4. VMware Player und VMware Workstation/VMware Server

Von der Firma VMware steht eine ganze Palette an Virtualisierungsprodukten zur Verfügung. Für den Einsatz im privaten Umfeld kommen der kostenlose VMware Player 3.0, der kostenlose VMware Server 1.x oder die kostenpflichtige VMware Workstation 6 in Frage.


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Die VMware-Produkte lassen sich von der Internetseite www.vmware.com herunterladen. Der Download umfasst für VMware Player 3.0, VMware Server 1.x oder die kostenpflichtige VMware Workstation 6 gut 500 MByte (je nach Produkt sogar mehr). Vom Einsatz des VMware Server 2.0 rate ich ab, da dieser nur noch mit einem Web-Interface zur Bedienung ausgeliefert wird, dessen Konfiguration unter Windows 7 Home Premium recht kniffelig ist (konkret ist es mir bisher nie gelungen, auf den Server zuzugreifen).

Der Vorteil von VMware Server 1.x gegenüber dem VMware Player 3.0 besteht darin, dass dieses Produkt umfangreichere Konfiguriermöglichkeiten bietet und auch Schnappschüsse zulässt. Allerdings ist im VMware Server 1.x keine Aero-Unterstützung für Windows-Gastbetriebssysteme möglich. Aero wird aber vom VMware Player 3.0 sowie von VMware Workstaion 6.0 unterstützt. In der Workstation stehen auch Schnappschüsse und erweiterte Konfiguriermöglichkeiten bereit.

VMware Player 3.0 als Virtualisierungslösung

Waren die früheren Versionen des VMware Player strikt auf die Wiedergabe einer virtuellen Maschine begrenzt (die mit VMware Workstation, VMware Server etc. konfiguriert wurde), verfügt der Player in der Version 3.0 auch über eine Möglichkeit, eigene virtuelle Maschinen aufzusetzen.

Der VMware Player 3.0 besitzt mit ca. 500 Mbyte allerdings den größten Download-Umfang im Vergleich zu den anderen Virtualisierungslösungen der Wettbewerber, bietet dafür aber recht viele Funktionen. So lassen sich dem Gastbetriebssystem neben mehreren virtuellen Festplatten und CD-/DVD-Laufwerken auch serielle, parallele und USB-Schnittstellen bereitstellen. Soundausgang oder ein virtueller Druckerausgang können ebenfalls konfiguriert werden.

Nach der Installation wird der VMware Player über Startmenü- und Desktopeinträge aufgerufen. Über die Befehle des Menüs File lassen sich neue virtuelle Maschinen aufsetzen, wobei dies durch einen Assistenten unterstützt wird. Bestehende virtuelle Maschinen werden in der linken Spalte des Playerfensters aufgelistet. Wählen Sie einen Eintrag an und klicken Sie auf den im rechten Fensterteil angezeigten Hyperlink Edit virtual machine settings, erscheint ein separates Eigenschaftenfenster. Über die Registerkarte Hardware und Options können Sie die Einstellungen der virtuellen Maschine anpassen. Die Schaltflächen Add und Remove der Registerkarte Hardware ermöglichen Ihnen dabei Komponenten wie virtuelle Festplatten (IDE und SCSI-Adapter), Netzwerkadapter etc. zur virtuellen Maschine hinzuzufügen oder wieder zu entfernen. Voraussetzung zur Konfigurierung einer virtuellen Maschine ist aber, dass diese nicht aktiv ist.

Tipp: Auch beim VMware Player lassen sich virtuelle Festplatten (.vhd-Dateien) als Laufwerke einbinden. Wenn Sie eine neue virtuelle Maschine im VMware Player einrichten und dort eine bestehende .vhd-Datei als Festplatte einfügen möchten, ist aber ein kleiner Trick notwendig.

  1. Im Assistenten zum Aufsetzen einer neuen virtuellen Maschine lassen Sie nur eine Festplatte mit 100 Mbyte anlegen.
  2. Sobald die virtuelle Maschine eingerichtet wurde, rufen Sie die Registerkarte Hardware auf und entfernen die gerade angelegte Einheit “Hard Disk”. Anschließend können Sie über Add den Assistenten zum Konfigurieren neuer Geräte aufrufen.
  3. Wählen Sie eine Festplatte als neues Gerät, lässt sich im Dialogfeld des Assistenten die Option Use an existing virtual disk auswählen.
  4. Im Dialogfeld Browse for Virtual Disk File zur Auswahl der virtuellen Laufwerksdatei müssen Sie dann das Listenfeld mit dem Dateityp von “VMware virtual disks (*.vmdk)” auf “All files (*.*)” umstellen. Dann können Sie auch .vhd-Dateien auswählen und als virtuelle Festplatten einbinden.

Achten Sie aber darauf, dass diese .vhd-Dateien nicht unter Windows 7 eingebunden (gemountet) sind, da es sonst zu Zugriffskonflikten kommt.


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Achtung: Sie können bestehende Windows-Betriebssysteminstallationen über Tools wie disk2vhd (aus den Sysinternals-Tools) oder Paragon Virtualisation Manager 2009 in eine .vhd-Datei clonen. Beim Einbinden dieser .vhd in eine virtuelle Maschine verwendet VMware aber einen SCSI-Kontroller für das Festplattenlaufwerk. Windows verfügt zwar über SCSI-Treiber, die aber unter VMware (und auch unter VirtualBox oder VPC) nicht funktionieren. Vielmehr sind spezielle Treiber aus den Gasterweiterungen der jeweiligen Betriebssystemumgebung erforderlich. Diese lassen sich aber erst nach dem Booten des Gast-Betriebssystems installieren. Damit endet das Clonen also mit der klassischen “Katze beißt sich in den Schwanz”-Situation. Zur Installation der Gasterweiterungen wird ein laufendes Betriebssystem benötigt – Windows kann aber wegen fehlender SCSI-Unterstützung nicht starten. Es kommt dann beim Booten eine Fehlermeldung, dass Windows nicht gefunden wurde oder beschädigt sei und Sie bitte eine Reparatur versuchen mögen. Die Computerreperaturfunktionen finden aber nur dann eine Festplatte, wenn Sie beim Booten von einer Windows-Installationsdisk einen SCSI-Treiber aus den VMware-Tools einbinden. Beim Paragon Virtualisation Manager 2009 lassen sich zwar spezielle Treiber beim Clonen laufender Betriebssysteme einbinden. Mir ist es aber nicht gelungen, eine funktionsfähiges Windows XP-System auf eine .vhd zu clonen. Ich bin daher den Weg gegangen, das Betriebssystem in eine VMware .vmdk-Datei zu clonen. Anschließend habe ich den VMware Konverter 4.01 verwendet, um diese virtuelle Festplatte zu konvertieren. Anschließend ließ sich diese virtuelle Maschine erfolgreich unter VMware Player 3.0 booten. Mangels Zeit habe ich dann weitere Versuche abgebrochen (allerdings hatte ich das gleiche Fehlerbild, sobald ich Gast-Betriebssysteme unter VPC oder VirtualBox in einer .vhd-Festplatte installieren ließ und nicht darauf geachte habe, die Gasterweiterungen sofort zu installieren – auch dort habe ich mangels Zeit auf weitere Tests verzichtet).

Gastbetriebssystem im VMware Player 3.0 ausführen

Ein Doppelklick auf den Eintrag einer virtuellen Maschine oder der Hyperlink Play virtual maschine bootet diese. Bei einer neuen virtuellen Maschine lässt sich anschließend ein Gastbetriebssystem über CD/DVD installieren. Unter VMware Player bzw. VMware Server habe ich so einige Gast-Betriebssysteme, angefangen von Windows XP, Windows Vista bis zu Windows 7, aber auch Linux-Derivate wie Ubuntu 8.x, SuSE Linux 11.x, Xandros, Moblin, Cromium OS sowie eine Experimentalvariante von Mac OS X zum Laufen gebracht. Besonders genial, die auf einem 64-Bit-BSD-Unix aufsetzende Mac-Variante läuft mit Virtualisierungsunterstützung durch die CPU sogar unter einem 32-Bit Windows 7 Home Premium. Ist allerdings nur ein “proof of concept”, da es nicht alle OS-Funktionen tun. Je nach Gastbetriebssystem sind unterschiedliche Klimmzüge erforderlich. Bei Xandros Linux (Eee PC) muss z.B. ein eigener Kerneltreiber für die Netzwerkunterstützung installiert werden und das Gastbetriebssysstem zeichnet sich durch eine “laggende” Maus aus. Linpus Lite (Acer Aspire One) ließ sich grundsätzlich nicht installieren (hab’s aber noch nicht in den neuesten Virtualisierungslösungen pobiert). Bei Windows XP gab es die interessante Erfahrung, dass der Windows XP-Mode einen BlueScreen auslöst, während die gleiche virtuelle Maschine einwandfrei unter VirtualBox booten konnte. Hier empfehle ich, eine Retail-Version von Windows XP SP3 (Home Edition oder Professional) zu installieren, da beide Varianten problemlos und “smooth” in der virutellen Maschine laufen. Gemischte Erfahrungen habe ich auch mit Chromium OS gemacht. Android empfehle ich eher in dem von Google im SDK bereitgestellten Emulator laufen zu lassen, da dieser weniger Ressourcen als eine Virtualisierungslösung verbrät.

Ist ein Gastbetriebssystem in der virtuellen Maschine installiert, wird dies gestartet und kann anschließend im Fenster des VMware Player ablaufen. Der über das Menü VM wählbare Befehl Enter Unitiy schaltet das Windows-Gastsystem ebenfalls in einen Integrationsmodus, bei dem das Programmfenster verschwindet. Anwendungsfenster des Gastbetriebssystem tauchen auf direkt dem Windows 7-Desktop auf. Zeigt der Benutzer auf die Start-Schaltfläche des Windows 7- Startmenüs, erscheint eine weitere Schaltfläche, über die sich das Startmenü eines Gast-Windows öffnen lässt. Als Besonderheit sei zu erwähnen, dass VMware Player 3.0 bei Drucklegung dieses Buches die einzige Lösung war, die das Anzeigeschema Aero bei einem installierten Windows 7-Gastbetriebssystem unterstützt.

Gasterweiterungen

Auch unter VMware Player müssen Sie Gasterweiterungen installieren, um die Maus zwischen dem Fenster der virtuellen Maschine und dem Desktop bewegen zu können. Ohne Gasterweiterunen bewirkt ein Mausklick auf das Fenster des Gasts, dass Mausbewegungen und Tastatureingaben von der virtuellen Maschine gefangen werden. Um zum Hostbetriebssystem zurück zu wechseln, müssen Sie die Tastenkombination (Strg)+(Alt) drücken. Dann werden Mauszeiger und Tastatureingaben für das Hostbetriebssystem freigegeben.

1. Virtualisierungslösungen für Windows 7 im Überblick (Teil 1)
2. Microsoft Virtual PC 2007 und Windows Virtual PC (Teil 2)
3. Sun VirtualBox 3.1 (Teil 3)
4. VMware Player und VMware Workstation/VMware Server (Teil 4)
5. Windows XP-Mode für Windows 7 (Teil 5)
6. Fazit und Erfahrungen (Teil 6)


Weitere Infos zu Windows 7 finden sich in meinen Windows 7-Tricks-Titeln.

(c) by Günter Born www.borncity.de
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