spacedesk: Zweiter Windows-Bildschirm per Netzwerk – Teil 1

In diesem Beitrag werfe ich einen Blick auf die Software spacedesk, mit deren Hilfe sich die Anzeige eines Windows-Systems auf einen zweiten Bildschirm legen lässt. Und das passiert drahtlos, so das auch ein Tablet PC, ein Rechner im Netzwerk oder ein Smartphone als zweiter Bildschirm verwendet werden kann.


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Der zweite Bildschirm unter Windows

Windows unterstützt die Anzeige des Desktops auf einem zweiten Bildschirm, der per HDMI, VGA etc. angeschlossen werden kann. Dann lässt sich z.B. über die Funktion Projizieren der aktuelle Bildschirm auf einen zweiten Bildschirm kopieren (clonen), erweitern oder umschalten.

Der obige Screenshot zeigt z.B. die Optionen in Windows 8.1, einblendbar über die Charms-Leiste per Symbol Geräte. Dann lassen sich in der Seitenleiste Projizieren und im Anschluss der Monitormode auswählen (siehe).

Unter Windows 10 ruft man das Infocenter über den Infobereich der Taskleiste auf und geht auf die Kachel Projizieren, um die Seitenleiste mit den Projektormodi abzurufen (siehe Miracast mit Windows 10 im (Kurz-)Test).

Drahtlose Lösungen: Miracast oder SpaceDesk

Drahtlos funktioniert das Projizieren des Bildschirms mittels Miracast auf einen geeigneten Empfänger. Allerdings ist diese Lösung alles andere als Foolproof und abhängig von der Hardware. Im Blog gibt es genügend Blog-Beiträge zu diesem Thema (Hands on: Streamcasting mit DLNA, Miracast, Airplay & Co.).

SpaceDesk-Prinzip

Eine wesentlich smartere Lösung verspricht der philippinische Anbieter SpaceDesk mit seiner Windows Network Display Monitor Software. Man kann den Windows-Bildschirm im lokalen Netzwerk auf weitere Rechner, Smartphones oder Tablet PCs beamen (siehe obiges Bild).

Auf die Software bin ich durch einen Post bei Facebook aufmerksam geworden. Das Ganze ist noch in der Beta-Phase, aber SpaceDesk wird aktuell für private Nutzung noch kostenlos abgegeben. Die Lösung besteht aus einem Server, der unter Windows 7 bis Windows 10 installiert werden kann. Der zweite Monitor lässt sich dann per Netzwerk auf ein anderes Gerät (PC, Smartphone, Tablet) legen. Interessant ist, dass die Anzeige des zweiten Monitors per Browser möglich ist, d.h. die Lösung läuft unter Windows 7 bis 10, iOS, OS X und Android. Dann ist nur ein Monitor möglich. Zudem bietet der Entwickler noch einen Client SpaceDesk Personal View zur Installation unter Windows 7 bis Windows 10 an, der bis zu drei Bildschirme abbilden können soll.

Beim Testen sollte man sich darüber klar sein, dass das Ganze noch Beta ist. Zudem muss man dem Anbieter vertrauen, da der Server als Treiber mit administrativen Rechten installiert wird. Weiterhin ist das Ganze nicht ganz so trivial, dass man mit ein wenig Herumklicken zum Ziel kommt. Es gibt einige Einschränkungen und ich hätte die Software fast ad acta gelegt, nachdem ich beim Schnelltest in einem schwarzen Bildschirm gelandet bin. Es ist auch angemerkt, dass es sich nicht um eine Remote Desktop-Lösung handelt, über die sich der zweite Monitor bedienen lässt. Der Anbieter stellt allerdings Dritt-Software bereit, um am Gerät, welches als zweiter Monitor dient, Maus und Tastatur remote auf den Server zu übertragen. Dann ist auch ein Remote Desktop-Betrieb möglich – was ich aber nicht getestet habe.

Den Server installieren

Um die Funktion “Network Display Monitor” zu verwenden, muss der Server unter Windows (Windows 7 bis 10 zulässig) installiert werden. Die auf dieser Webseite angegebenen Hardware-Anforderungen sind nicht allzu hoch. Benötigt wird spacedesk drivers for Windows Primary PC (server). Die Software steht als 32- oder 64-Bit-Variante auf dieser Download-Seite zur Verfügung. Die Installation erfordert administrative Berechtigungen und wird durch einen Setup-Assistenten abgewickelt.

Server Setup

Setup

Nach der Anerkennung der Lizenzbedingungen kann der Programmpfad zur Installation angepasst werden.

Pfad anpassen

In diesem Dialogfeld lässt sich eine Ausnahme in der Windows-Firewall einfügen – wobei sowohl Zugriffe im lokalen Netzwerk als auch über öffentliche Netzwerke zugelassen werden.


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Firewall

Ich habe die Freigabe für Internet/öffentliche Netzwerke im Nachgang in den Windows-Firewall-Einstellungen deaktiviert und konnte das Produkt weiter im Browser nutzen.

Install

Erst wenn obiges Fenster erscheint, werden bei Anwahl der Install-Schaltfläche administrative Berechtigungen erforderlich – ein feiner Zug der Entwickler!

Install Fortschritt

Die Installation wird durch die obige Fortschrittsanzeige sowie das folgende Fertig-Fenster begleitet.

Fertigmeldung

Die Software richtet einen entsprechenden Treiber auf dem als Server dienenden Windows-System ein. Anschließend ist das Ganze eingerichtet – eine Benutzeroberfläche etc. gibt es nicht. Bei Bedarf kann allerdings die Eingangs erwähnte Funktion Projizieren verwendet werden, um die Modi zum Projizieren auszuwählen.

Spacedesk Client Personal View installieren

Bei Bedarf lässt sich die Client-Software spacedesk Personal View von der Download-Seite herunterladen und installieren. Auch hier wird die Installation durch einen Assistenten geführt.

Client installieren

Bei der Kontaktaufnahme erscheint dieser Windows-Sicherheitshinweis und man muss die Firewall-Freigabe erteilen.


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Firewall

Bei Verwendung einer Drittanbieter-Firewall ist analog zu verfahren. Im Anschluss ist der Client arbeitsbereit. Insgesamt macht die Software von den Installationsdialogen und von der Dokumentation einen ganz ordentlichen Eindruck. Wie man sich mit vom Client per Personal View oder per Browser mit dem Server verbindet, um den zweiten Screen anzuzeigen, wird in Teil 2 gezeigt. Dort beschreibe ich auch einige Erfahrungen beim Test.

Links:
Spacedesk-Homepage
Spacedesk-Downloadseite
Spacedesk-Dokumentation

Artikelreihe:
spacedesk: Zweiter Windows-Bildschirm per Netzwerk – Teil 1
spacedesk: Zweiter Windows-Bildschirm per Netzwerk – Teil 2

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Miracast mit Windows 10 im (Kurz-)Test


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7 Kommentare zu spacedesk: Zweiter Windows-Bildschirm per Netzwerk – Teil 1

  1. Pingback: Windows 10 Updates und Buildupdates - Seite 145

  2. Pingback: Anonymous

    • Scheuch sagt:

      Mouse without Borders leitet via Netzwerk Maus und Tastatur weiter, kann aber keinen Computer als weiteren Bildschirm über das Netzwerk „nachbilden“.

      • Scheuch sagt:

        Ach ja, Synergy macht das gleiche wie Mouse without Borders und ist über die Paketmanager von Linux kostenlos erhältlich.

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  4. Marcus sagt:

    Es stimmt schon, die genannten Programme sind eher ein KVM Ersatz. Einen Computer als weiteren Bildschirm sehe ich ein wenig als Verschwendung, ich nutzte dafür „früher“ Maxivista: http://www.maxivista.com/de/

    Wenn man die KVM Software nutzt steht halt noch die Rechenpower des sonst nur herum dümpelnden zusätzlichen Rechners zur Verfügung.

    (Alternativen sind aber immer gut, danke für die Vorstellung.)

  5. MaxiVista hatte ich auch vor einiger zeit mal getestet hat mich aber nicht wirklich überzeugt.
    MS Garage finde ich ganz interessant weil ich eigentlich nicht meinen Bildschirm erweitern möchte sondern die Anzahl Tastaturen und Mäuse auf meinem Tisch minimieren. Ist aber mit anderer Software inkompatible.
    Ein Hardware KVM wäre meine erste Wahl gewesen, hat aber wegen HDMI diverse Hardware Einschränkungen.

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