"Geiler Content" für den Blog – just my 2 Cents

Ist momentan zu warm draußen und im Haus ist’s kühl. Daher am Pfingstmontag noch ein paar kurze (nonsense) Gedanken zu Mirko Langes Aufruf zur Blogparade: “Geiler Content – aber wie geht das?”. Manches ist nicht ganz ernst gemeint, anderes ist mir einfach so „aus der Feder“ geflossen.


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Der ‚Stein des Anstoßes‘ …

Als ich den Artikel von Mirko Lange überflogen habe, dachte ich „na so was?“ – die Agentur talkabout ist im Bereich „Öffentlichkeitsarbeit“ für Unternehmen aktiv – zumindest meine Wahrnehmung. Und Unternehmen wollen auch per Blog „ihre Nichtleser fesseln“. Daher schreibt Mirko Lange aus seiner Sicht berechtigt (und natürlich überspitzt formuliert):

Ja, wir alle müssen in Zukunft “geilen Content” entwickeln. Am besten einen, “der direkt ins Hirn knallt”, wie es Karl Kratz ausdrückt. Denn ohne geilen Content liest und sieht uns niemand mehr. Und dann ranken wir auch nicht in Suchmaschinen. Und das gilt für jeden: Für den kleinen Blogger wie für den großen Konzern. Die Frage ist nur: Wie geht das? Wie entwickelt man “geilen Content”? Was macht denn Content “geil”?

Kann ich aus seiner Sicht ja alles verstehen. Aber mal Hand auf’s Herz – so was lese ich a) entweder von Leuten, die ich unter dem Begriff „Marketing-Fuzzis“ versammle (ist nicht negativ gemeint) oder b) in die Kiste „SEO-Optimierer und andere Theoretiker“ vertüte. Nix für ungut – jede der Gruppen scheint eine Daseinsberechtigung zu haben – sonst gäbe es sie längt nicht mehr.

In Ruhe gelassen zu werden, bekommt einen neuen Stellenwert!

Und zum Stichwort „liest und sieht und niemand“ – hey, in Zeiten von NSA, GCHQ, BND und was weiß ich, wie die alle heißen, ist es doch der „schiere Luxus, nicht gefunden und gelesen zu werden“. Stell dir vor, der BND bekommt zig Millionen deiner sauer verdienter Steuergelder, um Facebook online und in Echtzeit zu durchsuchen, Du bloggst dir einen ab – und die Jungs finden dich einfach nicht. Treppenwitz der Geschichte – ich werf mich weg.

Noch ein kurzer Gedanke: Vor meiner Zeit haben unsere Vorfahren mal Tagebücher geschrieben. Ganz kurios, die haben mit echter Tinte auf echtem Papier gearbeitet – ist doch cool, oder? Und keiner von denen hat jemals darüber nachgedacht, ob jemand deren Blog Tagebuch liest. Manche Tagebücher oder Briefe haben’s in die Weltliteratur geschafft. Waren Blogs nicht auch mal als Tagebücher im Web (Web-Logs) gedacht?

Und wie hältst Du’s mein Freund?

Aber im Ernst: Als Blogger habe ich mich eigentlich noch nie gefragt „wie schreibst Du jetzt geilen Content“? Klar mache ich mir gelegentlich Gedanken, was die Leser interessieren könnte. Aber wie entstehen eigentlich die Blog-Beiträge hier? Da gibt es recht einfache Muster:

  • Irgendwo lese ich was zu einer Neuerung und bringe das hier im Blog – im schlechtesten Fall als schnellen Abklatsch (ja ich weiß, ich schlimmer Finger), im optimalen Fall gebe ich meinen Senf dazu und kuratiere die Dinge mit meiner Wahrnehmung. Dieses Artikel-Genre mag ich nicht so (Eintagsfliegen, nach zwei Minuten wieder aus dem Fokus und die Karawane zieht weiter), aber die Beiträge werden scheinbar doch gelesen.
  • Ich stoße im Microsoft Answers-Forum (oder in Diskussionen mit Bekannten oder Lesern) auf eine Problemstellung, zu der ich eine Lösung kenne oder bei Recherchen herausfinde – und dann mache ich einen Blog-Beitrag daraus, wo ich das Problem vom Kopf auf die Füße stelle. Diese Beiträge werden nach Jahren noch gefunden und haben so manchem Blog-Besucher bildlich „den Arsch gerettet“ – das ist dann für den Betreffenden „geiler Content“.
  • Es gibt irgendwo ein neues Gerät – ich versuche eine Teststellung vom Hersteller zu ergattern. Und falls es mir gelingt, entstehen da ganz fix Blog-Beiträge, wo ich meine Sicht der Dinge darlege (nicht immer zur Freude der Hersteller).

    Da ist das Geschäft für mich zwischenzeitlich recht zäh geworden, da die großen Hersteller oft genau die Agenturen vorschalten, die sich Gedanken über „geilen Content“ machen, nix richtig auf die Reihe bekommen und dann mir als Blogger Knüppel zwischen die Beine werfen oder dumm dreist mit irgendwelchen Angeboten kommen. Führt dazu, dass ich vieles an Anfragen oder Texten mittlerweile ungelesen in den Papierkorb des Mail-Eingangs schiebe und Geräte abseits des Mainstreams teste (gibt noch Unternehmen, wo die Presseabteilung ihre Arbeit begreift und kleine Blogger unterstützt). Manchmal unterstützen mich auch Bekannte oder Leser, wo ich kurz Zugriff auf ein neues Gerät bekomme.

    Mir jetzt jede Neuerscheinung auf dem Hardware-Sektor zu kaufen, um diese anschließend auf den großen Stoß nicht benutzter Geräte zu legen, sehe ich nicht ein. Ich bin auch nicht so der Messegänger, mir ist der Aufwand zu hoch, da zig Stunden anzureisen, um von Produktmanagern zu hören, dass man diese oder jene Frage nicht beantworten könne. Wenn mir ein gut gemachtes Review anderer Blogger unter die Augen kommt, mache ich einen kleinen Blog-Beitrag und kuratiere die Essenz daraus.

  • Und die letzte Kategorie an Blog-Beiträgen, die ich eigentlich liebe: Ich habe ein Thema, welches mich interessiert – beginne oft zu recherchieren, teste vielleicht, komme zu einer Erkenntnis und blogge darüber. Sind teilweise die Beiträge, die am meisten Spaß machen – aber auch am meisten Zeit verschlingen.

Und es gibt so Tage, da schalte ich den Rechner ein, es schießt ein Gedanke durch den Kopf und 10 Minuten später ist ein Blog-Beitrag „einfach so aus heiterem Himmel“ online. Für die „saure Gurkenzeit, wo mir nix einfällt“ fliegen hier ein paar schmale, von Altpapier abgeschnittene, aber zusammengeheftete Blätter im DIN A5-Format herum, wo ich mit Bleistift oder Kugelschreiber einfach Stichpunkte notiert habe, was ich für den Blog als Themen behandeln könnte. Da dümpeln z.B. Virtualisierung unter Android, AirpPlay, ein Grundsatzartikel zu Miracast, Tests von Backup-Tools, Bluetooth-Troubleshooting-Artikel und, und, und als Themen herum. Wenn ich Lust habe, greife ich mir dann so ein Thema heraus und mache was dazu.

Gedanken, über „geilen Content“ habe ich mir also noch nie gemacht. Ich muss ja auch nix für eine Firma verkaufen, sondern blogge solange es noch Spaß macht (mittlerweile 7 Jahre, gibt hier im Blog mittlerweile über 4.000 Beiträge). So ganz neben der Spur scheine ich nicht zu laufen – immerhin kommen täglich 6.000 bis 7.000 Besucher hier vorbei und rufen zwischen 12.000 und 16.000 Seiten ab.

Ach ja, eben ging mir noch der Artikel von Mirko Lange durch den Kopf und ich habe überlegt „thematisierst Du es es im Blog? Macht das Sinn? Was schreibst Du denn dazu?“ – und jetzt muss ich gestehen „ich habe da keine Sekunde nachgedacht – der obige Text ist einfach so in die Tastatur geflossen. Die Katze, die ich hätte über die Tastatur laufen lassen, ist mir bisher nicht untergekommen …

Jetzt seid ihr gefragt!

Aber den Beitrag liest sowieso keiner. Und falls doch: damit der Beitrag noch irgend einen Sinn bekommt, seid ihr gefragt. Welche Themen würdet ihr hier behandelt sehen wollen? Es gibt Blog-Leser, die in Mails oder Kommentaren Feedback, Tipps oder Hinweise geben. So ist spontan mancher Blog-Beitrag – aber auch schon der eine oder andere Gast-Beitrag entstanden. Wenn es irgendwie machbar ist, kann ich versuchen, Vorschläge aufzugreifen. Also, ich bin für Vorschläge offen – notfalls werde ich euch diese wortreich ausreden und begründen, warum ich das nicht aufgreifen kann Zwinkerndes Smiley

Ansonsten blogge ich hier meinen eigenen Stiefel – Themen liefert mir die verrückte Welt das draußen genügend. An Blog-Themen bin ich wirklich nicht verlegen – gibt vieles, was mich interessiert. Und Ideen für weitere Blogs habe ich auch – was für Senioren, was für die DIY-Leuts (hier ist immer was im Haus zu richten) – mein Gaij Jin San-Blog könnte auch mal wieder ein paar Geschichten vertragen (nach Fukishima fehlte mir die Motivation, weiter zu machen, Themen gibt es noch genug im Hinterkopf), und so weiter und so fort. Was fehlt, ist Zeit. So long- schönen (Pfingst-)Montag noch.


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3 Kommentare zu "Geiler Content" für den Blog – just my 2 Cents

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  2. Paule21 sagt:

    Gelesen! 😉

  3. Manuel sagt:

    Ich finde den Blog super so wie er ist 😉

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