Brenngeschwindigkeit für DVDs

Kürzlich brachte ein Forenbeitrag [1] die Thematik bei mir wieder in Erinnerung. In Beiträgen im Internet liest man immer wieder, dass es “sinnvoll ist, die Brenngeschwindigkeit bei Problemen ggf. auf 1 fach zu reduzieren und somit ein ‘besseres’ Ergebnis zu erzielen”. Je nach benutzter Brennsoftware kann der Anwender die Brenngeschwindigkeit für die Rohling auch wählen. Nur Windows 7 scheint mit den internen Funktionen in dieser Hinsicht zu patzen …


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Placebo für’s Volk?

Wer in Windows 7 eine CD brennt, kann im Dialogfeld des Brennassistenten die Brenngeschwindigkeit wählen. Aber beim Brennen von .iso-Dateien ist keine Option vorhanden. Beim DVD-Maker kann der Anwender immerhin über Optionen bei der Brenngeschwindigkeit noch zwischen Schnell, Mittel und Langsam wählen, was immer das bedeuten mag. Und von älteren Brennprogrammen ist bekannt, dass es da “immer ein Listenfeld zur Auswahl der Brenngeschwindigkeit” gab – was scheinbar in manchen Versionen beibehalten wird. Dabei ist das alles irgendwie ein Placebo für’s Volk.

Technischer Hintergrund

Bei den ersten Generationen von CD-Brennern und Medien fand eine kontinuierliche Entwicklung statt, bei der die Brenngeschwindigkeit (genauer die Umdrehungsgeschwindigkeit des Mediums) gesteigert werden konnte. Während meine ersten SCSI-Brenner Mitte der 90er Jahre noch mit 1x bis 4x liefen und ich noch Geräte kannte, wo bereits das Umhergehen im Raum zu Brennabbrüchen bei 1x Brenngeschwindigkeit führte, verkraften die letzten Versionen von CD-Laufwerken/-Brennern durchaus eine 24- bis 48-fache Brenngeschwindigkeit.

Bei DVDs sind die Umdrehungsgeschwindigkeiten zwar nicht so berauschend (4x, 8x oder 16x) – aber warum nicht auch dort die auf dem Rohling aufgedruckten Brenngeschwindigkeiten beim Brennen einstellen?

Vor einigen Jahren stieß ich im Rahmen der Recherchen für die unter [2] gelisteten Nero-Insider-Buchtitel aber darauf, dass die technische Entwicklung fortschreitet. Da gab es einmal Artikel, die sich mit der Medienkompatibilität von Brennern befassten und konstatierten, dass ältere Brenner die neuen Rohlinge nicht mehr erkennen, weil die in der Firmware integrierte Medienliste diese nicht enthält. Ein Firmware-Update brachte oft Abhilfe.

Aber es gab da auch einen Hinweis der Nero-Entwickler/-Supporter, der mich auf die entscheidende Spur brachte. Um das leidige Problem der Brenngeschwindigkeit zu lösen, kann die Firmware moderner Brenner zwei Strategien anwenden:

  • Das Medium wird vom Brenner erkannt und die Brenngeschwindigkeit wird anhand einer internen Medienliste gesetzt.
  • Der Brenner verwendet eine Kalibrierungsspur auf dem Rohling, um die optimale Brenngeschwindigkeit vor dem Brennen der eigentlichen Sessiondaten zu ermitteln.

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Gerade letzteres wird von modernen Brennern genutzt. Moderne Brenner unterstützen dann das Brennen der Rohlinge mit Mindestgeschwindigkeiten. Weist die Brennsoftware (über die Multimedia Commands, MMC) den Brenner an, den Rohling mit niedrigerer Geschwindigkeit zu brennen, wird dies schlicht ignoriert. Der Brenner wird das Medium immer mit einer minimalen Brenngeschwindigkeit brennen.

Unter dieser Prämisse ist es sinnvoll, wenn eine Brennfunktion erst gar keine Brenngeschwindigkeit mehr zur Auswahl stellt sondern die erforderlichen Parameter intern festlegt oder dem Brenner überlässt. Und genau dies scheint bei der Brennfunktion von Windows 7 für .iso-Imagedateien passiert zu sein.

Weiterführende Links:
[1] Brenngeschwindigkeit beim Brennen von ISO-Images festlegen
[2] Diskussion im Nero-Forum
[3] Nero 7 – Geheime Tricks (Markt+Technik Buchliste)
[4] http://www.brennmeister.com/cdrfaq/
[5] Firmwareforum


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1 Antwort zu Brenngeschwindigkeit für DVDs


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  2. borncityistsuper sagt:

    Wenn ein Brennprogramm nicht die Wahl der Brenngeschwindigkeit oder keine Verify-Funktion anbietet, die Brennsoftware keinesfalls verwenden, da die Daten in höchster Gefahr sind. CDBurnXp oder ImgBurn können beides unter Windows, aufgepasst nur Versionen ohne Adware (OpenCandy) zu installierten und kosten nichts. Microsoft ist wie immer zu blöd, gute Lösungen zu erkennen und richtig nachzuahmen und zu integrieren (geschweige denn zu verbessern).

    Brennsftware ohne die geegneten Funktionen eignet sich höchstens zur Erstellung von sogenannten Frisbees, formschönen Untersetzern für Kaffeetassen. Die Daten auf so erstellten CDs/DVDs kann man nur in einigen wenigen auserwählten Laufwerken noch in Schneckengeschwindigkeit, teilweise, oder überhaupt nicht mehr lesen.

    Der kommerzielle Erfolg von optischen Laufwerken bemaß sich lange Zeit daran, welches Laufwerk am schnellsten “Vollzug” melden konnte.

    Es geht hier zwar nur um etwa eine Minute, ein langsameres Laufwerk, dass nicht die aufgedruckte bzw. beworbene Laufwerksgeschwindigkeit mit jedem Ausschussrohling erreicht, wird aber tonnenweise “begeisterte” Rückmeldungen von halbwissenden Kunden provozieren und nicht die “Bestenlisten” für Frisbeebrenner äh DVD-Brenner erklimmen.

    Geschwindigkeit lässt sich leicht messen, Qualität aber nicht, dazu braucht es spezielle Laufwerke (früher Plextor, Benq, Philips) und Fachwissen zur Interpretation der Werte. Und das hatten die Zeitschriftentester mindestens zeitweise nicht. (Auch bei der c’t ist das Wissen offensichtlich verloren gegangen). Also egal, wie schlecht die Schreibqualität wird, brennt das Laufwerk immer mit der maximalen Geschwindigkeit, ohne Rücksicht auf die Lesbarkeit der Daten. Sicher hat das Laufwerk eine eingebaute Automatik, um während des Brennens gelegentlich die soeben geschriebenen Daten stichprobenartig zu lesen und aus der Qualität Rückschlüsse darauf zu ziehen, ob die Laserstärke (Running OPC) bzw. Schreibgeschwindigkeit (SMART-X o.ä.) angepasst bzw. reduziert werden muss. Damit das Laufwerk aber in den Zeitschriften”tests” als “Sieger” (schnellster Frisbeeschreiber ever) hervorgeht, ist diese Funktion nicht selten ab Werk DEAKTIVIERT. Es braucht teilweise Spezialsoftware, um diese Funktion wieder anzuschalten oder das Laufwerk dazu ggf. dazu bringen, eine Datenbank mit Schreiberfahrungen nach Rohlings-ID anzulegen, damit die nächsten Brände besser werden (also das Laufwerk Geschwindigkeitsstufen mit schlechten Brennergebnissen auf bestimmten Rohlingen gar nicht erst versucht). Und natürlich schwankt die Rohlingsqualität je nach Charge und Ausleierungsgrad der Verschleissteile Stamper etc., so dass die selbst ermittelten Schreibstrategien in der Datenbank noch schlechter sein können, als die hinterlegten.
    Narrensicher ist nur die Vorgabe einer vernünftigen und sowohl von Rohling und Laufwerk unterstützen Brenngeschwindigkeit.

    Lesbarkeitsprobleme durch geringe Brennqualität betreffen hauptsächlich die Außenbereiche der optischen Medien. Dort sind sowohl Schreibgeschwindigkeit,Vibrationen (ist halt am weitesten von der stabilisierenden Spindel entfernt und am Lager des Brenner wurde auch gespart) und Produktionsfehler in den optischen Medien am größten, (ungleichmäßiger Dye-Auftrag, optisch “wellige” Oberfläche durch zu schnelle Fertigung, durch Fertigung zu vieler Rohlinge mit bereits abgenutzten Presswerkzeugen zur Kostensenkung), wird man von die Probleme hautpsächlich beim vollständigen Beschreiben bemerken. Diese lassen sich messen sich als Jitter (durch Laser herausgebrannte Bereich sind regelmäßig zu lang bzw. zu kurz bzw. haben als Jitter ungleichmäßige Länge) sowie Schreibfehler (C1,C2, …).

    Folgende Empfehlungen:
    DVD+R und DVD-R: Auf keinen Fall 20x oder höher. Bestenfalls mit 16x oder besser 12x. Verify (Daten prüfen nach dem Schreiben) immer anschalten. Uralte Brenner besser 8x.
    CD-R: 24-fach ist sicher. 40 fach und mehr erzeugt hohen Jitter und Lesefehler, die sich insbesondere bei Audio-CDs in Form von Knackser und Aussetzern bemerkbar machen. Oder halt “Mein Autoradio weigert sich, die CD-R abzuspielen bzw. springt beim Abspielen”. Audio-CDs haben eine Fehlerkorrekturstufe weniger, so dass weniger Fehler beim Abspielen korrigiert werden können.
    Vorsicht bei neueren Laufwerken, es kann sein, dass der Hersteller seine Brennstrategie nur bei der höchsten Geschwindigkeit getestet hat und die Strategie bei zu starker Drosselung nicht mehr passt (gibt genau wie zu schnelles Brennen durch mechanische Vibrationen und Kopfpositionierungprobleme auch schlecht lesbare Ergebnisse).
    Deswegen ist 24x bei CD-Rs sicher nicht schlecht, da gibt es weder mechanische Vibrationen, die die Brennqualität herabsetzen, noch ist man zu weit von der vom Laufwerkshersteller getesteten Geschwindigkeit entfernt. Zudem kann man einigen “dummen” Brennprogrammen zwar vorgeben, mit “1x” Geschwindigkeit zu schreiben, es muss jedoch auch eine Brennstratige dafür hinterlegt sein und die gibt es für diese Geschwindigkeit bei CDs nicht mehr, so dass das Laufwerk sich eh nicht daran hält. Meist sind die Dyes bei CDRs auch auf Brenngeschwindigkeiten ab 10x optimiert, darunter reagiert das Dye zu empfindlich auf den Laser, um vernünftig lesbare Ergebnisse zu erzeugen. (Wer einen Audio-Standalone-Brenner hat, sollte sich nach speziellen Audio-CDRs umsehen, die wegen zusätzlicher Urheberrechtsabgaben teuer waren/sind und nebenbei einen Flag für “Urheberrechtsabgabe gezahlt” im Rohling gesetzt haben, so dass einige uralt Laufwerke nur mit diesen können. Obwohl diese technisch nichts anderes sind als Daten-CDRs mit bewährten/veralteten Dyes für niedrigere Geschwindigkeiten.)

    In aktuellen Laufwerken liegt die Minimalgeschwindigkeit für CDRs bei etwa 10x.
    Zuverlässige Informationen, mit welcher Geschwindigkeiten ein Laufwerk überhaupt noch lesbare optische Medien erstellt und welche Medien für welchen Brenner taugen (hängt auch stark davon ab, wie gut die feste Brennstrategie passt) finden sich bei cdrinfo.com.

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