Angetestet: Der Slimjet-Browser, ein Chrome-Clone

Slimjet ist ein auf dem Quellcode von Google Chrome basierender Browser. Die Entwickler haben aber eine Reihe Funktionen hinzugefügt bzw. angepasst. Im Beitrag werfe ich einen Blick auf den Slimjet-Browser für Windows.


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Der Browser steht für private und kommerzielle Einsätze kostenlos für Windows und Linux zur Verfügung. Auf der Webseite des Projekts www.slimjet.com/de/ wirbt man mit “Willkommen beim werbefreien Surfen”.

Slimjet

Geht man auf die Download-Seite, können für Windows – diese Version habe ich getestet – ein Web-Installer, ein Full-Installer sowie eine portable Variante heruntergeladen werden.

Ich habe mich für die portable Version entschieden, die nicht installiert, sondern lediglich entpackt werden muss. Das Entwicklerteam empfiehlt die 32-Bit-Version, es gibt aber auch eine 64-Bit-Variante für Windows.

Erster Eindruck nach dem Start

Beim ersten Start der portablen Version wurde ich mit diesem Hauptfenster begrüßt. Die Entwickler haben eine Reihe Webseiten in Kacheln als Favoriten und auch als Symbole in der Lesezeichenleiste hinterlegt. Weiterhin gibt es noch eine Schaltfläche für den Zugriff auf eBay (dritte von oben rechts) in der Symbolleiste.

Slimjet Startseite

Ich gehe davon aus, dass sich das Projekt über die Anbieter der voreingestellten Favoriten, Symbolleisten-Einträge und Lesezeichen finanzieren lässt. Man kann aber diese Favoriten durch Zeigen und Anklicken einer dann eingeblendeten Löschen-Schaltfläche entfernen. Dann werden die häufig abgerufenen Webseiten als Favoriten in einem leeren Tab angezeigt.  Lesezeichen lassen sich in der Lesezeichenliste per Kontextmenü sehr einfach löschen.

Die in obigem Screenshot sichtbare eBay-Schaltfläche muss dagegen über die Einstellungen-Seite (abrufbar über das Zahnrad-Symbol) entfernt werden. Man findet die Option unter Symbolleiste anpassen.

Slimjet Symbolleiste anpassen


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Es reicht, die betreffenden Symbole zwischen den beiden hier gezeigten Listen per Maus zu verschieben. So kann auch jeweils eine Schaltfläche zum Ein-/Ausschalten des Werbeblockers oder zum Verwenden eines Proxy eingefügt werden.

Bei der Einstellungen-Seite fällt bereits auf, dass die Slimjet-Optionen in vielen Feinheiten von Google Chrome abweichen und auch umfangreicher sind. Ich bin da immer heftig am Suchen, wo denn eine Option hin gewandert sein könnte.

Erste Eindrücke: Privacy schnürt alles ab, manches ist verwirrend

So mancher Nutzer wird Slimjet wegen des integrierten Werbeblockers lieben. Der Blocker ist voreingestellt und schnürt quasi alles ab. Ich selbst nutze keine Werbeblocker, da ich mit einer solch rigorosen Vorgehensweise auch Websites, die wenig Werbung zeigen,  von der Finanzierung abschneide. Um spezielle Seiten, die mich mit Popups, Overlays &  Co. traktieren, mache ich dann künftig einen großen Bogen.

Slimjet-Optionen Werbeblocker

Positiv: Man kann den Werbeblocker aber generell im Menü (siehe obiges Bild) für einzelne Sites oder Seiten gezielt ausschalten und diese so unterstützen. In den Werbeblocker-Optionen werden AdblockPlus-Filterlisten eingebunden.

Bei ersten Gehversuchen ist mir aber aufgefallen, dass das nicht immer sofort klappte. Manchmal musste ich den Browser neu starten oder die Site neu aufrufen. Zudem sollte man wissen, dass die Option “Blockiere Google Werbung auf Webseiten Dritter” ebenfalls Google Adsense-Werbeanzeigen herausfiltert – egal wie die Werbeblockereinstellungen stehen (zumindest hat sich dies für mich bei einem Kurztest im Blog so dargestellt).

Weiterhin habe ich mich gewundert, dass in Blog-Beiträgen eingebundene Tweets im Browser nicht angezeigt wurden. In den Einstellungen lässt sich dies in der Gruppe Datenschutz durch Löschen der Markierung des Kontrollkästchens Blockiere “Social Network Javascript” auf Webseiten Dritter korrigieren.

Insgesamt muss man sich schon sehr intensiv mit der Einstellungen-Seite befassen, weil vieles anders als beim Google Chrome gehandhabt wird. Was ich persönlich auch sehr verwirrend empfinde: Die Reihenfolge der Menübelegungen und Kontextmenübefehle weicht von Google Chrome ab. Wechsele ich zwischen diesen Browsern, erwische ich beim Kopieren von Links beispielsweise häufig den falschen Menübefehl (macht der Gewohnheit).

Nicht bekommen ist mir die parallele Verwendung von Google Chrome und Slimjet, da das Windows 7-System beim Öffnen mehrerer Tabs plötzlich irre Festplattenaktivitäten durchführte und nicht mehr bedienbar war. Das ist hier reproduzierbar aufgetreten, die genaue Ursache konnte ich bisher nicht ermitteln.

Klasse: Automatisches Update auch in der Portable-Version

Was mich wirklich begeistert hat, ist der Umstand, dass der Slimjet-Browser sich meldet, wenn Updates anliegen.

Lässt man das Update zu, werden die benötigten Update-Dateien heruntergeladen. Dies wird in einer Fortschrittsanzeige dargestellt.

Beim Installieren hatte ich jedoch diese Fehlermeldung, dass die Slimjet-Dateien wegen des laufenden Slimjet-Prozesses nicht gelöscht werden konnten.

Ich habe den Browser beendet und das Update lief durch. Beim Google Chrome Portable klappt das Updaten bei mir leider nicht.

Mein Fazit

Der Slimjet-Browser ist eine interessante Alternative zu Google Chrome, der einige nette Zusatzfunktionen wie Werbeblocker und Proxy enthält. Allerdings finde ich persönlich die Abweichungen in der (Kontext-)Menübelegung sowie in manchen Einstellungen etwas verwirrend. Ob der Slimjet mit anderen Browsern kollidiert und das System zum Einfrieren bringt, werde ich in den kommenden Wochen weiter beobachten.


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8 Kommentare zu Angetestet: Der Slimjet-Browser, ein Chrome-Clone

  1. Rainer Friedrich sagt:

    Interessant wäre, ob er vollständig portabel ist. Der portable Chrome macht Probleme wenn man ihn auf mehreren Rechnern nutzt, da er sich fest mit einem Rechner verbindet.

    http://portableapps.com/node/42637

  2. Ich nutze den Slimjet-Browser mittlerweile seit gut einem halben Jahr hauptsächlich um ein Browser Game zu spielen bei dem es zu regelmäßigen Problemen unter Firefox gekommen ist, meist nach Flash Player Updates und finde ihn sehr Praktisch da er wenig Speicher und eine geringe Systemauslastung benötigt.
    Ein bisschen merkwürdig finde ich jedoch den Umgang mit Passwörtern, in der Regel Speichere ich nur ganz wenige belanglose Passwörter in meinen Browsern, hier fragt mich der Slimjet-Browser jedes mal aufs neue was ok ist, aber bei bereits gespeicherten Passwörtern fragt der Slimjet-Browser manchmal aufs neue.

    Gut, ich schaue gerade Citizenfour auf Einsfestival

    • Danke für die Ergänzung – die merkwürdige Passwortverwaltung und die Tendenz, die Passwörter im Formular vorzuschlagen, auch wenn man diese nicht speichern lässt, ist mir auch schon negativ aufgefallen.

  3. Peter Grett sagt:

    Nutze Slimjet jetzt seit ca. einem Jahr und halte ihn immer noch für einen der Besten.
    Wie bereits geschrieben, ist das Passwort-Management wirklich seltsam, aber dafür gibt es prima Erweiterungen.
    Erwähnenswert finde ich u. a. noch, dass man sehr leicht den Cache-Pfad definieren und dessen Größe frei wählen kann.

  4. Ich bin ja eigentlich eingefleischter Firefox Benutzer seit der ersten Stunde.

    Heute wieder ein Aha Erlebnis zum Slimjet Browser wollte mir gerade ein Video von Youtube runter laden, mein Youtube Video Downloadhelper versagte hier seinen dienst und behauptet das ich dazu erst ein zusätzliches Programm installieren müsste was natürlich Geld Kostet, so etwas hasse ich ja wie die Pest, nicht das ich hierzu zu geizig wäre, aber warum was bezahlen wenn es auch einfacherer geht.

    Hier das Aha Erlebnis der Slimjet Browser hat einfach einen Button unter dem Jeweiligen Video und lädt nicht nur das Video ohne fragen herunter sondern bietet mir sogleich auch noch die mp3 zum gewünschten Titel an, die er dann ohne fragen und zusätzlichen Tools auf meine Festplatte bannt.

    Würde am liebsten gleich den Video Downloadhelper von meinem PC verbannen.

  5. Simon sagt:

    SlimJet ist mittlerweile einfach nur noch Schrott – nichts funzt so wie es sein soll. Musste es komplett löschen da nichts mehr ging – auch eine neu install. 32 und 64bit brachte nichts. Einfach nur noch Müll. Die VIEL bessere alternative ist der Cent Browser (Chrome Engine) da funzt fast alles perfekt. Lasst die Finger von dem SlimJet Schrott, die Programierer haben es vermasselt und es wird immer schlimmer, ach, meine Bookmarks habe ich auch verloren trotz HTML Backup, interes Backup und Backupprog für Bookmarks von einem Dritthersteller.
    Ich habe übrigens ein Staatliches Diplom der BRD für 4 Computersprachen und bin seit 1988 Online – wollte nur sagen bin kein Anfänger…

    Meine Empfehlugen:
    Cent Browser (Chrome Engine)
    Waterfox oder/und Palemoon (beide Firefox Engine)

  6. Simon sagt:

    Die besten Browser (2017):

    Cent (Chrome)
    Waterfox (Firefox)
    Opera (Sehr schnell)
    Edge (Der sicherste und fast schnellste Browser)

    • Hanibal sagt:

      Die besten Browser gibt es nicht da es auf den Anwendungsfall ankommt. (Geschwindigkeit, Sicherheit,..)

      Im Artikel ist ein kleiner Informationsfehler enthalten Slimjet basiert auf Chromium und nicht auf Google Chrome.

      Ansonsten ist der Eintrag wie man es von Herrn Born gewohnt ist perfekt.

      Meine Empfehlung: Firefox

      @Simon Edge hat aktuell massive Sicherheitslücken und ist niemals der sicherste Browser das ist und bleibt wohl immer TOR :-):-):-):-):-):-):-):-):-)

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