Display bleibt nach SP1-Installation dunkel

Windows 7-Benutzer, die das Service Pack 1 auf Notebooks installieren, können mitunter eine äußerst unangenehme Überraschung erleben: Nach dem ersten Neustart bleibt der Bildschirm bzw. das Display dunkel.


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Auf das Problem wurde ich in einer Forendiskussion [1] aufmerksam. Inzwischen hat mich Georg Brenneis mit ein paar Details versorgt und im Forum sind Details nachgetragen.

Das Symptom: System startet nicht mehr

Das Symptom ist schnell beschrieben: Nach der Installation des Service Pack 1 startet das Windows 7-System nicht mehr [1]. Nach Beschreibung des Benutzers ergibt sich folgendes Fehlerbild:

Nach der Installation von SP1 bootet der Rechner neu.
Anzeige BIOS –> Willkommensbildschirm (schwarz) von Windows mit den einfliegenden Farbpunkten, die sich zum Windows-Logo zusammensetzen. Dann wird der Monitor schwarz, aber der Lüfter läuft und die LED der Festplatte flackert noch eine ganze Zeit (ca. 2-3 Minuten).

Dann schalte ich den Rechner mit dem Netzschalter durch langes drücken aus und schalte erneut ein.
Nach dem BIOS kommt dann die Meldung, dass es Probleme gab und man das System über die Windows-eigene Routine
reparieren soll.

Es kommt zwar noch eine Windows 7-Animation beim Start. Danach bleibt der Bildschirm aber dunkel und das System scheint zu hängen. Jedenfalls kommt der Benutzer nie zur Anmeldeseite. Ergo wird die Installation des Service Pack 1 nicht abgeschlossen und der Benutzer startet das System über den Netzschalter neu. Der betroffene Benutzer schreibt:

Ich habe Windows im normalen abgesicherten Modus gestartet. Hier erkennt Windows dass es Probleme mit der vorherigen Installation des Service Packs gegeben hat und deinstalliert es ungefragt.

Nach dem Reboot bleibt der Monitor wieder schwarz, sofern das System normal gestartet wird.

Also das System wieder im abgesicherten Modus gestartet, und jetzt kann man sich normal als Benutzer anmelden.

Hier habe ich dann (nach meiner Überlegung und Erfahrung heraus …) im Hardware-Manager die Grafikkarte "deaktiviert". Und nun startet der Rechner ganz normal, allerdings mit den Standard-Einstellungen der Grafikkarte.

An Hand der obigen Analyse kristallisierte sich heraus, dass durch Deaktivieren der OnBoard-Grafik im Geräte-Manager die Installation des Service Pack 1 erfolgreich möglich ist. Wird die OnBoard-Grafik erneut aktiviert, tritt das alte Fehlerbild erneut auf.


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Details zum System

Im betreffenden Fall erwies es sich als Glücksfall, dass die betroffenen Benutzer über entsprechende Diagnosekenntnisse verfügten. Beim System handelt es sich um ein FUJITSU SIEMENS ESPRIMO Mobile V5535 mit folgenden Daten:


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CPU Typ: Mobile Intel Celeron 540, 1866 MHz (14 x 133)
Motherboard Chipsatz: SiS M672
Arbeitsspeicher: 2496 MB (DDR2-667 DDR2 SDRAM)
BIOS Typ: Phoenix (11/13/09)
Grafikkarte: SiS Mirage 3 Graphics (64 MB)
3D-Beschleuniger: SiS 351 Mirage 3 IGP
Monitor: Samsung LTN154X3-L03 [15.4″ LCD]
Soundkarte: Realtek ALC268 @ SiS High Definition Audio Controller

Das System verwendet einen SiS M672-Chipsatz und wurde wohl 2008 durch Fujitsu-Siemens als Notebook vertrieben – also mit Windows Vista ausgeliefert. Beim Umstieg auf Windows 7 stellt sich neben der Frage der BIOS-Kompatibilität natürlich auch die Frage nach der Kompatibilität der Treiber. Neben dem Grafikkartentreiber ist auch der Chipsatz-Treiber eine kritische Komponente, die viel Ärger bereiten kann.

Vom Benutzer wurde ausgeführt, dass als die Treiberversion 7.14.10.5190 vom 29.07.2009 stammt. Es handelt sich um die letzte Version, die Fujitsu auf der Geräteseite für diesen Gerätetyp zum Download bereitstellt. Der Chipsatz-Hersteller SiS stellt für den Grafikchip überhaupt keine Treiber auf seinen Supportseiten bereit und
verweist auf den Gerätehersteller Siemens. Also die klassische Situation, in der sich Notebook-Besitzer beim Betriebssystemwechsel befinden. Aber zumindest scheint der Umstieg von Windows Vista nach Windows 7 noch geklappt zu haben – nur beim SP1 knallte es dann.

Die Ursache: Chipsatz-Treiber und Grafiktreiber

Wie ist das Ganze zu erklären: Windows 7 bootet mit einem internen VGA-Grafiktreiber, so dass nach dem BIOS-Bootscreen noch das animierte Startlogo von Windows 7 erscheint. Anschließend werden die installierten Treiber gemäß der im System vorkonfigurierten Reihenfolge geladen und aktiviert. Beim Wechsel zum installierten Grafiktreiber knallt es dann im konkreten Fall und das System bleibt hängen.

Beim im Forum diskutierten Fall [1] gab es wohl einen zweiten Benutzer, der durch das Problem der OnBoard-Grafikkarte betroffen war. Dieser Benutzer deaktivierte den OnBoard-SiS-Grafikchip und verwendete eine AGP-Grafikkarte von nVidia. Dadurch ließ sich das SP1 erfolgreich installieren. Anschließend wurde der aktuelle SiS-AGP-Grafiktreiber nachinstalliert – so dass auch die interne OnBoard-Grafik mit installiertem SP1 funktionierte.

Dieser Weg kann funktionieren, muss aber nicht. Wie Benutzer White Noise unter [1] schreibt, scheint der SiS-Chipsatztreiber für ältere Chipsätze nicht zu 100% zu Windows 7 kompatibel zu sein. Dadurch kann es an der einen oder anderen Stelle zu Problemen kommen. Auf solche Effekte habe ich unter [2] bereits in anderem Zusammenhang hingewiesen.

Links:
1: Forendiskussion zum Problem
2: Ständige “Freezes” in Windows 7


Weitere Infos zu Windows 7 finden sich in meinen Windows 7-Titeln.

(c) by Günter Born www.borncity.de
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9 Antworten zu Display bleibt nach SP1-Installation dunkel


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  2. Frank sagt:

    Ineressant, mit einer ganz anderen Grafikkarte hatte ich ein ähnliches Problem, das aber mit etwas Gewalt lösbar war: http://social.technet.microsoft.com/Forums/en-US/w7itproinstall/thread/854b6dad-d137-42b2-8785-6676f5bf5f6f

  3. Pingback: Schwarzer Desktop nach Win-7-Anmeldung « Borns IT- und Windows-Blog

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  5. Simon Knab sagt:

    Hallo Hallo,

    ich hatte bei dem Laptop einer Kollegin genau dieses Problem mit dem schwarzen Bildschirm.

    Ich konnte es folgendermaßen lösen und wollte dich/euch daran teilhaben lassen.

    Einen aktuelleren Treiber als den, den man über über fujitsu bekommt gibt es tatsächlich. Allerdings ist das nicht auf den ersten Blick erkennbar.
    Die “SiS 351 Mirage 3 IGP” läuft auch unter dem Namen “SiS M672” und für diese gibt es auf der Support-Seite einen akutelleren Treiber, an den man folgendermaßen herankommt:
    – aufruf http://w3.sis.com/download/
    – bestätigen des Aggreements
    – Auwahl: Windows 7 / IGP Graphic Drivers / SiS671 & SiS672 Series
    – aktuellsten “SiS UniVGA5 graphics driver” herunterladen (derzeit R529_Logo.zip)

    Folgendermaßen konnte ich nun den SP1 erfolgreich auf einem Esprimo ausbringen:
    -Deinstallation des Grafikkarten-Treibers
    -Installation SP1 für Windows 7
    -Neustart
    -Neuinstallation Grafik-Treiber (am besten die Setup.exe nutzen, da er die Grafikkarte dann automatisch erkennt). Der Grafiktreiber ist bei mir jetzt vom 15.12.2010, also übe ein Jahr neuer als der von fujitsu.

    Vielleicht hilft dieser Hinweis ja dem ein oder anderen weiter…

    MFG
    Simon

    ps: Es könnte durchaus sein, dass man den Grafiktreiber auch schon vor der Installation des SP aktualisieren kann und dass diese Variante auch funktioniert. Das habe ich jedoch nicht getestet.

  6. Johannes sagt:

    Hey vielen Dank das ist ein super Tip.

  7. Christof sagt:

    Hallo zusammen,
    den Treiber den Simon Knab meint kann man scheinbar nicht mehr downloaden, die zip Dateien sind immer leer. Hat jemand den Treiber für mich?

    Gruss

    Christof

  8. Hallo zusammen,

    da mir der Laptop nur selten zur Verfügung steht, habe ich es nun endlich geschafft den Tip von Simon Knab umzusetzen.

    Hat einwandfrei funktioniert!

    Vielen Dank!

    Gruß
    Georg

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  10. Michael sagt:

    Vielen Dank, sehr gute Hinweise!
    Es funktioniert auch, wenn man unter Win7 ohne SP1 zuerst den beschriebenen Grafiktreiber installiert und dann das SP1 installiert.

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