Meteorit TV-Box MMB-525.SAT im Test – Teil 3

In Teil 1 und in Teil 2 hatte ich die Meteorit TV-Box MMB-525.SAT von Pearl bereits kurz vorgestellt. Mit der Box kann man einen Fernseher mit Android-Funktionen nachrüsten. In Teil 3 der Artikelreihe gehe ich auf einige weitere Funktionen ein und ziehe zum Abschluss ein Fazit.


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Zugriff auf die Speichermedien von Windows

Ich hatte ja in Teil 2 bereits angedeutet, dass das Einbinden von Speichermedien (USB-Sticks, SD-Karte) über die USB-Buchsen der Box sowie über den SD-Kartenleser kein Problem darstellt. Auch eine angeschlossene USB-Festplatte mit mehreren NTFS-Partitionen wurde erkannt und konnte im Test gelesen werden. Da das Unmounten (zumindest was ich so gesehen habe) nicht unterstützt wird, man sollte man Android allerdings herunterfahren, bevor man einen Datenträger entfernt. Im Forenthread [x2] wird auch darauf hingewiesen, dass für TV-Aufzeichnungen ein Datenträger im NTFS-Format erforderlich sei – bei FAT32 gibt es eine 4 GByte Grenze für die maximale Größe einer Datei.

Ist die Android-Box über die miniUSB-Schnittstelle mit einem Windows-Rechner verbunden, installiert Windows automatisch die benötigten USB-Treiber, um auf die Speicher der Box zuzugreifen. Die Zugriffe sind möglich, sobald unter Android die USB-Zugriffe freigegeben sind (siehe auch c1).

EShare-Server für Fernzugriffe

Das Android der TV-Box wird mit einer EShare-Server-App ausgeliefert. Erst konnte ich wenig mit dem Teil anfangen. Wird die EShareServer-App in der App-Seite aufgerufen, erscheint nur eine Seite, in der die Serveradresse angezeigt wird und es finden sich zwei Schaltflächen zum Starten bzw. Stoppen des Servers.

Als ich die betreffende IP-Adresse auf einem Windows-Rechner in das Adressfeld eines Browsers eintippte, erschien die nachfolgende Webseite.

Über die Download-Links lassen sich EScreen-Clients für verschiedene Betriebssysteme herunterladen. Ich habe den Windows-Client angetestet – nach dem Aufruf der .exe-Datei (die nicht installiert werden muss), erschien lediglich ein Fenster zum Starten und Stoppen eines Servers.

Man kann das Gerät und dann die Schaltfläche Start Service wählen. Am Windows-System tut sich nichts. Erst als ich dann am Computermonitor zum Android-Homescreen der TV-Box zurückwechselte, wurde mir die Funktion klar (in der Bedienungsanleitung der Box ist nix dazu ausgeführt). Auf dem Homescreen erschien der Desktop meines Windows-Systems. Ich konnte zwar nichts bedienen, aber ein unter Windows im WMP abgespieltes Video war auf dem Android-Homescreen sichtbar.


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Persönlich finde ich das Ganze aber nicht wirklich so prickelnd. Denn solange der Dienst auf dem Windows-System läuft, ist keine Bedienung des Android-Homescreens mehr möglich. Da auch keine Remote-Zugriffe auf den Windows-Desktop aus Android zugelassen sind, muss man zum Windows Rechner wechseln, um den Server zu stoppen, bevor man mit Android weiter arbeiten kann.


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AirPlay: Per EAirPlay-App Daten zwischen TV-Box und iPad übertragen

Über AirPlay können in der Apple-Welt Fotos, Musik oder Videos auf AirPlay-Empfängern wiedergegeben werden – solange sie sich im gleichen WiFi-Netzwerk befinden. Die TV-Box unterstützt auch AirPlay über eine App.

In der nachfolgend gezeigten App-Seite findet sich die App EAirPlay in der oberen Reihe. Bei deren Anwahl öffnet sich eine Seite, in der der AirPlay-Server gestartet und gestoppt, der Autostart-Mode gewählt werden kann, und in der der AirPlay-Gerätenamen angegeben wird.

Ich habe mir zum Testen mein iPad 1 geschnappt und die Foto-App am iPad aufgerufen. Also ich am iPad ein Foto in der App anzeigen ließ, erschien in der Bedienleiste des iPad-Fensters das AirPlay-Symbol (siehe folgender Screenshot).

Anschließend konnte ich nach Anwahl des Symbols in einem Menü neben dem iPad noch das Gerät “EAirPlay-70” auswählen. Nach Auswahl des Befehls erschien das obige Foto auf dem Android-HomeScreen der TV-Box.

Das in obigem Menü sichtbare Gerät “ITV@54” gehört übrigens zu einer AirPlay-App, die ich auf einem simvalley SP-140 Android Smartphone installiert habe. Bei Auswahl dieses Geräts konnte ich die Fotos des iPad 1 auf diesem Smartphone anzeigen.

EDLNA: DLNA-Server-Renderer

Die in der App-Seite verfügbare App EDLNA öffnet eine Seite, auf der sich ein DLNA-Server als Renderer starten und stoppen lässt. Bei einem laufenden Server kann man ein anderes DLNA-fähiges Gerät starten. Ich habe testweise die App BubbleUpnp an einem simvalley SP-140 Android Smartphone als DLNA-Player gestartet und konnte in der Kategorie Devices den ECloudDMR-70 als Empfänger auswählen.

Sobald im Player Medien wiedergegeben werden, streamt dieser das Ganze per WiFi zum DLNA-Server-Renderer ECloudDMR-70, der das Ergebnis (Musik, Video etc.) auf dem Android-HomeScreen wiedergibt.

Die TV-Box als DLNA-Server?

Sollen Medien von der TV-Box auf einem Windows-Rechner im Windows Media Player wiedergegeben werden? Im Artikel [c3] Dein Android Gerät als DLNA-Server beschreibe ich, wie man die Android App File Expert (ein Datei-Manager) als DLNA-Server einsetzen kann. In Windows lässt sich dann der Windows Media Player starten. In der linken Spalte der Bibliotheksansicht sollte sich ein Eintrag File Expert Powered by xxxx finden, wobei xxxx für den Gerätenamen steht (hier wurde ein simvalles SP-140 als Quelle im Screenshot verwendet, bei der TV-Box steht als Gerätename MMB-525-SAT(Meteorit)).

Über Rubriken wie Musik, Videos etc. lassen sich die auf dem Android-Gerät per DLNA-Server freigegebenen Medieninhalte im Media Player-Fenster abrufen und mittels der Wiedergabeleiste abspielen. Sie haben also im WMP die volle Kontrolle über die Wiedergabe von Medieninhalten des Android-Geräts. Andere DLNA-Clients sollten sich ähnlich verhalten.

Fazit und Abschluss

Insgesamt gefällt mir die Meteorit TV-Box MMB-525.SAT ganz gut. Das Gerät ist kompakt, schnell in Betrieb benommen und bietet eine kostengünstige Möglichkeit, an einem TV-Gerät Android-Funktionen zu verwenden. Die Ausstattung der Box mit drei USB-Schnittstellen ermöglicht darüber hinaus, vielfältige Speicherlösungen anzuschließen. Wenn ich ein Android-Junkie wäre, der das auf seinem TV-Gerät nachrüsten will, würde ich über einen Kauf nachdenken (die Alternative wäre der TVPeCee HDMI-Stick).

Die unter [x2] bemängelte Möglichkeit, Android Apps aus dem Google Play Store abzurufen, ein nicht funktionierendes WLAN-Model oder unterbrochene HDMI-Übertragungen konnte ich an meinem Testexemplar nicht nachvollziehen. Hier funktionierten sowohl der Play Store also auch der WLAN-Empfang einwandfrei – die Box lief ein paar Tage durch (wenn ich auch nicht immer meinen Computer-Monitor auf die HDMI-Eingabe umgeschaltet hatte). Ich konnte auch keinen, bei android-hilfe.de im Diskussionsthread [x2] bemängelten, zum TV-Bild asynchronen Ton feststellen. Was mir lediglich aufgefallen ist: Die TV-Box wird an der Ober- und Unterseite des Gehäuses gut handwarm, was kein wirkliches Problem darstellt (könnte höchstens ein Thema im Hinblick auf den Energieverbrauch im Standby-Betrieb sein – allerdings habe ich aus Aufwandsgründen  nicht nachgemessen, wie viel Strom die TV-Box zieht).

Etwas Schatten ergibt sich bei einigen kleineren Punkten. Dass es bei YouTube-Videos doch recht lange dauert, bis etwas angezeigt wird, ist mir bisher bei keinem anderen Android-Gerät aufgefallen. Wird aber nicht jeden stören. Schade finde ich, dass die Bedienungsanleitung [c] nur recht kurz geraten ist (die ganzen Streaming-Funktionen mit Apps wie EAirPlay, DLNA-Server etc. sind mit keiner Silbe erwähnt). Letztendlich hat man die Bedienungsanleitung des Internet-TV & HDMI-Stick „MMS-874.Dual-Core“ genommen und eine entsprechende Vorspannseite vor das PDF-Dokument montiert. Hier dürfte so mancher Benutzer wie der sprichwörtliche “Ochs vorm Berg stehen”, wenn es darum geht, die Funktionen zu nutzen (mir ist es zwar durch Webrecherche und ausprobieren gelungen, den Berg zu überwinden). Besser wäre es meiner Ansicht nach gewesen, der Bedienungsanleitung ein paar Seiten mehr zu spendieren und auf die durchaus interessanten Funktionen einzugehen.

Kritisch sehe ich ein Problem, welches im Test aufgetreten ist. Nachdem ich einige Zeit mit der TV-Box gearbeitet hatte, standen App-Updates für die diversen, vorinstallierten Apps an. Gut, das Update für Google Maps ist nicht so wichtig, und eine Kamera-App macht auch weniger Sinn. Aber die Updates für den EDLNA-Server, den EAirPlay-Server etc. erschienen mir doch sinnvoll, zumal “eine verbesserte Benutzererfahrung” versprochen wurde. Ich hatte also die Updates zugelassen, musste dann aber das Büro für einige Zeit verlassen. Als ich später erneut auf die TV-Box zugriff, waren plötzlich die App-Symbole für den EDLNA-Server und EAirPlay vom HomeScreen und aus den App-Seiten verschwunden.

Wegen der Schwierigkeiten mit der Youtube-Wiedergabe habe ich dann die TV-Box MMB-525.SAT auf Werkseinstellungen zurückgesetzt. Dann waren die App-Symbole wieder vorhanden. Beim zweiten Durchlauf habe ich die Apps aktualisieren lassen, worauf diese wiederum von der Startseite und aus der App-Seite verschwanden. Dann bin ich über die App Einstellungen zur Kategorie Apps/Heruntergeladen gegangen und habe die Updates deinstallieren lassen. Anschließend waren die App-Symbole wieder vorhanden. So etwas sollte nicht passieren.

Etwas stören auch die Beschreibungen in chinesischen Schriftzeichen bei der EShare-Server-App bzw. beim Abruf der betreffenden Webseite (siehe obigen Screenshot). Aber unter dem Strich funktioniert die Box und Android wie erwartet – und ich bin sehr zufrieden mit dem, was da abgeliefert wurde (die Funktionalität ist schon enorm). InfoSat zeigt sich in Heft 4/2013 “begeistert” über die Box [e].

Die Box wird scheinbar von verschiedenen Herstellern unter diversen Namen vertrieben (siehe Diskussion unter [X2]). Ob das unter [x3] angegebene Alternativ-Rom sinnvoll ist, kann ich nicht beurteilen. Ich werde die TV-Box jetzt auf Werkseinstellungen zurück setzen und die Teststellung an Pearl zurückschicken – zumal ein TOUCHLET SX7 und ein Huawei Ascend Y300 zum Testen auf meinem Schreibtisch liegen.

Artikelreihe
i: Meteorit TV-Box MMB-525.SAT im Test – Teil 1
ii: Meteorit TV-Box MMB-525.SAT im Test  – Teil 2
iii: Meteorit TV-Box MMB-525.SAT im Test – Teil 3

Ähnliche Artikel:
a1: TVPeCee: Android für den Fernseher nachrüsten
a2: TVPeCee MMS-864.wifi+ Hands-on (Teil 2)
a3: TVPeCee MMS-864.wifi+ angetestet (Teil 3)
a4: TVPeCee MMS-864.wifi+ angetestet (Teil 4)
a5: FAQ zum TVPeCee MMS-864.wifi+

b1: FAVI SmartTV-Stick mit Jelly Bean für unter 50$
b2: Internet-Hotspot für den TVPeCee
b3: ADB-Treiber für Android-Geräte (MT65xx) installieren
b4: simvalley Dual SIM Smartphone SP-360

c1: Simvalley SP-140: Dateiaustausch mit Windows
c2: Simvalley SP-140: Screenshots anfertigen
c3: Dateiaustausch zwischen Android und Windows I
c4 MyPhoneExplorer: Zugriff auf Android-Geräte
c5: Dein Android Gerät als DLNA-Server

Links:
a: MMB-525.SAT Produktseite bei Pearl.de
b: Android-Internet-TV-Box MMB-525.SAT Kurzanleitung
c: Android-Internet-TV-Box MMB-525.SAT Bedienungsanleitung
d: Upgrade-CD Aktivierung der Aufnahmefunktion für MMB-525.SAT, ZX1007
e: Testberichte.de-Bewertung
f: YouTube-Video von Pearl
g: Diskussion im Forum Digitalfernsehen

x1: Meteorit-Wiki (die MMB-525.SAT z.Z. unberücksichtigt)
x2: Forenthread bei androidhilfe.de zur MMB-525.SAT
x3: Alternative Firmware (androidhilfe.de)
x4: Comag.TV-Seite zum modifizierten Image


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Ein Kommentar zu Meteorit TV-Box MMB-525.SAT im Test – Teil 3

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