Android: Cash cow für Patenthalter?

Zur cash cow für Google oder die Hersteller von Tablet PCs scheint Android es noch nicht gebracht zu haben. Lediglich im Smartphone-Umfeld legen die Androiden zu. Trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, dass Android als solches sich schon zur cash cow für bestimmte Firmen entwickelt.


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Da ist einmal die Klage von Oracle gegen Google bezüglich der Urheberrechte an Java bzw. der Verwendung der Dalvik-Engine als Java-Interpreter in Android. Hier hatte ich angedeutet, dass Google “Milliarden” an Lizenzzahlungen verlangt. Nun ist eine genauere Zahl an die Öffentlichkeit gelangt. Wie heise.de hier berichtet, fordert Oracle 2,6 Milliaren US-Dollar von Google. Kommt Oracle da auch nur in Teilen durch, dürfte es für Google richtig teuer werden. Gut, das Thema “Umsatzbeteiligung” dürfte sich schnell regeln lassen, wenn man denn Android einstampft und zu anderen Betriebssystemen wie WebOS, Windows 8 (oder bei Handys auf Windows Phone) wechselt.

Geht es bei der Oracle-Klage vordergründig gegen Google, darf kein Hersteller von Android-Geräten sicher sein, nicht ganz fix mit in eine solche Klage einbezogen zu werden. Und ob dem nicht schon genug wäre, auch Microsoft sieht in Android eine cash cow, die durchaus Milch geben kann. Denn Microsoft hält ein gut gefülltes Patent-Portfolio, welches man schon mal gegen die potentielle Smartphone- und Tablet PC-Betriebssystem-Konkurrenz in Stellung bringen kann. Und da geht es nicht gegen Google, sondern man greift direkt auf die Hersteller von Android-Geräten zu.

Im Artikel Lizenzgebühren für Android? hatte ich es schon adressiert: Open Source bedeutet nicht “frei nutzbar”. Vielmehr hat Microsoft wohl ein einträgliches Geschäftsmodell entdeckt, bei dem nur ein paar gute Anwälte und etwas Verhandlungsgeschick eingesetzt werden müssen. Schon sprudelt die Geldquelle – entweder in Form von Android-Patentgebühren – oder in Form von Windows Phone- bzw. zukünftig von Windows 8-Lizenzen.

Ist der Hersteller HTC laut Businessinsider.com mit 5 US $ pro Android Smartphone dabei, könnte es für andere Anbieter noch teurer werden. Wie heise.de heute berichtet, haben sich sowohl Onkyo Coporation (Slate Pad TA117) als auch General Dynamics Itronix und auch Velocity Micro (E-Book Reader auf Android-Basis) dem “Charme der Microsoft Anwälte” gebeugt und zahlen Patentgebühren.

Dass wir demnächst andere Hersteller in dieser Schlange sehen werden, erachte ich als ziemlich sicher. Vielleicht stellen wir in 6 Monaten auch ganz “überrascht” fest, dass eigentlich niemand Android wirklich will und alles zu MS-Betriebssystemen hindrängt. Und da sage noch einer, Android sei kein Geschäftsmodell.


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