Hands-on Huawei Ideos X3 (Teil II)

In Teil 1 hatte ich das Huawei Ideos X3 vorgestellt. In diesem Beitrag möchte ich einen Blick auf den Lieferumfang und die Hardwareausstattung werfen.


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Der Lieferumfang des Ideos X3

Das von Huawei zum Test bereitgestellte Ideos X3 Smartphone wird in einer Box geliefert. In der Box finden sich zusätzlich ein Headset (wird zum Radio-hören benötigt), ein USB-Kabel (A-Stecker, microUSB) und das hier sichtbare Steckernetzteil. Das Ideos X3 kann daher per USB-Kabel direkt über den Rechner oder mittels des passenden Steckernetzteils geladen werden.

Eigentlich hätte ich zumindest eine Kurzanleitung für das Smartphone erwartet, diese lag jedoch nicht bei. Allerdings hatte ich ein Gebrauchtgerät zum Testen, so dass ich davon ausging, dass die Anleitung bei den Vortestern verloren ging. Eine Nachfrage bei Huawei bestätigte, dass ein QuickStart-Guide in gedruckter Form beiliegen sollte. In der mir nun als PDF-Datei vorliegenden Kurzanleitung wird der Lieferumgang dann auch mit: Mobiltelefon, Ladegerät, USB-Kabel, Kopfhörer, Kurzanleitung und Akku angegeben.

SIM-Karte und microSD-Karte einlegen

Hebt man die hintere Gehäuseschale ab, lassen sich das Akku, die SIM-Karte und die microSD-Karte einlegen. Bei einem SIM-Lock-freien Gerät kann eine SIM-Karte eines beliebigen Anbieters verwendet werden. Das Akku kann erst nach dem Einsetzen der SIM-Karte eingesetzt werden. Anschließend lässt sich die Gehäuseschale wieder aufsetzen.

Haptik und Optik samt erstem Eindruck

Das Huawei Ideos X3 besitzt zwar ein Kunststoffgehäuse, welches aber bei meinem Exemplar einen sehr gut verarbeiteten Eindruck hinterlässt. Die Glasoberfläche des Displays ist aber nicht durch Corning Gorilla-Glas geschützt. Dies sieht man bei dieser Aufnahme, wo das Display meines Testexemplars deutliche Gebrauchsspuren aufweist. Es empfiehlt sich also die Verwendung einer Displayschutzfolie.


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Da ich zwischenzeitlich zur Gruppe 50Plus gehöre, ist mir persönlich das 3,2 Zoll-Display auch einen Tick zu klein – so dass ich die Symbolunterschriften selbst mit Brille kaum lesen kann. Jüngere Benutzer wird das aber eher nicht stören. Man sollte aber im Hinterkopf behalten, dass mit der Displayauflösung von 480×320 Pixel beim Surfen, beim Navigieren in Google Maps etc. keine wirkliche Freude aufkommen wird. Zum Telefonieren ist die Displaygröße aber ausreichend. Wer sich also an der Auflösung stört, der muss zu anderen Geräten greifen, zahlt dann aber mehr.

Auch die Display-Helligkeit dürfte bei Außeneinsätzen (wie bei anderen Geräten auch) ein gewisses Problem darstellen. Draußen muss ggf. mit der Option Autohelligkeit und manuell hochgedrehter Display-Helligkeit experimentiert werden. Der Seitenablesewinkel des Displays würde ich (im Vergleich mit anderen Geräten wie das Pearl simvalley SP-60) als gut bezeichnen.

Von der Haptik macht das Samrtphone auf mich einen guten Eindruck. Durch die abgerundeten Ecken und den gewölbten Gehäusedeckel der Rückseite fühlt sich das Gerät gut an. Die Rückenschale ist gummiert, wodurch das Smartphone für mein Gefühl sehr gut in der Hand liegt.

Der Einschalter, die 3,5 mm Klinkenbuchse für die Ohrhörer sowie die Wippe zur Lautstärkeregelung sind am Gehäuserand gut erreichbar. Die Tasten zur Android-Bedienung (Home, Zurück, Menü, Suchen) finden sich an der Oberseite des Displays, genau wie Lautsprecher und Frontkamera. Schade ist, dass die Tasten Zurück, Menü und Suchen an der Oberseite des Displays nicht beleuchtet sind.

Was mir gut gefällt, ist die separat ausgeführte, erhabene Home-Taste am Gehäuserand (in obigem Foto gut sichtbar). Dadurch ist diese Taste auch zu fühlen. Zudem enthält das Gehäuse eine microUSB-Buchse, über die das Ideos X3 per mitgeliefertem USB-Kabel mit einem PC verbunden werden kann.

Desktop und virtuelle Bildschirmtastatur


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Der Desktop lässt sich wie bei Android 2.3 gewohnt, bedienen. Etwas gewöhnungsbedürftig finde ich die Gestaltung und Anordnung der App-Icons, die nicht mit anderen Android-Geräten übereinstimmt. Durch das kleine Display muss ich immer sehr genau schauen, bis ich die gewünschte App gefunden habe. Beim Wechsel zwischen verschiedenen Desktop-Seiten (erfolgt durch Wischen nach links oder rechts) wird eine 3D-Darstellung gezeigt – auch eine spezielle Erweiterung von Huawei.

Dies ist ein nettes optisches Gimmick – mehr nicht. Wo ich persönlich an meine Grenzen gekommen bin, ist die Verwendung der virtuellen Bildschirmtastatur. Das 3,2 Zoll Display ist einfach zu klein, um noch eine vernünftige Texteingabe zu ermöglichen. Ich habe gut 20 Anläufe gebraucht, um meine Anmeldedaten für das Google-Konto und den Android Store einzutragen. Ähnliches gilt für die Zugangskennung zu meinem WLAN-Router. Das macht einfach keinen Spass. Hilfreich wäre ggf. ein spezieller Eingabestift, der auf kapazitive TFT-Displays abgestimmt ist – hatte ich aber nicht.

Eine zweite Sache, die mir aufgefallen ist: Bei der virtuellen Bildschirmtastatur werden die Tasten beim Antippen der unteren Tastenreihe nicht immer erkannt. Ich muss die Tasten an deren oberen Ende antippen – oder das Display um 180 Grad drehen, um z. B. die Leertaste oder den Punkt eintippen zu können. Diese Verhalten ist mir schon beim Pearl simvalley SPX-5 aufgefallen, scheint also android-typisch zu sein.

Audiobuchse und Lautsprecher

Das Ideos X3 besitzt einen FM-Radioempfänger und kann über UMTS/WLAN natürlich auch YouTube-Videos sowie von der microSD-Karte auch Musik wiedergeben. Die Klangqualität der internen Lautsprecher war zwar “blechern”, aber für mich in Ordnung – bei solchen Geräten darf man keine HiFi-Wiedergabe erwarten. Bei Stiftung Warentest (siehe Links) wurde der Lautsprecher aber stark abgewertet, was ich persönlich für übertrieben halte. Auch bei Telefonaten (ich nutze das Gerät aber nur zum Test) gab es bezüglich der Sprachqualität bisher nichts zu bemängeln.

Zudem lassen sich die beiliegenden Ohrhörer (oder ein Kopfhörer) über die 3,5 mm Klinkenbuchse anschließen, so dass man auch bessere Klangqualität erhält. Das Headset ist auch obligatorisch für die Radio-App. Die ist ganz witzig gemacht und ermöglicht UKW-Sender über eine digitale Bedienoberfläche zu empfangen.

Allerdings hatte ich bei meinem Kurztest starke Störgeräusche bei schwächeren Sendern. Zudem sollte beim Radioempfang keine USB-Verbindung zum Rechner bestehen.

microUSB-Buchse für die Rechnerkopplung

Das Gerät besitzt eine microUSB-Buchse, an der ein mitgeliefertes USB-Kabel zum Datenaustausch mit einem Windows-PC angestöpselt werden kann. Was ich gut gelöst finde, ist die Tatsache, dass dieser USB-Stecker (wie beim iPad) an ein Steckernetzteil angeschlossen werden kann und dann zum Aufladen dient.

Die microUSB-Buchse ist allerdings nicht für USB-to-Go (OTG) geeignet, da kein aktiver USB-Hub-Chip verbaut ist. Die microUSB-Buchse ist auch nicht MHD- bzw. HDMI-fähig – entsprechende Adapter sind also nutzlos.

Wird das Ideos X3 per USB-Kabel an einen Windows 7-Rechner angeschlossen, erkennt dieser standardmäßig den internen Speicher und ggf. eine eingesteckte microSD-Karte als Wechseldatenträger.

Um von Windows auf den internen und microSD-Kartenspeicher zugreifen zu können, muss explizit die USB-Schnittstelle freigegeben werden. Wie das funktioniert und was zu beachten ist, habe ich für ein anderes Smartphone unter [X1] beschrieben.

USB-Treiber für die Android Debug Bridge (ADB) installieren

Etwas “holprig” gestaltet sich das Ansprechen des Huawei Ideos X3 über die Android Debug Brigde (ADB). Hierzu muss als erstes das USB-Debugging über die App Einstellungen, Menü Anwendungen –> Entwicklung aktiviert werden.

Anschließend versucht Windows den Android ADB-USB-Treiber zu installieren. Dieser wird aber nicht gefunden. Unter [X2] habe ich beschrieben, wie sich ein Treiber zwangsweise installieren lässt. Unter [f0, f1, f2] finden sich einige Links, um den Android ADB-USB-Treiber herunterzuladen. Leider funktionierte der Huawei Download [f0] beim Schreiben dieses Artikels nicht – und die von Huawei bereitgehaltene Download-Seite zum Ideos X3 [f2] stellt nur Dokumentation, keine Treiber bereit. Ich habe dann den USB-Treiber unter [f1] herunterladen können.

Im Windows Geräte-Manager sollte nach dem Aktivieren des USB-Debugging ein Android Adapter mit dem Ausrufezeichen auftauchen.

  1. Durch einen Doppelklick lässt sich das Eigenschaftenfenster aufrufen.
  2. Dann ist unter Windows 7 auf der Registerkarte Allgemein des Eigenschaftenfenster die Schaltfläche Alle Einstellungen ändern zu wählen und die Sicherheitsabfrage der Benutzerkontensteuerung zu wählen.
  3. Auf der Registerkarte Treiber wählen Sie die Schaltfläche Treiber aktualisieren und klicken im hier angezeigten Dialogfeld auf die Option Auf dem Computer nach Treibersoftware suchen.
  4. Danach lässt sich in weiteren Dialogfeldern der Pfad zum heruntergeladenen Treiber angeben.
  5. Die Warnung vor dem unsignierten Treiber können Sie akzeptieren und die Option zum Installieren wählen.

Wenn alles klappt, sollte das nachfolgende Dialogfeld erscheinen und die ADB-Schnittstelle lässt sich vom Android Debugger oder anderen Tools verwenden. Normalanwender brauchen diese Tools aber nicht.

Blick auf die Geräteparameter

Mittels der App Android Status oder Android Info lassen sich die Geräteparameter abfragen. Im Ideos X3 arbeitet eine ARMv6 CPU mit 650 MHz. Diese ist nicht die flotteste, liegt meines Erachtens aber im Leistungsbereich anderer Low-Cost-Geräte. Beim praktischen Arbeiten ist das Gerät ausreichend flott. Nur beim Hochfahren dauert es etwas. Problematisch ist, dass für ARMv6 CPUs kein offizieller Flash-Player bereitsteht.

Der interne Speicher (siehe obige Abbildung) für Daten und Apps beträgt 512 MByte, der nutzbare Teil ist extrem knapp bemessen. Die Verwendung einer microSD-Karte zum Speichern von Daten oder Apps ist auf jeden Fall erforderlich.

Ich habe bisher die Akkulaufzeiten nicht gestoppt, aber in den diversen Internetforen werden diese als recht knapp (zwischen 3 und 6 Stunden, bei Gebrauch) angegeben. Hier muss man natürlich anmerken, dass eingeschaltete Verbraucher wie WLAN, UMTS, GPS, Bluetooth sowie hochgeregelte Display-Helligkeit den Verbrauch stark beeinflussen.

UMTS und WLAN

Das Ideos X3 kann eine Verbindung in 3G- und GSM-Netze in den Frequenzbereichen 850, 900, 1800 und 1900 MHz herstellen. Dies ermöglicht Datenverbindungen über GPRS/EDGE und UMTS/HSPA. Bei HSPA sind theoretisch Datenübertragungsraten von bis zu 14,4 MBit/s im Downstream möglich. In der Praxis dürfte aber die Übertragungsrate niedriger liegen, da die Funkabdeckung sowie der verwendete Provider die Netto-Datenübertragung bestimmt.

Im heimischen Umfeld empfiehlt sich die Verwendung des WLAN-Anschlusses. Hier wird 802.11a/b/g/n unterstützt. Das WLAN war hier mit wenigen Handgriffen konfiguriert (hakelig gestaltete sich lediglich die Eingabe des Zugriffscodes mittels der winzigen Bildschirmtastatur). Danach war die automatische Verbindungsaufnahme kein Problem. Die WLAN-Empfangsqualität war in Ordnung.

Anmerkung: Da es beim vorher getesteten Pearl Touchlet X7G [f] Probleme mit der WLAN-Empfangsqualität gab, habe ich mit Android Info gemessen. Das Ideos X3 wies in Nähe des WLAN-Routers eine Signalstärke von –48 dB auf, was in meinen Augen in Ordnung ist.

Interessant ist, dass das Android auf dem Ideos X3 Tethering unterstützt. Eine 3G-Internetverbindung kann also über WLAN als mobiler Hotspot für andere Geräte bereitgestellt werden. Einschalten und konfigurieren lässt sich der Hotspot in der App Einstellungen in der Kategorie Drahtlos & Netzwerke –> Tethering & mobiler Hotspot.

Bluetooth angetestet

Das Ideos X3 unterstützt Bluetooth – ich konnte zwischen Windows 7 und dem X3 ein Pairing durchführen und Dateien transferieren. Die Dateien finden sich anschließend auf der SD-Karte im Verzeichnis/mnt/sdcard/bluetooth. Hier beschreibe ich die Einrichtung einer Bluetooth-Verbindung (Pairing) und den Dateitransfer für ein Simvalley SP-60 Android Smartphone. Beim Huawei Ideos X3 funktioniert das Ganze analog.

Ein Pairing mit anderen Geräten (Headset, Autoradio, Navi) sollte ebenfalls möglich sein, ich habe es aber nicht getestet.

GPS- und Lagesensor

Das Ideos X3 ist sowohl mit einem Lagesensor als auch mit einem GPS-Empfänger versehen. Der Lagesensor wird zum Umschalten des Anzeigemodus (Hochkant- und Queranzeige) sowie bei Spielen verwendet und funktioniert problemlos.

Der GPS-Sensor lässt sich über die App Einstellungen –> Standort & Sicherheit ein-/ausschalten. Bei meinem Kurztest wurden im Haus aber keine GPS-Signale empfangen. Außerhalb des Hauses wurde die Position in Google Maps innerhalb einiger Sekunden ermittelt.

Ein Blick auf die Kameras

Das Ideos X3 besitzt eine Frontkamera zur Videotelefonie sowie eine Rückseitenkamera für Aufnahmen. Allerdings sollte man bezüglich der Qualität nicht viel erwarten.

Hier ist ein Foto, erstellt von der Frontkamera. Ziemlich verpixelt und auch nicht sonderlich scharf. Die Kamera ist nur zur Videotelefonie geeignet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beide Kameras werden durch die Kamera-App gesteuert, die vom Desktop oder über die App-Seite aufgerufen werden kann. Die Umschaltung zwischen der Frontcam und der Rückseitenkamera erfolgt, indem man bei geöffneter Kamera-App auf dem Display die Menü-Taste drückt. Dann lässt sich in der Menüleiste die Schaltfläche Kamera umschalten (siehe folgendes Bild) antippen und so zwischen Front- und Rückseiten-Kamera umschalten.

Ich habe ein paar Probefotos geschossen. Dabei zeigte sich, dass der Autofokus durchaus Probleme hat, die Schärfe einzustellen. Nachfolgend ist noch ein zweites Foto, welches ich mit der Rückseitenkamera aufgenommen habe.

Der Autofokus hat zwar funktioniert – aber dem Bild fehlen irgendwie die Details. Für einen Schnappschuss brauchbar, um Fotos anzufertigen, greife ich persönlich aber zur Digitalkamera.

In Teil III stelle ich dann noch die Apps vor und ziehe ein vorläufiges Fazit.

Ähnliche Artikel:

i: Huawei Ideos X3: 99 Euro-Android-Smartphone
ii: Discount Android-Smartphone Huawei Ideos X3 (Teil I)
iii: Hands-on Huawei Ideos X3 (Teil II)
iv: Der Blick auf das Huawei Ideos X3 (Teil III)
v: FAQ zum Huawei Ideos X3 (Teil IV)

X1: Dateitransfer zwischen Touchlet X4 und PC
X2: Android USB-Treiber für Windows installieren

Links:
1: Produktseite bei Lidl.de
1a: Produktseite bei Tchibo
2: Beitrag bei ComputerBild
2a: Test bei ComputerBild
3: Artikel bei Chip
3a: Test bei Chip
4: Artikel bei CNet.de
4a: Videovorstellung bei CNet.de
5: Besprechung bei AndroidPit.de
6: Test bei handytarife.de
7: Stiftung Warentest-Urteil (negativer, nicht nachvollziehbarer Test)
8: Beitrag bei netzwelt.de
9: Datenblatt bei inside-handy.de
10: Test bei teletarif.de
11: Test bei areamobile.de
12: Artikel bei focus.de
13: Artikel bei androidpit.de

a: Huawei Ideos X3-Forum bei android-hilfe.de
b: Huawei Ideos X3-Forum bei androidpit.de
c: Huawei Ideos X3-Forum bei handy-faq.de
d: Diskussion bei gutefrage.net
e: Handbuch Ideos X3 zum Download bei Huawei

f0: Android ADB-Treiber (Huawei)
f1: Android ADB-Treiber (android-hilfe.de)
f3: Huawei Ideos X3-Download-Seite


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