Noch ist Windows 8 nicht als Produkt erhältlich, schon steht die Branche in den Startlöchern, um nach Gold zu graben. Und macht sich gleichzeitig Sorgen, dass die Konsumenten in Käuferstreik treten, weil all die tollen neuen Windows 8 Gadgets zu teuer sind.
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Apple hat es noch nie angefochten – die schielen auf einen elitären Konsumentenkreis, der einfach jede Summe für die Produkte aus Cuppertino hinblättert – man gönnt sich ja sonst nix. Der Gegenpool ist Android – alles kostenlos und zwischenzeitlich gibt es Tablets für unter 100 Euro. Windows 8-Hardware wird irgendwo dazwischen segeln müssen. Denn mit den bisherigen Ultrabooks für 1.000 und mehr Euro hat man sich eine blutige Nase geholt [b].
Erste Tablet PCs mit Windows 8 zu teuer?
Auf diesen Nenner bringt es giga.de in diesem Artikel. Zwar arbeiten viele Hersteller an Tablet PC-Designs für Windows 8. Die Masse setzt dabei aber auf x86-Designs, weil die Anpassung für ARM-Plattformen recht aufwändig ist.
So, wie es ausschaut, werden die ersten Tablet PCs daher in 2012 mit x86-Prozessoren auf den Markt kommen, während die ARM-Geräte mit Windows on ARM (WoA) Anfang 2013 erwartet werden. Nun macht man sich “Sorgen”, dass dies den Erfolg der Abverkäufe beeinträchtigen könnte, denn Android-Tablets werden für unter 300 Euro angeboten, während Windows 8 Tablet PCs im Preisbereich zwischen 450 bis 600 Euro angesiedelt sein sollen.
Sind interessante Gedanken, die im giga.de-Artikel geäußert werden. In meinen Augen gibt es aber gleich mehrere Haken an diesen Annahmen. Einmal sind Android und Windows 8 nicht miteinander vergleichbar. Mit Windows 8 bekomme ich ein leistungsfähiges Betriebssystem, für welches ich mir ggf. auch mal eine Hardware um die 500 Euro leisten kann – wenn diese vernünftig daher kommt. Ich habe hier ein WeTab-Tablet PC mit 2 USB-A-Buchsen als Testsystem für Windows 8. Einmal werden diese Tablets mittlerweile mit 32 GB SSD und 3G-Modem für 299 Euro angeboten (ich habe es noch günstiger erworben). Das Tablet steht hier häufig auf einem Ständer. USB-Tastatur und Maus dran, schon habe ich das Teil in einen einfachen Desktop-PC konvertiert. Und Gizmowatch.com liefert unter [6] einige Argumente, warum Windows 8 Tablets besser als das neue iPad für 849 Dollar seien.
Mal schauen, was sich da an Entwicklungen ergibt. Da passt auch die Meldung der Digitimes, das Intel ein als “StudyBook” gebrandetes Tablet PC für emerging markets wie China und Brasilien pushen will. Das Tablet soll mit einem 10-Zoll-Display kommen und auf der Medfield Plattform basieren.
Intel: Windows 8 Ultrabooks mit Touchscreen als Zukunft
Intel geht dagegen bereits seit längerer Zeit [c] mit der Botschaft hausieren, dass die Zukunft bei Tablet PCs mit Touchscreen und Windows 8 liegen wird. Unter [3] bringt ZDNet einen Artikel, der dieses Thema erneut adressiert. Unter [4] argumentiert andererseits ein ZDNet-Redakteur dagegen.
Ich selbst stelle immer wieder fest, dass ich bei meinem Netbook, wo Windows 8 CP drauf läuft, häufig versucht bin, auf dem Display zu tippen, um schnell etwas über Metro abzurufen. Und dann fällt mir ein: Verdammt, das geht ja nicht. Letzten Monat bin ich – nach vielen Jahren Abstinenz – extra zur CeBit gefahren. Caschy hatte zur Intel-Bloggerhütte geladen und Schnittchen versprochen. Na ja, die Cocktail-Kirschen waren größer als die Schnittchen darunter. Was mich aber wirklich frustriert hat (und wofür ich mir einen Tag für nix und wieder nix um die Ohren gehauen habe): Keine Ultrabooks mit TouchScreens und Windows 8 weit und breit. Dafür ziemlich viele, sehr junge Mädels mit blauen Perücken an den Intel Ständen, die davon ablenken sollten, dass da ein paar Ultrabooks mit Windows 7 rumstanden, das Stand-Personal aber wenig kompetent und die Produktmanager meist nicht anwesend waren.
Na ja, irgendwo (in den öffentlich nicht zugänglichen Gefilden) gab es wohl ein Referenzdesign. Carsten Knobloch hat es in seinem Blog kurz adressiert und ein kleines Hands-On-Video gedreht. Ich hab’s nicht zu Gesicht bekommen – und andere Blogger berichteten, dass das Teil mit Windows 7 lief.
Also – so wird das nix. Ist ja schön, wenn Intel Chef Otellini da bereits im Herbst 2011 mit trommelt, dass Touchscreen und Ultrabook mit Windows 8 zusammen gehören. Da würde ich ein halbes Jahr später auf einer Messe wie der CeBit wohl erwarten, dass da ein paar Prototypen mit Windows 8 CP da rum stehen.
Es bleibt also in meinen Augen spannend, wo sich das Ganze hin entwickelt. Geräte für 700 bis 800 Euro können sicherlich nicht die Antwort auf Apples iPad sein.
Links:
1: Erste Tablet PCs mit Windows 8 zu teuer? (giga.de)
2: Intel to push StudyBook tablet PC for emerging markets
3: ZDNet.com-Artikel zu Windows 8 Laptops mit Touchscreens
4: ZDNet.com-Artikel zu Laptops mit Touchscreen (Contra)
5: Ultrabook-Prototyp von Intel mit Touchdisplay
6: Pro-Artikel für Win 8 Tablets bei Gizmowatch
Ähnliche Artikel:
a: Tablet PC- und Ultrabook-Boom in 2012?
b: Tablets und Ultrabooks: Hoffnung und Enttäuschung
c: Intel: Ultrabooks mit Touchscreen sind die Zukunft
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(c) by Günter Born www.borncity.de
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