10 Dinge, die mich am iPad nerven …

Nun ist es knapp über ein Jahr her, dass ich mir ein iPad 1 mit 32 GByte Speicher und 3G-Modul zugelegt habe. Ich wollt’s einfach wissen, was am Nimbus der Apple Produkte dran sei – und bereits beim Auspacken stand recht schnell fest, dass wir keine wirklichen Freunde werden, das iPad und ich. Nach über 365 Tage kehrt so was wie “Altersmilde” bei mir ein, so dass ich manches gelassener sehe. Aber es gibt immer noch viele Dinge, die mich am iPad tierisch nerven.


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1. Display – an den Schminkspiegel gewöhne ich mich nicht

Nun, ich gestehe, kürzlich habe ich ein Low Cost-Android Tablet PC in Händen gehalten und weil sich Benutzer über den schlechten Ablesewinkel des Geräts beschwerten, gleich mal mein iPad daneben gelegt. Da sind Welten zwischen – das Display des iPad ist Spitze, zumindest was den Ablesewinkel betrifft.

Aber den Schminkspiegel-Effekt, den ich bereits hier bemängelt habe, ist mir geblieben. Und daran kann ich mich nicht gewöhnen, auch wenn das iPad da in schlechter Gesellschaft mit anderen Tablet PCs ist. Gibt es denn keinen Hersteller, der ein Non-Glare-Touch-Display für diese Teile herstellen kann?

Dass ich das iPad (wie andere Tablet PCs) im Sonnenlicht nicht verwenden kann, finde ich ebenfalls extrem nervig – und führt mitunter zu surrealen Situationen. Als ich diesen Sommer in Weimar mit Jacke über dem Kopf rumlief, um das iPad halbwegs ablesen zu können, wollten Passanten schon die Jungs mit den weißen Kitteln rufen, um den Irren auf der Straße einzufangen. Erst als die das iPad, welches ich zur Navigation benutzte, bemerkten, entspannte sich die Situation und ich erntete nur noch mitleidige Blicke.

PS: “Jacke über den Kopf, um iPad in der Sonne ablesen zu können” sollte ich mir vielleicht gleich als Geschmacksmuster eintragen lassen – nicht dass ich irgendwann auf der Anklagebank lande, weil ich in dem Aufzug ein Apple-Patent verletzt habe. Deren Rechtsabteilung macht ja scheinbar vor nix mehr halt und klagt sogar gegen iPhone-Hüllen. Aber mit der Veröffentlichung hier im Blog ist “Jacke überm Kopf mit iPad” vielleicht zukünftig “prior art” ;- ).

2. Kein direktes Löschen von Dateien

Nervig ist auch der Ansatz von iOS, den Benutzer an allen Stellen zu bevormunden. Kopiere ich eine Fotodatei oder ähnliches über iTunes auf’s iPad, lässt sich diese Datei nicht auf dem iPad löschen. Vielmehr muss ich iTunes erneut anwerfen, um die Datei zu entfernen.


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3. Kein Dateitransfer auf USB-Medien oder per Bluetooth

Dass das iPad keinen USB-Anschluss hat und auch sonst ganz schön kastriert daherkommt, war mir beim Kauf schon klar. Was aber nervt: Da habe ich einen Dock-zu-USB-Adapter samt SD-Kartenleser, über den ich wunderbar auf meine Fotodateien, die auf der SD-Karte gespeichert sind, zugreifen kann. Ich kann auch einen USB-Stick entsprechend präparieren, um dort abgelegte Fotodateien im Fotoprogramm anzusehen und auf’s iPad zu speichern.

Was aber um’s verrecken nicht geht: Dateien vom iPad auf einen am Adapter angeschlossenen USB-Stick oder auf die SD-Karte zu kopieren. Auch der Bluetooth-Transfer mit Windows 7 klappt, mangels Treiberunterstützung seitens Apple, nicht. Das Gerät wird zwar erkannt, aber Bluetooth-Profile zum OBEX-Dateitransfer werden nicht unterstützt. Was jedes popelige Android-Gerät kann, geht beim iPad nicht. Ich muss das iPad per USB an einen Windows-Rechner hängen und kann entweder auf den (Foto-)Speicher des iPad (als Wechseldatenträger) zugreifen. Oder ich muss iTunes anwerfen, um die Inhalte des iPad per USB-Synchronisierung zu ergänzen bzw. zu bereinigen. [Jailbreaks zur Überwindung dieser Beschränkungen bleiben mal außen vor.]

4. Steinzeitlösung: Silo-Filesystem

Was mich regelmäßig auf die Palme bringt, ist das unsägliche Dateisystem-Konzept dass Apple unter iOS implementiert hat. Eine Anwendung kann nur auf die eigenen Dateien zugreifen. Lade ich mir also mit einer WiFi-Filetransfer-App Fotos oder Dateien über WLAN auf’s iPad, komme ich mit anderen Apps nicht an diese Dateien. Außer, die betreffenden Apps können sich untereinander verständigen und ich muss App A bitten, doch bitte App B aufzurufen und die gerade geladene Datei an diese App weiterzureichen. Da der Dateiaustausch per USB-Stick auch gesperrt ist, bleibt nur iTunes anwerfen und Apps umkopieren als Notnagel übrig. Oder ich müsste mit einem Online-Drive a la Dropbox werkeln – bei den häufiger aufgebauten GPRS-Datenverbindungen geht da “die Luzie richtig ab”. Ja geht’s noch?

5. Update-Orgien und –prozeduren wie im letzten Kartoffelkrieg

Einerseits ist es ja schön, dass Apple seine Anwender durch Updates regelmäßig an Verbesserungen teilhaben lässt. So ist iOS mittlerweile nach 2 Jahren in etwas da, wo es eigentlich zum Start des iPad 1 hätte sein müssen. Multitasking und einige andere Funktionen wurden ja erst nach dem iPad-Start nachgerüstet.

Dass die beiliegende Bedienungsanleitungskarte bereits beim Einschalten (durch werksseitige Updates) veraltet war, nehme ich als Randnotiz zur Kenntnis. Dass kein Online-Handbuch bei Updates mitgeladen wird – ist geschenkt. Was aber stört: Kaum ist ein Update draußen, kommt das Update vom Update, um durch ein weiteres Update ersetzt zu werden. “Feldtest” nennt man das – glaube ich zumindest.

Na ja, der obige Punkt nervte mich nicht so wirklich, weil ich seit dem ersten Einschalten des iPad bis vor kurzen kein iOS-Update durchgeführt hatte. Denn kaum hatte ich von einem Update erfahren, begann ich zu recherchieren, was für neue Funktionen möglich seien, ob ein eventuell ins Auge zu fassender Jail Break damit unmöglich würde etc. Wenn ich dann mit der Recherche fertig war, kam die Meldung, dass ein neues Update veröffentlicht worden sei. Und so kam es, dass ich lange, lange, lange mit iOS 3.x gewerkelt habe und erst die Tage auf iOS 5.0.1 umgestiegen bin.

Was aber wirklich nervt – die archaische Art, wie Apple Updates handhabt. Weil einige Apps iOS 5 voraussetzten, habe ich mich zum Update entschlossen. Also iTunes (in einer virtuellen Maschine) installiert und dann den Download gestartet. Sollte 2 Stunden dauern, wurden aber über 4 draus – weil der Download durch einen aktivierten Energiesparmodus unterbrochen wurde. Also durfte ich den Download ein zweites Mal durchführen (Download-Manager scheinen bei Apple unbekannt). Und dann dauerte es nochmals geschätzt 4 Stunden, bis ich vor lauter Synchronisieren zwischen iPad und iTunes die Daten gesichert und das iPad aus dem Wartungsmodus in den aktualisierten Zustand verbracht hatte. Zwischendurch habe ich nach allerlei Fehlermeldungen recherchiert, um beim nächsten Reboot festzustellen, dass sich das Problem in Wohlgefallen aufgelöst, dafür aber ein neuer Fehler aufgetaucht war. Bin ja mal gespannt, ob Over The Air-Update irgendwann funktioniert – beim bisherigen Ansatz kann ich den Code auch gleich manuell in den “Speicher meißeln”. Und dass ich bei dieser Aktion meinen iBooks-Inhalt erneut verloren habe, macht die Sache auch nicht besser.

6. Die Zwangsbindung an iTunes

Was ein Schwachsinn: Um ein iPad in Betrieb nehmen, Daten austauschen und iOS updaten zu können, muss ich iTunes samt dem unseligen Bonjour als Software auf einem Rechner unter Windows oder Mac OS X installieren. Einmal und nie wieder – hat ein paar Wochen halbwegs leidlich unter Windows 7 funktioniert, mir aber vieles versaut. Als ich das nächste Mal ein Windows-Backup eingespielt habe, ist iTunes vom Rechner geflogen (und das iPad lag die meiste Zeit kaum benutzt rum). Jetzt habe ich iTunes in einer virtuellen Maschine unter Windows installiert, um gelegentlich Updates einzuspielen oder Daten zu synchronisieren.

7. Apps nach wie vor für iPhone

I’m not amused: Da lädt man sich eine App herunter, um durch ein “briefmarken-großes” App-Fenster begrüßt zu werden. Offenbar lungern immer noch viele Apps im iTunes-Store herum, die mal für das iPhone geschrieben wurden. Entsprechend krude ist dann die Benutzeroberfläche. Eigentlich will ich 2 Jahre nach dem iPad-Start nicht mehr mit Notnägeln abgespeist werden, sondern für das Gerät entwickelte Apps einsetzen können. Dass bei Apps unterschiedliche Preismodelle für iPad und iPhone gelten, ist auch nicht unbedingt hip.

8. Benutzeroberfläche a la gusto

Nicht gewöhnen kann ich mich an die grenzenlosen Freiheiten, die App-Entwickler bezüglich der Benutzeroberfläche bekommen. Gut, Microsoft schickt sich mit der Metro-Oberfläche ebenfalls an, diesen Fehler zu machen – und auch Android kommt kryptisch daher. Aber als Anwender möchte ich nicht ständig durch das Betriebssystem überrascht werden, dass da “noch ein Befehl” existiert, den ich durch tippen, länger gedrückt halten, tappen mit zwei, drei oder mehr Fingern oder durch Wischen, Kreiseln oder was auch immer hervorrufen kann. Die wichtigsten Bedienmöglichkeiten habe ich zwar nach 1 Jahr intus – aber ich finde es keinesfalls spannend, bei jeder Aufgabe experimentell herausfinden zu müssen, ob bestimmte Befehle bei einer App nun vorhanden und wie diese abrufbar sind.

9. Keine Peripherie

Spielt zwar ein wenig in Punkt 3, aber geht noch weiter. Wenn ich drucken oder Dateien speichern will, muss ich auf die Infrastruktur von ausgewachsenen Rechnern oder auf speziell für das iPad angepasste WLAN fähige Drucker oder Festplatten zurückgreifen. Mal schnell was per USB-Kabel anschließen und machen – ist nicht. Der Artikel zum Drucken vom iPad in meinem Blog ist immer noch einer der meist abgerufenen. Und gerade habe ich festgestellt, dass nach dem iOS-Update offenbar nix mehr geht. Also fange ich wieder an zu recherchieren, zu experimentieren und zu testen, warum es nicht geht und wie es gehen könnte. Nein, das macht keinen wirklichen Spass, zumal ich bei Windows 8 oder Android sehe, wie einfach es sein könnte.

10: Ein nicht wechselbarer Akku

Das ist der Punkt, wo ich extrem frustriert bin. Ihr bei Apple erklärt zwar, dass das im Sinne des Kunden sei und bietet großzügig den Austausch des Geräts zum Freundschaftspreis von etwas mehr als 100 Ocken an. Aber momentan werden zig Millionen Exemplare an Wegwerfelektronik mit dem Markennamen iPad produziert, die in 3 bis 4 Jahren auf den Elektro-Schrott-Halden in Dritte-Welt-Ländern landen, weil die Akkus gestorben sind – und die Besitzer die 100 Euro zum Akku-Tausch als nicht mehr lohnend sehen. Ich habe diese Umweltsauerei hier thematisiert.

Weitere Punkte spare ich mir, weil es nur noch in einen Rand ausarten würde und die ersten 10 Punkte mir die Stimmung beim Schreiben wieder extrem versaut haben. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Liebes iPad, ich habe mich ja die letzten 365 Tage wirklich bemüht, dass wir Freunde werden – denn manches kannst Du ja richtig gut. Aber so wird das auch zukünftig nix mit uns beiden. Na gut, ist ja bald Weihnachten, ich gebe dir 2012 daher noch mal eine Chance, ein paar Kritikpunkte auszuräumen …

Ähnliche Artikel:
a) Das iPad: Meine Kollision mit der Apple-Galaxie
b) Das iPad und die Generation 50Plus?
c) iPad: Sinnvoll für den Business-Einsatz?

Links
1: 10 things I hated about the iPad in 2010 …


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2 Kommentare zu 10 Dinge, die mich am iPad nerven …

  1. dri sagt:

    Sicher ist das iPad nicht perfekt, trotzdem sind wirkliche Alternativen noch nicht wirklich auf dem Markt (vor allem wenn man sein Geld nicht in ein Gerät stecken möchte, was im nächsten halben Jahr schon vom Hersteller nicht mehr unterstützt wird, wie es bei den meisten Androidgeräten der Fall ist).

    Ein Großteil dessen, was bei Ihnen als Kritikpunkt erscheint macht wahrscheinlich gerade den Erfolg des iPad aus. Das es nicht alle Nutzungsszenarien erfüllen kann ist nur natürlich. Und wenn ich mir ihre Nutzungsszenarien anschaue, dann kommt sowieso nur ein Tablet-PC mit vollwertigem Windows in Frage, den es schon seit über 10 Jahren gibt. Aber das ist das, was die wenigsten wollen (sonst hätten die Teile in den letzten 10 Jahren ja schon wahnsinnig erfolg haben müssen.) Nicht jeder möchte einen schweren Klotz mit aktivem Lüfter und geringer Akkulaufzeit haben, nur um sein MS Office auf einem Tablett laufen zu haben. Ich werde daher mal auf die einzelnen Punkte in Ihrer Kritik eingehen und ein paar Gegenargumente einwerfen.

    1. Schminkspiegel:

    – matte LCD-Displays haben das gleiche Problem im Sonnenlicht, da hier nicht die Oberfläche entscheidend ist, sondern das Kontrastverhältnis des Bildschirms. Hier sind im Moment die eInk-Displays konkurrenzlos
    – auch matte Displays haben ein Problem mit reflektiertem Licht, es wird eben nur nicht direkt, sondern diffus reflektiert. Ich hatte jahrelang ein mattes Display über dem schräg hinter mir eine Leuchtstoffröhre hing. Das halbe Display war ein einziger Lichtbrei, der selbst durch Änderung des Winkels nicht verschwand. Erst ein glänzender Bildschirm brachte Abhilfe, da eine leichte Änderung des Bildschirmwinkels die Reflexion verhinderte.
    – auf einer glatten Oberfläche rutscht der Finger viel besser :o)

    2. Kein direktes Löschen von Dateien

    – ja, das ist blöd. Das wird sich aber wahrscheinlich durch die iCloud verbessern, da hier in 2 Richtungen synchronisiert wird
    – Programme, die Dropbox zur Datenspeicherung verwenden, ermöglichen meist das Löschen einzelner Dateien

    3. Kein Dateitransfer auf USB-Medien oder per Bluetooth

    – jupp, das wäre auch schön, hängt aber wahrscheinlich mit 4. zusammen

    4. Silo-Dateisystem

    das Silo-Dateisystem ist wahrscheinlich einer der größten Gründe für den Erfolg des iPad. Es ist so einfach, dass jeder es versteht. Und es kommt der Philosophie der meisten Apps entgegen, die sich meist auf eine spezielle Aufgabe fokussieren und für diese Aufgabe auch die jeweiligen Daten verwalten. Das System befriedigt wahrscheinlich 90 % aller Anwender (das ist ernst gemeint, die viele iPad-Besitzer die ich kenne installieren nicht mal zusätzlicher Software, da ihnen die Standardausstattung – Internet, Mail, Notizen, Musik, Medien, iBooks – völlig ausreicht). Jetzt für die übrigen 10 % ein komplexeres Dateisystem einzuführen, würde wahrscheinlich den Markterfolg des Gerätes deutlich verringern.

    Wie schon gesagt, USB wäre schön, aber so lange die Apps einander die Daten weiterleiten können, reicht das für die meisten aus.

    5. Update-Orgien und –prozeduren wie im letzten Kartoffelkrieg

    Aber wenigstens darfst du dein System updaten.

    Frag mal die Besitzer eines Galaxy Tabs. Das kann man aktuell noch von Samsung kaufen, es wird aber nie ICS von Samsung verpasst bekommen. Warum soll man über 600 Euro für ein Gerät ausgeben, welches nicht mal eine aktuelle Version des OS laufen lassen kann. Da wahrscheinlich ein Großteil der neuen Tablet-Software an ICS angepasst wird, ist man auch von der Anwendungsseite schnell aus dem Rennen. Das gilt übrigens für fast alle Android-Geräte.

    Dann lieber Apples Kartoffelkrieg.

    6. Die Zwangsbindung an iTunes

    Jupp, iTunes unter Win ist bäääähhh. Auf dem Apfel läuft es eigentlich problemlos und durch die iCloud hat sich die Abhängigkeit von iTunes gewaltig reduziert. Für die Synchronisierung von Musik finde ich iTunes weiterhin die ideale Lösung (ich habe nie verstanden, warum Leute ihre Musikbibliothek als Ordner mounten wollen und die Daten im Explorer per Hand hin und her schaufeln möchten)

    Wenns um Kalender, Mail und Adressen geht, kann man auch eine Exchange-Server zum Synchronisieren verwenden und iTunes so auch teilweise umgehen. Viele Anwendungen nutzen auch Dropbox zur Synchronisation.

    7. Apps nach wie vor für iPhone

    ok, das ist aber aus der Beschreibung der Programme ersichtlich, ob es sich um ein iPhone oder ein iPad-optimiertes-Programm handelt. Und für ein Gerät, welches noch nicht einmal zwei Jahre existiert ist das Angebot an guter und angepasster Software geradezu riesig.

    8. Benutzeroberfläche a la gusto

    Ich finde eher das Gegenteil ist der Fall. Das iPad bietet eine einfach aufgebaute, konsistente Arbeitsfläche und ermöglicht einen einfachen Einstieg in eine Anwendung. Mit der stärkeren Nutzung eines Programms lernt man nach und nach die Feinheiten der Software kennen. Für die meisten Leute reichen meist die Grundfunktionen aus und alle, die tiefer in die Software einsteigen wollen, haben dennoch die Möglichkeit dazu.

    Das schlimmste was passieren kann, ist sich die Angewohnheit von Linux- oder Windows-Programmen des letzen Jahrzehnts einzuverleiben, den Bildschirm mit 100 Schaltflächen, Knöpfen und blinkenden Tooltips zu überfrachten. Dann weiss man zwar, was das Programm erst mal kann, macht es aber gleich wieder zu, weil man von diesem Anblick überfordert ist.

    9. Keine Peripherie

    Windows 8 als Vergleich zählt nicht, da man derzeit kein Windows 8 -Tablet kaufen kann (und alle Tablets, auf denen ich Win 8 gesehen habe waren schwer, hatten wieder einen Pustelüfter und eine miese Akkulaufzeit……).

    Bei Android hat man das gleiche Problem wie bei iOS, man muss hoffen, dass der jeweilige Drucker unterstützt wird.

    Auf seinem Mac kann man mit dem AirPrint Activator seine Desktopdrucker einfach freigeben und diese über AirPrint mit dem iPad nutzen. Wäre schön, wenn Apple diese Funktion unter Windows und auch ohne Zusatzsoftware unter OS X wieder aktivieren würde.

    10: Ein nicht wechselbarer Akku

    Dazu hatte ich ja schon in dem anderen Beitrag etwas geschrieben. Da Apples Kombination aus gutem Akku und noch besserer Laderegelung zu sehr hohen Lebenserwartungen führt, sehe ich das als kein großes Problem. Bei mir ist ein iPod touch der ersten Generation im seit 4 Jahren im täglichen Einsatz und ich habe es bisher noch nicht nötig gefunden, den Akku zu wechseln. (ähnliche Erfahrungen hatte ich wie schon geschrieben bisher mit allen Akkus in Apple-Geräten, wie z.B. den MacBooks/iBooks).

    An ihrer Stelle würde ich das iPad verkaufen (der Gebrauchtmarkt sieht gar nicht mal so schlecht aus) und den Samsung Slate PC kaufen. Der erfüllt alle ihre Anforderungen (bis auf das Display), kostet dafür dann aber auch 1000 Euro mehr. Dafür hat man dann (den ersten Reviews zufolge) eine Akkulaufzeit von 3 1/2 Stunden.

    Durch das Lesen ihres Blogs glaube ich, das sie eher in die Kategorie des Bastlers (ist nicht negativ gemeint) im Computerbereich gehören. 95 % aller Menschen aber nicht. Für die meisten sind die Beschränkungen des iPads daher keiner Beschränkungen sondern dienen der Reduktion von Komplexität.

    Senioren (und nicht nur die), die nie einen Rechner benutzt haben, werden sicher nur schwer in der Lage sein, ein iPad einzurichten (unmöglich ist es aber nicht). Legt man ihnen aber ein fertig eingerichtetes iPad hin und erklärt ihnen die Grundprinzipien, werden sie mit dem System besser klar kommen, als mit jedem anderen auf dem Markt verfügbaren Android- oder Windows-System. Und das ist es, was den Erfolg des iPad ausmacht.

    Und dennoch passt das Gerät nicht zu jedem und man sollte sich zu auch nicht versuchen dazu zu zwingen das Gerät dennoch unbedingt mögen zu müssen :o) Ich habe volles Verständnis für deine Liste und teile auch einen Großteil deiner Einwände. Aber wie schon geschrieben, ist es gerade die Reduktion, die das iPad so erfolgreich gemacht hat.

    • Günter Born sagt:

      @dri: Danke für den umfangreichen und nachvollziehbaren Kommentar. Ich sitze momentan an einem 7″ Androiden mit GPRS-Verbindung. Da kommentiert es sich schlecht -ich antworte aber noch ein paar Zeilen.

      Nachtrag: Zum Thema Display habe ich ja ausgeführt, dass dies bei allen Tablet PCs immanent ist und dass das Kontrastverhältnis die Ablesbarkeit beeinflusst, ist mir auch klar. Bzgl. Spiegeln: Da warte ich einfach auf Lösungen der Industrie – denn die aktuellen Geräte erfüllen alle nicht die Anforderungen der Bildschirmarbeitsplatzverordnung (dürften also nach diesen Maßstäben nicht im beruflichen Umfeld eingesetzt werden).

      Bezüglich Updates und Android bin ich voll bei dir – ist ein Trauerspiel! Wird sich auch nicht ändern, da bei Android jeder Hersteller die Pflege übernimmt und dann die Kunden im Regen stehen lässt. Da ist die Update-Politik von Apple mustergültig. Trotzdem wünsche ich mir als Anwender Verbesserungen beim Update-Handling (das ist eine Technikfrage).

      Zum Thema “Silodateisystem”, USB-Stick etc. – das ist der Punkt, der mich persönlich am meisten frustriert, da dies durch Apple so designed wurde und mich als Benutzer gängelt.

      PS: Frage meinerseits – bei einigen Versuchen ist mir aufgefallen, dass der Dock-Connector extrem langsam bei der Datenübertragung ist (zumindest im Vergleich mit einer USB 1.1/2.0-Schnittstelle). Lässt sich das bestätigen, oder ist bei meinem iPad was kaputt?

      Ich habe es einem Benutzer heute per Mail geantwortet: Einfach als Gedankenspiel…
      … ein iPad 4 mit microUSB-Buchse statt des unseligen Docks, in iOS eine Funktion vorsehen, um im internen Speicher so etwas wie “gemeinsam benutzte Dateien” (Fotos, Dokumente, Musik, Videos) aus allen Apps lesen und speichern zu können, dann noch einen funktionierenden Windows 7-Bluetooth-Treiber für OBEX Filetransfer. Schon wäre das iPad ein ganz großes Stück besser. Und wenn dann noch ein microSD-Kartenleser sowie ein aktivier USB-Port dazu käme, wäre es schon Luxus. Wird es aber von Apple nicht geben, weil es nicht in den eigenen Kram passt.

      Bezüglich Akkus: Das beziehe ich nicht alleine auf das iPad, sondern die Entwicklung greift auf immer mehr Smartphones sowie Tablets. Kann in Zeiten, in denen Ressourcen zu Ende gehen, einfach nicht sein.

      Zur Benutzeroberfläche: iOS macht es besser als Android – und bei Windows 8 sehe ich ähnliche Fehler. Das soll aber nicht heißen, dass es keine Kritikpunkte gibt. Unbedarfte Benutzer werden da ziemlich gefordert – aus Bedienersicht ist ziemlich suboptimal, wenn eine Bedienleiste erst eingeblendet wird, wenn ich auf den Bildschirm tippe. Und dass längeres berühren einer Bildschirmstelle plötzlich ein Menü mit anderen Befehlen anzeigt, finde ich auch nicht optimal. So lassen sich weitere Punkte finden, wo man die GUI imho hätte besser gestalten können. Aber vielleicht bin ich da zu anspruchsvoll/kritisch.

      Ansonsten soll das Blog (zumindest in diesen Artikeln) auch ein wenig überspitzt zeichnen, um Diskussionen und Nachdenken anzuregen. Nur so kommen wir vom Einheitstrott weg, so das bessere Lösungen erstehen können.

      Zu “iPad verkaufen”: Dann hätte ich ja keine Möglichkeit mehr, hier über das Teil “vom Leder weg zu ziehen” – und so schlecht ist es ja auch nicht. Zudem ist meine Erkenntnis: Nur mit einem iPad in Händen kann ich frickeln und experimentieren und mit anderen Betriebssystemen vergleiichen. Wenn ich dann gar nicht mehr mag: Sohnemann und Nichten sind dankbare Abnehmer …

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