Hands-on Pearl Touchlet Tablet PC X7G Teil 3

Im Unboxing-Teil hatte ich ja bereits den Lieferumfang des Touchlet X7G vorgestellt und einige Fotos des Geräts gezeigt. In Teil 4 gehe ich auf die Software und allgemeine Eindrücke ein. In diesem Teil möchte ich einige Aspekte der Hardware beleuchten. Weitere Details plane ich in einer Art FAQ zu veröffentlichen, da ich durch die bisher getesteten Android-Geräte einige HowTos habe, auf die ich verweisen kann. [Zwischenzeitlich habe ich den Beitrag aktualisiert und einige Sachen ergänzt.]


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Haptik und Optik samt erstem Eindruck

Im Vergleich mit dem Touchlet X4, dessen Gehäuse aus Kunststoff besteht, macht das Touchlet X7G mit seiner Alu-like Gehäuseschale auf den ersten Blick einen recht robusten Eindruck. Zwar kein Vergleich mit dem Gehäuse des iPad von Apple – aber dieses Gerät spielt (auch preislich) in einer ganz anderen Liga.

Gut finde ich persönlich, dass separate Tasten für Home, Zurück und Menü an der seitlichen Front vorhanden sind. Schade ist der Umstand, dass die Tasten nicht deutlich beschriftet wurden. [Update: Die Tasten sind mit Symbolen versehen, was ich aber erst nach Stunden, draußen, im Freien, bei gutem Licht und starker Lesebrille erkennen konnte.] Zwischenzeitlich habe ich mir gemerkt, dass die mittlere Taste die Home-Taste ist. Aber das hätte man ohne Aufwand besser machen können (einfach ein paar Symbole unter die Glasfront gedruckt).

Was ich auch etwas störend empfinde: die am unteren Gehäuserand angebrachte minimicroUSB-Buchse zum Ankoppeln von USB-Geräten oder zur Verbindung mit dem PC. Pearl liefert da zwei microUSB-to-USB-Adapter mit.

Wie in Teil 2 bereits ausgeführt, dient diese Buchse ja auch für die Docking-Station, die angesichts der in diesem Teil angesprochenen mechanischen Unzulänglichkeiten bei der microUSB- und microHDMI-Buchse wohl unverzichtbar sein dürfte. Wer allerdings das Tablet mobil betreibt und auf dem Schoß hält und ein USB-Gerät anschließt, wird keine Dockingstation nutzen. Dann sollte man das Tablet so drehen, dass die microUSB-Buchse nach oben zeigt. Andernfalls wird früher oder später der microUSB-Stecker am USB-Adapter abbrechen oder zumindest heraus rutschen. [Nachtrag: Dies dürfte auch die Ursache sein, warum bei manchen Benutzern USB-Sticks nicht erkannt werden – bei mir gab es bei der USB-to-PC-Verbindung immer wieder Abbrüche wegen fehlendem Kontakts.] Aus diesem Grund sind bei den meisten Tablet PCs die USB-Buchsen daher am rechten bzw. linken Gehäuserand angebracht.]

Anmerkungen: Der Haken beim Drehen des Tablet um 180 Grad ist, dass nicht alle Android Apps das mitmachen, so dass die Anzeige dann “auf dem Kopf steht” und man das Tablet doch wieder so halten muss, dass der Stecker nach unten kommt. Bei ersten Tests konnte ich bei meinem Gerät zudem feststellen, dass der microUSB-Stecker sehr locker in der microUSB-Buchse sitzt. Der Stecker rutscht daher gerne heraus oder verliert zumindest den Kontakt. In Folge wurde die Verbindung per USB-Kabel mit dem Rechner, den ich für Debugging-Zwecke beim Test genutzt habe, sehr häufig unterbrochen. Das ist bezüglich der mechanischen Konstruktion sicherlich nicht der Weisheit letzter Schluss.

Und noch was unschönes: Ich habe nochmals das Touchlet X4 ausgepackt, was schon für die Rücksendung aus der Presseteststellung vorbereitet war. Die miniUSB-Stecker der beiden USB-Adapter vom Touchlet X4 passen nicht an das Touchlet X7G und umgekehrt. [Update: Grund ist, dass das Touchlet X4 eine miniUSB-Buchse und das Touchlet X7G eine microUSB-Buchse besitzt.] So was muss nicht sein – und könnte die Erklärung für die herausrutschenden microUSB-Stecker sein. Da das Pearl Produktmanagement hier mitliest, könnte dies sicherlich in die möglicherweise geplante/erforderliche Überarbeitung mit rein genommen werden.


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Nette Lösung für den microSD-Leser

Was ich persönlich wiederum gut gelöst finde, ist die Lage des SD-Kartenslots. Dieser befindet sich hinter einer Abdeckklappe, mit dem sich der Leserschacht komplett verschließen lässt. Dies mindert die Gefahr, dass die microSD-Karte irrtümlich herausfällt (beim Touchlet X4 steht die Karte immer ein paar Millimeter aus dem Gehäuse heraus).

Im obigen Foto ist die geöffnete Abdeckung mit der ausgerasteten microSD-Karte zu sehen. Schiebt man die Karte ein, lässt sich die Abdeckung am Gehäuse einrasten, so das alles plan mit dem Gehäuse abschließt.

Bei der microHDMI-Buchse hat man Mist gebaut!

Rechts neben dem Speicherkartenschacht findet sich die miniHDMI-Buche (in obigem Foto als Schlitz zu sehen). Um den HDMI-Ausgang des Touchlet X7G zu nutzen, wird ein Adapter von miniHDMI zu HDMI benötigt, den es hier bei Pearl für unter 5 Euro gibt.

Alternativ kann man auch die nachfolgend gezeigten Adapter von Amazon verwenden. An den Adapter lässt sich ein Standard-HDMI-Kabel anschließen.
Wer kein Freund von Adapterlösungen ist: Das nebenstehend gezeigte HDMI-Kabel mit HDMI-Stecker und miniHDMI-Stecker von Amazon sollte es ggf. auch tun.

Problem beim Touchlet X7G ist aber, dass die Kunststoffumhüllung des Adapters an den oberen Gehäuserand des Touchlet anstößt und so nicht weit genug (statt ca. 5 mm nur 2 mm) in die Buchse reinpasst.

Ich muss es bei Gelegenheit noch testen, ob es überhaupt ein Signal gibt. Zumindest ist das Ganze mechanisch eine ziemlich wackelige Angelegenheit. Das hätte ich mir anders gelöst vorgestellt. Möglicherweise kann man die Kunststoffhülle des HDMI-Adapters etwas mit einer Feile oder einem Messer zurückstutzen, so dass diese nicht mehr an das Gehäuse stößt und der Adapter ganz in die Buchse passt.

Ob das oben gezeigte HDMI-Adapterkabel eine Alternative ist, bezweifele ich, da der Kunststoffmantel des micro-Steckers noch dicker ist. Auch hier müsste man den betreffenden Rand des Kunststoffmantels abschneiden. Sofern man das Thema miniHDMI-Adapter gelöst hat, kann man das Touchlet X7G mit einem HDMI-Gerät (LCD-Monitor oder –Fernseher) verbinden. Wie die Ausgabe umgestellt wird, habe ich im Beitrag HDMI-Ausgabe mit dem Touchlet X4 skizziert – funktioniert beim X7G analog.

Anmerkung: Habe im Nachgang gerade gesehen, dass in diesem Diskussionthread das Problem mit dem miniHDMI-Stecker bestätigt wird. Dass die 3,5 mm Klinkenbuchse für den Audioausgang nicht funktioniert/vorhanden ist, kann ich nicht bestätigen – Kopfhörer eingestöpselt und läuft.

Update: Ich habe das Touchlet X7G jetzt mal ins Wohnzimmer mitgenommen und versucht an das LCD-TV-Gerät anzuschließen. Die HDMI-Schnittstelle bekommt kein Signal – ein paralleler Test mit dem Touchlet X4 zeigte mir aber, dass die Ausgabe funktionieren sollte. Der miniHDMI-Adapter passt also nicht weit genug in die miniHDMI-Buchse. Ohne Überarbeitung des Gehäuses ist das Touchlet X7G also nicht HDMI-fähig (es sei denn, man schnitzt sich den Adapter zurecht). Da hätte dem Produktmanagement auffallen müssen. Ob die in Teil 2 erwähnte Dockingstation mit dem HDMI-Anschluss das Problem löst, kann ich nicht beurteilen – diese Dockingstation liegt mir nicht vor.

Gerätegröße: Es ist und bleibt ein 7 Zoll Tablet

Das Touchlet X7G ist mit einem 7 Zoll Glare-Display ausgestattet. Wer bereits mit 7 Zoll Tablets gearbeitet hat, weiß, dass diese recht handlich, aber in der Anzeigegröße begrenzt, sind. Die Auflösung von 800 x 480 Pixel ist in meinen Augen gerade so ausreichend (aber dies ist Geschmacksache). Das hier vorgestellte  (und deutlich teurere) Medion LifeTab hat bei 10 Zoll eine Auflösung von 1280 x 800 Pixel – beim (in Deutschland nicht erhältlichen) Kindle Fire sowie beim Samsung Galaxy Tab (7 Zoll) sind es auch nur 1024 x 600 Pixel. Ich persönlich bevorzuge daher 10 Zoll Displays, da dort beim Surfen einfach mehr dargestellt werden kann und ein Zoomen des Dokumentinhalts möglich ist. Zudem ist dort die Auflösung meist höher. Aber die Teile sind natürlich deutlich schwerer.

Dass Glare-Displays auch als Schminkspiegel zu verwenden sind, und jeder “Fingertatschen” in’s Auge sticht, ist bekannt. Dies mag ich dem Touchlet nicht anlasten, ist es doch in schlechter “Gesellschaft” mit allen anderen mir bekannten Tablet PCs. Auch das wesentlich teurere iPad kann als Schminkspiegel dienen. In sehr hellen Umgebungen lässt sich auf diesen Displays nichts mehr erkennen – was aber auch bei allen mir bekannten Tablet PCs gleich ist. Ansonsten gibt es an der Bildschirmhelligkeit des Touchlet X7G in meinen Augen nichts zu kritisieren.

Anmerkung: Ein, von manchen Nutzern bemängeltes, Bildschirmflimmern (bei Anschluss des Netzteils) oder eine Unschärfe des Displays konnte ich bei meinem Gerät nicht feststellen. Eine Änderung der Helligkeit ist m. E. auf eine Animation beim Umschalten von App-Fenstern zum Desktop zurückzuführen. Mag sein, dass dies bei Auslastung der CPU zum Eindruck des “Flimmerns” führt – ich habe das so nicht beobachtet. Auch die seitliche Ablesbarkeit ist in Ordnung (kein Vergleich mit einem WeTab, den ich als Testgerät kürzlich hier hatte, und dessen Display bei seitlichem Blickwinkel kaum noch ablesbar war – auch das Touchlet X4 ist da gefühlt schlechter ablesbar).

Das Touchdisplay reagiert für meinen Geschmack ausreichend schnell – wesentlich smoother als beim Touchlet X4 – kann aber (wie andere Android-Tablets, die ich in Händen hatte) meines Erachtens nicht an ein iPad heranreichen.

Unter dem Strich sind das natürlich sehr subjektive Eindrücke, und andere Benutzer empfinden das anders. Einerseits hat das Touchlet X7G mit 7 Zoll die richtige Größe, um schnell mal mitgenommen zu werden. Andererseits fehlt mir persönlich irgendwie die “Größe des iPad-Displays”. Man muss sich also klar werden, ob man mit einem 7 Zoll Gerät glücklich wird.

Anmerkung: Mechanisch hätte das Touchlet X7G durch die metallisierte Gehäuseschale ein Signal für Qualität setzen können. Beim Auspacken war ich zuerst begeistert – und wenn ich das Touchlet X4 vergleiche, empfinde ich das Touchlet X7G vom Grundansatz immer noch als positive Weiterentwicklung.

Aber irgendwie wird der äußerst positive Ersteindruck durch die oben skizzierten Schwächen bei den microUSB- und miniHTDMI-Buchsen getrübt. Zudem ist das Display in der rechten unteren Ecke beim Mikrofonloch nicht passgenau in die Gehäuseschale eingefügt – man kann stellenweise mit dem Fingernagel zwischen das Glas des Displays und dem Rand der verchromten Blende des Gehäuseabschlusses gehen. Bei mir bleibt das Gefühl, dass sich das mit der Zeit lösen könnte (im Nachhinein habe ich Aussagen in Foren gefunden, wo sich das Display wohl bereits nach Tagen gelöst hat). Ich habe jetzt mal das iPad (ist natürlich eine andere Klasse) und das Touchlet X4 in die Finger genommen. Das iPad hat zwar auch gefühlt einen dünnen “Fingernagel-Spalt” zwischen Display-Glas und Alu-Rahmen – aber da ist die Verklebung sauber erfolgt. Beim preisgünstigeren Touchlet X4 mit dem Kunststoffgehäuse hatte ich subjektiv auch das Gefühl, dass es passgenauer montiert sei.

[Nachtrag: Ich habe jetzt mal eine extrem starke Brille genommen und das X7G unter eine Leuchte gelegt. In der rechten unteren Ecke beim Loch für das Mikrofon ist das “Innenleben” etwas dicker als in der linken oberen Ecke.

Daher ragt die Oberseite der Display-Oberfläche in der rechten unteren Ecke Bruchteile eines Millimeters erhaben über den verchromten Ring der Gehäuseeinfassung, während das Ganze am oberen und linken Rand leicht abgesenkt ist. Das erklärt wohl, warum man das Gefühl hat, das sich da was löst – oder bei schlechter Verklebung lösen wird.] Da sollte/muss der Hersteller beim Touchlet X7G in meinen Augen noch nacharbeiten.

Diskrepanzen bei den Geräteparametern?

Von Pearl wird das Gerät mit 1,2 GHz CPU, 512 MByte RAM und 4 GByte internem NAND-Flash beworben. Hier findet sich eine etwas heftigere Diskussion, wo Abweichungen bekrittelt werden. Aus meiner Sicht ist es erst einmal ziemlich Wurscht, wie schnell eine CPU getaktet wird (zumal die Taktfrequenz dynamisch angepasst wird). Für mich zählt das Gerät an sich und ob es sich halbwegs schnell bedienen lässt. Die Bedienung ist gefühlt nicht schlechter als bei anderen Android-Geräten (und viel besser als beim Touchlet X4), die ich in Händen hatte. Ich habe aber mal (gemäß diesem Artikel) die kostenlose App Android Status aus dem Market installiert und die nachfolgenden Anzeige erhalten.

Es ist eine ARMv7 CPU verbaut, die mit einer maximalen Frequenz von 996 MHz angegeben ist, aber momentan mit 200 MHz läuft. Und plötzlich stand kurzzeitig ein Wert von 1.000 MHz in der Anzeige – nicht so überzeugend, was das Tool da liefert.

Anmerkung hinsichtlich der CPU: Keine Ahnung, was da verbaut wurde – vielleicht ist der Prozessor momentan per Firmware gedrosselt, was den Wert erklären würde. Erinnert mich an den Eee PC 701G, der auch mit einer auf 600 MHz gedrosselten 900 MHz Celeron CPU ausgeliefert wurde. Gab recht schnell die Möglichkeit, auf 900 MHz hoch zu takten.

Beim Arbeitsspeicher werden 389 MByte ausgewiesen, was ebenfalls unterhalb der 512 MByte liegen würde. Da ich das Design des Mainboards aber nicht kenne, weiß ich auch nicht, ob da Shared Memory für’s Display abgezweigt oder der nur von Android nutzbare Speicher angezeigt wird. Es wird andererseits noch interner Speicher von 660 MByte, und ein externer Speicher von 2,56 GB ausgewiesen. Passt auch nicht zu den 4 GByte NAND-Speicher bzw. da ist einiges durch Linux/Android belegt. Also habe ich zusätzlich noch die App Android System Info installiert und die folgenden Angaben erhalten:

Die CPU wird mit 996 MHz ausgewiesen, der Ram liegt auch bei 390 MByte. Allerdings sehe ich auch “Treshold RAM”, “Download Cache” etc. Ich habe dann die Android Debug Bridge angeworfen und über:

adb shell cat /proc/meminfo

die Speicherbelegung ausgeben lassen. Dort wurden mir (neben 97 MB Cache und einigen anderen Buffern) 398.988 kB Gesamtspeicher angezeigt. Zähle ich da verschiedene Werte zusammen, komme ich in die Größenordnung von 512 MByte. Hier werde ich Montag mal bei Pearl nachfragen, wie die Diskrepanzen zu den Katalogangaben zu werten sind.

Laden per USB oder Netzteil?

Das iPad kann man zur Not über ein USB-Kabel laden – dauert zwar lange, aber funktioniert. Beim Touchlet X7G klappt das nicht, da die USB-Schnittstelle nur 5 Volt liefert. Daher muss das mitgelieferte 9 Volt Netzteil angeschlossen werden, um die vom Akku benötigten 7,4 Volt bereitzustellen.

In einigen Foren wird berichtet, dass die LED zur Ladeanzeige durch die 5 Volt des USB-Anschlusses durcheinander kommt. Dass an der Alu-Gehäuserückseite bei angeschlossenem Netzteil ein Stromfluss zu spüren ist (wurde in Foren behauptet), kann ich nicht nachvollziehen – zumal bei meinem Gerät der betreffende Bereich werksseitig mit transparenter Kunststofffolie überklebt ist.

Akkulaufzeiten recht kurz?

Ich habe bisher die Akkulaufzeiten bisher nicht gestoppt, aber es entstand bleibt der Eindruck, dass diese weitaus kürzer als die im Pearl Katalog angegebenen 6 bis 10 Stunden sind (nach kurzer Betriebszeit wurde ein voll aufgeladener Akku nur noch mit 70% angezeigt). Auch in Foren ist von 2 Stunden die Rede. Ob der LiIonen-Akku erst ein paar Ladezyklen durchlaufen muss, um auf die volle Kapazität zu kommen, kann ich nicht sagen.

Die bisherig Laufzeit des Akkus kann vordergründig in den Android-Einstellungen unter Geräteinfo/Akkuverbrauch abgefragt werden. Dann erscheint die unten stehende Seite mit Angaben zur Laufzeit und den Einstellungen verschiedener Features (wie WLAN, Displayhelligkeit etc.).

Tippt man auf die graue Ladeverlaufskurve am oberen Bildschirmrand, wird die folgende Detaildarstellung eingeblendet.

Die Angaben erscheinen mir aber nicht allzu stimmig. Ich habe die Anzeige beim Schreiben dieses Beitrags kurz hintereinander aufgerufen, und hatte einmal 26 Minuten und gleich danach nur noch 51 Sekunden in der Anzeige (und ich bin mir ziemlich sicher, zwischenzeitlich kein Ladegerät angesteckt zu haben – allerdings hingt das Gerät zum Anfertigen der Screenshots per USB-Verbindung am PC – was die “springenden” Werte erklären könnte).

Nachtrag: Da die Akkulaufzeit mich interessiert, habe ich einen Test durchgeführt, bei dem eine MP3-Datei in einer Endlosschleife wiedergegeben wurde. Vormittages bin ich mit voll aufgeladenem Akku gestartet und hatte nach kurzer Zeit einen Ladezustand von 70% in der Anzeige (dieser wird vermutlich von der Akkuspannung abgeleitet). Nach 9 Stunden Audiowiedergabe stand der Akkuladezustand immer noch auf 30% – und der Test wurde abgebrochen. Ich denke, damit kann bezüglich der Akkulaufzeit Entwarnung gegeben werden. Was wohl Laufzeit frisst sind WLAN, Display und Bluetooth. Dies ist auch deutlich an der Entladekurve zu erkennen. In obiger Abbildung fällt der Ladezustand zu Beginn immens um dann abzuflachen. Im ersten Teil war der Bildschirm eingeschaltet, danach ging das Tablet-Display dann aber in den abgeschalteten Zustand, während die Musikwiedergabe weiterlief.

USB-Anschluss für Geräte und zum Datenaustausch

Der USB-Anschluss kann mit dem betreffenden Adapter und einem USB-Verlängerungskabel mit der USB-Buchse eines PCs verbunden werden. Dann ist ein Datenaustausch zwischen Android und dem PC möglich (siehe auch hier).

Die Hauptaufgabe der microUSB-Buchse dürfte der Anschluss von USB-Geräten über den mitgelieferten USB-Adapter sein. Ich habe testweise eine Tastatur und eine Maus über einen PS/2-to-USB-Adapter angeschlossen. Beide Geräte funktionierten, wenn auch die Maus etwas ruckelig arbeitete und die Tastatureingaben verzögert eintreffen.

Über den mitgelieferten USB-Adapter können USB-Speichermedien angeschlossen werden. Wem die maximal möglichen 32 GByte per microSD-Karte zum Ablegen von Dateien nicht reichen, kann sich natürlich, wie oben gezeigt, USB-Memorysticks mittels des USB-Adapterkabels an den USB-Port anschließen.

Im Pfad /mnt/sdcard werden die Verzeichnisses des internen Speichers eingeblendet. Nachfolgend sind diese Verzeichnisse (Android, data etc.) zu sehen. Unter dem Ordner tflash wird der Inhalt der externen microSD-Karte gemountet und lässt sich zugreifen. Fotos finden sich i.d.R. im Unterorder DCIM. Taucht unter /mnt/sdcard ein neues Verzeichnis scsi_sda1 auf? Über dieses Verzeichnis erhält man Zugriff auf ein über die microUSB-Buchse angeschlossenes Speichermedium.

Das Android des Touchlet X7G unterstützt dabei sowohl FAT- als auch NTFS-Datenträger. Nachfolgend ist der Inhalt eines NTFS-formatierten USB-Sticks zu sehen. Der Mount-Point mit der Festplatte findet sich dann unter/sdacard/scsi_sda1.

Ich habe versuchsweise auch eine 300 GByte USB-Festplatte an den USB-Port angehängt. Im Gegensatz zum älteren Touchlet X4 ließ sich beim Touchlet X7G nicht auf den Speicher zugreifen. Der USB-Port des Touchlet lieferte nicht genügend Strom. Ich hätte also einen aktiven USB-Hub oder eine USB-Festplatte mit eigener Stromversorgung benötigt. Wie sich die von Pearl angebotene Dockingstation da schlägt, kann ich mangels Gerät nicht testen.

Anmerkung: Das Abstöpseln von USB-Speichermedien sollte nur bei heruntergefahrenem Gerät erfolgen – zumindest habe ich ad-hoc keine Unmount-Funktion gefunden. [Nachtag: Hier gibt es eine ähnliche Diskussion ohne Lösung.]

WLAN funktioniert, aber schlechte Empfangsqualität

Das WLAN ist mit wenigen Handgriffen konfiguriert, braucht aber bei der ersten Verbindungsaufnahme etwas länger. Danach war die automatische Verbindungsaufnahme kein Problem. Gefühlt bzw. angezeigt ist die WLAN-Empfangsqualität schlechter als bei meinen Netbooks.

Update: Ich habe jetzt nochmals das Touchlet X4 und das Touchlet X7G verglichen. Auffällig war, dass beide Geräte direkt neben dem WLAN-Router selten die volle Empfangsleistung (4 Balken) anzeigen, sondern zwischen 2 – 3 und mal kurzzeitig 4 Balken in der Anzeige springen (andere WLAN-Geräte weisen volle Signalstärke auf). Das Touchlet X4 war aber immer einen Tick besser als das X7G. Also habe ich mit die App Android Status auf beiden Geräten installiert und das WLAN Signal im 2,4 GHz Band ermitteln lassen.

Touchlet X4: –45 bis –47 dB,
Touchlet X7G: –61 bis –67 dB

Ideal wären möglichst geringe Werte (0 bis –20/-30 dB) – der Signalverlust beim Touchlet X7G ist also wesentlich höher als beim Touchlet X4 (siehe diese Erläuterungen). Das Touchlet X7G hat nach diesem Kurztest, wenn mir kein gravierender Fehler unterlaufen ist, ein Empfangsproblem (vergleichbar dem “Antenna Gate” beim iPhone 4). Andererseits hatte ich im Haus, auch durch eine Stahlbetondecke ausreichend WLAN-Empfang, um das Touchlet X7G zu betreiben – Videoübertragung wird dann aber kritisch.

Bluetooth angetestet

Das Touchlet X7G besitzt einen Bluetooth-Chip, mit der ich problemlos ein Pairing mit einem PC durchführen und Dateien transferieren konnte. Die Dateien finden sich auf dem Touchlet unter /sdcard/bluetooth. Hier beschreibe ich die Einrichtung einer Bluetooth-Verbindung (Pairing) und den Dateitransfer für ein Simvalley SP-60 Android Smartphone. Beim Touchlet X7G funktioniert das Ganze analog.

Ein auf die Schnelle durchgeführter Test mit einer Bluetooth Tastatur für das iPad scheiterte (wie beim Touchlet X4). Es war zwar problemlos ein Pairing möglich. Aber es konnte keine Verbindung zur Tastatur hergestellt werden – wird wohl in Android nicht unterstützt (siehe hier). Allerdings gibt es hier einen Ansatz unter Verwendung des Linux  hcitool, der funktionieren könnte – habe ich aber nicht mehr getestet.

In Teil 4 werfe ich noch einen kurzen Blick auf die Apps und ziehe ein Fazit.

Ähnliche Artikel:
a: 7 Zoll Pearl Touchlet Tablet PC X7G Teil 1
b: Unboxing Pearl Touchlet Tablet PC X7G Teil 2
c: Hands-on Pearl Touchlet Tablet PC X7G Teil 3
d: Hands-on Pearl Touchlet Tablet PC X7G Teil 4
e: FAQ Pearl Touchlet Tablet PC X7G

i: Bluetooth mit dem Simvalley SP-60

Links:
1: Pearl Produktseite
2: Diskussionsthread bei Android-hilfe.de
3: Diskussion zur Liefersituation bei AndroidPit.de
4: Diskussionsthread zum Gerät bei AndroidPit.de
5: Kurzvorstellung bei Mobiflip.de
6: Kurzvorstellung bei news4mobilde.de
7: Kurzanleitung als PDF-Datei


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10 Responses to Hands-on Pearl Touchlet Tablet PC X7G Teil 3

  1. Pingback: WLAN mit stat. IP funktoniert bei meinem X7G nicht!! Was mache ich falsch?? - Android-Hilfe.de

  2. Ulrich B. sagt:

    Moin,Moin,

    Ich habe da mal eine Frage an dich, wie kommst du darauf das das GT 7.7 eine Auflösung von 1024×600 hat? Es besitzt vielmehr ein Super Amoled Plus Display mit einer Auflösung von 1280×800 Pixeln! Das ist derzeit das beste Display was auf dem Markt zu bekommen ist. Also erst einmal Informieren bevor man solche Aussagen tätigt!

    Gruß
    Uli

    • Günter Born sagt:

      @Ulrich: Du sprichst vom GT 7.7 (meinst wohl das Samsung Galaxy Tab 7.7)? Dann hast Du Recht, das hat 1280×800 Pixel. Wenn ich es nicht ganz falsch mitbekommen habe, ist das Tab aber momentan in Deutschland nicht erhältlich.

      Der Text bezog sich auf das Samsung Galaxy Tab 7 mit 1024×600 Pixel. Allerdings ist mir beim Medion ein Lapsus passiert, der hat 10 Zoll und eine höhere Auflösung – ist korrigiert. Danke für den Hinweis.

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  4. Pingback: Touchlet x7g usb-Festplatten?? - Android-Hilfe.de

  5. Günter Born sagt:

    Nachtrag: Wegen des vorherigen Track-Backs von Android-Hilfe.de habe ich jetzt einen schnellen Test gemacht und eine externe USB-2.0-Festplatte mit separater Stromversorgung an das Touchlet X7G angehängt.

    Ergebnis: Eine externe Festplatte wurde im Pfad /mnt/sdcard/scsi_sda1 erkannt. Ich konnte direkt auf das NTFS-Laufwerk zugreifen. Hab aber nur lesende Zugriffe getestet – ob der Android-NTFS-Treiber auch Schreibzugriffe sauber abwickelt, kann ich nicht beurteilen. Ich werde dies auch nicht testen, da es mich merkwürdig berührt hat, dass ich direkt auf Verzeichnisse wie System Volume Information zugreifen konnte – Zugriffsberechtigungen werden also nicht berücksichtigt.

  6. Wilhelm Ogrisek sagt:

    Guten Abend!
    Habe eben eine WLAN “Messung” mit dem X7G durchgeführt mit erschreckendem Ergebnis:
    In 1 Meter Abstand zum Router (Kanal 11) Werte zwischen -55 und -73 (!!!) dB.
    Simvalley SP-80 (ebenfalls von PEARL) relativ stabil -40 bis -42 dB.

    Spannungsmäßig bedeuten -6 dB die Hälfte des Signals und -20 dB sind nur mehr ein Zehntel!
    Das SP-80 funktioniert auch im ganzen Einfamilienhaus, das X7G nicht und hat auch Probleme, zwei APs auseinanderzuhalten (K11 und K6).

    Da wundert mich nichts mehr.

    Danke übrigens für die guten Ausführungen im Thread!

    mfg, og

    • Günter Born sagt:

      @Wilhelm: Ja, mich haben die Messungen auch erstaunt. Ich schiebe es auf die Metallbedampfung des Gehäuses und auf eine schlechte Montage der Antenne. Ist irgendwie schade – das X7G hätte so ein tolles Teil werden können, wenn der Hersteller nicht gepatzt hätte. Da ist Pearl in der Etappe in meinen Augen kalt erwischt worden.

      Na ja, ich blicke da schon intern auf die nächste Generation Tablet PCs – spätestens zur CeBit bekomme ich einige Details und wohl irgendwann auch ein Testgerät. Könnte spannend werden (wenn ich nicht gänzlich in Windows 8 versacke ;-).

  7. Günter Born sagt:

    Update: Zwischenzeitlich sind einige weitere Artikel zum Touchlet X7G veröffentlicht worden. In Ergänzung zu obiger Linkliste hier noch einige Artikel:

    a: Touchlet X7G: Kindle, Probleme ohne Ende
    b: UTMS-Anbindung für Pearl Touchlet X7G Tablet
    c: Projekt: Mobiler Hotspot/UMTS-Router Teil I
    d: Projekt: Mobiler Hotspot/UMTS-Router Teil II

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