Quartalsbericht 4. Q. 2017: Microsoft geht’s prächtig

Microsoft hat gestern seine Quartalszahlen für das 4. Quartal des Fiskaljahres 2017 (endete am 30. Juni 2017) bekannt gegeben. Man kann es so zu Kurzform zusammenfassen: Das Unternehmen verdient weiterhin prächtig und konnte seien Umsatz sogar noch gegenüber dem Vorjahresquartal steigern.


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Die Quartalszahlen 4. Q. 2017 finden sich in dieser Mitteilung (Englisch) von Microsoft. Den Umsatz konnte man um 13 % auf 23,23 Milliarden Dollar steigern. Aber noch wichtiger: Der Gewinn für das Quartal liegt bei 6,51 Milliarden US-Dollar. Im Geschäftsjahr konnte Microsoft 89,963 Milliarden US-Dollar Umsatz (+ 5%9 verzeichnen, wobei der operative Gewinn um 11 Prozent auf 22,3 Milliarden US-Dollar stieg. Netto konnte der Gewinn sogar um 26% auf 21,2 Milliarden US-Dollar zulegen. Hier ein paar Splitter, wo das Geld her kommt.

  • Die Cloud-Geschäfte entwickeln sich extrem gut. Der Umsatz in der Cloud beträgt inzwischen 7,43 Milliarden Dollar (+11 %, operativer Gewinn +15 % auf 2,5 Milliarden US-Dollar). Azure legt um 97 % zu (im Vergleich zum Vorquartal 93%). In diesem Bereich baut Microsoft zur Zeit mächtig um (siehe Microsoft: Doch 3.000 Entlassungen).
  • Office 365: Hier gibt es einen Umsatz von 8,4 Milliarden US-Dollar im Bereich von Productivity and Business Processes, zu dem auch Office gehört. Das ist eine Steigerung um 21 %. Office im kommerziellen Bereich und Cloud-Dienste stiegen um 5%, Office 365 alleine um 43%. Im Endanwenderbereich stieg der Umsatz für Office Consumer products and cloud services um 13%. Microsoft gibt an, dass man 27 Millionen Abonnenten habe. Erstmals hat man wohl mit Office 365 Abos mehr Umsatz als mit Verkäufen von Office 2016 gemacht.
  • Dynamics-Produkte und Cloud legen um 7% zu, wobei Dynamics 365 die Einnahmen um 74% steigerte.
  • Intelligent Cloud (Server-Produkte und Cloud-Dienste) liegen bei 7,4 Milliarden US $ und verzeichnen eine Steigerung um 11%.
  • Personal Computing bringt 8,8 Milliarden US $ an Umsatz (-2%), wobei das OEM-Geschäft um 1 % beim Umsatz zunahm. Ursache waren höherpreisige Produkte – wobei der kommerzielle Produkt- und Cloud-Bereich von Windows sogar um 8% zulegen konnte.

Selbst die Bing-Suche konnte einen Einnahmenanstieg von 10% verzeichnen. Bei den Surfaces kam es zu einem Rückgang um 2%, was den Modellwechseln geschuldet ist. Und Smartphones kommen beim Umsatz nicht vor. Ein paar Informationen in deutsch lassen sich bei heise.de oder bei Dr. Windows nachlesen.

Zukunftshypotheken?

Aus Sicht der Aktionäre ist alles paletti, die Strategie, auf die Cloud zu setzen, scheint sich auszuzahlen. Allerdings stellt sich mir die Frage, ob da nicht einige Hypotheken aufgebaut werden, die sich irgendwann als Mühlstein erweisen, die ein Unternehmen in den Abgrund ziehen können, wenn einige Geschäftsstrategien scheitern.

  • Im Mobilbereich, wo aktuell noch Zuwächse zu verzeichnen sind, spielt Microsoft keine Rolle – da packen die es nicht.
  • Im Bereich Personal Computing, wo Microsoft eigentlich mit Windows seine Domäne hat, wird momentan (aus meiner Sicht) viel Porzellan zerschlagen. Das könnte sich irgendwann in Zukunft rächen. Google setzt mit den Chromebooks ganz erfolgreich auf den Bildungsmarkt – die kommenden IT-Generationen sind nicht mehr mit Windows verhaftet.
  • Das ganze Cloud-Geschäft steht mit der Annahme, dass dies sicher zu betreiben ist. Hier gibt es aber politische Unsicherheiten durch Trump im Hinblick auf die sich ändernde Rechtsprechung. Und es zeichnen sich technische Probleme in Sachen Sicherheit ab. Malwareangriffe und Administratorfehler, die den Datenschutz sowie die Datensicherheit aushebeln, hatte ich die letzten Monate ja zur Genüge im Blog.

Aus meiner Sicht wird es spannend sein, zu verfolgen, wie sich das Geschäft diesbezüglich die kommenden Jahre entwickelt. Zumindest aktuell muss man zwei Sachen zur Kenntnis nehmen: Vom Umsatz und Gewinn fährt Satya Nadella einen erfolgreichen Kurs. Und man sollte Abschied davon nehmen, dass Microsoft noch eine Windows-Company ist – das ist ein Produkt, was irgendwo mitläuft. Und im Konsumermarkt stellt Windows die Cash-Cow dar, die noch so lange gemolken wird, wie jemand das Zeugs kauft. Da können wir zetern, wie schlecht der aktuelle Windows 10-Ansatz technisch sein mag – es spielt für das Microsoft-Geschäft immer weniger eine Rolle. Oder seht ihr das anders?


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2 Kommentare zu Quartalsbericht 4. Q. 2017: Microsoft geht’s prächtig

  1. Tim sagt:

    Letzter Absatz, leider wohl wahr.

    Weder zetern noch inssidern und Vorschläge einbringen machen hier noch Sinn.
    Also, Augen zu und durch, wie immer?

  2. Solange die Software Industrie sich nicht für andere Betriebssysteme öffnet und Firmen sich nicht für andere Betriebssysteme entscheiden wird sich daran auch nicht viel ändern.

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