Datenschutz-Sammelklage von Max Schrems gegen Facebook

Der Österreichischer Max Schrems hat eine Klage gegen Facebook wegen Verletzungen der europäischen Datenschutzregelungen, wegen der Teilnahme an PRISM und weiterer Punkte eingereicht und gleichzeitig eine Webseite für eine Sammelklage aufgesetzt. 500 Euro will er für jeden teilnehmenden Facebook-Nutzer mindestens an Schadensersatz einklagen. Die Teilnahme an der Sammelklage ist kostenlos.


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Der Österreicher Max Schrems hat als Jura-Student Facebook bzw. die irischen Datenschutzbehörden ja schon häufiger gepiesackt. Bereits vor 3 Jahren hat er Facebook wegen der Datensammelwut in Irland verklagt (siehe z.B.), sich um das Amt des irischen Datenschutzbeauftragten beworben und ein Buch Kämpf um deine Daten verfasst.

Bei Facebook tut sich nichts bzgl. Datenschutz und Privatsphäre

Da sich bezüglich Facebook aber wenig getan hat, die irischen Behörden mauern inzwischen (möglicherweise aus politischen Gründen), reichte Schrems zwischenzeitlich Klage gegen Facebook wegen Verletzung europäischer Datenschutzregelungen ein. Stichpunkte sind die Facebook Datenschutzbestimmungen, die Teilnahme am Überwachungsprogramm PRISM, Graph Search, die Facebook-Apps, das Tracking auf anderen Seiten (z.B. durch „Like Buttons"), „Big Data"-Anwendungen die Nutzer ausspähen.

Clevere Konstruktion der "Sammelklage": Kostenlos, mit Gewinnaussicht

In einer cleveren Konstruktion will er das Ganze in Form einer "Sammelklage" durchziehen. Da in Österreich solche Klagen nicht zulässig sind, hat er die Seite www.fbclaim.com aufgesetzt und wirbt nun um Mitstreiter, die volljährig und Facebook-Nutzer sein müssen. Diese sollen das Klagerecht an ihn abtreten, so dass er stellvertretend für alle Mitkläger die Klage durchfechten kann. 

Verklagt wird Facebook Irland, so dass sich Benutzer in den USA und Kanada nicht an der Klage beteiligen können. Jeder Teilnehmer verklagt Facebook auf 500 Euro zuzüglich des rechtswidrig erlangten Gewinns. Die Teilnahme an dieser Klage ist für die Beteiligten, die ihre Klagerechte an Schrems abtreten, kostenlos (finanziert wird das Ganze durch die ROLAND ProzessFinanz AG). Ist die Klage am Ende erfolgreich, bekommen die Mitkläger ihren Anteil an der erklagten Summe anteilig, wobei 20% für die ROLAND ProzessFinanz AG vorher abgezogen werden.

Max Schrems hat hier eine ausführliche FAQ aufgesetzt. Und hier findet sich das Formular zur Teilnahme an der Klage. Einige weitere Infos findet ihr auch in den nachfolgend verlinkten Artikeln.

Links:
Max Schrems reicht Sammelklage gegen Facebook ein
Schrems reicht Sammelklage
Möglichst viele User gesucht
500 Euro pro Nutzer: Max Schrems strebt Facebook-Sammelklage an
Facebook hit with international class action privacy suit


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5 Antworten zu Datenschutz-Sammelklage von Max Schrems gegen Facebook

  1. Thomas sagt:

    Mal nebenbei gefragt: machen wir da mit? Die 500 Euro klingen schon nicht schlecht.

    • Günter Born sagt:

      @Thomas: Unabhängig von den 500 Euro – man sollte sich die Sache schon mal überlegen. Denn eigentlich wollen wir ja die Oberhoheit über unsere Daten behaupten.
      Update: Nun sind wir bereits 12.000 (Quelle)

  2. Paule21 sagt:

    Bin auch noch unschlüssig. Geld erwarte ich keines, irgendwie wird sich Facebook schon um die Zahlung drücken können, oder jeder bekommt am Ende 2,50 Euro. ;-) Aber es stimmt schon, wie sollten alle das Interesse haben selbst über unsere Daten bestimmen zu können und die teils schon arrogante Haltung von Facebook die deutschen, bzw. europäischen Datenschutzgesetzte einzuhalten, nervt schon enorm. So ein Denkzettel würde hoffentlich auch andere Firmen aufschrecken. Konsequenter Weise müsste man aber dann auch Google mal vor den Kadi ziehen.

  3. Günter Born sagt:

    Zwischenzeitlich sind es schon 20.000 Beteiligte. Die Aktion wird zwischenzeitlich auf 25.000 Beteilige begrenzt, um das Ganze handhaben zu können.

    Nachtrag: Falls ihr den Error 404 beim Verifizieren der E-Mail-Adresse bekommen haben solltet – hier ist die Erklärung bzw. ihr solltet vermutlich diese Antwort erhalten haben:

    As you may have seen we limited the number of assignments at 25.000 and stopped the assignment app for that. Unfortunately this means that the emails that were not verified at this time received a 404 message. You were one of these cases. We are sorry for this inconvenience and have verified your email manually now. You are all fine and your email is hereby verified!

  4. Günter Born sagt:

    Kleine Zwischeninfo: In Wien ist die Klage jetzt abgewiesen worden. Details finden sich in diesem Artikel.

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