Microsofts Problem: Windows wird weniger benutzt, ist aber Cash Cow im Geschäftsumfeld

Windows war bisher ja Microsofts Cash Cow, wenn es um Lizenzeinnahmen ging. Wenn es um die Zukunft geht, könnten dunkle Wolken für Microsoft heraufziehen. Grund: Die Benutzungsdauer der Windows-Geräte geht zurück. Aber es gibt eine neue Cash Cow – einfach mal ein paar Blicke riskieren.


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Die Windows-Nutzungsdauer nimmt ab

Die Site mspoweruser.com hat hier das Thema aufbereitet und einen Blick auf die ComScore-Daten zur Mediennutzung geworfen. Windows ist nicht mehr der größte Einnahmenerbringer für Microsoft. Vielmehr kommen die Einnahmen für Windows noch hinter den Gaming-Umsätzen.

Das Problem wird in der obigen ComScore-Grafik deutlich. Die Nutzung von Desktop-Anwendungen, d.h. die Zeit, die die Leute vor dem Bildschirm verbringen, geht seit einem Jahr zurück. Während Mobile App-Nutzung um 11 % zunimmt, ist die Desktop-Nutzung um den gleichen Anteil gesunken. Das betrifft vermutlich die privaten Nutzer, ist aber ein Trend, der zu beobachten ist. Die Leute sind mit Smartphones und Tablets unterwegs und holen sich oft keinen Desktop-PC mehr. Am PC wird nur noch 33 % der Zeit verbracht, während Konsumenten 58 % ihrer Zeit mit Mobilgeräten unterwegs sind. Der Artikel reflektiert noch weitere interessante Trends, die nicht wirklich gut für Microsoft aussehen.

Windows 10 Enterprise, mit der Lizenz zum Zahlen

US-Autor Ed Bott hat bei ZDNet.com einen interessanten Artikel Microsoft’s new business model for Windows 10: Pay to play verfasst, der ein Licht auf die neue Strategie von Microsoft wirft. Während Microsoft im OEM-Geschäft mit seinen Windows-Lizenzen kaum noch Geld verdient (und der obigen Trend macht keine Hoffnung, dass das besser werden wird), steuert man bei Business-Anwendungen um.

Dort will man die Leute einerseits in den Windows Store schicken, um Apps (und auch Windows Anwendungen) herunter zu laden. Microsoft verdient ja bei jedem App-Kauf. Das erklärt auch, warum jetzt jeden Tag irgend eine Jubelmeldung erscheint, dass eine Win32-App portiert wurde, um über den Store bezogen werden zu können.

Der zweite Paradigmenwechsel geschieht bei Windows 10 für Geschäftsanwendungen. Ich hatte hier ja berichtet, dass Windows 10 Pro bezüglich Gruppenrichtlinien kastriert wird. So kann man nicht mehr die App-Empfehlungen ausblenden. Wer die vollen Möglichkeiten von Gruppenrichtlinien benötigt, muss auf Windows 10 Enterprise wechseln. Und bei einigen Verträgen (wie Windows 10 Enterprise E3) ist eine Basis-Lizenz von Windows 10 Pro Pflicht (siehe KMU-Abo Windows 10 Enterprise E3 für 5,90 Euro/Monat). Das bedeutet also: Microsoft hat im Geschäftsanwender die Melkkuh entdeckt, der sowohl Windows 10 Enterprise E3 als auch Office 365 angedient werden muss. Dann fällt eine Einmallizenz für Windows 10 Pro an (kostet über 100 Euro). Und zusätzlich sind monatliche Abo-Gebühren für die Enterprise-Lizenz fällig.

Interessant, sich einmal diese Zusammenhänge vor Augen zu führen, oder was meint ihr?


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2 Kommentare zu Microsofts Problem: Windows wird weniger benutzt, ist aber Cash Cow im Geschäftsumfeld

  1. deo sagt:

    Die Geschäftsmethoden sind schon lange in der Gastronomie üblich, dass Gasstätten beim Biereinkauf mehr bezahlen müssen, als Endkunden im Supermarkt. Sonst verliert der Wirt seine Konzession. Bei den mittlerweile ausgestorbenen Videotheken kosteten die Filme mit Verleihrecht im Einkauf auch ein Mehrfaches dessen, was der Endkunde im Geschäft bezahlen musste. So kauften Videotheken teilweise bei Amazon neben ein, um sich über Wasser halten zu können. Diese Abzockermodelle enden oft in der Insolvenz, wenn der Abgezockte Kleinunternehmer nicht rechtzeitig Alternativen sucht.

  2. Tim sagt:

    “Am PC wird nur noch 33 % der Zeit verbracht, während Konsumenten 58 % ihrer Zeit mit Mobilgeräten unterwegs sind.”

    Statistiken!

    Ist halt schwer seinen PC in Bus, Bahn und Cafe mitzuschleppen, selbst Notebooks wirken irgendwie seltsam.
    Ergeben sich solche Zahlen also nicht automatisch, in einer Gesellschaft, in der gefühlt jeder überall mit dem Smartphone herumhantiert? Ist doch irgendwie selbsterklärend. Zumal die Desktopzahlen ja nicht wirklich einbrechen und nur die mobile Nutzung extrem zunimmt, weil es eben überall geht!
    Dafür sehen wir jetzt auch in jedem Cafe, Bus und Bahn und Auto die Leute auf ihren Platzen und in ihrer kleinen lustigen Welt gefangen sitzen, ohne das die mitbekommen, was rund um sie herum passiert. So gesehen wäre VR wirklich der nächste Schritt… auch wird die Computerspielsucht wenigstens verallgemeinert zu einer Bildschirmsucht und wirkt gegen die mobile Epedemie fast lächerlich im Vergleich.

    Blöd für Microsoft ist jetzt eher, das man den mobilen Trend erst so vollkommen verpennt hat und wirklich brauchbar eben nur die oberen Preisklassen, parallel zum etablierten Apple bedient, während Android schlicht in jeder Preisklasse zu finden ist.
    So wird das natürlich nix…

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