Windows 10 Auto-Updates: Show-Stopper oder kein Problem?

Im Blog-Beitrag möchte ich mal einen Blick auf das Thema Windows 10 Auto-Update werfen und hinterfragen, ob dies gegebenenfalls ein sogenannte Show-Stopper für viele Einsatzzwecke ist oder letztendlich kein Problem darstellt. Es ist auch ein Beitrag mit der Frage, wie ihr das so “im Feld” seht – liege ich richtig mit meiner Einschätzung, oder habe ich etwas übersehen.


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Windows 10 kommt mit Auto-Update

In Windows 10 hat Microsoft ja einiges geändert. Neben den mehrmals im Jahr stattfindenden Feature-Upgrades kommen monatliche kumulative Updates. Und alle diese Updates werden in Windows 10 zwangsweise heruntergeladen und installiert.

Updates zurückstellen

Nur unter Windows 10 Pro und Enterprise lassen sich Updates bisher über Upgrades zurückstellen aufhalten – wobei das auch nur für Feature-Upgrades gilt. Selbst bei Windows 10 Enterprise LTSB, wo ja keine Feature-Upgrades ausgerollt werden, installiert das System seine kumulativen Updates und Sicherheits-Updates.

Fakt ist auch, dass Microsoft es bisher nicht geschafft hat, ein Live-Update ohne Neustart-Zwang zu implementieren. Ich frage mich, wie ihr das bei Server-Anwendungen, die durchlaufen müssen, regelt? Redundanz mit gespiegelten Inhalten, wo die zu unterschiedlichen Zeiten neu starten – oder gleich auf Linux setzen?

Es ist ja viel über das Thema Auto-Update im Web geschrieben worden – Tenor: das Auto-Update ist nur im Sinne des Anwenders und zu seinem Schutz. Und man kann auch den Zeitpunkt der Update-Installation in die Stunden der Inaktivität legen, so dass das Problem nicht auftrete.

Die Krux mit den Windows 10 Zwangs-Updates

Die obigen Überlegungen habe ich am Rand wahrgenommen, aber nie wirklich auf das Thema geachtet. Vor zwei Tagen wurde es mir bei der Recherche zu diesem Artikel Windows 10: KB3213986/KB3210721 Multimonitor-Probleme plötzlich bewusst, was irgendwie im Hinterkopf herumgeisterte, ohne dass es “bling” machte. Wer mit Windows 10 arbeitet, läuft Gefahr, durch die Zwangs-Update mit anschließendem Neustart einen Teil seiner Arbeit zu verlieren. Hier einige Fundsplitter, wo die Zwangs-Installation Probleme bereitete.

  • Ein Fall war mir die Tage im Microsoft Answers Forum unter die Augen gekommen, wo jemand beim Videorendering/-schnitt die Arbeit von Stunden wegen des Zwangs-Updates verlor.
  • Leute im Film- und Audiogeschäft sind da scheinbar besonders betroffen, da zeitintensive Aufgaben wie Rendering in die Nachtstunden verschoben werden. Legt auch ein weitere Kommentar des Nutzers ThomasHambrecht in obigem Thread, der in einem Tonstudio arbeitet, nahe.

Mir sind aber weitere Fälle unter die Augen gekommen, wo einfach in die Nachtstunden ausgelagerte Aufgaben durch die Update-Installation scheitert. Beispielsweise werden häufig Sicherungsaufgaben oder Kopieroperationen in den Nachtstunden verlagert. Mit Windows 10 kann man sich nicht darauf verlassen, dass eine solche Aufgabe am anderen Morgen erledigt ist. Und hier ist der Fall (vom Hörensagen) beschrieben, dass ein zu 20% geladener Akku bei der Update-Installation leer gesaugt wurde (der Vorgang dauert auf meinem Testsystem teilweise Stunden). Die Installation wurde wegen Strommangel abgebrochen und der Nutzer fand sein Gerät anschließend als nicht mehr bootbar vor. Unschön.

Helfen die Änderungen in Windows 10 Version 1704?

Die spannende Frage ist ja, ob die von Microsoft angekündigten Änderungen im kommenden Windows 10 Creators Update da weiter helfen? Es gibt in den erweiterten Optionen eine Option, um Feature-Updates zurückzustellen (ist ja bekannt) und um Updates für 35 Tage zu pausieren.

Update-Optionen


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Aber diese Ergänzungen lösen imho das Problem nicht wirklich. Einmal ist ja am Ende des 35-Tage-Zyklus wieder ein Update angesagt. Und kritische Sicherheits-Updates kommen ebenfalls durch und werden zwangsweise installiert. Zudem sind die Neuerungen nach meinem bisherigen Wissen auf Windows 10 Pro oder Enterprise begrenzt.

Der einzige Workaround besteht darin, die Internetverbindungen als getaktete Verbindungen zu konfigurieren (geht ab Version 1704 auch für LAN-Verbindungen). Oder man verzichtet auf eine Internetverbindung.

PS: Die Hinweise im Microsoft Answers-Forum, dass die Patchdays ja bekannt seien, und die Updates nur in Zeiten von “Nicht-Aktivität” installiert würden, empfinde ich als wenig hilfreich für die betroffenen Nutzer. 

Der Sargnagel für Windows 10?

An dieser Stelle habe ich mich mal zurückbesonnen auf meine Industrietätigkeiten. Da war ich sowohl in der Entwicklung von SCADA-Anlagen, als auch am Einsatz von PCs in Laborumgebungen zur Steuerung und Auswertung von Laborgeräten aktiv. Da laufen Prozesse teilweise über viele Tage und Wochen, wo kein Neustart zulässig ist. Ist lange her und damals war keine Internetanbindung auf der Agenda (gab es damals noch nicht). Aber es drängten damals Windows-PCs in diesen Bereich, weil die Nutzer so etwas wollten.

Wenn ich jetzt den Sprung ins hier und heute mache, stehen dann demnächst Windows 10-Systeme in diesen Bereichen. Und das wird mächtig Ärger geben, denn das Auto-Update-Verhalten ist in meinen Augen der Sargnagel für Windows 10 für solche Einsatzszenarien und in Labors bzw. bei Überwachungslösungen wie SCADA-Anlagen oder ähnlichem nicht tolerabel. Ich könnte mir vorstellen, dass in diesem Bereich irgendwann eine Umorientierung auf Linux-Systeme stattfindet.

Ich kann mich nicht helfen – es gab mal eine Zeit, als erste Gerüchte zu Windows 10 aufkamen, wo ich richtig begeistert war. Jetzt habe ich das Gefühl, dass sich die ganze Windows 10-Entwicklung auf einer schiefen Ebene befindet und gerade kräftig vom Tisch rutscht. Wo ich auch anfange, etwas zu graben und Einsatzszenarien zu evaluieren, überall finden sich extrem viel Haare in der Suppe. Manchmal frage ich mich “siehst Du nur alleine diese Probleme und machst dir einfach zu viele Gedanken”?

Wie schaut es bei euch aus. Seid ihr von den obigen Problemen betroffen? Und wie sieht es mit den Zwangs-Update-Szenarien aus? Ist das ein Show-Stopper für den Windows 10-Einsatz bei euch? Falls hier Entwickler aus diesem Bereich mitlesen, könnt ihr ja mal eure Einschätzungen einreichen. Eure Kommentare sind gefragt.

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25 Kommentare zu Windows 10 Auto-Updates: Show-Stopper oder kein Problem?

  1. Nobody Private sagt:

    Hmm, ich meine Linux hat mittlerweile eine Update „Funktion“ die sozusagen das laufende System im Hauptspeicher patchen kann und so den Zwang zum Systemneustart reduziert; zumindest hab ich das so verstanden.
    Würde Windows auch gut stehen.
    Mich fuchst der Reboot Zwang auch und ob der nun zwangsweise nach 12 oder erst 😉 nach 18 Stunden erfolgt und mir in die Suppe spuckt ist egal. Ja, die Kisten sollten schon so alle 2 oder 3 Monate mal neu gestartet werden, aber zu einem von mir gewählten Zeitpunkt (ist z.B. im Mainframebereich Standart).
    Ich verstehe den unausgegoren Ansatz von M$ schon, ärgere einen kleinen Teil der Anwender aber „garantiere“ ein weniger unsicheres Umfeld als vorher (vor Win10 🙂 für alle.
    Jetzt wird es aber Zeit das sich Windows wieder dem Bedürfnis aller Nutzer nähert und weniger diktatorisch daherkommt und das auch für die Nutzer der Homeversion.

  2. Nils sagt:

    Also privat hatte ich auch schon das ein oder andere Problem mit Windows Updates. Da nutze ich allerdings auch die Insider Versionen im Slow ring.

    In der Firma haben wir von ca. 6.000 Rechner aktuell etwas weniger als 1.000 auf Windows 10 (1607) am laufen (nur wenn im Rahmen des Leasings ein neuer Rechner kommt), patchen hier aber über SCCM und können daher schon sehr genau beeinflussen, wann welche Updates installiert werden und ob ein automatischer Neustart erfolgen soll. Hier gab es bei uns bisher keine nennenswerten Probleme. Einmal gab es ein Problem mit einem Update, welches wir dann eben ein paar Wochen zurückgestellt haben.

    Also zumindest in größteren Umgebungen ist die Update Geschichte denke ich ein kleineres Problem, weil es kaum große Firmen geben wird, welche die Updates ohne internes Qualitätsmanagement direkt aus dem Internet holen lassen. In kleineren Umgebungen, die nicht wenigstens einen WSUS betreiben und bei denen kein echtes IT KnowHow vorhanden ist, mag es aber sicher problematisch sein.

    • Interessant. Wie haltet ihr das mit den Restarts nach dem Update? Ich staune hier auf meinen Testmaschinen, wie langsam so manches Feature-Upgrade (ok is noch Insider Preview) abläuft. Und wie schaut es mit Software- und Treiberkompatibilität aus? Testet ihr das alles vorab und blockiert die Updates im Zweifelsfall?

      • Nils sagt:

        Keine automatischen Restarts nach Updates. Wir blenden nur ein Hinweisfenster ein, welches Informiert, das ein Update installiert wurde und ein Neustart empfohlen ist. Die meisten halten sich daran, aber klar, gibt es einzelne Anwender, die ihren Rechner nicht neu starten…. Restrisiko 😉

        Treiberupdates machen wir über das Patchmanagement keine. Die paketieren wir in SCCM selbst und steuern darüber die Rollouts. Treiberupdates machen wir nur, wenn es echte Probleme gibt. z.B. mit dem VideoTreiber auf HP Notebooks.

        Updates gehen erst ein eine IT Interne Gruppe, falls keine Probleme auftreten eine Woche später an eine Pilotgruppe, wenn dort keine Probleme auftreten zwei Wochen später dann der Rollout. Also gehen die Patches falls keine Probleme auftreten nach drei Wochen an die Anwender.

        Und klar, falls im Test oder im Piloten Probleme auftreten, dann halten wir den Rollout zurück. Auf den Win7 Rechnern hatten wir in den letzten 10 Jahren vielleicht zwei oder drei sicherheitsrelevante Updates, welche wir gar nicht installiert haben. Unter Windows 10 hatten wir bisher ein Update, welches wir wegen kompatibilitätsprobleme erst zwei Monate später verteilt haben.

    • HessischerBub sagt:

      Hallo,
      also kann man auch bei Windows 10 wie schon bei Windows 7 Pro per Gruppenrichtlinie vorgeben das ein Neustart auf jeden Fall vom Benutzer initiiert werden muss?

      So läuft das hier mit Windows 7 Pro und dem WSUS. Ich muss nämlich damit rechnen das ein Kollege sein Notebook ans Netz hängt und dann im Labor eine Messreihe mit offenen Zeitfenster startet. Der würde mich killen, wenn Nachts dann ein Reboot kommt. Da riskiere ich es lieber das ein Update halt mal nicht gleich aktiv wird.

      Ist das mit Windows 10 Pro, WSUS und einer Gruppenrichtlinie noch einzustellen?

      Bei den wirklich kritischen Systemen wie Burnin/Zyklustest sperre ich das Update komplett und patche manuell. Die hängen aber sowieso nicht direkt am Intranet, sondern in einem eigenen Netzwerk. Patchstand: So lala…

      • Nils sagt:

        Wie gesagt, wie patchen nicht direkt über den WSUS sondern über SCCM. Dort ist das kein Problem.

        Direkt am WSUS hängen nur ein paar Testrechner. Also einstellen lässt sich das per GPO auf alle Fälle, ob das bei den Win10 Rechner dann auch wirkt, möchte ich nicht zu 100% bestätigen. aber die handvoll Testrechner haben bisher noch keinen ungewollten Neustart durchgeführt. Allerdings laufen die auch alle nicht im Dauerbetrieb.

  3. Da-T sagt:

    Wir haben an unserer Hochschule bislang noch keinen Rollout auf Windows 10 gefahren. Notebooks, v.a. die Convertibles, werden jedoch schon mit Windows 10 installiert (da macht Windows 7 keinen Spaß und nervt, von möglicherweise fehlenden Treibern ganz zu schweigen). Da kommt dann aber die Enterprise Edition drauf. Schon allein aus dem Grund, weil der der Datenschutz besser umsetzbar ist und sie nicht diese bunten Apps mitbringt. Ich denke, dass die Updates sich weiterhin durch WSUS steuern lassen.

    Was mir aber auch schon aufgefallen ist, v.a. auf Studi-Notebooks, die mit Win10-Home-Editions ausgestatteten NBs antraben: Die Updates installieren auch Gerätetreiber. Hardwarenahe Applikationen, wie OpenVPN, funktionieren plötzlich nicht mehr. Aber das nimmt bei Win 7 leider auch zu …

    Eine Frage (ich denke jetzt an die Pro Edition): Gibt es schon Erfahrungen, inwiefern die vom OS mitgebrachten Apps, die ein Admin deinstalliert hat (Bing, Zune, Netflix, Twitter und Co), durch einen Feature Update wieder auf das System gespült werden? In einer aktuelleren Version womöglich.

    Zurück zu den automatischen Updates mit Reboot. Kritisch könnte es an Maschinensteuerungs-PCs werden (Industrie 4.0). Es gab früher schon Fälle, da wurden Updates eingespielt während Steuerungsprogramme liefen. Bevor jetzt einer kommt: Ich weiß schon, dass das eigentliche Maschinensteuerungsprogramm autark vom PC läuft und dass dies kein Windows ist. Aber die Kommunikation der Maschine mit dem sich updatenden PC steht – und auf dem PC laufen halt u.U. weitere Programme die IOs von der Maschine erwarten. Wenn das PC-Programm schlecht gemacht ist und es durch den Reboot mittendrin abgebrochen wird … Das kann lebensgefährlich werden. Auch bei mir vom Hörensagen: In einem Messlabor bei uns wurde noch zu XP-Zeiten mal ein Messprogramm durch einen automatischen Update unterbrochen. Die Folge war, dass die Messmaschine (besser gesagt deren Steuerung), diese Ausnahmesituation „bemerkt“ hat und dann wohl aus Sicherheitsgründen in den Endanschlag fuhr – dummerweise war halt noch das Messstück im Weg. Das war’s dann für den Messfühler.

    Privat bin ich seit kurzem auf Linux umgestiegen, weil mir Microsoft durch die Doktrin „Cloud first, mobile first“ zuwider wurde. Ein OS soll zuerst einmal die Rechnerkomponenten steuern und Schnittstelle zu Anwendungen sein – über Anwendungen, die ich verwenden möchte, bestimme ich selbst. Die kann ich dann immer noch selbst installieren. Genauso wie die Updates!

    • Ingo sagt:

      Die Build Upgrades haben bisher alle solche Apps wieder mit installiert. Mit dem kommenden Upgrade soll das nicht mehr passieren. Vom Admin entfernte Apps werden da nicht mehr mit installiert.

      Es werden allerdings sicherlich seit der letzten Build neu hinzugekommene Apps automatisch installiert werden. Ein großes Problem sehe ich da jetzt nicht. Der Heimuser ignoriert oder deinstalliert oder nutzt vielleicht einfach die neuen Apps und in verwalteten Umgebungen werden die halt einfach scriptgesteuert rausgeschmissen, wenn der Admin sie nicht mag.

  4. OlliD@IRQ8 sagt:

    Hallo Günter,

    wir hatten das Thema zwar schon mal in deinem Blog. Ich habe die Windows-Update-Thematik hier nochmal als Tutorial zusammengefasst:

    http://www.drwindows.de/windows-anleitungen-faq/121044-windows-10-windows-update-kontrolle.html

    Funktioniert nach der zugegeben etwas komplexeren Konfiguration schon seit 08/2015 tadellos und zumindest die Build 10.0.10240 wird mich wohl noch die weiteren Jahre als quasi LTSB-Version begleiten. Die kumulativen Updates sind dann möglicherweise ausschließlich über den Microsoft Update-Katalog zu beziehen.

    In der in dieser Woche erscheinenden c’t geht es auch mal wieder um dasselbe Thema.

    OlliD@IRQ8

  5. Mirko Heilmann sagt:

    Ich würde da @Nils zustimmen. In größeren Umgebungen mit einer eigenen IT ist das kein nennenswertes Problem. Da sind eigene Strukturen etabliert.
    Im privaten Bereich kann es mal knallen, aber dann eher aus Unwissenheit, weil der Neustartzeitpunkt nicht in einen anderen Bereich verschoben wurde. Außer natürlich bei Gamern, da gibts keinen „Zeitpunkt“, die Kiste muß daddeln.
    Total blöd ist die Sache bei den ganzen KMUs, die keine eigene IT haben. Bei etwas Glück haben die noch einen externen Support, der monatlich die Updates kontrolliert und gegebenenfalls einspielt.
    Blöd wird es wie bei mir. Ich habe mehrere Schulen in der Wartung, da läuft eine Wächtersoftware für den Windows-Reset drauf. Dort habe ich die Updates per Registry und Gruppenrichtlinie deaktiviert, sonst werden die Updates über den Monat jeden Tag aufs neue heruntergeladen und installiert. Interessant ist das wenn das Update installiert wird, der Rechner neu startet, der Wächter alles zurücksetzt und Windows mit seiner Konfiguration gegen die Wand fährt. Dann kommt die Automatische Reparatur, es startet wieder und das Spiel beginnt von vorn.
    Ich hoffe nur, daß die Deaktivierung über Registry und Gruppenrichtlinie nicht auch noch geschlachtet wird, denn dann wird es richtig übel.
    Die alte Möglichkeit der Auswahl war optimal und ging nicht zu verbessern, das war wahrscheinlich das Problem. Man kann es nur noch kaputt machen, aber machen muß man etwas.
    Manchmal frage ich mich wirklich was bei MS für geistige Koriphäen das sagen haben. Dieses ganze MS-Updategeraffel ist momentan nur noch nervend.

  6. deo sagt:

    Update werden bei getakteter Verbindung nur nach Zustimmung des Benutzers heruntergeladen und danach installiert. Bisher wird das nur für WLAN angeboten und das praktiziere ich seit Build 1607 so.
    Das soll ausgebaut werden: „Im Creators Update wird es die Option geben, nicht nur WiFi, sondern auch LAN als „getaktete Verbindung“ zu klassifizieren.“
    GBorn hat geantwortet am Januar 15, 2017

    Damit kann man den Neustart auch verhindern.

  7. Laran sagt:

    Ich stelle auch auf Linux um, es gab mal Zeiten da war Windows ein Betriebssystem und dazu da als eine Plattform fuer vielfaetige Aufgaben und Installationen zur Verfuegung zu stehen.
    Heute mit Windows 10 ist es fuer mich eher eine Diva geworden, die selbst mehr gepflegt werden moechte anstatt Ihren eigentlichen Sinn zur Verfuegung zu stellen.

    Ich fuer mich bemerke an diesem Produkt die Selbstbeweihraeucherung Microsofts und nein ich moechte auch nicht jedes Jahr das System neu installieren muessen, weil es so tolle Updates gibt…im Gegenteil das hin und her im Design, die Unzuverlaessigkeit nerven extrem.

  8. Dieter Schmitz sagt:

    Schade, dass die meisten Kommentatoren der Meinung sind, das Problem läge (fast) nur an den unbedarften Nutzern…

    Aber einen Protest wie den, den es damals gegen Vista gab, ist nicht zu sehen. Von daher wird Microsoft nichts ändern. Die grossen Betriebe habe ihre IT-Abteilung (darf man noch EDV sagen? 🙂 ), und der Rest muss nehmen, was Microsoft anbietet.

    • Nils sagt:

      Das ist ja nicht böse gemeint. Aber ist ist eben Fakt, dass man mit entsprechendem KnowHow mit der Update Politik sehr gut klar kommt.

      Das es für den Otto Normal Anwender schwieriger ist, steht außer Frage.
      Lieschen Müller kann sich schlecht einen WSUS Server aufbauen oder in der Registry rumfummeln.

      Von daher hast du Recht, der Rest muss nehmen, was Microsoft anbietet….. was ich aber eigentlich nicht schlimm finde. Allerdings muss die Update Geschichte dann auch zuverlässig funktionieren…. und das tut sie im Moment eben nicht immer. Zu oft läuft das eben nicht wirklich rund.

  9. JohnRipper sagt:

    mhh. Also vielleicht muss man die Kirche ja doch mal im Dorf lassen.

    Windows ist eine Standardsoftware zum Einsatz für einen sehr große Nutzerbasis. Dies bedingt, dass die Standardsoftware, sowie jede Standardsoftware, mit einem gewissen Featureset an Funktionen und Voreinstellungen kommt, sodass die Software direkt genutzt werden kann.

    Über die Sinnhaftigkeit von Softwareupdates von vernetzen Geräten brauchen wir ja hoffentlich nicht streiten, es geht nun mal nicht wirklich ohne.

    Gleichwohl geht es hier um einen kleinen Nutzeranteil (Videorendering, Laborumgebungen), die in meinen Augen sehr speziell sind bzw. sehr spezielle Aufgaben verrichten.

    Wenn diese Gruppe einfach -sorry- nicht in der Lage sind ihre Systeme so einzustellen bzw. einstellen zu lassen, dass sie so reagieren wie für diesen speziellen Fall gedacht, dann kann man leider auch nicht helfen (Ich fragen mich wieso jemand überhaupt auf einem Windows 10 Desktop System irgendwelches Rending macht, anstatt dies auf einen anständigen Server auszulagern; aber gut). Windows Systeme (auch Windows 10 und vor allem Windows Server 2016) bieten genug Einstellungsmöglichkeiten ungewollte Updates und/oder Neustarts auf entsprechende Wartungsfenster zu verschieben bzw. so etwas zu planen. In professionellen Umgebungen kommt dann hoffentlich auch WSUS oder SCCM zum Einsatz mit dem sich das noch besser steuern lässt (vor allem auf Desktopsystemen).

    Insofern kann ich die Kritik an Softwareupdates nur im Hinblick auf diese beiden Nutzergruppen nicht nachvollziehen. Für mich klingt das mehr nach Nutzerversagen und Unprofessionalität auf ganzer Linie.

    • Dieter Schmitz sagt:

      der Nächste…

      Privatperson und WSUS?

    • riedenthied sagt:

      Ich habe mal aus Spaß einen 2016er Server aufgesetzt und diesen (zugegebenermaßen nicht besonders lange und nicht besonders intensiv) ein wenig getestet. Ich fand es durchaus spannend zu sehen, dass dort genau die gleichen Dinge vorzugehen scheinen, nämlich Auto-Updates außerhalb der von MS vorgegebenen „Nutzungszeit“ und lauter so ein Blödsinn. Zumindest in der GUI habe ich auf die Schnelle keine sinnvollen Optionen zu deren Steuerung gefunden. Im Gegenteil: Das sah eigentlich alles komplett genauso vermurkst aus wie auf Windows 10 und das ist bei einem Serverbetriebssystem schon durchaus erschreckend. Ich sag nur: „Für die Nutzungszeit können Sie einen Zeitraum zwischen 1 und 12 Stunden festlegen“. Hallo? Bei einem Server?

      Nun gut, man hätte natürlich die üblichen Wege über Gruppenrichtlinien etc. beschreiten können, aber so besonders lang war mein erster Geschmackstest nicht. Ich kann nur sagen, dass ich relativ schnell satt war von dem, was ich gesehen habe.

  10. Paule21 sagt:

    Kurze Zwischenfrage, wollte Microsoft die Updates nicht optimieren? Bei den Previews muss man sich aktuell ja immer noch die volle Ladung herunterladen und der elend lange Download, währenddessen das Internet praktisch nicht mehr nutzbar ist, zusammen mit der langen Installation, sind wirklich eine Spaßbremse. Vielleicht wird es ja besser, wenn irgendwann mal nur noch die geänderten Dateien getauscht werden, soweit das machbar ist.

  11. Al CiD sagt:

    Man kann keine Pro-/Enterprise- und Serverversion anbieten und dann alle als „XBOX-User“ betrachten und an die Hand nehmen… genau das tut aber Microsoft.
    (XBOX-User steht jetzt mal als Platzhalter für Spieler, etc… wo es selten um „Zeit ist Geld“ geht…)

    Man kann auch dem 1-2-3 Mann/Frau Betrieb nicht die ganze Arbeit kaputt machen (zB Audio-/Videorendering oder Backups) nur weil Windows nicht in der Lage ist zumindest mal ins eigene System zu horchen, ob dieser ausgelastet ist um dann den Neustart selbständig zu verschieben…

    Kein Wunder wenn die hoch gepriesene KI noch nicht einmal das hin bekommt!

  12. Ingo sagt:

    Ich denke, gerade beim Einsatz in SCADA Bereichen werden ja wohl kaum Home-Systeme zum Einsatz kommen, insofern dürfte es dort das Problem nicht geben. Auch allgemein werden in den Firmen, in denen irgendwo ein Windows Server werkelt, ja hoffentlich auch Updates entsprechend über WSUS gemanagt.

    Und ein Server ist schon seit Jahren in den wenigsten Fällen eine Maschine, die jahrelange Uptimes hat. Sobald diese Systeme irgendwie Kontakt mit dem Internet bekommen, gehören sie regelmäßig gepatcht. Insofern ist das Verhalten bei den Windows Server-Systemen auch nicht großartig anders. Irgenwann in der Nacht gibt es halt einmal im Monat eine Downtime für Updates. Im Gegenteil hat Server 2016 da noch einen gewissen Nachteil hier im Testnetz: entgegen 2012 R2 startet der 2016er Server hier eben gerade nicht neu, wenn Updates installiert wurden. Darauf bin ich aber angewiesen, wenn ich dreistellige Serverzahlen patchen will.

    In der großen Masse bei den Homeusern hatte man früher halt ein Problem: die User patchen nicht. Es ist ihnen egal oder sie haben Angst davor oder irgendjemand hat ihnen mal gesagt, dass es gut wäre, Updates auszuschalten – warum auch immer. Das wird in einer Welt zum Problem, wo hunderte Millionen Systeme am Netz hängen. Also ist es nicht nur für den User selber, sondern für die Allgemeinheit schon sinnvoll und notwendig, dass sicherheitsrelevante Updates zügig eingespielt werden.

    Wie soll man das unter einen Hut bringen mit dem Wunsch einiger weniger, aus sicherlich im Einzelfall guten Gründen so etwas nicht zu wollen?

    • riedenthied sagt:

      Na ganz einfach: Es ist deren eigener Rechner, also können sie damit machen, was sie wollen. Wenn sie nicht patchen wollen, dann ist das halt so. Das kann man nicht einfach jedem überhelfen, weil man es eben besser weiß. Mittlerweile sind wir leider in einer Gesellschaft gelandet, in der ständig jedem vorgeschrieben wird, was er zu tun und zu lassen hat. Wenn diejenigen nicht hören wollen, dann wird es eben über ihren Kopf hinweg entschieden und durchgedrückt. Notfalls mit Gewalt, mit Gesetzen oder (wie in diesem Fall) mit der Macht des Monopolisten.

      Patchen von Servern per Skript kann ich übrigens nur empfehlen. Das mache ich seit Jahren mit unseren Servern, man kann minutengenau steuern und den Reboot übernimmt das Skript absolut zuverlässig.

  13. Ab heute abend hat Microsoft offenbar entschieden, alle PCs mit Windows 10 1511 auf die 1607 zu aktuaslisieren, egal was es kostet.

    Obwohl ich als Besitzer eines Dual Boot Systems mit einer SATA SSD, wo das Windows 10 drauf ist, mehr als genug Probleme mit dem Update auf 1607 hatte, gab es dafür ja eine Lösung:

    Upgrades zurückstellen. Doch das hat MS inzwischen wohl gestrichen.

    Da hilft auch nicht wushowhide.diagcab aus dem Artikel von 2015: http://www.borncity.com/blog/2015/11/19/windows-10-tipp-updates-blocken/

    Soeben fängt mein PC beharrlich an, dieses verdammte Upgrade herunterzuladen wie die Oderflut. Und ich kann nur zusehen, wie dann wieder mein PC beim Login gefühlte Stunden braucht, bis alles geladen ist.

    Und das trotz SSD!

    Mahlzeit!

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