: Simvalley SPX 5 (Kurzvorstellung aereamobile.de)
6: Dual-SIM-Smartphone Simvalley SPX-5 UMTS im Test /teleinfo.de)
7: Simvalley SPX-5: Pearl-Smartphone mit Riesen-Display ComputerBild
8: Daten bei heise Mobil
9: Simvalley SPX-5 UMTS – Erste Eindrücke (giga.de)
10: Kurzbericht bei testbericht.de
11: simvalley MOBILE SPX-5: Dual-SIM-Smartlet mit 5,2-Zoll-Display
12: Diskussionstread bei Android-Hilfe.de
13: Diskussion bei mobi-forum.de
14: Kurzbericht bei SmartPhoneFan.de
15: HSDPA und SIM-Slots (Diskussion)
15a: Diskussion UMTS und SIM-Slots bei Android-hilfe.de
16: Simvalley Forum
17: Diskussion bei AndroidPit.de


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4 Kommentare zu Hands-on simvalley "SPX-5 UMTS" – Teil 1

  1. Björn Krihl sagt:

    Hallo,

    habe eine Frage: Sobald ich das heimische Umfeld verlasse, ausserhalb WLAN bin, gibt es bei meinem Simvalley SPX-5 UMTS keine automatische Verbindung in 3G- und GSM-Netze. Welche Einstellungen muss ich vornehmen. Habe u.a. eine Vodafone-SIM-Karte im Gerät mit Internet-Flatrate.

    Danke für die Antwort. Gruss Björn

  2. Pingback: [BLOCKED BY STBV] HUAWEI Ascend G 300 exklusiv bei Vodafone erhältlich « Borns IT- und Windows-Blog

  3. Philipp M. sagt:

    Hallo, zu deinem Punkt „Kameras im Überblick“ muss ich etwas einwenden: Ich besitze das SPX-5 ebenfalls, jetzt schon fast ein Jahr. Die Frontkamera ist wirklich nicht für Fotos geeignet, aber die Kamera auf der Rückseite ist meiner Meinung nach wirklich sehr gut. Die einzige Bedingung für gute Bilder mit der Kamera ist eine gute Beleuchtung, dann sind die Bilder auch auf dem Computerbildschirm ansehnlich. Das Bild, welches du hier zeigst, wurde nachts im Dunkeln aufgenommen und hat deswegen keine sehr gute Qualität.
    Gruß, phimema

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