Hands-on auvisio WiFi-DVB-T-Receiver (Android) –Teil 4

In Teil 3 der Artikelreihe wurde der auvisio DVB-T WLAN-Receiver vorgestellt. Der Receiver ermöglicht TV-Empfang per DVB-T (terrestrisch) und wird über WLAN mit einem Mobilgerät gekoppelt. In diesem Teil beschreibe ich die Inbetriebnahme an Android-Geräten.


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Inbetriebnahmevorbereitungen für Android-Mobilgeräte

Zur Inbetriebnahme ist eigentlich wenig an Vorbereitungen zu treffen. Die beiliegende Anleitung – auch bei Pearl als auvisio WLAN DVB-T-Receiver PDF-Bedienungsanleitung abrufbar, empfiehlt lediglich, das Li-Ion-Akku voll zu laden. Dazu stecken Sie das mitgelieferte USB-Kabel mit dem microUSB-Stecker in die seitliche miroUSB-Buchse des auvisio DVB-T WLAN-Receivers und den USB-A-Stecker in eine USB-Buchse eines Computers oder eines USB-Steckernetzteils.

Dann sollten die blaue Power-LED und eine grüne Lade-LED an der Oberseite des Gehäuses leuchten. Ist der Li-Ion-Akku voll geladen, erlischt die grüne LED (in obigem Bild ist dies der Fall und nur die blaue Power-LED leuchtet). Verbinden Sie nun die Antenne mit der MCX-Buchse an der Gehäuseseite – für den ersten Test kann die mitgelieferte Stabantenne verwendet werden. Ich habe aber den mitgelieferten MCX-auf-ICE-Adapter und eine normale DVB-T-Stabantenne verwendet (in obigem Foto im Hintergrund zu sehen). Anschließend schalten Sie den Schiebeschalter (im Foto an der Frontseite sichtbar) in Stellung On. Während des Bootens blinkt dann die blaue Power-Leuchte – ein Dauersignal zeigt die Betriebsbereitschaft an.


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Hürdenlauf zur Inbetriebnahme

Eigentlich sollte sich das Ganze recht fix unter Android oder iOS in Betrieb nehmen lassen. Einfach die kostenlose Android-App iDTV WiFi aus dem Google Play Store oder die App für iOS aus dem Apple iTunes Store herunterladen und loslegen. Das Handbuch verrät ja, wie man vorgehen soll …

Leider klappte das bei mir nicht wie vorgesehen, weil es mit der in der Box beiliegenden Anleitung – die ich mir gegriffen habe – nicht funktionierte. In der gedruckten Anleitung wird der Benutzer angewiesen, die App SianoTV aus dem Store herunterzuladen. Diese App gibt es auch – stammt vom gleichen Entwickler wie iDTV WiFi – dürfte irgendwie wohl auch identisch sein. Nach dem Dowload funktionierte die App aber bei meinen Tests nicht. Es wurde kein DVB-T WLAN-Empfänger gefunden. In der PDF-Anleitung, die sich bei Pearl im Supportbereich herunterladen ließ, ist mal von iDTV Wifi als App, mal von einer SianoTV-App die Rede. Ich habe mir dann die iDTV WiFi-App aus dem Play Store geladen und hatte schließlich Erfolg (im Nachgang wies mich Pearl darauf hin, dass diese Info in der Rechnung eingedruckt sei – wo ich aber nicht nachgeschaut hatte).

Auch die weiteren Schritte zur Inbetriebnahme sind für meine Begriffe zu unpräzise und an einigen Stellen fehlerhaft. So muss die App aus dem Store heruntergeladen werden, bevor eine Verbindung zum WLAN DVB-T-Receiver aufgebaut wird. Da kommt man mit Nachdenken zwar drauf – aber in der Anleitung wird der Punkt “App-Installation” nach dem Punkt “Verbindung mit dem WLAN DVB-T-Receiver” behandelt. Wer sich sklavisch an die Anleitung hält, wird daher scheitern.

Was mich auch einige Zeit gekostet hat: In der gedruckten Anleitung ist ein WiFi-WEP-Schlüssel iDTV8888 angegeben, während das Gerät den WEP-Schlüssel i8888 will. Pearl hat mich zwar im Nachgang darauf hingewiesen, dass der korrekte Schlüssel ebenfalls auf der Rechnung angegeben ist. Aber ich vermute mal stark, dass es weiteren Nutzern wie mir geht. Ich hatte die Rechnung erst mal zur Seite gelegt und mich auf die in der Box beiliegende Anleitung verlassen. Erst durch Recherchen im Internet konnte ich den richtigen Schlüssel ermitteln, u.a. war in der von mir am Artikelende verlinkten auvisio-Service-Seite das Thema falscher Schlüssel in einem Kommentar thematisiert.

Der Schlüssel ist für meinen Geschmack auch recht unglücklich gewählt, denn Ziffern wie 0, 8, 1 würde ich eigentlich, wegen der Verwechselungsgefahr mit o, B, 7, möglichst vermeiden.

So klappt die Inbetriebnahme unter Android

Nachdem ich die benötigten Informationen recherchiert hatte, klappte die Inbetriebnahme doch noch. Hier die Schritte, wie es klappten sollte.

1. Zuerst ist sicherzustellen, dass das Android-Gerät mit dem WLAN-Router verbunden ist und eine Internetverbindung besteht.


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2. Dann ist die kostenlose Android-App iDTV WiFi aus dem Google Play Store herunterzuladen und zu installieren.

Im nächsten Schritt muss nun eine WiFi-Verbindung zum WiFi DVB-T-Empfänger eingerichtet werden.

3. Stellen Sie sicher, dass der auvisio WiFi DVB-T-Empfänger betriebsbereit ist (blaue LED muss dauerhaft leuchten).

4. Gehen Sie am Android-Gerät auf die App Einstellung und dann zu WLAN. Dort sollte der auvisio WiFi DVB-T-Empfänger mit einem WLAN-Eintrag der Art iDTV_WiFi_xxx erscheinen.

5. Wählen Sie den WLAN-Eintrag iDTV_WiFi_xxx an und geben Sie den WEP-Schlüssel i8888 in das betreffende Feld ein.

6. Anschließend wählen Sie die Verbinden-Schaltfläche in der WLAN-Einstellungsseite an und warten, bis die Verbindung als bestehend bestätigt wird.

Ganz wichtig: Es muss in den WLAN-Einstellung irgendwann der Hinweis “Verbunden” erscheinen. Sonst findet die iDTV WLAN-App kein Gerät. Ich hatte deshalb zu Beginn böse Probleme mit der Ankopplung an den WiFi DVB-T-Empfänger und dachte schon, der Receiver sei kaputt. Die WLAN-Kopplung klappte, einmal wegen des fehlerhaft in der Anleitung angegebenen Schlüssels, und dann, weil ich beim Ablesen statt der Ziffer 8 das Zeichen B verwechselt hatte, nicht. Es kam nur die Meldung, dass die IP-Adresse bezogen würde. Selbst als ich den (wie ich nun weiß) korrekten WEP-Schlüssel eingetragen hatte, stand zuerst die Verbindung auf “Bezug der IP-Adresse”. Als sich nichts tat, habe ich in den Android WLAN-Einstellungen noch das Kontrollkästchen Erweiterte Einstellungen anzeigen markieren und den Bezug der IP-Adresse per DHCP-Server deaktiviert. Dann ließ sich die Schaltfläche Verbinden aber nicht mehr anwählen. Also habe ich die Markierung des Kontrollkästchens gelöscht – und den WiFi DVB-T-Empfänger im Nachgang mehrfach aus- und wieder eingeschaltet. Irgendwann stand die WiFi-Verbindung zwischen Android-Smartphone und WiFi DVB-T-Empfänger.

Da mir das später an drei Android-Geräten und am iPad passierte, scheint die Einbuchung in das WiFi-Netz des auvisio WiFi DVB-T-Empfängers kritisch zu sein. Notfalls also mehrere Versuche machen und ggf. den WiFi DVB-T-Empfänger aus- und wieder einschalten. Dies ist auch hilfreich, falls zwischen mehreren Geräten gewechselt wird und die WLAN-Kopplung zum DVB-T-Receiver nicht erfolgreich aufgebaut wird.

DVB-T-Empfang mit der iDTB WiFi-App

Sobald die WiFi-Verbindung zum WiFi DVB-T-Empfänger steht, lässt sich die bereits installierte iDTB WiFi-App aufrufen.

1. Wählen Sie den Punkt Einstellungen und legen Sie in der Einstellungsseite über Gerät-Auswahl den Empfänger als Gerät fest.

Taucht der Empfänger nicht auf, besteht keine WiFi-Verbindung zum WLAN DVB-T-Empfänger. Überprüfen Sie die obigen Schritte erneut. Taucht der iDTV_WiFi_xxxx-Eintrag auf, kommt bei der Anwahl ggf. der Hinweis, dass sich mit dem Gerät verbunden wird. Der Geräteeintrag muss mit einem Häkchen versehen sein, andernfalls besteht keine Verbindung! Und ohne Verbindung wird der DVB-T-Empfänger von der App nicht gefunden.

2. Wählen Sie in der Einstellungsseite den jetzt angezeigten Befehl Sender suchen und lassen Sie nach den betreffenden Sendern suchen.

3. Wenn alles klappt, sollten DVB-T-Sender gefunden und angezeigt werden. Betätigen Sie die Zurück-Schaltfläche in der linken oberen Ecke.

4. Gehen Sie dann in der Seite Einstellungen zum Befehl Sender sortieren und passen Sie ggf. die Reihenfolg der Sender an (einfach die drei waagerechten Striche am rechten Rand antippen und per Finger nach oben oder unten verschieben).

5. Gehen Sie danach über den Befehl Live-Fernsehen (oberes Foto rechts) zur nachfolgend links gezeigten Seite.

6. Tippen Sie auf den gewünschten Sender, lässt sich das Live-TV auf dem Bildschirm ansehen (oberes rechtes Foto).

Sobald die den Bildschirm antippen, werden Schaltflächen für Timeshift und Aufzeichnung sowie die Senderkenndaten angezeigt. Im Querformat nimmt das Bild den gesamten TV-Bildschirm ein – so dass auf einem 7-Zoll-Bildschirm eines Tablet PC schon eine Sendung mit verfolgt werden kann.

Erfahrungen unter Android (Touchlet SX7, simvalley SP-140, Nexus 4)

An dieser Stelle ist es Zeit für ein erstes Fazit. Ich habe den DVB-T-Wlan-Empfänger am Touchlet SX7, am simvalles SP-140 Smartphone, am Google Nexus 4 erfolgreich getestet. Am Touchlet SX 7 machte das sogar Sinn – allerdings kann ich nicht beurteilen, wie sich das Ganze im Dauerbetrieb schlägt.

Beim Betrieb hatte ich am simvalley SP-140 erhebliche Probleme, die WLAN-Verbindung aufzubauen – diese baute sich zwar auf, brach dann aber immer mal binnen Sekunden zusammen. Bemerkbar war dies oft nur, weil die App dann kein Gerät fand – und bei der Kontrolle der WLAN-Verbindungen war das Smartphone wieder in meinem WLAN-Router eingebucht. Erklärt wohl auch meine Schwierigkeiten beim iPad, bei Touchlet SX-7 und beim Nexus 4 während der Inbetriebnahme. Bisher half immer den WLAN DVB-T-Receiver aus- und wieder einzuschalten und dann die WLAN-Kopplung zum Receiver neu aufzubauen.

Ob es an meinem Gerät liegt, weiß ich nicht – ich werde da auch kein anderes Exemplar mehr testen. Wenn das bei Euch (trotz korrektem WEP-Schlüssel und durchgeführtem Aus-/Einschalten des WLAN DVB-T-Receivers) auftritt, reklamiert bei Pearl und lasst den Empfänger ggf. zurückgehen.

Wie gut ist nun die ganze Geschichte? Durch die WiFi-Anbindung sollte die iDTV WiFi-App  an jedem Android-Gerät (ab Android 4.0.3 gibt der Hersteller an) funktionieren. Das finde ich persönlich schon mal eine richtig gute Idee.

Mit der iDTV WiFi-App konnte ich am Touchlet SX7 DVB-T empfangen. Wichtig ist es, eine gute DVB-T-Stabantenne zu verwenden, da sonst immer wieder durch abgerissenes Digital-Empfangssignal Pixelfehler und Ruckler auftreten. Mit einer guten Antenne ging es sogar ganz annehmbar (die Lautsprecherqualität ist allerdings nicht so dolle, speziell, wenn das Touchlet auf dem Tisch liegt). Man kann eine TV-Sendung verfolgen (sehen und hören), sollte sich aber eine Art Halterung aus einem Stück Karton basteln, um das Tablet schräg zu lagern. Dann wird auch die Tonqualität des Touchlet SX 7 besser.

Auch am iPad 1 ließ sich das TV-Bild ohne Ruckler wiedergeben – da machte das Ganze sogar Lust auf mehr (siehe Teil 5). Wo die Grenzen des Konzepts sichtbar werden, ist das Google Nexus 4: Dort hatte ich ständige Bildruckler. Beim simvalley SP-140 klappte die Wiedergabe, sofern die WLAN-Verbindung stabil war, ebenfalls ganz ordentlich.

Insgesamt als Fazit: Es klappt mit der TV-Wiedergabe – und wer ein Android-Tablet oder ein iPad hat, bekommt mit der WiFi-Anbindung eine kabellose Lösung. Bei Smartphones ist der Bildschirm aber schon arg klein, so dass das Ganze in meinen Augen nur ein wirklicher Notnagel ist. Persönlich würde ich mir statt des Smartphones doch eher ein Net- oder Notebook schnappen und einen USB-DVB-T-Stick mit guter Antenne einstöpseln. Liefert wegen des größeren Bildschirms, eindeutig die besseren TV-Erlebnisse. Im nächsten Teil beschreibe ich noch die Schritte, um den auvisio WLAN DVB-T-Receiver  am iPad 1 in Betrieb zu nehmen.

Artikelreihe:
i: Android-DVB-T TV per Touchlet SX7 angetestet–Teil 1
ii: Android-DVB-T TV: hands-on auvisio Mini-DVB-T-Receiver –Teil 2
iii: auvisio WiFi-DVB-T-Receiver für Mobilgeräte – Teil 3
iv: auvisio WiFi-DVB-T-Receiver Hands-on (Android) –Teil 4
v: auvisio WiFi-DVB-T-Receiver Hands-on (iPad) –Teil 5

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a5: Touchlet SX 7: FM-Radio Tweaks und Tipps
a6: Touchlet SX7: Recovery-/Factory-Mode und Reset verwenden
a7: Touchlet SX 7 FAQ & Wiki
a8: Touchlet SX7: WLAN-Zugang und MAC-Filter
a9: 3G-Verbindung klappt beim Touchlet SX7 nicht

b1: Touchlet SX7: DVB-T TV-Empfang, das geht – Teil 1
b2: Touchlet SX7: Praxisanmerkungen und Tipps – Teil 2

Links:
1: auvisio WLAN-DVB-T-Receiver für iOS- und Android-Geräte Pearl-Seite
2: auvisio WLAN DVB-T-Receiver Bedienungsanleitung (Pearl-Seite)
3: Source-Code des WLAN DVB-T-Receiver
4: Pearl-Supportseite
5: auvisio-Service-Seite


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