Windows 8 im VMware Player 4 (Teil II)

In Teil 1 habe ich mich kurz mit VMware Workstation 8 und einigen Klippen bei Verwendung von VMware-Produkten befasst. Im Teil 2 möchte ich noch einen kurzen Blick auf den VMware Player 4 werfen, der seit ein paar Tagen verfügbar ist.


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VMware bot bisher neben der kostenpflichtigen Workstation auch einen kostenlosen Player mit reduzierter Funktionalität an. Seit der Version 3 unterstützt der Player auch das Einrichten virtuellen Maschinen zwecks Installation von Gastbetriebssystemen. Und ein Player in der Version 4.0 sollte auch Windows 8 unterstützen …

Allerdings hatte ich nicht wirklich mit dem VMware Player 4 gerechnet, denn aus dem Umkreis der Entwickler war vor einem Jahr das Gerücht zu vernehmen, dass es voraussichtlich keine Version 4 des VMware Player geben wird. Als VMware Workstation 8 Mitte September veröffentlicht wurde, schien sich dies zunächst zu bestätigen. Ein separater Player in der Version 4 war auf den VMware-Seiten nicht zu finden.

Wer allerdings die Workstation 8 installierte, fand auch den VMware Player 4.0 vor. Also hieß es konkret: Wer den Player haben wollte, musste sich den 1/2 Gbyte fetten VMware Workstation-Download antun, einen 30-Tage-Lizenzkey anfordern und dann das ganze Paket installieren. Nach 30 Tagen versagt die Workstation dann den Dienst, während der VMware Player 4.0 weiter genutzt werden kann.

Seit dem 4. Oktober ist dies nun anders. Hier bietet VMware den Player 4.0 zum kostenlosen Download an. Die Installation setzt aber voraus, dass ältere Versionen von VMware Player oder VMware Workstation deinstalliert werden.

Long mode für 64-Bit-Gäste erforderlich

Die erste Überraschung nach Installation des VMware Player 4.0 auf einem Windows 7 Host war für mich, dass ich beim Einrichten einer virtuellen Maschine mit dem folgenden Dialogfeld begrüßt wurde.


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Der Player und auch die Workstation 8 informierte mich, dass die Plattform keinen “Long Mode” unterstützt und daher keine 64-Bit-Versionen eines Gastbetriebssystems ausgeführt werden können. VMware hat unter [iii] einen Knowledgebase-Artikel mit den Hardwareanforderungen veröffentlicht.

Um herauszufinden, ob die CPU bzw. das BIOS eine Hardwarevirtualisierung unterstützt und somit 64-Bit-Gäste ausgeführt werden können, stellt VMware ein kleines Prüfprogramm zum Download bereit [iv]. Bei entsprechender Unterstützung wird dies in oben gezeigtem Dialogfeld gemeldet. Ohne diese Long Mode-Unterstützung lassen sich nur 32-Bit-Clients als Gäste virtualisieren.

Der VMware Player 4 meldet sich mit dem oben gezeigten Fenster – gegenüber der Version 3 gibt es keine sichtbaren Unterschiede. Die Bedienung erfolgt über die Befehle der Menüs File und Virtual Machine. Hier wurde eine 32-Bit-Version der Developer Preview von Windows 8 installiert und anschließend suspendiert. Daher ist der Windows 8 Desktop zu sehen.

Windows 8-Installation

Beim Einrichten von Windows 8 ist eigentlich nicht viel zu beachten. Ich habe im Menü File den Befehl Create a New Virtual Machine gewählt und dann im Einrichtungsassistenten die Option I will install the operating system later gewählt.

Über die Next-Schaltfläche kann man dann die Dialogfelder des Einrichtungsassistenten durchlaufen. Bei der Auswahl des Betriebssystems steht Windows 8 (entgegen Virtualbox) aber nicht zur Auswahl zur Verfügung.

Hier empfiehlt es sich, Windows 7 (bzw. sofern der Long-Mode unterstützt wird Windows 7 x64) als Version auszuwählen. Der Assistent setzt dann die entsprechenden Konfigurationsdaten ein.

Sobald das oben gezeigte Dialogfeld erscheint, lässt sich der Name der VM eintragen. Der Assistent versucht die Dateien der VM automatisch auf dem Systemlaufwerk abzulegen. Wie ich unter [1] zeige, ist dies aber eine suboptimale Lösung und führt auf meinen Systemen zu erheblichen Performance-Einbußen. Ich habe mir daher zur Angewohnheit gemacht, die VM-Dateien auf eine separate Festplatte, die an einem zweiten SATA-Controller hängt, auszulagern. Vermeidet zumindest den Flaschenhals, dass die E/A-Leistung des Controllers das Hostbetriebssystem ausbremst.

In nachfolgendem Dialogfeld lassen sich die Diskdaten vorgeben. Für Windows 8 reicht es, 20 GByte an Festplattenspeicher vorzuhalten (mehr als kurze Tests wird man mit der Developer Preview wohl nicht ausführen). Für die Version mit Visual Studio 2011 empfiehlt es sich, 40 bis 60 GByte zu reservieren (wobei dort aber 64 Bit Unterstützung erforderlich ist).

Die standardmäßig markierte Option “Split virtual disk…” ermöglicht zwar eine .vmdk-Datei auch auf ein FAT32-Laufwerk zu legen. Sofern ein NTFS-Laufwerk bereitsteht, verwende ich aber die Option single file, um Performanceverluste durch gesplittete Dateien zu vermeiden.

Sobald das obige Dialogfeld erscheint, kann man das Einrichten der VM über die Schaltfläche Finish abschließen.

Bug im Einrichtungsassistenten

Die obige Abbildung zeigt noch die Schaltfläche Customize Hardware im Einrichtungsassistenten. In vielen Fällen ist es naheliegend, statt auf Finish zu klicken, die Schaltfläche Customize Hard zu wählen und weitere Hardwareanpassungen vorzunehmen.

In diesem Fall erscheint das obige Dialogfeld und über die Einträge der linken Spalte lassen sich Einstellungen für Arbeitsspeicher, Datenträger, USB-Controller und Netzwerk anpassen. Eigentlich eine feine Sache, wenn nicht ein dicker Bug im VMware Player 4 bzw. in VMware Workstation 8 wäre. Ruft man das oben gezeigte Dialogfeld aus dem Einrichtungsassistenten mittels der Schaltfläche Customize Hardware auf, gibt es zumindest in der von mir getesteten Version keine Möglichkeit mehr, Harddisks zu konfigurieren. Es lassen sich weder Festplatten hinzufügen noch bestehende Festplatten verwalten.

Erst wenn man den Einrichtungsassistenten über Finish beendet und dann im VMware Player-Fenster den Hyperlink Edit virtual machine settings anwählt, erscheint das obige Fenster. Dort ist dann auch der benötigte Eintrag zur Verwaltung von Hard Disks wieder zu finden.

Nett: Die Unterstützung für Windows 8

Die Windows 8-Installation ist anschließend ein Kinderspiel: die .iso-Datei mit dem Windows 8 Setup-Medium als CD/DVD einbinden, die VM booten, warten, bis das Windows PE des Setup gestartet ist und dann die Installationsdialogfelder durchlaufen.

Beim Setup empfiehlt es sich, das Gebietsschema Deutsch zu wählen, weil dann auch die entsprechende Tastaturbelegung vorgegeben wird. Die Windows 8 Benutzeroberfläche ist in den bisher zugänglichen Version allerdings in Englisch. Beim Setup ist eine benutzerdefinierte Installation zu wählen. Im Dialogfeld zur Auswahl der Festplatte kann die komplette virtuelle Disk ausgewählt werden. Der Installer legt die erforderlichen Partitionen an.

Bei mir war der Setup nach ca. 15 Minuten abgeschlossen. Danach bootet Windows 8 neu und die Ersteinrichtung (Konfiguration des Benutzerkontos, Vergabe des Maschinennamens etc.) kann erfolgen. Was mir da gut gefallen hat: VMware Workstation und VMware Player nehmen dem Benutzer die Auswahl der virtualisierten Geräte ab – Netzwerk, Sound etc. laufen out-of-the-box. Bei Virtualbox ist dagegen die Installation der Gasterweiterungen erforderlich, um ggf. bestimmte Hardware nutzen zu können. Hat natürlich auf der anderen Seite den Nachteil, dass die Eingriffsmöglichkeiten beschränkt sind, wenn das Gastbetriebssystem die virtualisierte Hardware nicht unterstützt.

Im Gegensatz zu Virtualbox wird der Mauszeiger auch sofort freigegeben und in Windows 8 lässt sich zum Desktop wechseln, um dort die Auflösung mit den hier gezeigten Stufen einzustellen. Auch hier hat VMware gegenüber Virtualbox die “Nase vorne”.

Unter dem Strich bleibt bei mir aber ein etwas zwiespältiger Eindruck zurück. Bei VMware Workstation 8 bzw. VMware Player 4 heißt es “entweder ganz oder gar nicht” – sprich: vorhandene, ältere Fassungen der Software lassen sich nicht mehr nutzen. Gibt es Probleme mit Gästen, muss man sich für eine Version entscheiden. Die USB-Unterstützung erscheint mir bei VMware nach wie vor besser als bei Virtualbox. Allerdings werden die VMware-Produkte mit jedem Release immer “fetter” und kommen entsprechend gemächlich auf den Maschinen daher. Dass die VMware-Dienste auch laufen, wenn der Player oder Workstation nicht gestartet sind, ist auch nicht so prickeln.

Ich selbst werde den VMware Player 4 wohl testweise auf meinem Dual Core-System installiert lassen (VMware Workstation 8 kann als Testversion auslaufen). Auf meiner Quadcore-Produktivmaschine werde ich weiterhin VMware Workstation 7 sowie parallel die portable Variante von Virtualbox 4.1.4 fahren.

Beiträge:
a: VMware Player 4 und VMware Workstation 8 (Teil I)
b: Windows 8 im VMware Player 4 (Teil II)

Ähnliche Artikel:
1: Performanceprobleme bei der Virtualisierung
2: Update: Autorun nach VMware Installation kaputt
3: Einkaufserlebnis VMware-Shop
4: VMware Player lässt sich nicht deinstallieren

Links:
i: VMware Workstation 8-Seite
ii: VMware Player 4-Seite
ii: Hardwareanforderungen VMware Workstation 8/VMware Player 4
iv: CPU-Check-Tool


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1 Antwort zu Windows 8 im VMware Player 4 (Teil II)

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