Die Analysten hatten Recht – das neue iPhone wird alle Rekorde brechen – und gleichzeitig der Branche einiges an Kopfzerbrechen bereiten. Zeit für einen kleinen Schlenker auf’s Apple-Parkett, um zwei Nachrichtensplitter los zu werden.
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iPhone 5: Erfolgreichster Verkaufsstart bei Apple
Es ist einfach irre – kaum waren das iPhone 5 angekündigt und die Online-Shops für Vorbestellungen geöffnet, ging schon nix mehr. Alle von Apple für Vorbesteller reservierten Exemplare des iPhone 5 waren binnen einer Stunde ausverkauft.
Aber die Choose geht noch weiter. Wie Engadget.com hier schreibt, hat die Menge der Vorbestellungen für’s iPhone 5 die 2 Millionen-Grenze innerhalb von 24 Stunden übersprungen. Ist doppelt so viel wie seinerzeit beim iPhone 4S.
Lässt mich persönlich einigermaßen fassungslos zurück. Nicht, dass ich Apple das nicht gönne – aber ich frage mich schon, wie bestimmte Leute ticken. Unter anderem befasst sich dieser Artikel mit den Schwächen des iPhone 5. Aber wie es ausschaut, ficht das Apple-Käufer nicht an – die interessieren sich nicht für Specs sondern wollen so ein Teil.
Nun ja, gutes Geschäft für die Leut mit dem angefressenen Apfel. Laut diesem Artikel liegen die Herstellkosten für das iPhone 5 bei schlappen 170 US $ – vertickt wird das Teil für $649 – kein Wunder, dass die Börsianer $-Zeichen bei Erwähnung der Apple-Aktie in den Augen haben.
Schockwellen in der Branche durch Lightning
Und nun zum zweiten Teil der Informationssplitter. Ich hatte Sonntag ja schon drüber gebloggt, welche Schwierigkeiten der neue Mini-Dock-Connector namens Lightning verursachen kann. Gut, wer kommt schon auf die hirnrissige Idee, sein Telefon mit etwas anderem wie einen Computer zu “connecten”. Und für den Fall der Fälle kann man ja die Informationshäppchen per microSD-Karte zwischen Smartphone und Rechner austauschen …
… ups, da habe ich wohl den falschen Film eingelegt. So was gibt’s ja bei Apple nicht. Also bräuchte man doch Adapter für’s Zubehör. Doof nur, dass es die Adapter (noch) nicht gibt und auch der Zubehör-Markt da keine Milch geben kann. Engadget.com spricht von regelrechten Schockwellen, die der neue Lightning-Anschluss durch den Zubehör-Markt geschickt habe.
Wird verdammt einsam um’s iPhone 5, wenn’s um Zubehör geht. Na ja, zur Not tut’s auch eine handgestrickte Socke, als iPhone-Wärmer unterm Weihnachtsbaum. Und wer weiß, vielleicht bringe ich ja eine Häkelanleitung für den “woolmade Lightning-Dock-Connector” hier im Blog raus. Wenn die Mädels fleißig sind und Ende November starten, klappts mit der Häkellösung.
Aber ich kann’s mir nicht verkneifen: Mit microUSB-Buchse wäre das nicht passiert. So long, bis zur nächsten Meldung über den täglichen Wahnsinn dieser Welt.
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Naja, wieviel Zubehör gibt’s denn für den microUSB-Anschluss für Android-Handys? Wenn der neue Dock-Connector bis Weihnachten auch nur 10 % des Zubehörs erreicht wie der alte Dock-Anschluss, wird es immer noch ein vielfaches von dem sein, was das bestunterstützte Android-Handy an Anschlussmöglichkeiten bietet. Von daher ist das schon Jammern auf sehr hohem Niveau.
Die Frage ist natürlich, wie kompatibel wird der neue Anschluss mit Adapter und altem Zubehör sein.
Und selbst als iPod-Besitzer war ich hirnrissig genug, das Gerät mit etwas anderem als einem Computer zu verbinden. Es ist praktisch, seinen iDing einfach an eine Stereo-Anlage zu docken und dann das Gerät mit der Fernbedienung der Anlage fernzusteuern und auch auf dem Display der Anlage Titel und Album zu sehen, auch ohne immer auf dem Bildschirm tatschen zu müssen. Seitdem liegen die CDs im Keller und stauben vor sich hin.
Ähnlich praktisch stelle ich mir es vor, die IDings mit der Lenkradfernbedienung zu beim Fahren zu steuern, ohne irgend ein Display drücken zu müssen. Und wer auf seinem iDing fernsehen will, warum nicht?
Und wenn man den Artikel über die Schwächen des iPhone durchliest, steht da auch nicht viel drin, was außer Nerds niemanden interessier:
1. Schwäche: Man weiß nicht genau, wie die CPU aufgebaut ist und wie deren genaue Spezifikationen sind.
Antwort: Wen interessiert das? 90 % der Leute in meiner Umgebung wissen nicht mal, was für einen Prozessor ihr Desktop-Rechner hat.
2. Schwäche: iOS ist interessant, aber wir kennen es schon seit Juni:
Antwort: Na und. Das System wurde damals auf der Entwicklerkonferenz vorgestellt, damit sich Softwareentwickler auf das System einstellen können. Wo ist hier die Schwäche. Besser als bei Windows Phone 8, für dass es zwar schon angekündigte Handys gibt, aber noch kein SDK.
3. Schwäche: Die Kamera hat nur 8 Megapixel.
Oh mein Gott.
4. Schwäche: Nur 64 GB Speicher möglich
Schlimm, da andere Flagship-Smartphones ja mit 32 GB fast die Hälfte davon bieten.
Eigentlich kritisiert der Artikel nur, dass Apple keine Revolution beim iPhone gemacht hat und dass dies deswegen nicht mehr Apple sei. Wer den Werdegang der meisten erfolgreichen Apple-Produkte kennt, weiß aber, dass dies nie Apples Strategie war. Die Neuigkeit um der Neuigkeit Willen trifft man bei Apple-Geräten eher selten (im Vergleich zu anderen Herstellern).
Noch ein Kommentar zu den Herstellungskosten:
Das Buch “Windows 7 – Handbuch für Fortgeschrittene” kostet in der Herstellung schlappe 5 Euro. Vertickt wird es für 40 Euro (also fast das 10 fache). Herr Born muss $-Zeichen in den Augen haben
)
@Denny: Also an der Kalkulation der Herstellungskosten wirst Du noch arbeiten müssen …
… und die $-Zeichen in meinen Augen kann ich ziemlich klar beziffern: knapp 2 Euro pro verkauftem Exemplar (vor Steuern) – bei knapp 1.500 verkauften Exemplaren kannst Du dir den Profit sicher ausrechnen …
… bei etwas mehr als 3 Mannmonaten Vollzeit-Einsatz für den Titel nicht so berauschend. Oder anders ausgedrückt: Ein Projekt, von dem es keinen Nachfolger geben wird – da gehe ich lieber spazieren
.
Hihi….
genau das wollte ich damit ja ausdrücken. Apple (und andere Hersteller) haben ja nicht nur Kosten durch die verwendeten Teile sondern auch das Marketing, die Produktentwicklung, die Händler, die armen Foxconn-Mitarbeiter, die Dokumentation usw, all das kostet ja auch Geld und wird in den Berechnungen meist unterschlagen. Natürlich macht Apple trotzdem einen Reibach mit den Teilen und hat Margen, von denen andere nur träumen können.
PS: Die Bücher, mit denen die Autoren keinen Gewinn machen sind meist die Besten, da sie oft Nischen abdecken, die andere nicht bedienen.