“Windows 7 Mode” für Windows 8?

Bei Recherchen bin ich noch auf einen Nachtrag zur Intel Investorenkonferenz gestoßen. Wie “Channel-Register” berichtet, wird es bei Windows 8 die x86- und ARM-Zweige geben (ist bekannt). Neu war für mich, dass dort über ein “Windows 8 traditional” für x86-Prozessoren gesprochen wurde, welches mit verschiedenen Betriebsmodi läuft.


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“Windows 8 traditional” soll entweder im “Windows 7 Mode” oder im “Windows 8 Mode” betrieben werden und so im Windows 7 Mode alle “alten Windows-Anwendungen” ausführen können. Ob dafür Virtualisierungstechniken eingesetzt werden, kam nicht klar heraus.

In den gegenwärtigen Milestones ist von diesen Modi aber noch nix zu sehen. Allerdings wirft die M2 bereits ihre Schatten voraus, lässt sie sich z. B. doch nicht mehr in aktuellen VMware Virtualisierern (angeblich wegen fehlender ACPI 2.0-Unterstützung) installieren. Zudem benötigt die Build bereits zwingend Hosts, deren CPUs eine Hardwarevirtualisierungsunterstützung (VT, AMDx) bieten.

Der Aussage von Renée James, dass die ARM-Varianten von Windows 8 keine “alten Anwendungen” ausführen können (ergo auch keinen “Windows 7 Mode” aufweisen), wurde zwischenzeitlich von Microsoft widersprochen (habe ich hier nachgetragen). Wie allerdings alte x86-Anwendungen, die nur als .exe-Datei vorliegen, nativ in einer ARM-Umgebung ausgeführt werden, bleibt mir unter diesen Gesichtspunkten schleierhaft.


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Allerdings erklärt Microsoft, sich noch in “der Erprobungsphase” zu befinden, in der man sich nicht festlegen wolle. Werfe ich 2 + 2 in einen Topf, könnte dies natürlich bedeuten, dass da eine Virtualisierungstechnik zum Emulieren eines x86-Prozessors auf den ARM-Maschinen erprobt wird, um den alten Maschinencode auszuführen. Entspricht dem, was wir heute mit QEMU auf x86-Maschinen kennen, in denen ARM-CPUs emuliert werden. Kommt sowohl beim iPhone/iPad-Emulator der Mac iOS Entwicklungsumgebung als auch beim Android SDK-Emulator zum Tragen. Wenn ich aber sehe, wie zäh eine solche Emulation, selbst auf sehr schnellen Quadcores, läuft, bin ich nicht sonderlich optimistisch, dass dies was auf ARM-Netbooks oder -Tablets wird.

Bei .NET-Anwendungen, die in einer Common Language Runtime (CLR) als Zwischencode ausgeführt werden, würde das schon wesentlich einfacher werden. Hier bräuchte nur die CLR auf die ARM-Architektur portiert werden, um den .NET-Code auszuführen. Aber die Beschränkung auf .NET-Anwendungen würde ja eine Einschränkung bezüglich “aller alten Windows-Anwendungen” bedeuten – kann also nicht gemeint sein. 

Aber vielleicht testen die Microsofties auch ihre eigene XAX-Technologie – ein Browser Plugin-Modell, welches das Ausführen von x86-Code ermöglicht. Die dabei verwendeten PicoProzesse nutzen dabei eine Art Micro-Virtualisierungs-Framework, so dass die Anwendung in einer Sandbox läuft. Ließe sich natürlich auch zur Mikrovirtualisierung einer x86-Umgebung unter ARM implementieren.

Aber warten wir es ab. Ich glaube, ich gehe jetzt mal meine Teetasse spülen – habe jetzt mit Hilfe der Teeblätter genug “Zukunft” orakelt.


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