Samsung Galaxy S4 im Test – Teil 2

Seit Freitag steht mir ein Samsung Galaxy S4 leihweise für ein paar Tage von der Telekom zur Verfügung. Hier hatte ich ja bereits erste Fotos und Eindrücke geschildert. Nun möchte ich die Artikelreihe fortsetzen und weitere Details zum Galaxy S4 bringen.


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Innenleben: microSD- und SIM-Schacht

Hebt man die Kunststoff-Rückseite ab (die ist schon passgenau eingeclippt), ergibt sich dieses Bild. Oben links ist der microSD-Kartenschacht zu sehen, während der SIM-Kartenslot rechts, oberhalb der Akku-Bucht angeordnet ist.

In den SIM-Kartenschacht ist (wie bei Apple-Geräten) eine micro SIM-Karte einzuschieben. Die meisten Anbieter stellen zwischenzeitlich SIM-Karten mit Ausstanzungen bereit, so dass eine micro SIM-Karte ausgebrochen werden kann. Alternativ kann man sich die micro SIM-Karte aus einer normalen SIM-Karte zurecht schneiden (ich hatte das im Beitrag MicroSIM-Karte für’s iPad 3G mal thematisiert). Hier wurde zum Testen eine micro SIM-Karte von Netzclub verwendet.

Schön gelöst: Einfach die micro SIM-Karte mit der abgeschrägten Seite nach oben (Kontakte nach unten) in den Slot einschieben, bis er fühlbar einrastet. Zum Entnehmen die Karte leicht eindrücken, so dass der Federmechanismus die Karte auswirft. Dann die freigegebene micro SIM-Karte herausziehen.

Beim Einsetzen einer micro SD-Karte geht man ähnlich vor. Diese wird mit den Kontakten nach unten und nach vorne in den, hier oben links sichtbaren, Kartenslot eingeschoben, bis die Arretierung einrastet. Anschließend Akku einsetzen, Rückseitendeckel drauf und dann kann das Galaxy S4 in Betrieb genommen werden.

Das von Samsung angepasste Android führt den Benutzer nach dem Hochfahren durch die Schritte der Ersteinrichtung. Dabei werden nicht nur der Zugang zum Google-Store oder zum WLAN, sondern auch einige Samsung-Angebote eingerichtet. Man kann dieses Einrichten aber auch überspringen und später nachholen.

Touchwiz-Oberfläche: Angepasstes von Samsung

Sobald der Benutzer auf den Home-Screen gelangt, sieht er die von Samsung angepasste Benutzeroberfläche.


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Im unteren Bereich des Home-Screens finden sich die Menüs der wichtigsten Apps sowie die Google Suchleiste. Im oberen Teil des Home-Screens werden Darstellungen verschiedener Samsung-Apps wie Wetter, Story-Album, Samsung-Hub, Ereignisse etc. eingeblendet. Durch horizontales Wischen mit dem Finger lässt sich zwischen den Darstellungen blättern.

Etwas verwirrend bzw. weniger konsistent empfinde ich allerdings, dass bei angezeigter Wetter-Darstellung die hier sichtbare, zweite Reihe an App-Symbolen (z. B. für E-Mail, Kamera etc.) erscheint, diese aber bei Anwahl einer anderen Darstellung wie Story-Album verschwindet.

Die prominent am unteren Rand angeordnete Home-Taste bringt den Benutzer zum Home-Screen zurück. Tippt man den Bereich rechts oder links von dieser Home-Taste an, werden auch die Schaltflächen Menü und Zurück durch die Hinterleuchtung sichtbar. Hier hätte ich es für Einsteiger besser gefunden, wenn Samsung einen Gehäuseaufdruck der Tasten vorgenommen hätte. So ist man in der ersten Zeit immer am Suchen, wo die Tasten wohl sein könnten, bzw. ich habe die Home-Taste benutzt, um aus einer App-auszusteigen.

Noch’n Elchtest ….

Dürfte den meisten Nutzern möglicherweise nicht auffallen – aber eine kleine Episode zeigt mir, dass die Samsung-Designer und meine Wenigkeit in unterschiedlichen Galaxien denken. Bei der ersten Inbetriebnahme hatte ich das Galaxy S4 kurz zur Seite gelegt, dann wieder aufgenommen und über den Einschalter die Anzeige reaktiviert. Darauf hin wurde ich mit dem nachfolgend links gezeigten Sperrbildschirm begrüßt.

Nee, alles klar. Da gibt es zwei prominente Hinweise, doch bitte zum Entsperren über den Bildschirm zu streichen – einmal oben und einmal unten beim Bildschirm – doppelt gemoppelt bzw. Gürtel mit Hosenträger hält einfach besser, wusste schon Jürgen von Manager. Also habe ich die Anweisung befolgt und es einmal versucht – tat sich nix. Den Finger einen halben Zentimeter über dem Display bewegt – auf dem Display ließ sich ein Lichtpunkt verfolgen (E.T. lässt per Leuchtfinger grüßen), das Touchdisplay erkannt sogar meine Fingerbewegung, alleine, es tat sich nichts. Als ich das ein paar Mal erfolglos probiert hatte, kam ich dann auf die Idee, die OK-Schaltfläche im eingeblendeten Popup-Fenster zu betätigen. Dieses verschwand und ich sah den hier oben rechts sichtbaren Sperrbildschirm. Nachdem nun quasi die “Hosenträger” abgestrippt waren, klappte dann das “Streichen mit dem Finger” wie erwartet.

Ursache: Das Popup mit dem Tipp arbeitet als systemmodaler Dialog, der erst geschlossen werden muss, bevor irgend eine andere Aktion greifen kann. Liebe Samsung-Designer: Ich kann ja verstehen, dass ihr durch den Apple-Prozess mit dem Unlock-Thema unsanft konfrontiert wurde. Und als Entwickler ist mir auch in etwa klar, was modale und nicht modale Dialogfelder sind. Aber wenn ihr meint, mit Gürtel und Hosenträger arbeiten zu müssen, dann gestaltet die Texte auch Elch-Test-sicher. Oder lasst den Mist mit einem systemmodalen Popup weg! Bringt an dieser Stelle keinen echten Vorteil, bietet aber eine Falle, wie ich gerade demonstriert habe …

Nachtrag: Eine Woche nachdem ich das Galaxy S4 zum Test bekommen habe, wurde von Samsung ein Update ausgeliefert. Anschließend war das oben erwähnte Popup mit dem Hinweis auf das Entsperren weg (obwohl ich das Kontrollkästchen zum nicht mehr Anzeigen explizit nicht markiert hatte).


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Überwältigende Fähigkeiten

Abseits der kleinen Meckereien, die ich hier in den Artikeln so von mir gebe, macht das Galaxy S4 aber eine sehr gute Figur. Die technischen Daten können sich sehen lassen.  Das Display macht einfach Spass, alles wird gestochen scharf dargestellt – und im Vergleich zum simvalley SP-140 fühlt sich das Galaxy S4 auch einen guten Tick leichter in der Hand an.

Was mir auch gut gefällt, ist die Möglichkeit, über eine kleine Schaltfläche am linken Rand eine Schnellzugriffleiste einzublenden, um direkt auf Apps wie Mail, Browser etc. zuzugreifen.

Allerdings ist nicht intuitiv klar, wie und wann diese Schaltfläche zum Einblenden der Leiste aktiviert wird. Ich hatte dieses Features irgendwann beim Testen gesehen. Als ich jetzt die Screenshots erstellen wollte, war die Leiste auf dem gebooteten S4 nicht da. Erst nach mehr oder weniger wild auf dem Home-Screen tippen und mehrfachem Drücken der Zurück-Taste war die Schaltfläche zum Einblenden der Leiste plötzlich da.

Das mag zwar für 99% der Benutzer kein Problem darstellen, da diese adhoc erkennen, wie es klappt. Ich persönlich finde es aber nicht wirklich einsteigerfreundlich – zumal Samsung ja mit “Life companion”, also dem Begleiter für’s tägliche Leben, wirbt. O-Ton Samsung-Seite: Es vereinfacht Ihren Alltag. Kurzum: Sie stehen im Mittelpunkt und das
Samsung Galaxy S4 ist ganz für Sie da.
Persönlicher Eindruck: Die Vielzahl der Funktionen, einhergehend mit den Android-Anpassungen seitens Samsung führt bei mir dazu, dass ich ständig am Suchen bin, wo diese oder jene Option wohl vergraben ist. Momentan bin ich eher für das Galaxy S4 da als umgedreht.

Die Optionen zum Scrollen des Bildschirms, wenn der Kopf geneigt wird, sind beispielsweise ganz nett, funktionieren aber nicht immer. Irgendwann kam es beim Test aus dem Takt und es dauerte, bis sich das Ganze wieder gefangen hatte. Habe ich auch in Kommentareinträgen auf anderen Webseiten gelesen. Spiegel Online hatte sich den Spaß erlaubt und ein Foto vor die Frontkamera gehalten. Wurde vom Galaxy S4 auch zur Augensteuerung verwendet. Dieses Feature sehe ich daher als nette technische Spielerei, präziser lässt sich aber per Finger am Touchscreen scrollen. Ähnliches sehe ich auch für die Unterbrechung der Videowiedergabe, wenn ich nicht mehr auf das Display schaue. Irgendwie ist ein 5 Zoll-Smartphone nicht so die “Videowiedergabemaschine” für mich – und wenn ich über YouTube mal Musik höre, muss ich die Option ausschalten, um ggf. nebenbei etwas lesen zu können. Hier wird aber jeder seine eigenen Präferenzen haben und das Galaxy S4 lieben oder hassen.

Einerseits habe ich die durch Samsung an Android vorgenommenen Änderungen in Form der Touchwiz-Oberfläche etwas bemängelt, weil sich doch einiges gegenüber Googles Android ändert. Andererseits kommen mir einige Sachen, wie die oben beschriebene, einblendbare Seitenleiste, die Aufteilung der Einstellungen in mehrere Kategorien (hier oben links sichtbar) oder die Zurück-Schaltfläche in der linken oberen Ecke einer Einstellungsseite (hier oben rechts sichtbar) schon entgegen – man muss sich einfach nur ein- und umgewöhnen. Geht mir nicht alleine so, unter [14] findet sich ein Vergleich zwischen TouchWiz und Stock-Android-Oberfläche, wo ich ähnliche Gedanken rauslese. Was mich auch begeistert, sind die vielen Sensoren, die beim Galaxy S4 (gegenüber den mir normalerweise zugänglichen Androiden) verbaut sind. Was mir fehlt, ist die Möglichkeit zum UKW-Empfang  – da ist nichts vorgesehen.

In einem weiteren Beitrag werde ich die Tage noch einige Details aus den internen Geräteparametern offen legen, mir anschauen, was mit den gängigen Sachen wie Medienwiedergabe, GPS, Kopplung mit einem Windows-Rechner und so weiter ist und wie gut sich die Kameras schlagen. Und dann geht das Gerät aus der Teststellung (irgendwie schweren Herzens) wieder an die Telekom zurück.

Artikelreihe:
i: Samsung Galaxy S4: Testgerät ist da! Morgen geht’s los …
ii: Samsung Galaxy S4 im Test – Teil 2
iii: Samsung Galaxy S4 im Test – Teil 3
iv: Samsung Galaxy S4 und die PC-Anbindung – Teil 1
v: Samsung Galaxy S4 und die ADB-Schnittstelle – Teil 2

Ähnliche Artikel:
a: Marktstart des Samsung GALAXY S4 am 27. April 2013
b: Review des Samsung Galaxy S4 bei AndroidAuthority
c: Samsung Galaxy S 4: Fotos und Exyno 5 Octa- Benchmark
d: Samsung Galaxy S4 mit Snapdragon 600
e: Samsung Galaxy S 4: Das Phablet ist da!
f: Samsung Galaxy S4 Specs geleaked
g: Simvalley SP-140 Hands-on – Teil 2
h: Samsung Galaxy S4: Info-Splitter zum Wochenende
i: MicroSIM-Karte für’s iPad 3G
j: Mobiles Internet für’s iPad: Anbieterübersicht

Links:
1: Bedienungsanleitung des Galaxy S4 (PDF-Dokument, 50,1 Megabyte)
2: Herstellerseite zum Galaxy S4
3: Telekom-Angebotsseite mit vielen Infos rund um das Galaxy S4
4: Erstes Review bei heise.de
5: Erster Test bei Spiegel Online
6: Test bei teltarif.de
7: Vergleich HTC One mit Galaxy S4
8: “Testbericht” zum Galaxy S4 bei allboutsamsung.de
9: Testbericht bei ComputerBild
10: Vergleich mit anderen Smartphones bei Fokus.de
11: Testbericht bei FAZ.net
12: Hand-on bei ZDnet.com
13: Review bei PC Pro UK
14: Vergleich TouchWiz und Stock-Android-Oberfläche


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Ein Kommentar zu Samsung Galaxy S4 im Test – Teil 2

  1. Günter Born sagt:

    Kleines Feedback von Blog-Leser H.K. per Mail, welches ich hier – mit seiner Genehmigung – einfach mal einstelle.

    es ist schön, wenn es engagierte Menschen gibt, die durch das Dickicht der Hersteller führen.

    Mir hat Ihre Beschreibung zum Galaxy S4 sehr geholfen und es funktioniert.

    Na, das freut einen doch – die Artikel zum Galaxy S4 tauchen immer noch in der Liste der am häufigsten abgerufenen Beiträge auf.

    Was allerdings etwas schade ist: Die 10 Tage Teststellung des S4, die die Telekom gewährte, sind natürlich viel zu schnell rum gewesen. Ich hätte gerne noch einiges rund um das Galaxy S4 gebloggt und sehe momentan auch noch einige interessante Themen (z.B. Miracast-Tests). Alleine, es ist mir bisher leider nicht gelungen, ein Galaxy S4 als Testgerät für einen längeren Verbleib zu organisieren. Samsung lässt mich da im Regen stehen – und mal schnell ein Galaxy S4 kaufen, um über Samsung Geräte zu bloggen? Ist irgendwie nicht ganz einsehbar – für Android-Tests besitze ich diverse Android-Geräte – und vor allem, wo hört man auf? Denn in dieser Logik müsste ich auch ein Note 2, 3, ein Nexus 4, ein Nexus 7 2013, ein HTC und was weiß ich ordern …

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