Windows 10: Build 10568 nötigt Nutzern Built-in-Apps auf

Die gerade geleakte Windows 10 Build 10568 hat einen neuen Trick auf Lager, um Nutzer davon abzuhalten, fremde Apps als Standard zu verwenden.


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Es wird (zumindest in meinen Augen) immer bizarrer, was Microsoft wohl mit Windows 10 veranstaltet – und könnte am Ende des Tages bös ins Auge gehen, wenn das Bestand haben sollte. Wie Tom Warren bei The Verge in diesem Artikel berichtet, blendet die Build 10568 eine Meldung ein, wenn ein Benutzer eine Build-In-App gegen eine Dritthersteller-App austauschen will.


(Quelle: Neowin.net)

In einem Popup wird dem Benutzer mitgeteilt, doch der betreffenden Built-In-App von Microsoft noch eine Chance zu geben. Im obigen Screenshot, der von neowin.net stammt (ich lade mir die Build 10568 nicht zum Test herunter), taucht die Meldung beim Wechsel von Edge zum Google Chrome als Standard-App auf.

Das brennt die Hütte …

Könnte man achselzuckend zur Kenntnis nehmen – und die Build 10568 ist inoffiziell, d.h. das Feature sollte eigentlich nicht in die Öffentlichkeit gelangen (hoffe ich mal zugunsten von Microsoft). Mir zeigt das aber, wie groß die Verzweiflung in Redmond sein muss. Ich hatte hier ja mehrfach meinen Rant auf die schrottigen Microsoft Build-In-Apps veröffentlicht (siehe z.B. Windows 10 und die App-Flops…). Offenbar sehen viele Nutzer das ähnlich und holen sich sofort eine Anwendung, wie z.B. den Chrome Browser, die funktioniert. Mein Blogbeitrag Microsoft Edge – der Wolpertinger unter den Browsern vom Juni 2015 hatte da geradezu prophetische Züge, also ich schrieb “Ich denke, Microsoft hat ein Problem …”

Es schmerzt, das zu erleben!

Lang ist’s her, dass Microsoft mal mit seinen Produkten überzeugte – ein Word, ein Excel, so was wurde einfach benutzt, da brauchte es keine Popup “Gib Excel noch eine Chance”. Irgendwie schmerzt das schon – seit MS-DOS 1.0 kenne und benutze ich Microsoft-Produkte – oft ohne Nachdenken. Das hat damals überzeugt (und überzeugt noch immer, ein Windows 7, ein Word 2000 etc.) und der Mitbewerb war ohne Chance.

Aber seit Windows 7 hat mich persönlich kein Windows- oder Office-Produkt mehr wirklich begeistert, so dass ich “musst Du unbedingt haben” empfinde. Es gibt eher die Haltung: Versuche, so lange als möglich drum herum zu kommen. Keine Ahnung wie ihr das so seht – aber ich schätze, Microsoft braucht entweder viele Deppen, die alles gut finden, was irgendwie nach Windows 10 riecht – oder die haben noch einen verdammt langen Weg vor sich, bis die wieder ernst genommen werden können.

Und was mich brennend interessiert: Wie die EU das so sieht – ich erinnere an die Browser-Auflagen mit Browser-Auswahlfenster bis 2014 (siehe Das Windows Browserauswahlfenster soll verschwinden). Wenn ich diesen futurezone-Artikel richtig interpretiere, steht Mozilla ja schon in den Startlöcher. Von daher bin ich nicht wirklich sicher, wie lange dieses Feature in Windows 10-Builds überlebt – so dumm kann doch niemand in Redmond sein. Oder?

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6 Kommentare zu Windows 10: Build 10568 nötigt Nutzern Built-in-Apps auf

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  2. Martin sagt:

    Ich sehe das nicht ganz so negativ. Wahrscheinlich ist die Meldung für Tester gedacht: Microsoft will, dass man als Insider-Tester die Microsoft-Features ausprobiert und bewertet. Ich glaube (hoffe) nicht, dass die Meldung für eine spätere finale Version gedacht ist.

  3. Thomas Bauer sagt:

    Ich glaube nicht das diese Neuerung den Weg ins Release findet. Allerdings zeigen die Ideen gut wie es intern bei MS wohl aussieht. Scheinbar steht man vor einem Scherbenhaufen und versucht verzweifelt zu retten was noch zu retten ist. Dabei schießt MS regelmäßig derart übers Ziel hinaus das der Schuss eigentlich nur nach hinten los gehen kann. Mit solchen Aktionen erntet MS schlechte Presse und die wenigen Wechsel willigen werden dadurch abgeschreckt. Wenn ich mein Windows 10 starte beschleichen mich mittlerweile ungute Gefühle um die Zukunft meines Systems und der Sicherheit meiner Daten. Der Datenschutz, die Updates und welche Blüten werden die Ideen von MS in zukünftigen Updates noch treiben? Ich würde am liebsten wieder weg von Windows 10 und ein schönes Windows 7 aufsetzen.

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  5. Fred sagt:

    Für mich ist Win10 noch immer eine Beta-Version, die man gratis bekommt. Erst wenn nach diesem „Testjahr“ ein fertiges Windows da ist, kann man ein endgültiges Fazit ziehen. Sollten dann immer noch diese Zwänge vorhanden sein, wie Updates und Werbung, hört dann der Spass endgültig auf. Ob die User dann bereit sind, für diesen Murks zu bezahlen, wird sich zeigen.

  6. George sagt:

    Mittlerweile nerven die Versuche von MS Windows 10 per Updates unterzuschieben.
    Win X sehe ich bis dato als Beta-Version, die nichts auf meinen Rechnern zu suchen hat. Bis längstens 2020 bleibe ich bei Win 7 Ultimate und mit einem Mini-PC werde ich Linux Mint testen (evtl. kommt auch ReactOS in Betracht).
    Standard-Software habe ich bereits durch Programme anderer Anbeiter ersetzt, z.B. MS Office durch SoftMaker Office, Windows Media Player durch VLC, Internet Explorer durch Pale Moon, Adobe Acrobat Reader durch Sumatra PDF etc. und komme mit diesen Alternativen klar.
    Demnächst wird auch das Lumia Smartphone durch ein Smartphone mit einem alternativen OS (nicht Android oder iOS) ersetzt werden.
    Umstellungsschwierigkeiten nehme ich Kauf .
    Ciao MS, war eine schöne Zeit (seit MS-DOS 3.3), aber jeder muss sehen wo er bleibt.

  7. Fliwatüt sagt:

    Leider leider ist meine bisherige Erfahrung mit Windows 10 eher negativ, es überwiegen die störenden Bugs, selbst Windows 8 nervte nicht so rum wie 10 es tut.

    Insbesondere das merwürdige Verhalten der Live Tiles gibt immer wieder Stirnrunzeln auf..seit dem Dez Build ist mal wieder meine mail tile TOT…da tut sich nix. Die News Tile spielt keine Videos mehr ab von wegen format und pfad fehler. Alle Reperaturversuche abseits eines total refresh fruchten nix.

    Auch die Treiberhersteller wie z.b Intel oder die Killer Network Hersteller schiessen irgendwie einen Bock nach dem anderen (Intel Management Engine Interface gefällig?).

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