Avast patzt mal wieder

Der Virenscanner AVAST ist mal wieder negativ aufgefallen: Eine verunglückte Virensignaturdatei führte dazu, dass Windows-Bibliotheken sowie Anwendungen als Trojaner erkannt und in Quarantäne geschoben wurden. Über die Folgen brauchen wir nicht zu reden – oder doch?.


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Fast können die Tschechen bei Alwil einem schon leid tun: Der Verkauf von Virenscannern und Internet Security Lösungen ist in Zeiten von Windows 8.x und Windows 10 ein hartes Brot. Und wenn die Produkte dann noch patzen oder dem Anwender echten Ärger bereiten, wird es bitter.

Bordmittel reichen imho …

Ich bin ja ein Verfechter der “Bordmittel reichen”-Lösung, sprich Microsoft Security Essentials reicht für Windows 7 und ab Windows 8 kommen nur der Windows Defender und die Windows Firewall zum Einsatz. Aber ich lasse den Anwendern die Wahl, was sie einsetzen – auch wenn ich mal in einer sehr “traurigen Minute” mit dem Artikel Windows 8, Anwenderwahn und die Virenscanner meinen Frust als MS-Communitymoderator rausgelassen haben.

Was mir aber auffällt: Gefühlt schlägt AVAST hier häufiger in den Webberichten als echter Problembär auf. In meinem Postfach steckt eine Mail eines Anwenders, der AVAST die Schuld an Hardwaredefekten gibt (AVAST-Komponenten haben angeblich den Prozessor durch Vollauslastung zur Überhitzung gebracht – die Antwort von Alwil steht noch aus). Und im Blog sind einige Artikel zu Merkwürdigkeiten rund um AVAST.

Unschön: Neuer Fail von AVAST

Es war gestern nur eine kurze Meldung bei heise.de, die auf diesen AVAST-Foreneintrag verwies, die mir sofort ins Auge gesprungen ist. AVast Version 8 (aktuell ist die Version 10) und älter hat wohl gestern (ab dem Definition Update 150506-3 a) falsche Alarme ausgelöst und Trojaner in Systembibliotheken sowie Anwendungen gefunden, die keine waren – was z.B. eine Kontrolle bei Virustotal.com ergab.

avast(Quelle: Avast-Forum)

Gingen die Benutzer dem nach, fanden sich ganz harmlose Dateien im Quarantäneordner – und Windows oder Anwendungen funktionierten nicht mehr.

avast01(Quelle: Avast-Forum)

Erst nachdem die Benutzer die Dateien aus der Quarantäne zurück kopiert und die Virensignatur aktualisiert hatten, war der Spuk vorbei. Was mich zur Frage bringt: Was nutzt mir eine Virenschutzlösung, die mich mit so was straft, aber im Zweifelsfall im Regen stehen lässt? Irgendwie wird mir “ganz anders”, wenn ich die letzten Blog-Beiträge zu AVAST so ansehe. Zufall? Setzt ihr Fremdvirenscanner unter Windows ein und falls ja, welche?

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13 Kommentare zu Avast patzt mal wieder

  1. Marc sagt:

    gerade die User wo “Hilfe” benötigen, setzen o.g. bevorzugt ein ;-(
    solche Software gehört vom Markt.

  2. Pingback: Anonymous

  3. Wolfgang Schneider sagt:

    Ich persönlich halte nix von anderen Virenscannern. Seit ich Win 7
    benutze mit Windows Essentials und jetzt unter 8.1 den Windows Defender.
    Zur Zeit teste ich Win 10, natürlich nur den Defender. Soll ja
    Zeitgenossen geben die sich zusätzlich noch eine Software-Firewall drauf
    jubeln.

    Virenprobleme hatte ich selten oder ein paar harmlose Zeitgenossen.
    In jeder PC-Zeitschrift wird es hochgespielt man solle sich dieses und
    jenes installieren. Alles nonsense. Das Einzige was da eliminiert wird
    ist die Kohle im Portemonnaie.

    Gruss,
    Wolfgang

  4. fred59 sagt:

    Das AVG war bis Win 7 mein ständiger Begleiter.
    Seit Win 8 verzichte ich auf einen externen Virenschutz und nutze nur die bordeigenen Mittel. Meine Erfahrungen damit sind seit über 2 Jahren durchaus positiv. Es gehört aber auch ein entsprechendes Surfverhalten im Netz dazu. Kann das nur empfehlen!

    fred59

  5. Paul Brusewitz sagt:

    Hallo,

    Zumindest bestärkt mich das Ganze in meiner Ansicht, dass die Gratis-Versionen der Virenscanner völlig ausreichen. Wenn man sich Tests solcher Programme ansieht, ist das sowieso immer ein hin und her. Mal gewinnt dieser, mal jener. Einen guten Grundschutz bieten fast alle Gratis-Virenscanner und das, was dann bei der Bezahlversion zusätzlich mitgeliefert wird, taugt oft nix oder ist bereits im Betriebssystem vorhanden (z.B. Firewall). Ich habe im Bekanntenkreis festgestellt, dass gerade die Nutzung von Internet/Antiviren-Suiten dazu führt, dass es im Heim-Netzwerk oder bei der Internetnutzung zu Problemen kommt. Grund dafür sind 2 parallel laufende Firewalls, die von Otto-Normal-Vebraucher meist in der Standardkonfiguration genutzt werden und nicht individuell konfiguriert (mangels Know-How).
    Ein echter Problembär bei Antiviren-Programmen stellt auch die Funktion dar per SSL/TLS übertragende E-Mail “on the fly”scannen zu wollen. Da werden dann großzügig SSL-Zertifikate durch das Zertifikat des AV-Programmes ausgetauscht. Diese Zertifikate haben oft ein unendlich lange Gültigkeit. Was das bedeutet ist auch vielen Nutzern nicht klar. Es führt aber im Ergebnis ggf. zu Problemen, so das dann auf einmal gar nix mehr geht. Mit sicher Übertragung hat das jedenfalls wenig zu tun.
    Avast ist auch da ein übles Beispiel.

    Freundl. Grüße
    P.B.

  6. Michael Schendel sagt:

    Ich kann mich Wolfgang & fred59 nur anschließen. Seit Windows 7 / 8.x nutze ich nur noch den Defender und bei entsprechender IE11 Einstellung und Surfverhalten hatte ich bisher keinerlei Probleme oder gar Ausfälle.

  7. Anntheres sagt:

    Irgendwer hat die Meldung nicht richtig gelesen… Warum auch immer handelte es sich in dem Artikel um Avast Version 8. Wer diese Version noch benutzt ist selber schuld…
    Ich nutze Avast seit vielen Jahren auf unterschiedlichen Rechnern und hatte nie Probleme, weil ich immer rechtzeitig aktualisiere. In den neuen Versionen wird sogar angezeigt, wenn es eine neue Programmversion gibt…

    Gruß Anntheres

    • Marc sagt:

      Dann bist du einiger der wenigen, denn “never touch a running”-System (der größte Mythos und Unsinn) wird gerne von DAUs verwendet.
      Wobei die “blacklist/whitelist) usw. unabhängig von der eingesetzten Versionen sind.

  8. Hannes sagt:

    Ja, schon. Irgendwie stimme ich dir zu. Aber bei den zahlreichen(!) Test fällt das Bordmittel immer weit nach hinten. Nur ein Beispiel:
    http://www.av-test.org/de/antivirus/privat-windows/windows-8/februar-2015/microsoft-windows-defender-4.6-150671/
    Manchmal denke ich auch, dass die diversen Hersteller sich gegenseitig Malware zum Testen schicken, damit die Ergebnisse so aussehen wie sie aussehen. Und schon fürchte ich, Verschwörungstheoretiker zu sein. Zeig mir mal jemand auch nur einen Test, bei dem der Defender weniger als 10% abgehängt wird.
    (Auf zwei von meinen Rechnern habe ich noch Nod32 laufen.)
    Schönes WE!

  9. name sagt:

    ….wo “Hilfe” benötigen…. oO dein virenscanner hat dein deutsch wohl in quarantäne geschoben oder was? armes deutschland……

  10. Günter Born sagt:

    Kleiner Nachtrag: Aktuell gibt es bei heise.de den Artikel: Avast gibt Nutzungsdaten an Analysefirma weiter

  11. Petra sagt:

    Als -für euch- “blindes Huhn” bin ich auf Virenwächter angewiesen bzw. glaube es, wenn ich Onlinebanking mache oder einfach nur so im Internet unterwegs bin. So habe ich schon avira benutzt, avast und bin jetzt bei gdata gelandet- aufgrund der positiven Einschätzungen der Anwender. Deren Leserkommentare lese ich nämlich immer, wenn Artikel zu den besten Virenscannern erscheinen und sie erscheinen mir immer am ehrlichsten. Auf dieser Webseite wird nun wieder auf die dümmlichen Anwender geschimpft “Herr, lass Hirn regnen” und generell vor zusätzlichen Virenscannern gewarnt. Selbst MS selbst empfiehlt seinen Nutzern auf die Frage: “Was brauche ich neben der Firewall noch, um meinen PC zu schützen?”: “Verwenden Sie Microsoft Security Essentials oder ein anderes Antivirenprogramm und eine andere Antischadsoftware, und halten Sie diese durch regelmäßiges Herunterladen von Updates von der Website des Herstellers auf dem aktuellem Stand. Viele dieser Programme werden automatisch aktualisiert. Diese Programme können den Computer vor Spyware und Schadsoftware schützen.”
    Also, was soll das “blinde Huhn” nun glauben?

    • Günter Born sagt:

      @Petra: Hand auf’s Herz – wenn ein Anwender seinen Grips bemüht und nachvollziehbare Entscheidungen trifft, ist das in Ordnung. Was aber nicht geht: Anwender hat Probleme, bekommt in einem Forum gesagt, wirf deinen Gratis-Virenscanner/Internet Security Suite runter, weil diese als Problembär bekannt ist und der ab Win 8 integrierte Windows Defender einen Grundschutz bietet – der Anwender dem Rat folgt und die Probleme weg sind – dann mangelt sich der geneigte Anwender die nächste kostenlose Suite auf das System, um dann wieder im Forum weinend wegen Problemen aufzuschlagen. Aus genau dieser Situation ist der bereits angestaubte Blog-Beitrag “mit dem Hirn” entstanden.

      Und zu deinen “ehrlichen Nutzerkommentaren”: Wenn sie dir helfen, ist das doch ok. Seid mir aber nicht böse: Persönlich halte ich 99% dieser Kommentare schlicht für die Tonne, weil die wenigsten wirklich testen können, sondern auf Stammtisch-Niveau debattieren. Ich teste hier zwar auch nicht, lese mir aber durchaus Testberichte und Analysen kritisch durch und erhalte als MS Communitymoderator durchaus ein Bild, was so in Punkto Virenschutz los ist.

      Zur MS-Empfehlung bezgl. Security Essentials: Da muss es um Windows 7 gehen – und mal Hand auf’s Herz – Microsoft sitzen die Wettbewerbskommissionen von EU und der US-Regierung im Nacken. Wenn die schreiben würden “Leute, vergesst den Schrott von xyz, MSE oder Defender ab Win 8 reichen”, was glaubst Du, was wohl los wäre?

      Die Entscheidung trifft jeder Anwender letztendlich selbst. Mein Tipp: Wenn Du auf Fremdprodukte unter Windows 8 – 10 setzen willst, verwende einen kostenpflichtigen Virenscanner deiner Wahl – der auch zum Betriebssystem kompatibel ist. Du solltest dir aber bewusst sein, dass dieser keine 100% Sicherheit bietet und im Zweifelsfall genau die Trojaner und Schadsoftware durchlässt, die man glaubte, draußen halten zu können. Und wenn es Probleme gibt, weil ein Scanner mal wieder Tabula Rasa gespielt hat, schimpfe nicht auf Windows.

      PS: Ich bin seit Windows 7 mit den Microsoft Security Essentials und ab Windows 8 mit dem Windows Defender unterwegs, ohne je eine Infektion gehabt zu haben …

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