Mega-Fail: IT und Bordelektronik im Auto …

Gelegentlich fühle ich mich wie Hajo Heist alias Gernot Hassknecht in der Heute Show. Zum Beispiel wenn ich an die IT und Bordelektronik in heutigen PKWs denke.


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Ich erinnere mich noch an Artikel in den VDI nachrichten, wo Auto-Manager vor Jahren stolzgeschwellt berichteten, dass die IT in den Autos so manches “Rechenzentrum” in den Schatte stelle und man Kilometer Glasfaser in den Karren verlege. Ach ja, man hat auch über Autobatterien mit 24 Volt nachgedacht, weil die 12 Volt für die Stromversorgung nicht mehr ausreichen würden. Böse Zungen munkeln, es hätte BMWs gegeben, die immer mit leere Batterie liegen blieben, weil die Bordelektronik im Auto diese leer gesaugt hat.

Momentan wird ja gepredigt, wie toll das mit den selbstfahrenden Autos ist und wie verschnarcht die deutsche Autoindustrie doch im Grunde genommen sei. Ja, verschnarcht sind die teilweise. VW wollte ganz clever sein und hat die Abgaswerte per Hokus-Pokus und Bordelektronik klein gemacht, sich dann aber dummerweise beim Mogeln erwischen lassen. Sind aber nur kleine Problemchen, gegen die unterirdischen Fails, die momentan laufen.

Gerade hat der ADAC nachgewiesen, dass die überall im Einsatz befindlichen Keyless Car-Systeme leicht zu knacken sind. Bei heise.de hat man einen großen Artikel ADAC: Viele aktuelle Pkw-Modelle über Funk knackbar drüber gemacht. Selbstredend ist mein neues Fahrzeug auch dabei (musste das zwangsweise beschaffen, weil beim alten PKW das ESP ausgefallen ist und eine Reparatur samt Austausch einer Steuerkette irgendwo bei > 3600 Euro gelegen hätte). Beim alten Modell musste man noch eine Taste drücken und die Chipkarte einstecken. Jetzt hat’s Fortschritt – auch beim Knacken von Autos …

Und was mich speziell auf die Palme bringt: Da rufen die Hersteller alle Nase lang an und fragen, ob man zufrieden mit dem Auto sei. Will man eine besondere Info loswerden, druckst das Mädel im Callcenter rum: In meinem 20 seitigen Formular habe ich kein Eingabefeld dafür. Die letzte schriftliche Befragung mit gefühlt 10 Seiten Fragebogen habe ich in den Papierkorb geworfen. Der beauftragten Agentur und dem Hersteller ist offenbar jegliches Gespür abhanden gekommen, was geht – obwohl ich mal auf die Japaner geschworen habe.

Und die zweite Meldung: Das FBI warnt die Amis,  “Car-Hacking” sei  mittlerweile ein reales Szenario bzw. Risiko  (siehe Wired-Bericht). Beispiele gab es vor einigen Monaten zur Genüge. Passt alles zum Beitrag Bruce Schneier: “Wir schlafwandeln in ein digitales Desaster” – oder kann sich einer dran erinnern, dass Car-Hacking vor 20 Jahren ein Thema war? Willkommen in der Zukunft, da werdet ihr noch eure helle Freude dran haben – speziell an Industrie 4.0, Arbeit 4.0 oder IoT – wie momentan wieder im Umfeld der CeBit und der Hannover Messe allerorten zu hören ist.

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9 Kommentare zu Mega-Fail: IT und Bordelektronik im Auto …

  1. Schwarzes_Einhorn sagt:

    Ich bin immer wieder froh um meine alte Karre, die mit Schlüssel gestartet wird und außer elektrischen Fensterhebern, Zentralverriegelung und Klimaanlage (vor 20 Jahren war das alles der letzte Schrei) nicht grade über viel Elektronik verfügt. Dafür sind die Abgaswerte aber auch real und ich muß beim Fahren selber denken.

    Die Werkstatt (und es war nicht leicht, eine zu finden, die das Auto betreut, ohne mir dauernd ein neues aufschwatzen zu wollen) meinte mal, daß das Auto halt wirklich noch in Japan gebaut worden wäre und den Unterschied zu heutigen Fahrzeugen des gleichen Herstellers (der heute auch in anderen Ländern montiert) würde man durchaus merken. Wenn man es schon an Haltbarkeit und Zuverlässigkeit merkt, will ich mir nicht ausmalen, wie anfällig die Elektronik ist, von dem Hacker-Problem mal ganz abgesehen. Und das bei einem Hersteller, der das Problem „Rückrufaktion“ früher gar nicht kannte.

    • woodpeaker sagt:

      Nennen wir doch die Wahrheit ohne den ganzen technischen Schnickschnack zu berücksichtigen.
      Die, die alte Autos fahren sind die eigentlichen Umweltschützer.
      Ich gehöre auch dieser Fraktion an wie du, Schwarzes Einhorn.
      Wenn man eine Haltedauer für Neuwägen von 3 Jahren nimmt, dann wurde in den 20 Jahren wegen dir knapp 7 Autos weniger gebaut. Wir beide zusammen haben schon 14 Autos gespart. Und wenn man den ökologischen Fingerabdruck eines neu produzierten Autos betrachtet, dann ist das was wir da machen echter Umweltschutz.
      Nur mal eine Zahl in den Raum geworfen:
      Für einen neuen Golf benötigt VW ca. 145,000 Liter Trinkwasser für die Produktion. Was an fosilen Brennstoffen für die Produktion gebraucht wurde kann der Wagen mit seinem Verbrauch über die Lebenszeit nicht wettmachen.
      Da können alte Autos ruhig 2 oder 3 oder noch mehr Liter verbrauchen. Der Vorsprung ist nicht aufzuholen.
      Wenn man z.B. einen Audi 100 von 1968 zu heute vergleicht, dann ist beim Leergewicht ein Unterschied von über 600 kg zwischen Erstmodell und aktuellem.
      Und versprochen! Die heutigen Autos werden alterstechnisch nicht mal in die Nähe der alten Autos kommen, die verenden schon viel früher als wirtschaftlicher Totalschaden.
      Aber den Wahnsinn betreiben wir ja in vielen Bereichen.
      Es muss jedes Jahr ein neuen Smartphone sein, oder ein neuer, noch größerer TV etc.
      Wenn mir mal einer verraten würde wo die Ersatzkugel ist auf der wir dann leben wäre ich sehr froh.
      Das keine Missverständnisse aufkommen, ich bin kein Ökoaktivist, aber ich habe das Organ über den Augenbraunen einfach mal dazu benutzt wofür es eigentlich bestimmt ist.

  2. Bruenoer Granghenbeth sagt:

    „Und der zweite Meldung“ (nicht der einzige Schreibfehler, häufen sich in letzter Zeit)

    – hey, bist Türke eh?

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