Windows 10: Zweiter Benutzer kann sich nicht anmelden

Administratoren von Windows 10 laufen gelegentlich in das Problem, dass Benutzerprofile kaputt gehen. Dann kann sich plötzlich ein Benutzer nicht mehr an seinem Konto anmelden.


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Kürzlich wurde ich erneut auf das Thema aufmerksam, da ich eine Benachrichtigung für einen Forenthread abonniert hatte. Die Fehlerbeschreibung des Nutzers liest sich wie folgt:

Habe das Update von Win 10 Heute genutzt. An sich läuft auch alles super!
Aber….
Ich habe einen zweiten Benutzer hinzugefügt (für meinen Freund)
Will sich mein Freund anmelden, geht es nicht. Er gibt seine Daten ein und dann steht das er abgemeldet ist/wird. Wenn es doch mal funktioniert (indem ich ihm Admin Rechte gebe). Kann er sich zwar einloggen, aber der PC/Desktop baut sich nicht komplett auf. Er kann z.b. links auf das Windows Zeichen drücken und es passiert einfach mal rein gar nichts.

Das ist natürlich unschön – aber zumindest kann sich der Administrator noch an seinem eigenen Benutzerkonto anmelden.

Kompletter Neustart ausprobieren

Um sicherzustellen, dass das Problem nicht mit unvollständig angelegten oder teilgeladenen Profilen zu tun hat, sollte man einen vollständigen Neustart ausführen. Hierzu den Befehl Neu starten bei gedrückter Umschalttaste aufrufen. Unter Windows PE ist dann die Option zum booten von Windows 10 zu wählen. Dies bewirkt, dass Windows 10 komplett neu geladen wird.

Kontrolle diverser Registrierungseinträge

Das Problem zieht sich schon über viele Jahre in Windows dahin. Eine Ursache kann ein fehlerhafter Registrierungseintrag für die userinit.exe sein, so dass diese nicht starten kann. Die Schlüssel sind z.B. hier oder hier aufgeführt. 

1. Starten Sie den Registrierungseditor regedit.exe mit administrativen Berechtigungen (Als Administrator ausführen).

2. Navigieren Sie zu folgendem Pfad und überprüfen Sie den angegebenen Wert.

Der Pfad zum Registrierungsschlüssel lautet:

KEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\WindowsNT\CurrentVersion\Winlogon

Dort sollte ein Zeichenkettenwert Userinit eingetragen sein. Im Wert darf nur der Pfad zur userinit.exe in der Art:


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C:\Windows\System32\Userinit.exe,

mit Komma am Befehlsende eingetragen sein (siehe folgender Screenshot).

Userinit

Manche Programme manipulieren diesen Eintrag, wodurch die userinit.exe nicht mehr gestartet und der Benutzer nicht mehr angemeldet werden kann.

Mir ist das kürzlich bei einem Windows 7-System passiert, wo der Hauptbenutzer kaputt war. Ich konnte mich am Administratorkonto noch anmelden. Da ich das System seltener verwende, konnte eine Softwareinstallation (Android-Emulator) oder das letzte Update die Ursache sein. Der Fehler war dort, dass sich der Nutzer nicht am betreffenden Gruppenrichtlinienclient anmelden konnte. Den Fehler habe ich im Blog-Beitrag Windows: Keine Benutzeranmeldung wegen fehlender Verbindung zum Gruppenrichtlinienclient thematisiert. Im konkreten Fall konnte ich aber in der Internet-Diaspora nicht auf den Artikel zugreifen, um diesen ab zu arbeiten. In meinem Fall half, eine Systemwiederherstellung vor ein Windows 7-Update auszuführen, damit das Netbook wieder funktionierte.

Ein neues Benutzerkonto anlegen

Um sicherzustellen, dass das Benutzerkonto nicht kaputt ist, kann man versuchsweise ein neues Benutzerkonto einrichten. Ermöglicht dieses auch keine Anmeldung, könnte das Default-Profil beschädigt sein.

Ergänzende Informationen

Im oben genannten Beitrag wurde erwähnt, dass Fremdvirenscanner unter Windows 10 eingesetzt wurden. Daher einige zusätzliche Informationen.

  • Fremdtools können eine Ursache für den Anmeldefehler sein, wenn sie z.B. den Registrierungseintrag manipulieren oder das System und die userinit.exe beschädigen.
  • Wird ein Virenscanner oder eine Internet Security Suite deinstalliert, sollte man unbedingt schauen, ob es ein sogenanntes Clean Tool des Herstellers gibt und dieses ausführen. Dies bereinigt ggf. Installationsreste.
  • Wurden mehrere Virenscanner oder Internet Security Suites installiert und wieder deinstalliert, ohne ein Clean Tool des jeweiligen Herstellers auszuführen, kann dies ebenfalls zu diversen Problemen führen.

Dass man – angesichts des Windows Defenders – nicht unbedingt Fremdvirenscanner (und speziell die Free-Lösungen) unter Windows 10 braucht, ist hier im Blog ja schon thematisiert worden.

Oft liest man in Foren auch den Tipp ‘Installiere das System neu’. Mit dem Media Creation Tool kann man sich ein Installationsmedium von Windows 10 erstellen. Ich empfehle aber bei einem Windows 10-PC, der von OEMs kommt, nach einer Recovery-Möglichkeit Ausschau zu halten. Meist lässt sich diese mit irgend einer Funktionstaste einleiten (steht in der Begleitdokumentation zum System). Dann hat man meist die Gewissheit (falls der OEM nicht geschlampt hat), dass die Spezialitäten des OEMs beim Setup mit berücksichtigt sind. Nach einem solchen Recovery daran denken, die Test-Installation der Sicherheitslösung des OEMs zu deinstallieren und per Clean Tool zu bereinigen.

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