Tipps zum Eigenbau Android 2.2 (Teil 3)

Ist Android als Live-System oder in der installierten Variante gebootet, können Sie mit der Erstkonfigurierung (Sprache, Tastatur, WLAN) beginnen. Bei einem Live-System gehen diese Einstellungen aber beim Neustart verloren.


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Nach dem Booten gelangen Sie zum Anmeldebildschirm, den Sie durch Hochschieben des Schloss-Symbols entsperren.

Sobald der Android-Desktop erscheint, können Sie mit Android arbeiten. Die Suchleiste am oberen Rand ermöglicht mittels Google zu suchen – sofern eine Internetverbindung vorhanden ist. Diese Internetverbindung ist auch ohne Konfigurierung möglich, wenn SIe das Netbook über den LAN-Anschluss mit einem Router verbinden.

Die Leiste am rechten Desktoprand zeigt das Symbol für den Browser und zum Telefonieren (was beim Netbook aber nicht funktioniert). Das Feld mit den 9 Punkten steht für das App-Fenster. Am unteren rechten und linken Desktoprand sehen Sie kleine Punkte. Jeder Punkt steht für eine Seite des Desktop. Wählen Sie einen Punkt an, gelangen Sie direkt zur betreffenden Desktopseite.


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Auf der App-Seite  sehen Sie die unter Android 2.2 x86 vorinstallierten Apps. Durch Drücken der ESC-Taste oder Anklicken des am rechten Rand eingeblendeten Home-Symbols gelangen Sie zum obigen Android-Desktop zurück. Wählen Sie nun den Eintrag Settings, um zur betreffenden Konfigurationsseite zu gelangen. Anschließend können Sie die gewünschte Konfigurierung vornehmen.

  • Gehen Sie als erstes zum Eintrag Ethernet configuration und schalten Sie den Ethernet-Anschluss aus (Turn off Ethernet). Nur bei abgeschaltetem Ethernet lässt sich die WLAN-Verbindung konfigurieren.
  • Gehen Sie über die ESC-Taste einen Schritt zurück, blättern Sie in der Liste nach unten bis zum Befehl Language & Keyboard. Dann wählen Sie Select language, blättern in der Liste nach unten und wählen die Sprache “German (Germany)” als Sprache. Jetzt wird sofort die Sprache umgestellt.
  • Gehen Sie zum Eintrag Keyboard Layout Settings und stellen Sie die Tastatursprache auf “German”. Zum Wechsel der Sprache ist dann aber ein Neustart erforderlich.

Über die Esc-Taste können Sie jederzeit eine Ebene im Menü zurück gehen. Sobald die Tastatureinstellungen korrigiert sind, booten Sie das Netbook neu und gehen nach der Anmeldung in der App-Seite auf den nun mit Einstellungen benannten Eintrag.


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Gehen Sie zu Einstellungen für Drahtlosnetzwerke und wählen Sie in der Folgeseite WLAN. Lässt sich der Anschluss aktivieren, wird er mit einem grünen Häkchen markiert. Dann können Sie den Punkt WLAN Einstellungen wählen und in der Folgeseite die Zugangsdaten für das WLAN-Netzwerk vereinbaren. Bei einem installierten Android sollten diese Einstellungen auch nach einem Neustart erhalten bleiben und die WLAN-Verbindung wird nach dem Booten automatisch aufgebaut.

Noch ein paar Tipps

Android geht recht schnell in den Energiesparmodus. Dann wird der Bildschirm dunkel und das Gerät ist nicht mehr bedienbar. Halten Sie die ESC-Taste und den Einschalter für mindesten 2 Sekunden gedrückt, bis der Anmeldebildschirm erscheint. Dann können Sie diesen entsperren und weiter arbeiten.

Die hier installierte Android-Variante hat keine Google-Lizenz, kann also keine Apps über den Google App-Store beziehen. Vielmehr werden Apps über alternative Shops angeboten. Um diese Apps installieren zu können, müssten Sie in den Einstellungen zu Anwendungen gehen und dort die Option Unbekannter Herkunft freigeben. Dann lassen sich auch Apps aus alternativen Stores herunterladen und installieren.

Falls Sie Android in einer virtuellen Maschine ausprobieren möchten, verwenden Sie eine entsprechende Variante von der x86-org-Download-Seite (siehe Teil 1). Unter VirtualBox 4.0.8 hatte ich das Problem, dass kein Mauszeiger eingeblendet wurde, Android also nicht bedienbar war. Mit VMware Workstation 7 war die Bedienung per Maus aber kein Problem. Weitere Tipps finden Sie unter [1]. Über die unter [2] genannte Webseite können Sie das Android 2.2 Users Guide (English) als PDF-Datei herunterladen.

Nun können Sie mit Android experimentieren, ggf. Apps aus den App-Shops beziehen und mit dem vorinstallierten Apps arbeiten.

Wo es hakelt …

Bei meinen Tests habe ich festgestellt, dass durchaus mit Abstürzen der Android Apps zu rechnen ist. Die berühmte “App muss geschlossen werden”-Meldung ist mir bekannt – aber Android wirft keine BlueScreens. Das der Google-App-Store nicht funktioniert, hatte ich ebenfalls erwähnt. Der Android-Pit-Store ist noch recht übersichtlich – aber einige Apps sind downloadbar.

Bluetooth tut es – ich habe einen Bluetooth-USB-Stick an eine USB-Buchse angesteckt und konnte ein BT-Handy koppeln. Allerdings hing irgendwann mein Android. Auch mit einem UMTS-USB-Stick hatte ich keine glückliche Hand. Der Stick wurde beim ersten Booten erkannt, denn Android wollte eine Pin. Leider habe ich die SIM-Karte zweimal gewechselt – und irgendwann hat sich Android wegen eines falschen Pins beschwert. Danach kam nie wieder eine Pin-Abfrage.

Wo es auch hakelt: Ich kann zwar als Tastaturlayout in Deutsch wählen, werde dann aber zum Neustarten aufgefordert. Und danach ist weiterhin eine englische Tastaturbelegung (Y und Z vertauscht) eingestellt.

Ich denke, das kann man alles über Konfig-Dateien handhaben. Momentan habe ich aber weder Nerv noch Zeit, mich in diesen Details zu verlieren. Mir reicht die Testinstallation, um gelegentlich mit Android zu experimentieren und einen Eindruck zu erhalten. Und falls Sie die hier skizzierten Schritte nachvollziehen, erhalten Sie ein Android-Netbook quasi zum Nulltarif. Eine (englischsprachige) Einführung in Android 2.2 findet sich unter [2] als PDF-Datei.

Viel Spaß mit Android!

Links:
1: www.android-x86.org/documents/
2: Android 2.2 Users Guide

Artikel der Reihe:
a) Android-Netbook im Eigenbau (Teil 1)
b) Android Live-System booten und installieren (Teil 2)
c) Tipps zum Eigenbau Android 2.2 (Teil 3)
d) Eigenbausystem: Update für Android 2.2 (x86)

Artikel zu Android


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5 Responses to Tipps zum Eigenbau Android 2.2 (Teil 3)

  1. Android-Fan sagt:

    Hallo,

    vielen Dank für den Tipp und die tolle Anleitung!!
    Ich habe es sofort ausprobiert, jedoch als Installation auf SD-Karte, damit mein mühevoll eingerichtetes XP auf dem EEE 701 erhalten bleibt.
    Die Installation funktioniert, doch beim Reboot und Auswahl des internen Card-Reader als Bootquelle erscheint nur ein schwarzer Bildschirm mit blinkendem Cursor (woran sich auch nichts ändert).
    Ein Unterschied ist mir noch bei der Installation aufgefallen zwischen der Frage nach GRUB und Reboot, erscheint bei mir noch die Frage nach read-write für \system, wobei egal ist was ich auswähle, das beschriebene Problem taucht jedes Mal auf.
    Als Live-Version funktioniert alles bestens, jedoch sind die Einstellungen halt leider nach Rebbot wieder weg.

    • Günter Born sagt:

      Warum das System da nicht startet, ist mir unklar – ich erinnere mich, dass ich diesen Ansatz auch versucht hatte, aber der Bootlader dann doch auf die SSD geschrieben wurde (Xandros war weg). Und das Ganze manuell (nach meinen alten Linux-Unterlagen) zusammen zu fummeln – samt Pflege der Grub-Einstellungen, war mir zu mühselig. Also habe ich Android auf der SSD installiert und gut ist. Für Tests reicht.

      Was Du probieren solltest: Nimm statt einer SD-Karte einen USB-Stick. Erinnerungsmäßig gab es beim SD-Leser bei manchen 701G-Serien Probleme mit bestimmten Speicherkarten. Bei einem USB-Stick kannst Du auf jeden Fall solche Effekte ausschließen. Und ein 1 GByte Stick sollte schon ausreichen.

      Vielleicht hlft es dir weiter.

  2. Pingback: Android x86 in Virtualbox als Device Emulator I « Borns IT- und Windows-Blog

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  4. handyanwendungen sagt:

    tolle Anleitung habt ihr hier zusammengetragen.

  5. Pingback: Android x86 3.2 auf dem Medion Akoya 1210 « Borns IT- und Windows-Blog

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