Ups, Microsoft-Vorführung nur mit Google Chrome-Hilfe

Peinlicher bzw. lustiger Vorfall während einer Präsentation auf Microsofts Ignite-Konferenz: Weil der Edge-Browser ständig abstürzte, musste ein Microsoft-Mitarbeiter life während eines Vortags auf der Ignite schnell den Google Chrome-Browser installieren, um seine Demo abschließen zu können.


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Bei dem Schwank fallen mir so einige Sachen ein. Das Erste: Du bist in einer Präsentation und plötzlich streikt die Technik. Dann braucht es Improvisationsgabe. Das Zweite: Es gibt Leute, die den Edge-Browser über den grünen Klee loben – und kürzlich las ich, dass Edge nun mit Windows 10 Fall Creators Update wohl fertig und praxisreif wäre (die Quelle dieser Falschmeldung lasse ich mal weg). Es gibt ja auch die Sessions, wo Microsofts Leute die Vorteile des Edge gegenüber Googles Chrome-Browser herausstellen. Und das Dritte, was mir beim Thema einfällt: Der Song ‘With a Little Help from My Friends’ (ursprünglich von den Beatles). Und das Vierte: Die besten Geschichten schreibt noch immer das Leben.

Worum geht es?

Auf der diesjährigen Ignite 2017-Konferenz (siehe Live stream der Microsoft Ignite 2017) gab es auch eine Präsentation zu Microsofts Azure Cloud-Lösung (Video der Session Migrating your applications, data, and workloads to Microsoft Azure – BRK2233). Der Microsoft-Mitarbeiter wollte in einer kurzen Einlage zeigen, wie einfach es sei, Daten in die Cloud auf Microsoft Azure zu verlagern (ab 37:20). Dummerweise hatte er die Rechnung ohne den Edge-Browser gemacht, wie man im Video sehen kann. Dieser stürzte einfach ab bzw. hing.

(Quelle: YouTube)

Der Mitarbeiter ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen – vermutlich hatte er da schon Übung drin. Flugs lud er sich den Google Chrome-Browser herunter, installierte diesen und konnte die Präsentation fortsetzen. Er kommentiere das ironisch ‘es wird nicht helfen, Google besser zu machen’ – und die Lacher des Publikums waren ihm sicher. Unter dem Strich: Daumen hoch, wie souverän er die Situation ‘with a little help from Chrome’ dann doch gemeistert hat. (via, via)


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14 Kommentare zu Ups, Microsoft-Vorführung nur mit Google Chrome-Hilfe

  1. Hans-Günter sagt:

    Das ist ja eine bahnbrechende Neuigkeit. Sind wir hier nun endgültig auf BILD Niveau 🙁

    • Günter Born sagt:

      Mache dich doch einfach mal locker – man kann die Welt auch verkniffen sehen. Mir hat imponiert, wie der Mitarbeiter von Microsoft das gehandhabt hat …

      • Hans-Günter sagt:

        Eigentlich könnte ich dir ja folgen, man muss nicht immer alles so bierernst sehen. Nur passt diese Meldung eben zur Stimmung in diesem Blog.

        Ich erinnere mich noch gut an die Inhalte hier im Blog vor drei drei vier Jahren. Technisch anspruchsvoll, tiefgründig und in der Regel gut recherchiert.

        Aber mittlerweile konzentriert sich dieser Blog leider auf alles Negative, was sich so zu Windows 10 oder Microsoft ganz im allgemeinen finden lässt. Sicher, es gibt leider auch vieles Schlechte im Zusammenhang mit Windows 10. Aber alles nur negativ darzustellen ist auch nicht der richtige Weg. Und in dem Zusammenhang ist eben auch dieser Beitrag zu sehen.

        • Uwe Albrecht sagt:

          Es gibt so viele schöne Blogs und Internetseiten, die uns mal bierernst und mal lustig die IT-Welt vor Augen führen. Viele sind hier sogar direkt verlinkt. Günter Born stört sich nicht daran, wenn Microsoft-Fans wie Martin Geuß enthusiastisch den neuen Entwicklungsstand beim Edge feiert. Er kann diese Freude aus früheren glücklicheren Tagen mit Microsoft sehr gut nachvollziehen.

          Aber zur (wohl auch schon selbst erkannten ganzen) Wahrheit gehört die Erkenntnis, dass bei Microsoft zur Zeit nicht alles so rund läuft, wie es beworben wird oder wie wir es Jahrzehnte gewohnt waren. Darunter leidet weniger dieser kritische Blog, sondern Deskmodder, Dr. Windows… die nach meiner Einschätzung zu sehr Werbeplattform, als Informationsportal sind. Aber auch dort lese ich gerne mit, denn es kann nie schaden, zwei Seiten der Medaille zu betrachten. Wer die Werbeaussage kennt und umfangreich reflektieren will, kann auch auf Günter Born bauen. Dort wird in der Tag mehr zerpflückt als beworben, aber das trifft alle (Google, Apple und eben auch Microsoft) zu. Wenn Microsoft die mobile Welt nicht mehr mit aktuellen Entwicklungen unterstützen kann oder will, muss er auch über Android oder iOS kritische Dinge verbreiten. Günter Born hat sich nach meiner Wahrnehmung immer mehr mit den Problemen, Sicherheitslöchern und Datenschutzeinstellungen beschäftigt und Lösungen auch in Bücherform dazu präsentiert. Letzteres wird aber immer schwieriger, weil wenig lange Bestand hat, die rote Linie fehlt oder nicht sichtbar wird. Ich würde mir mal ein Linux Mint Buch von Ihm wünschen, denn dieses Parallelsystem macht mir deutlich weniger Ärger als Windows 10 und liegt auf Augenhöhe mit Windows 7 incl. Officewelt. Sicher wird er auch dazu kritische Worte finden.

          • Günter Born sagt:

            Zum Linux Mint Thema: Wollten täte ich ja, bleibt aber schwierig, weil …

            * es gab mal ein Linux-Büchlein für Windows-Umsteiger, immer wenn wir die Farbe fertig gerührt und das Papier gedruckt hatten, schoben die Leute bei SuSE eine neue Version raus. Diesen 3-Monats-Update-Zyklus haben weder Autor noch Verlag ausgehalten. Wir haben das Projekt schweren Herzens aus Aufwand- und Ertragsgründen eingestellt – damals war die Windows-Welt ja noch in Ordnung.

            * solange ich gesundheitlich nicht deutlich besser darauf bin (1), werde ich die Linux-Buchideen, die mir im Hinterkopf schon länger herumspucken, realistischerweise leider nicht verwirklichen können.

            Vielleicht wird es ja irgendwann 2018 was geben – oder 2019 (falls es mich dann noch als Autor gibt, da plane ich nicht mehr so lange im Voraus).

            (1) Momentan bleiben mir täglich zwischen 1 – 2,5 Stunden Sport, Bewegung und von mir zusammengestellten Physiotherapieübungen (um den Körper am Laufen zu halten) und mehrere Stunden bloggen einfach zu wenige Reststunden, um noch dickere Bücher zu schreiben. Auch wenn die Ideen im Hinterkopf vorhanden sind, der Körper muss halt mitmachen – und mehr als 4 Stunden arbeiten verkraftet der auf Dauer (noch) nicht. Aber ich mag nicht wirklich klagen – vom Hals an abwärts gelähmt im Rollstuhl sitzen, wäre die deutlich schlechtere Alternative gewesen. Diesbezüglich konnte ich dem Teufel im März 2015 von der Schippe springen und auch die Berufsunfähigkeit ließ sich abwenden ;-).

    • Harald L. sagt:

      Als Ergänzung zur Antwort von Günter und passend zum heutigen Reformationstag (auch wenn ich nicht Evangelisch bin freu ich mich über einen zusätzlichen Feiertag) ein Spruch von Martin Luther: “Aus einem verzagten Arsch kommt kein fröhlicher Furz.” 🙂

  2. Fritz R. sagt:

    IT besteht, Ford sei Dank, nicht nur aus spröder Technik. Ich als Admin mit mittlerweile doch so einigen Jährchen auf dem Buckel freue mich für meinen Teil immer über solche Anekdoten, denn es macht ein ums andere Mal klar, dass hinter der Technik immer noch Menschen stecken, was ja mittlerweile gern vergessen wird.

  3. Nobody sagt:

    Peinlichkeit hoch drei für Microsoft.

  4. Pleiten, Pech & Pannen passieren über all mal

  5. Aleku sagt:

    Da denke ich spontan an das:
    https://www.youtube.com/watch?v=IW7Rqwwth84
    Bill Gates experiences the BSOD while presenting Win98.

  6. Bolko sagt:

    Schlimmer als der Edge-Bug ist das Thema der Präsentation:
    “Migrating your applications, data, and workloads to Microsoft Azure”.

    Das zeigt doch deutlich, wohin der Zug fahren soll.
    In ein paar Jahren wird Windows die Cloud vorraussetzen und jeder User muss dann online sein, um Betriebssystemfunktionen in der Cloud verarbeiten zu lassen.
    Dazu passt auch die Umwidmung von Windows als Betriebssystem zu “Windows as a service”. Das sind alles weitere Schritte zur Entmündigung des Users. Alle Daten und Tätigkeiten (Know-how) schenkt man dann Microsoft und der NSA.
    So was ist ein absolutes no go für mich.

    • schattenmensch sagt:

      „Migrating your applications, data, and workloads to Microsoft Azure“, klingt für mich irgendwie nach Terminalserver. Microsoft Azure ist der Server und mein Rechner ist der Terminal auf dem nur noch Ein- und Ausgabe stattfindet. Für das ganze Cloud Zeugs benötigt man aber sehr schnelle Datenleitungen. Bis auf die Ballungsgebiete sind diese Leitungen kaum bis gar nicht vorhanden. Das wird in Deutschland bestimmt noch fünf bis zehn Jahre dauern. Wenn überhaupt.

      Die Mehrheit der Nutzer wird dies aber so hinnehmen, weil es praktisch keine Alternativen gibt. Eine Ausnahme wäre Apple. Wobei sie schon seit Jahren immer mehr Funktionen mit der iCloud verknüpfen. Soweit mir bekannt, können deren Systeme auch ohne iCloud genutzt werden. Ob das so bleibt ist allerdings auch fraglich. Ansonsten kämen nur Linux Distributionen, wie Ubuntu, Linux Mint, usw. in Frage. Hier ist das Problem, dass das Betriebssystem nicht vorinstalliert ist. Sollte die Installation ohne Probleme verlaufen sein, so ist es fraglich ob das Gerät zufriedenstellend läuft. Nicht selten sind Funktionen der Geräte nicht vollständig oder gar nicht implementiert. Die Installation von Treibern läuft nicht so bequem ab, wie unter Windows – Treiber CD ins Laufwerk und dann auf installieren klicken. Des Weiteren können nur Programme und Programmversionen verwendet werden, die der Distributor anbietet. Eine Ausnahme bilden Fremdquellen, die wiederum Probleme nach sich ziehen können. Mit Snap hat Canonical (Ubuntu) etwas geschaffen, dass diese Probleme abmildern oder gar beseitigen kann. Oftmals gibt es gewisse Programme überhaupt nicht für die Linux Distributionen. Verlässt man in der Apple Welt Lifestyle, Audio, Video, Foto, Grafik, so sieht es dort zum Teil ebenfalls recht Mau aus.

      In Deutschland oder besser in Europa (hier ist nicht die EU gemeint) hat man es schlicht und ergreifend verpennt ein eigenes Betriebssystem zu entwickeln. Man hat sich lieber auf ein US amerikanischen Konzern verlassen und nun gibt es oder besser wird es die Quittung dafür geben.

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