Neues vom HP-Firmware-Drucker-Gate

SicherheitVorige Woche hatte ich ja den Beitrag HP blockt Dritthersteller-Tintenpatronen per Firmware-Update im Blog, der zeigt, wie Hersteller den Kunden am Nasenring führen. HP bietet im Frühjahr ein Firmware-Update für Drucker an, auf dass diese im Herbst Tintenpatronen von Drittanbietern verweigern. Jetzt gibt es Neuigkeiten. So ist das Ganze bereits ausgehebelt und HP ist verschnupft.


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HP fühlt sich angepisst – alles legal

Eigentlich wollte ich heute noch den heise.de-Kommentar Kommentar zum Tinten-Krieg: HP übt Selbstjustiz per Firmware-Update zum Beitrag hinzufügen. Aber momentan herrscht in meinen Augen Realsatire, der Pressesprecher von HP hat sich in einer Mail bei heise.de bitter über den Kommentar beschwert. Die Redaktion hat das im Artikel HP und der Tinten-Krieg: „HP verstößt zu keinem Zeitpunkt gegen geltendes Recht“ veröffentlicht. Hier das Zitat:

„HP verstößt zu keinem Zeitpunkt gegen geltendes Recht in den Ländern, in denen wir als Unternehmen aktiv sind. Mit dem aktuellen Firmware-Update schützen wir die Innovationen von HP und unser geistiges Eigentum. Alle Kunden, die dieses Firmware Update erhalten haben, haben entweder zum Zeitpunkt der Installation des Gerätes oder zu einem späteren Zeitpunkt der Installation von Firmware-Updates zugestimmt.“

Wo der Pressesprecher Recht hat, hat er Recht. Klar, HP bietet prominent auf seinen Webseiten einen Download der alten Firmware, die noch mit Fremdpatronen kann, an (zu dumm, ich finde gerade den Link nicht). Und ich bin überzeugt, dass beim  Firmware-Update dem Benutzer eine Warnung gezeigt wurde: Wenn Du dieses Firmware-Update installierst, wirst Du in einem halben Jahr keine Fremd-Tintenkartuschen mehr benutzen können. Dann musste der Nutzer das Ganze noch 2 Mal ab nicken (“willst Du wirklich das Firmware-Update installieren”), bevor das Update installiert wurde (ganz so, wie wir das vom Windows 10 Zwangs-Upgrade kannten). Und die Dumpfbacken von Benutzern (ich benutzt das Wort hier bewusst), haben dem Firmware-Update freudig zugestimmt. Denn es gibt kein schöneres Gefühl, als zukünftig mit Original Tintenpatronen von HP unterwegs zu sein.

So, und jetzt beende ich den Satire-Modus. Die Bewertung des HP-Statements überlasse ich jedem meiner Blog-Leser – die sind schließlich mündig. Und ich muss keinen Shitstorm gegen HP lostreten, das besorgen die schon selbst.

Firmware-Schutz bereits ausgehebelt

Im Artikel Patronensperre durch HPs Drucker-Update schon durchbrochen berichtet heise.de, dass der Schweizer Anbieter 3T Supplies Tintenpatronen mit einem modifizierten Chip anbietet, die auch mit der neuen Firmware zusammen arbeiten. Kunden mit alten Tintenpatronen können diese zum Anbieter zurück setzen.

Legal und legitim – zwei Paar Stiefel

Und nun noch ein Schlenker zu “HP agiert absolut legal”: So mancher Manager und manches Unternehmen musste lernen, dass “Legal und Legitimität” mitunter verschiedene Stiefel sind. Nicht alles, was legal ist, ist unter moralischem Gesichtspunkt legitim. Bei HP könnte man die Position achselzuckend zur Kenntnis nehmen und “erschreckend, wie weit die bereits vom Kunden weg operieren” murmeln. Aber im Hinblick auf das “Zurücksenden von Millionen Tintenpatronen” wären schon der Verbraucherschutz und die Wettbewerbshüter gefragt. Und es gibt noch die HP-Seite “HP helps you “Go Green”, deren Motto durch die letzte Aktion, zumindest in meinen Augen, ad absurdem geführt wurde. Also möge jeder von Euch seine eigenen Schlüsse ziehen.

Nachtrag: Nach einem Hinweis von Michael Bormann bei Google+ – Hier die HP-Generalvollmacht, um alles zu dürfen – nennt sich, glaube ich, Lizenzvertrag für den Endbenutzer – was hier spontan die Frage aufwirft „können Lizenzverträge sittenwidrig sein“?


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15 Kommentare zu Neues vom HP-Firmware-Drucker-Gate

  1. Ben sagt:

    HP ist damit bei mir unten durch. Von denen kaufe ich nichts mehr!

    Immerhin hat mein treuer LaserJet 1010 11 Jahre gehalten, bevor er die Grätsche gemacht hat. Das wäre bei heutigen Geräten wohl undenkbar…

  2. Addi sagt:

    Was ist nur aus so einer (für mich) technologisch-traditionsreichen Firma geworden. Wenn ich da meinen alten, immer noch funktionierenden HP-41cv aus den 80er Jahren anschaue und mit heute vergleiche.

  3. Holger K. sagt:

    An diesem und anderen Phänomenen merkt man nur den Wertewandel in Großunternehmen aus dem Computertechnologiebereich. Es wird mit härteren Bandagen gekämpft, um Marktanteile zu halten oder zu gewinnen. Der Leidtragende ist der Kunde, zu dessen Nachteil dies oftmals geschieht. Man könnte von einem moralischen Wandel sprechen, also genauer gesagt, hin von Moral zu Amoral. Der Zweck heiligt die Mittel.
    Da viele Kunden von HP-Tintenstrahlruckern keine IT-Nachrichten lesen, werden sie wahrscheinlich von diesem Fall nichts mitbekommen haben, es sei denn, sie verwenden eben Tintenpatronen von Fremdanbietern und haben die neue Firmware.

    Das Prinzip, dass Anbieter von Tintenstrahldruckern aber auch von kleineren Laserdruckern diese Geräte sehr günstig anbieten, um dann bei den Verbrauchsmaterialien für die Geräte den Gewinn einzufahren, hat in meinen Augen längst ausgedient. Es hatte von Anfang an seine Schwächen, es konnte nämlich nur funktionieren, so lange Kunden das Originalverbrauchsmaterial kaufen. Sobald Fremdanbieter auftreten, kommen Firmen wie HP auf solche Ideen wie mit der Masche, Anwendern eine neue Firmware unterzujubeln.

    Wäre es denn wirklich so schlimm, die Geräte und das Verbrauchsmaterial zu einer „normalen“ Preiskalkulation anzubieten?

    • Dieter Schmitz sagt:

      Diese Firmen und ihre Mitarbeiter existieren doch nicht in einem luftleeren Bereich!

      Die tun das, was sie tun, weil die Mehrheit der Bevölkerung inzwischen so drauf ist wie die Firmenleitung.

      Sonst wäre das gar nicht möglich.

      • Teletom sagt:

        Es stimmt zwar, dass sich die Verbrauchereinstellung gewandelt hat. Ich beobachte das oft, wenn die Leute mit ihren Smartphones wischend vor den Regalen stehen und dann fragen, ob der Laden denn auch die Amazon-Preise anbieten würde. Dabei interessiert es die Kunden weder, zu welchen Bedingungen die Amazon-Angestellten noch die Angestellten im Ladengeschäft arbeiten.

        Und den billigsten Drucker mit den billigsten Patronen mit dem billigsten Preis pro Seite und der längsten Haltbarkeit des Druckers, den kompaktesten Abmaßen und dem nettesten Design wollen die auch und das ganze inclusive „WLAN-Kabel“ und Farbdruck versteht sich. Insoweit stimme ich dir zu, dass die Mehrheit der Bevölkerung „drauf ist wie die Firmenleitung“.

        Allerdings kann der Verbraucher auch nur das kaufen, was ihm auf dem Markt angeboten wird. Die guten HP-Laserdrucker von vor 20 Jahren gibt es so nicht mehr. Meiner hatte nach 14 Jahren Dienst plötzlich „kracks“ gemacht und nichts ging mehr.

        Seitdem betreibe ich ein HP-Farblasermultifunktionsgerät, habe die Kartuschenfüllstandsmeldung manuell überschrieben, so dass gedruckt wird, bis die Farbe blass wird, hüte mich vor einem Firmwareupdate und im übrigen drucke ich nur das Nötigste und möglichst nur schwarz, das spart und schont die Umwelt.

        Heute muss man fast davon ausgehen, dass die Drucker spätestens nach 5 Jahren oder so und so viel Seiten geplant den Dienst verweigern und der Kunde muß dann immer das kaufen, was modellmäßig gerade am Markt ist. Sei es mit digitalen Wasserzeichen, Kopieren nur im Onlinemodus, (ja das gabs mal) , klapprigsten Papiereinzügen und dem gerade aktuellen Patronensystem des Herstellers. Dann muß man noch mehr denn je darauf achten, unter welchem Betriebssystem der Drucker läuft. Dabei wollte man ja eigentlich nur drucken, so wie vor 20 Jahren doch auch schon.

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  5. Nils sagt:

    Da ist auch ein Stück weit die „Reiz ist Geil“ Mentalität schuld daran.
    Wer meint einen Drucker für 30 Euro kaufen zu müssen, der unterstützt doch genau diese Entwicklung, dass der Hersteller sein Geld mit dem Verbrauchsmaterial verdienen muss. Und wenn das so ist, kann der Hersteller doch gar nicht anders als fremdes Verbrauchsmaterial zu verhindern.

  6. Ich hoffe das HP in den nächsten Jahren feststellt da so mit Kunden nicht umgegangen werden kann, ich hab letzte Woche gleich eine Rundmail Kampanie gestartet an alle die ich kenne und alle die mich kennen, so ca. 300 Leute und hab ihnen den Link zu deinem Artikel zugesandt.

    „Nicht alles was Legal ist, ist auch gleich Legitim” und Kunden Freundlich, man müsste gleich noch einen Link in die Preissuche setzten mit welchen Methoden HP arbeitet, ich glaube dann wird sich nach einem Jahr auch HP noch für seine Updates entschuldigen!

  7. christian sagt:

    Ich hätte kein Problem mit Originaltinte / Originaltoner – wenn der Preis gerechtfertigt ist.
    Ich habe hier im Netzwerk 30 Drucker stehen wovon 18 von HP sind. Für einige der Drucker kostet das Rainbowkit Originaltoner 600 Euro brutto und zum Teil darüber. Vom Drittanbieter kostet das Rainbowkit (mit wiederaufgefüllten Originalkartuschen) zwischen 130 und 150 Euro brutto für die meisten dieser Drucker. Die Differenz wird doch nicht allein durch die Toner-/Tintenbehälter selbst zustanden kommen?
    Und Original ist auch nicht immer besser. In den letzten 5 Jahren habe ich 4 Tonerkartuschen an den Drittanbieter zurückgeschickt und bekam diese kostenfrei ersetzt weil sie entweder Toner verloren oder vom Drucker nicht erkannt wurden. Das ist meiner Meinung nach definitiv eine geringe Ausfallrate in Anbetracht der zehntausenden Seiten welche über all diese Drucker jährlich rausgelassen werden. Wo genau liegt denn dann der Mehrwert bei der Preisdifferenz von 400 Euro und mehr? In der zu bedruckenden höheren Seitenzahl? Wohl kaum, denn es ist mit dem passenden Drittanbieter möglich, nah an die Kapazität des Originalherstellers zu gelangen – zumindest ist der Unterschied von 17k Seiten schwarz mit orig. Toner und 15.8k-16.2k Seiten schwarz mit 3rd party Toner nah dran und preislich auf jeden Fall zu verschmerzen und immer noch sehr attraktiv.

    20% Aufzuschlagen wäre zu verschmerzen aber bei einigen Modellen gleich mehrere 100% ist schlicht nicht tragbar. Dann sollen sie gefälligst die Geräte so bauen, dass man nicht alle 12-14 Monate für die Verschleissteile bei manchen Modellen nochmals 300-400 Euro ausgeben muss. Rollen zum Beispiel muss man nicht in billigstem Gummi herstellen. Ebenso ein halbes Dutzend anderer Bauteile die nur durch das minderwertige Material regelmäßig erneuert werden müssen. Dabei wäre der Aufpreis für bessere Bauteile pro Drucker im zweistelligen Bereich angesiedelt. Aber dann kann man mit Ersatzteilen auch kein Geld verdienen. Daher: macht die Drucker langlebig dann bin ich auch bereit einen gewissen Aufschlag bei Tinte und Toner in Kauf zu nehmen.

    HP hat übrigens in den letzten Jahren immer mehr Modelle auf den Markt gebracht, bei denen ein Downgrade der Firmware nicht möglich ist. Immerhin wird dies bei den meisten Modellen während der Aktualisierung in zwei knappen (Neben)Sätzen eingeblendet.

    • Ja wenn sich der Original Toner Aufpreis um 10 – 15 € handeln würde könnte ich es noch verstehen, aber da sich der Original Toner Aufpreis zum Teil um fast mehr als das Doppelte handelt finde ich das schon eine Frechheit und ziemlich dreist.
      Denen müsste in einem Jahr so der Arsch auf Grundeis gehen das sie sich nicht nur bei den Verbrauchern Entschuldigen sondern auch noch Bitte Bitte sagen.

      Aber das wird ja leider nicht Passieren, dafür haben die kein Gespür das ihre Firmenpolitik da was verbockt hätte, vielmehr werden die sagen wir müssen jetzt einige Standorte schließen und eine Menge Leute auf die Straße Entlassen weil ihr keine Produkte mehr von uns kaufen wollt.

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  9. Dekre sagt:

    Ich hatte an anderer Stelle hierzu mehrfach meine Kommentare abgegeben. Richtig ist, dass das mit der Kartuschen-Firmware (also Tinte) von HP so nicht in Ordnung ist.
    Ich habe aber festgestellt (damals), dass das mit den wieder nachfüllbaren (refill-Produkten) eine Schweinerei verursacht (hatte bis 2005 Tinte). Ich habe seit 2005 zwar kein Tintendrucker mehr, habe aber mir in Jan 2015 dieses schnuckelige Gerät HP Officejet 150 L511 von HP gekauft, weil ich einen transportablen Scanner/ Drucker sofort benötigte. Das Gerät ist super (war bei HP auch Rabatt um über 100 EUR), nur Tinte ist teuer, deshalb zum scannen portable.

    HP Laserjet-Kartuschen habe ich HP 12A und HP 78A. Ich kaufe ausschließlich Original und das bei HP direkt. Einerseits ist es billiger als in allen mir bekannten Büromärkten und sonstigen Anbietern. Andererseits kommt beim Laserdruck ebenfalls keine refill-Produkte mehr in Frage. Diese refill- Produkte (Pelikan) sind teilweise sogar teurer für mich und andererseits ist der Ausdruck schlechter, machen Sauereien und gehen schneller leer. Es ist so. Ich als Kleinunternehmer kann dann auch von dieser Cash-back Aktion auf Toner von HP auch in diesem Jahr profitieren Hier der Link:
    http://h41201.www4.hp.com/AdLanding/de/de/89785/

    Fazit – Bei HP Toner zu kaufen ist für mich wesentlich günstiger und das um fast die Hälfte. Ich habe hier vieles verglichen und muss extrem auf Kosten achten.

  10. Jeder wird seine eigenen Erfahrungen gemacht haben, aber angefangen von einem Canon vor zig Jahren bis zu den HPs heute, habe ich ausnahmslos schlechte Erfahrungen mit Drittpatronen gemacht:

    sind schon ausgetrocknet vor erstem Gebrauch
    laufen gerne aus
    drucken unsauber
    drucken weniger Seiten (und sind damit auch nicht billiger)

    entspricht so meinen Erfahrungen (nicht immer alle auf einmal natürlich). Daher müsste mich HP nicht zwingen, ich nehme freiwillig das Original und wer richtig schaut, der zahlt auch meist auch gar nicht so viel mehr, wenn überhaupt.

    Es ist immer besser, Kunden freiwillig zu überzeugen, von daher sicher keine glückliche Wahl, die man auch gar nicht nötig hat, zumal man mit HP Instant Ink z.B. durchaus eine günstige Alternative für Kunden bietet, auch im Vergleich zu Patronen von Drittherstellern.

  11. Schwachsinn wir Drucken hier seit nun mehr fast 20 Jahren nur mit Farbkartuschen als auch Farbpatronen selbst befüllt als auch aus Dritter Hand die Fehlerquote ist genauso hoch wie die vom Original Hersteller bzw. versuche mal eine Original Patrone die Eingetrocknet oder sonst irgendwie beschädigt ist wieder Umzutauschen es ist so gut wie unmöglich!

    • Nun, es sind meine Erfahrungen und die sind halt anders als deine, aber deswegen noch lange kein Schwachsinn. Meine Erfahrungen mit Patronen von Dritten sind miserabel und die Erfahrungen habe ich halt gemacht. Nicht nur mit Tinte übrigens, sondern auch mit Toner.

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