Microsoft Surface Pro: Gerade wurde er beerdigt

Oh Mann! Immer wenn ich mir mit dem Hammer mit Schmackes auf den Daumen haue, könnte ich brüllen vor Schmerz. Und weil es so schon ist, wenn der Schmerz aufhört, mache ich das immer mal wieder! Wer ist “ich” ? Hm, schätze mal, das “ich” steht momentan für Microsoft. Haben die mit Windows 8 schon ein Stück weit in die Scheiße gegriffen und es mit dem Surface RT versaut, holen die doch glatt erneut den Hammer raus ….


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So könnte man die neuesten Informationen aus Redmond interpretieren. Ich muss gestehen, ich habe vom Surface RT nix gehalten, aber große Hoffnungen auf das Surface Pro gesetzt. Windows 8 Pro drauf, Intel Prozessor drin und dank neuer Intel Prozessoren sollte das (zumindest nach Pressemitteilungen von vorigem Sommer) doch locker bezüglich Stromverbrauch und Leistung mit den ARM-Pendants mithalten. Nun lüftet Microsoft den Schleier – und was zum Vorschein kommt, ist alles andere als berauschend.

Akkulaufzeit beim MS Surface Pro zum Surface RT halbiert

Ich dachte, mich tritt ein Pferd, als ich heute morgen erste Google+ Nachrichten und dann diesen ZDNet.com-Artikel von Mary Jo Foley las. Im Artikel bezieht sich Foley auf einen Tweet im Twitter-Auftritt des Surface. Dort führt Benutzer “Surface” aus, dass das MS Surface Pro ca. auf die Hälfte der Akku-Laufzeit des Surface RT kommen wird.

Ich bin fast vom Stuhl gekippt. Unter [a] hatte ich berichtet, dass im Surface Pro ein Akku mit 42 Wh verbaut ist, während das Surface RT mit einem 31,5 Wh-Akku daherkommt. Gut dachte ich, das hat seinen Grund, weil das Surface Pro die bessere Hardware aufweist und die Ivy Bridge CPU ein “bisschen” mehr Strom verbraucht. Zur CPU hatte sich Microsoft ja nicht ausgelassen, sondern nur verbreitet, das die CPU weniger Energie als die heutigen Intel iCore i5-CPUs der dritten Generation benötigen würde.

Aber nun das – die reinste Lachnummer, sowohl, was Microsoft als auch Intel als auch der Hardware-Entwickler da abliefern. Da hat Sinofsky Seite um Seite zu den innovativen Stromsparfunktionen von Windows 8 gebloggt. Intel trommelt, dass es seine Mobilprozessoren das Stromsparen angewöhnt habe und nun ARM-Hardware locker schlage – wenn es auch so kleine Kollateralschäden wie keine Linux-Kompatibilität für Clover Trail CPUs gibt. Und nun das – das Surface Pro wird mit Kabeltrommel geliefert, muss es doch alle 4 Stunden ans Stromnetz zum nachladen.

Da fühlt man sich so richtig verkackeiert – und ich leiste bei alle Apple-Fanboys inständig Abbitte – können die sich doch mit iPad und MacBook Air nur noch schlapp lachen.

Autsch, die Preise des Surface Pro bekannt gegeben

Der nächste Schock kam dann, als ich diesen ZDnet-Artikel von Ed Bott las. Microsoft hat die Nacht einen Blog-Beitrag veröffentlich, in dem die Preise für das Surface Pro bekannt gegeben wurden.


(Quelle: Microsoft)

Das Surface mit Windows 8 Pro wird bereits im Januar 2013 verfügbar sein. Da Microsoft etwas von Surface Pro kommt 3 Monate nach dem Surface RT, dürfte es wohl Ende Januar 2013 werden. Das Surface Pro wird gemäß meinem Artikel [a] in zwei Ausführungen erhältlich sein:

  • 64GB: Standalone kostet $ 899
  • 128GB: Standalone kostet $999

Standalone heißt, zwar mit dem Surface Pen, aber ohne das Touch Cover oder das in obiger Abbildung sichtbare Type Cover (die werden separat vertickt). Und hier nun noch die Technikdaten:

  • Intel Core i5 Prozessor
  • 10.6 Zoll ClearType-Display mit 1920 x 1080 Auflösung
  • volle HD-Auflösung, Full-Digitizer-Support mit Palm Block technologie beim Stift
  • Vollständiger USB 3.0 Port
  • Mini DisplayPort (für externe Displays mit Auflösung bis 2560 x 1440 Pixel)

Das Teil wird weniger als 1 Kg wiegen und  weniger als 14 mm dick sein. Vertrieben wird es in den USA exklusiv über den Microsoft Store und Microsofts brick-and-mortar Shops.

Preise für Deutschland sind noch nicht bekannt. Da diese gut und gerne mal 1:1 umgerechnet werden, segelt das Ding zwischen 900 und 1.000 Euro – dann noch 119 Euro für ein Surface Touch Cover oder 129,99 Euro für ein Surface Type Cover – schon ist man bei satten 1129,99 Euro für die größte Surface Pro-Ausgabe angelangt. Gut, die Kabeltrommel kommt bei Praktiker oder Obi nicht mehr so teuer und eine Tasche gibt’s beim Amazon auch günstig (doof nur, dass die Taschen noch kein Fach zur Unterbringung der Kabeltrommel aufweisen).

Update: Was ich so recherchiere, scheinen die Hardwarepreise für viele Anwender wohl im erwarteten Bereich zu liegen. Gut, was nix kostet, ist nix wert, haben wir früher gesagt. Aber ich habe doch meine argen Zweifel, ob die hier vorgelegte Preisgestaltung wirklich für einen Run auf das Surface Pro sorgen wird. Ein Intel iCore i5 ist ja ganz nett – aber für ein Tablet PC hätte es auch eine kleinere Nummer getan. Zum Couchsurfen als Zweit- oder Drittgerät wird das wohl mit der Kalkulation nicht aufgehen. Und wenn ich unbedingt eine Tastatur benötige, kann ich mir auch ein Ultrabook holen – von der bescheidenen Reparaturfähigkeit tun sich Surface und gängige Ultrabooks nichts. Das absolute No Go ist aber die zu erwartende Akkulaufzeit von 4 Stunden. Da brauche ich kein Surface Pro, sondern kann mir auch ein günstiges Notebook holen – es sei denn, ich fahre auf das “Convertible” ab und habe nur kurze Außeneinsätze.

Defätistische Gedanken zum Freitag

Das reißt mich wirklich alles nicht vom Hocker. Vielmehr fällt mir die Sache mit dem Hammer und dem Daumen ein. Microsoft – so sehr ich euch mag, aber ihr habt’s erneut versaut! Dachte ich vor ein paar Tagen noch: “ist der Ruf erst ruiniert, lebt’s sich gänzlich ungeniert”. Aber ihr schafft es, noch ein Stück weiter in den Keller zu grabbeln. Habt ihr den hier populären Spruch “mir könnet allet, nur koi Soft- un koi Hardware” zu wörtlich genommen? Nachtrag: Interessant finde ich zwischenzeitlich auch die Kommentare, die bei Caschy im Blog einlaufen (Cachy hat wohl die Nacht noch einen Kurztext rausgehauen).

Da hilft auch nicht, dass Steve Ballmer meint, man hätte den Tablet PC-Markt früher angehen sollen. Google zeigt gerade, wie man mit einem Nexus 7 Tablet PC den von Apple dominierten Tablet PC Markt angehen kann. Wenn ich diesen Techchrunch-Artikel richtig interpretiere, werden die Android Tablet PC-Verkäufe 2013 mit den iPad-Verkäufen gleich ziehen – etwas, was man so vor einem Jahr nicht erwartet hätte. Und Amazon scheint seinen Kindle Fire HD auch richtig gut zu verkaufen. Stattdessen halbiert Microsoft gerade die Vorbestellungen für das Surface RT beim Lieferanten und killt im nächsten Atemzug auch noch das Surface Pro. Meine Betrachtungen im Artikel Hat’s Microsoft mit dem Surface verbockt? scheinen in Retroperspektive geradezu hemmungslos optimistisch gewesen zu sein.

Ähnliche Artikel:
a: Microsoft Surface Tablet PCs im Blick
b: Kommt das Microsoft Surface mit MagSafe?
c: Microsofts Tablet PC enthüllt …
d: Microsoft Surface for Windows RT im Überblick
e: Intels Clover Trails soll’s tabletmäßig bringen …
f: Intels Clover Trail Atom-CPU nicht für Linux geeignet
g: Hat’s Microsoft mit dem Surface verbockt?


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Über Günter Born

IT-Autor, Blogger borncity.de
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