Testdrive: Android x86 3.2 RC2 auf Eee PC und Akoya Mini 1210

[English Edition]Gestern hat nicht nur Google den Android 4.0-Quellcode (für das Galaxy Nexus) freigegeben. Auch beim Android-x86.org-Projekt steht der Release Candiate 2 von Honeycomb für x86-Plattformen bereit. Zeit einen Blick auf diese Version zu werfen und die neue Ausgabe auf dem Eee PC 701G und einem Netbook Medion Akoya Mini 1210 zu testen.


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In meinem Blog habe ich ja schon diverse Male über Android auf x86-Systemen gebloggt (siehe Artikelliste am Ende des Beitrags). Als ich gestern auf der Projektseite von Android-x86 also die neue RC2 von Android 3.2 fand, habe ich mir natürlich gleich die iso-Dateien gezogen.

Wie man diese in Virtualbox als Device-Emulator testen kann, habe ich hier an einer älteren Version gezeigt. Interessanter ist aber die Frage, wie sich die Live-Version auf Netbooks verhält. Wie sich die .iso-Datei mittels unetbootin als Live-Version auf einen USB-Stick bringen lässt, ist hier skizziert. Also habe ich mit die EeePC-Variante und die ASUS-Variante auf zwei USB-Sticks gezogen.

Dat läuft doch auf dem Eee PC 701G nicht – oder doch?

In meinem Büro dümpelt ja immer noch ein Eee PC 701G aus meinem ersten Netbook-Projekt herum (das Maschinchen hat so was wie einen Ehrenplatz). Ob da die neue RC2 von Honeycomb drauf läuft? Ist ja immer von Tegra2-Plattformen als Mindestvoraussetzung die Rede – und hier hatte mir ja auch schon jemand erklärt, warum das nicht klappen kann. Aber ich lebe nach dem Motto “dumm gebohren, nix dazu gelernt und einfach mal rumfummeln”.

Also konnte ich mir nicht verkneifen, den Eee PC 701G mit dem USB-Stick zu booten. Mehr als aufhängen des Systems war ja nicht zu erwarten. Also einschalten, ESC-Taste drücken und dann den USB-Stick als Boot-Device auswählen.

Schon konnte ich das Android Livesystem im Bootmenü auswählen und starten lassen. Nach wenigen Sekunden erschien das Android-Boot-Logo …


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… und nach einer kleinen Wartezeit sah ich dieses Bild auf dem Display des Eee PC 701G.

Uuii, der helle Wahnsinn – schaut doch irgendwie wie Honeycomb aus? Soll zwar nicht funktionieren, weil der Eee PC 701G nur 800 x 480 Bildpunkte Bildschirmauflösung hat. Und auch der 600 MHz Celeron Prozessor mit mickriger Intel Grafik-Einheit ist weit von einer Tegra2-Plattform entfernt. Aber das obige Bild zeigt, was Android-x86 kann. Nachfolgend noch ein Blick auf die App-Seiten.

Und die Bedienung ist pfeilschnell. Gut, ideal ist der Eee PC 701G wegen der Auflösung nicht – der untere Desktoprand mit den drei Schaltflächen zur Bedienung ist abgeschnitten. Aber WLAN geht, Audioausgabe funktioniert, Apps lassen sich aufrufen. Nur die Webcam funktioniert noch nicht richtig. Und in den Einstellungen kann ich auch nicht alles anwählen (z. B. um das Bild auf einen TFT-Monitor zu geben). Besitzer eines Eee PC 1000 dürften aber ihre helle Freude an der neuen Android x86-Implementierung haben.

Und wie sieht’s beim Medion Akoya 1210 aus?

Für meine Tests habe ich ja noch den Medion Akoya 1210 als 10,1 Zoll Atom-Netbook. Da laufen zwar Windows XP, Windows 7 und Windows 8 drauf. Aber ein Android-x86-Testdrive ist immer drin. Also den USB-Stick angeschlossen, Einschalter gedrückt, dann die Funktionstaste F11 gedrückt, um das BIOS-Boot-Device-Menü zu öffnen und dann den USB-Stick als Medium gewählt.

Schon erschien das Android-Bootmenü, in dem ich die Live-Variante gewählt habe. Es gab zwar eine Warnung, dass es kein ASUS-Gerät sei, aber egal. Nach kurzer Wartezeit war der Honeycomb-Desktop auf dem Netbook zu sehen.

Die Bedienung per Synaptic-Touchpad war problemlos möglich. Alles lauft extrem flott ab. Nachfolgend ist noch die App-Seite zu sehen. Der WLAN-Zugang war mit ein paar Handgriffen eingerichtet (hier hat das Projekt stark zugelegt).

Lediglich die Webcam funktionierte nicht – die App stürzt direkt ab. Auch eine Soundausgabe klappte mit der Eee PC iso nicht. Ich habe dann noch die iso für normale ASUS-Notebooks gebootet und konnte problemlos Youtube-Videos mit Ton wiedergeben. Wo es noch hakelt, ist die deutsche Tastaturanpassung. Ich kann zwar die Sprache Deutsch wählen, aber die Tastatur behält weiter eine englische Tastaturbelegung bei. Das Einbinden einer SD-Speicherkarte war beim Kurztest nicht möglich – muss ich noch detaillierter untersuchen.

Was aber wiederum funktioniert: Ich konnte mich am Google-Market anmelden. War zwar fieselig, da die Anmeldeseite im Querformat angezeigt wird und Eingaben nur über eine englische Tastaturbelegung möglich war. Aber nach der Anmeldung hatte ich erstmals Zugang zum Market. Hab mir testweise den ASTRO Dateimanager heruntergeladen und installiert. Erstaunlich: Klappte trotz fehlender SD-Speicherkarte und gebootetem Live-System.

Mein Kurzfazit: Noch nicht perfekt, aber das Ganze macht Lust auf mehr und ich bin gespannt auf den Ice Cream Sandwich-Port für x86. Da sollen ja unterschiedliche Auflösungen möglich sein. Auf jeden Fall hat Android mit den bereits vorliegenden x86-Ports einen schönen Schritt nach vorne gemacht. Leider habe ich das WeTab Tablet aus meiner Teststellung wieder an 4tiitoo zurückschicken müssen. Sonst hätte ich die neue RC2 von Honeycomb gleich mal auf einem x86-Tablet ausprobiert.

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3 Antworten zu Testdrive: Android x86 3.2 RC2 auf Eee PC und Akoya Mini 1210

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