iPad mit BT-Tastatur als Touchscreen-Netbook

Das iPad ist durch seine Größe ideal als “Büro für unterwegs” geeignet und durch den Touchscreen auch leicht bedienbar. Zur Qual wird aber die Texteingabe, denn die Bildschirmtastatur eignet sich höchstens zum Tippen kurzer Wörter. Mit dem richtigen Zubehör verwandelt sich der iPad dagegen in ein Netbook mit Touchscreen und Tastatur. Eigentlich ist das iPad als mobiles Büro genial. Leicht, per Touchscreen bedienbar und durch 3G auch schnell online. Wo ich aber massiv Probleme habe, ist die Eingabe von Text über die Bildschirmtastatur. Auch mit etwas Übung macht das Tippen einer Notiz oder die Eingabe von längeren URLs im Browser keinen Spass (es gab sogar schon Fälle, wo ich Kennwörter möglichst ohne Ziffern gewählt habe, um mit die ständige Umschaltung zwischen numerischer und alphanumerischer Tastatur zu ersparen). Auch Apple hat wohl frühzeitig eingesehen, dass nicht alle iPad-Fans mit dem nackten Gerät zufrieden sind. Ein iPad-Case für 39 Euro, schon ist das edle Teil geschützt – und das Case kann sogar noch als Ständer zum “ansehen von Videos etc. dienen”. Über ein iPad Keyboard Dock für 69 Euro erhält der interessierte Nutzer auch die Möglichkeit zur komfortableren Texteingabe [1]. Neben den happigen Preisen für das Zubehör gibt es einen weiteren Nachteil: als mobiles Büro wird das Ganze etwas zu sperrig.


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iPad-Case (Quelle: Pearl)

Wer lediglich ein iPad-Case benötigt, wird bei Drittanbietern für kleines Geld fündig. So bietet der Versender Pearl Agency [2] ein iPad-Case für unter 13 Euro an, welches dem Apple-Teil (bis auf das fehlende “Apfel-Logo”) in nichts nachsteht. Wer dann noch eine geeignete Bluetooth-Tastatur auftreibt, kann auf das Apple iPad Keyboard Dock getrost verzichten.

Bluetooth-Tastatur (Quelle: Pearl)

Solche Tastaturen sind bei verschiedenen Anbietern verfügbar. Die GeneralKeys Bluetooth-Tastatur ist bei Pearl bereits für unter 30 Euro erhältlich. Aber als “mobiles Büro” taugt diese Lösung weniger. Nach etwas Stöbern bin ich aber fündig geworden: Ein iPad-Case mit eingebauter Bluetooth-Tastatur. Das Produkt wird offenbar von Fertigern in Fernost hergestellt und über diverse Distributoren zu unterschiedlichen Preisen angeboten (von 64 $ über 120 $ habe ich alles schon gesehen). Einer der Anbieter ist die Firma GeneralKeys, deren Produkte bei Pearl Agency im Programm sind. Und genau dieses Produkt habe ich mir ausgesucht. iPad-Case mit Bluetooth-Tastatur (Quelle: Pearl)

Die obige BT-Tastatur habe ich von Pearl als Leihstellung erhalten. Zwischenzeitlich ist mir das Ding so ans Herz gewachsen, dass ich es aus der Leihstellung übernommen habe. Die Tastatur samt Sleeve (Tasche) gibt es aber auch bei Amazon. Die direkt in den Deckel des Case eingearbeitete Bluetooth-Tastatur ist mit einer gummierten Oberfläche ausgestattet und kann so das iPad-Display nicht zerkratzen. Die Tasten fühlen sich zwar im ersten Augenblick von der Haptik etwas merkwürdig an, nach einer kurzen Eingewöhnung kann ich aber im 10-Finger-Blindschreib-System fast genau so gut wie mit meinem Akoya Netbook tippen.

Endlich sind die Umlaute-Tasten wieder dort, wo ich sie erwartet. Naja, eine vollwertige PC-Tastatur oder ein Apple-Keyboard ersetzt es nicht (aber die Teile sind etwas zu groß für einen mobilen Einsatz). Besonders genial finde ich, das das Keyboard eine Home-Taste (hier mit rotem Pfeil markiert) besitzt. Einmal drücken, schon erscheint der iPad-Desktop, zweimal drücken, und man gelangt in den Multitask-Modus des Docks. Das zweite “Schmankerl” ist die oberste Funktionstastenreihe. Dort gibt es z. B. eine Taste, um die Bildschirmtastatur wahlweise ein-/auszublenden. Oder die Suchtaste, mit der sich der Desktop samt Suchfeld einblenden lässt. Eine weitere Serie an Tasten lässt sich zur iPod-Wiedergabesteuerung (lauter, leiser, stumm, Track vor/zurück, Play/Stopp) verwenden. iPad-Case mit Tastatur

Die zweite, hier in der Abbildung mit einem roten Pfeil markierte Taste dient zum Pairing des Bluetooth-Keyboards. Ein seitlich angebrachter Schiebeschalter ermöglicht die Tastatur nach Gebrauch abzuschalten. Dann kann das Case dazu verwendet werden, das iPad in verschiedenen Stellungen zum Präsentieren anzuordnen. Über eine Mini-USB-Buchse lässt sich das Akku der Tastatur mittels des mitgelieferten USB-Kabels von einem PC oder über das USB-Netzteil des iPad laden. Ich habe bisher die Akku-Laufzeit nicht ausreizen können. Laut Hersteller soll diese aber bis zu 20 Stunden betragen, also länger, als das iPad durchhält. Inbetriebnahme der Bluetooth-Tastatur Nachdem das iPad korrekt in das entsprechende Teil des Case eingesteckt wurde, lässt sich das Ganze gemäß obigem Foto aufstellen. Die Inbetriebnahme der Bluetooth-Tastatur ist dann in wenigen Schritten vollzogen (obwohl ich zuerst an Hand der mitgelieferten Anleitung meine Probleme hatte).

  1. Zuerst sind iPad und Bluetooth-Tastatur einzuschalten. Dann wird auf dem iPad die App Einstellungen aufgerufen und dann in der linken Spalte der Einstellungsseite Allgemein gewählt.

  2. Schalten Sie in der Kategorie “Bluetooth” die Bluetooth-Funktion ein und drücken Sie am Bluetooth-Keyboard die Connect-Taste.
  3. Jetzt sollte in der Seite “Allgemein” das Gerät “Bluetooth Wireless Keyboard” angezeigt werden. Tippen Sie den Eintrag mit dem Finger an und warten Sie, bis das hier gezeigte Popup mit dem Pairing-Code erscheint.Bluetooth-Pairing
  4. Tippen Sie den Pairing-Code an der Tastatur ein und drücken Sie die Eingabetaste.

Sobald der Status auf “Verbunden” steht, können Sie über die Home-Taste des Keyboards oder des iPad drücken, um zum Desk zu gelangen und dann eine App zu starten. Anschließend können Sie Texte über die Tastatur eintippen. Texteingabe Solange die Bluetooth-Tastatur gekoppelt ist, wird die Bildschirmtastatur des iPad deaktiviert. Schalten Sie die Bluetooth-Tastatur abgeschaltet, funktioniert die Bildschirmtastatur wieder.

Fazit: Mit dem iPad-Case samt integrierter Tastatur kommt hier bei mir zum ersten Mal Laune mit dem iPad auf. Zwar gibt es noch Sachen, mit denen ich mit dem iPad-Konzept etwas hadere. Aber so langsam entwickelt sich das Teil zum brauchbaren Arbeitsmittel. Und hey, die Bluetooth-Tastatur haut sogar mit meinem Windows-Rechner oder dem Mac hin. Jetzt muss ich mal schauen, ob ich nicht doch einen Cydia-JailBreak zur Ansteuerung der Bluetooth-Maus installiere.


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Links: 1: iPad-Zubehör im Apple-Shop 2: Pearl iPad-Zubehör 3: BT-Tastatur (Heise-Artikel)


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4 Antworten zu iPad mit BT-Tastatur als Touchscreen-Netbook


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  2. Morrow sagt:

    Schaut schon cool aus, aber ist das Ding “stabil”?
    Sieht irgendwie aus, als würds verrutschen, wenn mans wirklich benutzt …
    Außerdem ist ipad schon etwas teuer noch im Moment, da bekommt man schon wesentlich günstigere richtige Netbooks von DiMotion oder whatever.

    • G.Born sagt:

      Hm, zur Stabilität kann ich nur sagen, dass das Case mit der Tastatur in meinen Augen schon stabil erscheint (jedenfalls nicht unstabiler als das Apple-Case oder die Cases von Drittanbietern). Das Case weist so was wie “Nut und Feder” auf, so dass das Teil mit dem geklappten iPad qasi als Nut in die Feder des Case passt. Da sollte nix verrutschen – aber drauf setzen hält es wohl nicht aus …

      Zum Thema “Netbook”: Ich gebe dir unwidersprochen recht – und habe hier auch ein älteres Akoya-Netbook, wo neben Windows XP auch Win 7 drauf werkelt. Das Teil tut es – die Tastatur ist etwas breiter und man kann mit Windows 7 vom Scratch aus werkeln (hab da auch zu den “heißen” Netbook-Zeiten so manche Linux-Distribution drauf getestet). Bei iOS und iPad sieht das leider anders aus – bin da seit gut 8 Tagen am Basteln und Experimentieren, was ohne JailBreak für Normalnutzer geht – ist stellenweise schon bescheiden.

      Wer meinen Blog verfolgt, weiß, warum ich mir ein iPad zulegen musste. Gut, ich geb’s zu, ganz, ganz tief im Inneren wollt ich’s ja schon mal “die Faszination erleben, die offensichtlich bei den Apple Fan-Boys abgeht”. Wenn ich ehrlich bin, ich kann den Hype nicht so nachvollziehen – aber vermutlich bin ich da viel zu rational veranlagt und sehe eher die Macken des Teils ;-). Ein Apple Fan-Boy werde ich bzgl. des iPad wohl nicht mehr werden (auch wenn das Teil hardwaretechnisch schon ein Stück saubere Entwicklerleistung darstellt). Aber die Vorlagen von Mac OS X kann iOS in meinen Augen bei weitem nicht erfüllen (wobei ich es nicht ganz werten kann, was der aktuellen Apple Geschäftspolitik und was noch nicht fertigen Funktionen geschuldet ist). Was ich aber schon gut finde, sind die Möglichkeiten des Tablet PC an sich – wenn es dann noch eine vernünftige Hardware (äquivalent zum Apple Teil – zu vernüftigen Preisen – und mit Windows 7 drauf) gäbe, wäre für mich Weihnachten und Ostern auf einen Tag. Aber darauf müssen wir wohl noch warten … wird 2011 noch spannend.

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