Windows 8- und Office 15-Neuigkeiten

Tja, ist mal wieder Freitag – nix geschafft, aber die Woche ist schon wieder rum. Ich gehe zwar schon ein paar Tage mit einem Artikel “Wie Microsoft gerade Windows 8 an die Wand fährt” schwanger – aber noch habe ich den Text nicht fertig (ich möchte es ja begründen, wo es hakt). Damit ihr vor dem Wochenende noch ein wenig zu lesen habt, noch ein paar Nachrichtensplitter rund um Windows 8 und Office 15.


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Roadmap zu Office 15 geleaked

Office 15 wird die nächste Version des Microsoft-Büropakets sein, welches irgendwie auf Windows 8 abgestimmt werden soll. Ich hatte hier bereits darüber berichtet. Im “Sommer 2012” wird eine öffentliche Beta erwartet und irgendwer flüsterte von einer Verfügbarkeit Ende 2012.

Nun berichtet Mary Foley ZDnet.com hier, dass ein Microsoft-Partner Screenshots einer Roadmap verschiedener Microsoft-Produkte veröffentlicht hat.  Der obige Ausschnitt bestätigt den Beta-Termin, signalisiert aber auch die Verfügbarkeit von Office 15 irgendwann Anfang 2013. Aber wie Microsoft an Mary schreibt “die in einer Vorschau gegebenen Informationen sind in keinster Weise final oder definitiv” – sprich: man muss ich auch mal irren dürfen – oder mit dem alten Konrad (Adenauer) “Wat interessiert mich mein Geschwätz von gestern”.

Windows 8 auf dem iPad – ja hackt’s nun endgültig?

Die Jubelperser sind mal wieder im Netz unterwegs. Zumindest bei Google+ ist es mich bereits zig Mal angesprungen: Eine kleinere Software-Klitsche hat eine iOS-App entwickelt, mit der man sich den Windows 8-Startbildschirm auf’s iPad holen kann (im Hintergrund muss ein Rechner mit Windows 8 laufen). Engadget hat es wohl hier diese Nacht veröffentlicht. Hier ein Excerpt:

This has gotta be uncomfortable for the iPad. Now, Windows 8 tablet developers — or anyone, for that matter — can test their apps and play with the Microsoft’s Metro interface from within the confines of Apple’s ubiquitous tablet. The functionality is made possible by Splashtop, which is known for its remote desktop apps that are currently available for Android and iOS. It seems that a good amount of effort went into this application, known as the Win8 Metro Testbed, which offers the same swipe capabilities that will be available on a native system.

Na ja, scheinbar hat der Autor des Engadget-Artikels wenig Ahnung von der Materie. Dass man so was mit Remote Desktop oder ähnlichen Protokollen machen kann, war schon irgendwie klar. Wie sinnvoll das Ganze  ist, steht aber in meinen Augen auf einem anderen Blatt. Ist ja ganz nett, wenn ich auf einem iPad die kranke Touchbedienung von Windows 8 CP testen darf. Aber ein App-Entwickler wird sich auf reale Hardware (die es eigentlich noch nicht gibt) verlassen wollen. Um die Touchbedienung zu simulieren, kann ich den betreffenden Windows 8 Touchscreen-Simulator verwenden – der mit Visual Studio 2011 Express Edition installiert wird.

Und nun kommt der Hammer: Ich hätte verstanden, wenn Microsoft da ein paar 10Tausen Euro locker macht, um der Softwareklitsche den Auftrage zu vergolden, so dass das Ganze kostenlos verfügbar wäre. Aber nun wird es gänzlich grotesk – Engadget.com schreibt:

Splashtop’s Win8 Metro Testbed is currently available for a promotional $24.99 in the iTunes App Store, whereafter it will sell for $49.99. You’ll find the full PR and a quick video tour of the app’s functionality after the break.

Der Anbieter gibt die App für 24,99 US $ ab, will später aber den Preis auf 49,99 US $ anheben. Ich habe schon Pferde vor der Apotheke kotzen sehen und in Ami-Land gibt es schon viele Irre. Aber dass man 50 $ als iPad-Besitzer abdrückt, um sich über die Windows 8-Bedienung lustig zu machen, halte ich schon für stark abgehoben. Ein Entwickler, der noch ganz bei Trost ist, dürfte sich da jedenfalls nicht drauf einlassen. Und wenn ich mir ein iPad zulegen muss, kommen nochmals 400 Ocken dazu. 

(Quelle: Splashtop)

Das obige Video des Herstellers Splashtop demonstriert, wie das Ganze remote läuft (im Hintergrund ist ein Desktop zu sehen) – allein der grauselige Hintergrundsound spricht schon Bände (ich hab den Rechner sofort auf stumm geschaltet).

Ich gestehe, die Jungs bei Splashtop haben einen guten Job bei der Implementierung der Remote Desktop-Funktionen gemacht. Aber knapp vorbei ist auch vorbeigeschossen. Das Teil ist für App-Entwickler so notwendig wie ein Kropf. Und wie Sensorabfragen etc. da getestet werden sollen, ist mir schleierhaft. Ein Tablet PC wie das WeTab mit 32 GByte SSD und 1366 x 768 Pixel Auflösung gibt es für 300 Euro – schon hat man sein Touch-Testbed (mit dem Sensor ist’s momentan mangels Treiber aber auch Essig). Aber ich kann mich mit der Haptik und möglichen Problemen effizienter auseinander setzen.

Der Kommentar eines Benutzers im Engadget-Artikel, dass er sich wundert, dass Apple die App im iTunes-Store zugelassen habe, lässt sich aus dieser Sichtweise schnell beantworten. Die wären in Cuppertino ja mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn man sich die Lachnummer “Windows 8 auf einem iPad” entgehen ließen. Oder ich verstehe so langsam nicht mehr, wie die Welt so tickt.

[Update: Hier gibt es einen Kommentar bei Google+, dass die “alte” Splashtop-Anwendung wohl unter Windows 8 läuft und kostenlos sei. Falls jemand “lange Zähne” ob dieser Möglichkeit bekommt, kann ja mal experimentieren”. Soweit ich es aber gesehen habe, sind die RDP-Apps für Endanwender kostenpflichtig.]

Windows 8 – ein Desaster zeichnet sich ab

Es wird ja momentan viel gemault über Windows 8. Vieles ist dabei dem neuen Startbildschirm bzw. der Metro-Geschichte geschuldet. Nachdem ich mich einen Monat intensiv mit Windows 8 CP auseinander gesetzt habe, muss ich gestehen: Mit dem Teil “Startbildschirm” lässt sich arbeiten – das wäre das wenigste, was mich stört. Das größte Problem sind die “Taliban” in Redmond, die den Windows 7-Anwender bekehren und zu seinem Glück zwingen wollen. Statt einen smoothen Übergang zu erleichtern und ein klares Konzept zu entwickelt, wird hier etwas wegradiert und da noch ein Balkönchen angeflickt – aber vieles funktioniert nicht wirklich gut.

Noch hat man kein wirkliches Problem mit den Anwendern, denn gerade mal 0,11 % nutzen momentan Windows 8 CP. Aber spätestens bei Verfügbarkeit im 4. Quartal 2012 stellt sich die Gretchenfrage: Gibt es denn Apps für das Teil. Und da bin ich hier auf einen interessanten Artikel gestoßen. Im Beitrag Windows 8 Store: with 99 Metro Apps, is it Behind Schedule? analysiert der Autor die keinesfalls rosige Situation, die mir auch schon durch den Kopf gegangen ist.

Seit letzten September haben Entwickler die Developer Preview samt Entwicklungswerkszeugen in den Fingern, um Metro-Apps zu stricken. Was Microsoft mit der Consumer Preview ausliefert, ist gelinde gesagt, ein Witz. Und im Windows 8-Store findet sich nicht wirklich vernünftiges. Da waren in der Developer Preview ja noch coolere Apps bei – aber selbst da hat Microsoft es (aus welchen Gründen auch immer) nicht hin bekommen, dass die Apps für die Consumer Preview nutzbar sind. Geschweige denn, dass man Google Maps, Drop Box, einen Adobe PDF-Reader, alternative Browser, fetzige Foto- oder Videoapps oder coole Social Network-Apps wie einen Twitter-Client als Metro-Apps herunterladen könnte.

Der Autor des obigen Artikels spricht von 99 Apps – und vergleicht das Ganze mit iOS sowie Android bei deren Start. Auch wenn Quantität nicht unbedingt Qualität bedeutet, lässt sich doch trocken feststellen: Es ist weder was von Quantität noch von Qualität zu sehen. Die Apps, die ich in Fingern hatte, hakeln und kranken an allen Ecken und Enden – Bastelzeug der Kategorie “Softwareentwicklung für Einsteiger – mer bauen mal ene App”.

Beim iPad waren beim Marktstart weit über 1.000 Apps im iStore verfügbar und das Teil wurde mit ganz netten Apps ausgeliefert. Selbst Android, welches beim Start mit ca. 50 Tablet PC Apps antrat, kann nun auf 32.000 Apps blicken. Da wird es für Microsoft hart, oder es müssten Wunder geschehen.

Hier erwähne ich den Gartner-Report, der Windows 8 auf Tablets in 2016 knapp 12 % Marktanteil voraussagt. Die Optimisten sterben nicht aus – aber vielleicht geschieht ja noch ein Wunder und es sprießen bedienbare Apps aus dem Windows-Shop wie Pilze aus dem Meer …

Man könnte ja jetzt argumentieren: No Problem, denn Windows 8 kann auf eine riesige Basis an Windows-Anwendungen zurückgreifen, so dass fehlende Apps kein Problem darstellen. Tja, dann mal eine kurze Ansage an Redmond “Werft eure Taliban in den Chefetagen raus und überdenkt eure Strategie”. Denn wer seinen Anwendern gekonnt vor die Schuhe pisst und den “Startmenü-Knopf” wegrationalisiert und dann noch begründet, dass man wisse, was gut für den Nutzer sei, darf sich nicht wundern, wenn die Betroffenen sich einfach abwenden.

Und wie Windows on ARM (WoA) so in die Pushen kommen soll, kann ich auch nicht erkennen. Denn laut Microsoft werden da nur Metro-Apps und ein paar von Microsoft auf ARM umgestellt Anwendungen laufen. Mit anderen Worten: Ein totgeborenes Kind, welches noch nicht mal ansatzweise mit Android- oder iOS-Tablets mithalten kann. Kein Wunder, dass die Leute sich kein Tablet PC kaufen, sondern sagen “ich hole mir ein iPad”.


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Und die Ultrabooks?

Ich selbst kann hier zum “couchsurfen” auf mehrere Netbooks, ein WeTab-Tablet PC und ein iPad 1 zurückgreifen. Die Netbooks und das WeTab Tablet lassen sich wahlweise mit Android x86 oder mit diversen Windows-Versionen booten. Dabei stelle ich mittlerweise fest, dass ich für die aktive Teilnahme in Foren meist ein Netbook mit Windows 7 boote. Und zum reinen Surfen kommen Android-Tablet und iPad zum Einsatz. Ich hab’s ein paar Mal mit Windows 8 probiert – aber das Ganze ist nervig, weil es an allen Ecken und Enden hakt (da stockt der Browser, es hängen Metro-Apps, YouTube hat keine Elemente zur Lautstärkeregelung und so weiter). Es deutet sich daher an, dass meine persönlichen Präferenzen hin zu einem System mit Touchbedienung und Tastatur tendieren.

Und weil heute Freitag ist, darf natürlich eine Meldung zu Ultrabooks nicht fehlen. Auch wenn die Teile noch nicht wirklich angekommen sind – zumindest, wenn man so verwegen ist, einen Touchscreen vorauszusetzen. Damit das aber irgendwann, so 2020 ganz gewiss klappt, hat Intel die Tage schon mal “seine Tablet PC Spezifikationen” offen gelegt. Heise.de berichtet hier darüber. Komisch, und ich rege mich gerade wieder darüber auf, dass eben ein Sack Reis in China umgefallen ist. Denn das Intel Gedöns ist nix Halbes und nix Ganzes.

Ähnlich geht es mir mit dem heutigen Spiegel Online-Artikel der zwei “Schnäppchen” aus diesem Bereich, das Dell XPS 13 und das HP Envy 14 miteinander vergleicht. Wer sich für die Thematik interessiert, kann den Artikel ja überfliegen. Hier findet sich noch ein weiterer (englischsprachiger) Artikel zum Hybrid-Ultrabook (mit Touchdisplay, verwendbar als Notebook und Tablet). Und nun zum Schlusspunkt: Gut dass wir darüber geredet haben.


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Weitere Infos zu Windows 7: 

(c) by Günter Born www.borncity.de
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Über Günter Born

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2 Antworten auf Windows 8- und Office 15-Neuigkeiten

  1. Jan sagt:

    Tut mir leid, aber der Artikel ist zum Teil falsch und in einigen Teilen bin ich ganz anderer Meinung.
    1. Splashtop ist für Entwickler doch eine tolle Möglichkeit Apps schon auf einem vorhanden Tablet zu testen. Zwar dürften die Sensoren ein Problem sein, aber für viele Anwendungsfälle dürfte es reichen.
    2. Die Anzahl der Apps im Store ist wirklich noch gering, aber liegt auch daran, dass die Tore für fast alle Entwickler noch geschlossen sind. Weshalb wird das mit dem der Anzahl der Android oder IOS iPad Apps beim start vergleichen? Windows 8 ist noch nicht gestartet. Windows 8 ist erst in der Beta Phase und nicht schon gestartet, momentan testet Microsoft nur die Plattform. Ich bin mir sicher, dass die Anzahl mit dem finalen Release in die Höhe schießen wird.

    Es gibt noch jede Menge mehr zu kritisieren, aber da habe ich jetzt keine Lust noch mehr zu schreiben. Aber besonders mit der ARM Plattform bin ich noch anderer Meinung. Ich würde mir für die Zukunft mehr Objektivität wünschen und nicht nur ein draufrumgekloppe. Mir gefällt der Consumer Preview auf jeden Fall schon ziemlich gut.

  2. Günter Born sagt:

    @Jan: Jedem seine Meinung – so lasse ich dir auch die Vorstellung, dass ein Touchsimulator in Form einer RDP-Anwendung wirklich zum Testen taugt. Ich habe da aber eine klare Vorstellung: Wer seinen Job als App-Entwickler ernst nimmt, wird um eine reale Testmaschine nicht herum kommen. Zumindest drängt sich mir hier der Eindruck auf, nachdem ich mich die letzte 30 Tage intensivst mit der Consumer Preview befasst und diese auf diversen Maschinen eingesetzt habe.

    Zum Punkt 2, Zahl der Apps: Warten wir es einfach ab – wäre schön, wenn wertige Apps beim Start verfügbar sind.

    Zum Thema WoA: Auch da plädiere ich für abwarten. Für meinen Teil stelle ich jedenfalls fest: Ich bin mal mit vielen Hoffnungen gestartet, die dann aber stückweise gestorben sind (nämlich immer dann, wenn Microsoft mal wieder einen Blick für Entwickler oder in die Specs veröffentlicht hat). WoA wird (tippe ich mal), bei einigen Konsumenten für herbe Enttäuschungen sorgen.

    Das jemand die Consumer Preview “ziemlich gut gefällt” kann ich persönlich stehen lassen. Mit einigen Teilen der CP kann ich auch ganz gut mit leben, an vielen Stellen hakt es für mich aber gewaltig. Und das werde ich in separaten Blog-Beiträgen auch adressieren.

    Von daher: Danke für deinen Kommentar. Vielleicht spiegeln wir in 3 bzw. 6 Monaten die Standpunkte an der Realität. Glaube mir, nichts würde mich mehr freuen, wenn ich mich hinstellen müsste und erkläre “sorry Leuts, hab mich da und da geirrt” – und wenn Windows 8 in 8 Monaten ein Bomben-Erfolg wird, gehe ich auch nicht weinend in den Keller, sondern freue mich, dass dies ggf. auch den Verkauf meiner Windows 8-Bücher kräftig ankurbelt.

    Alleine, momentan mache ich mir so meine Gedanken und werde von vielen Zeifeln getrieben, die ich nicht als “draufrumgekloppe” sehe, sondern an den Erfahrungen ableite, die ich seit ca. 1 Jahr (da habe ich die ersten Milestone Builds in die Finger bekommen”) mache.

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