Wechselmedien: “Anwendung nicht gefunden”

Gelegentlich gibt es erhebliche Probleme beim Zugriff auf Wechselmedien unter Windows. Der Wechseldatenträger wird nicht angezeigt, das Medium erscheint als RAW-Format oder die Anwender erhalten beim Versuch eines Zugriffs auf ein Wechselmedium (CD/DVD, USB-Stick, Speicherkarte) die Fehlermeldung “Anwendung nicht gefunden” (bzw. “Application Not Found”) [3]. Auch die Meldung “Element nicht gefunden” (bzw. “Element not found”) kann auftreten. Obwohl es unterschiedliche Ursachen gibt und ich keine endgültige Lösung habe, möchte ich das Thema nachfolgend etwas aufarbeiten.


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Auf das Problem wurde ich beim Testen des i-FlashDrive – während das Gadget auf einem Windows 7-Rechner und in virtuellen Maschinen problemlos funktionierte, tat es auf einem Netbook und auf einem Produktivsystem immer nur einmal bei der allerersten Inbetriebnahme.

Wurde der i-FlashDrive ausgeworfen und wieder mit dem Rechner verbunden, klappte der Zugriff nicht mehr. Das i-FlashDrive-Laufwerk wurde nicht angezeigt, oder das Ordnerfenster mit der Anzeige war leer. Beim Zugriff auf das Laufwerk kam statt eines Ordnerfensters die Meldung “Anwendung nicht gefunden”. Versuchte ich, auf das “leere” Medium einen Ordner anzulegen, erscheint gelegentlich auch das Dialogfeld mit der Meldung “Element nicht gefunden”.

Die typischen Ansätze, wie Lower- und UpperFilter entfernen [5, c] konnte ich ausschließen, da keine entsprechenden Einträge in der Registrierung vorhanden waren bzw. die dort adressierten Geräte ja funktionierten. Also hieß es, weitere Diagnoseschritte durchlaufen.

Fehlt der Laufwerksbuchstabe

Als der Fehler erstmals auftrat und ich das Wechseldatenträger-Laufwerk nicht im Ordnerfenster Computer sah, war als erstes eine Kontrolle angesagt, ob eventuell ein Laufwerksbuchstabe fehlt oder falsch zugeordnet ist. Ich habe unter [a] ein paar Hinweise gegeben, wie Probleme diagnostiziert werden können – die Kontrolle der Laufwerksbuchstaben gehört dazu.

Hierzu reicht es, im Suchfeld des Startmenüs Computer einzutippen und dann den Befehl Computerverwaltung über den Kontextmenübefehl Als Administrator ausführen aufzurufen. Im Zweig Datenträgerverwaltung werden die betreffenden Medien in der rechten unteren Ecke aufgelistet.


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In obiger Abbildung ist aber zu sehen, dass der Datenträger einen Laufwerksbuchstaben aufweist. Und in anderen Fällen tauchte der Wechseldatenträger erst gar nicht in der Datenträgerverwaltung auf.

Kontrolle der Wechseldatenträger

Als der Fehler erstmals auftrat und ich das Wechseldatenträger-Laufwerk nicht im Ordnerfenster Computer sah (und die Datenträgerverwaltung auch nichts brachte), kontrollierte ich den Ordner “Geräte und Drucker”. Dort werden erkannte Wechseldatenträger wohl aufgeführt.

Im obigen Screenshot war das Gerät als USB Mass Storage Device aufgeführt. Manchmal war ein gelbes Dreieck mit schwarzem Ausrufezeichen zu sehen. Klickt man das Symbol mit der rechten Maustaste an, kann man Windows über den Kontextmenübefehl Problembehandlung anweisen, den Fehler zu beheben.

Über den Kontextmenübefehl Dateien durchsuchen/Wechseldatenträger O: konnte ich sogar ein Ordnerfenster öffnen. Dieses war aber leer und zeigte beim Schreibzugriff auf das Medium den obigen Fehler “Element nicht gefunden” an. In anderen Fällen kam “Programm nicht gefunden”.

Kontrolle der Gerätetreiber und -parameter

Nach diesen Kurzchecks habe ich damit begonnen, die Gerätetreiber und –parameter per Geräte-Manager zu kontrollieren. Eine Möglichkeit besteht darin, unter Geräte und Drucker das betreffende Symbol mit der rechten Maustaste anzuklicken und den Kontextmenübefehl Eigenschaften zu wählen.

Alternativ besteht die Möglichkeit, den Geräte-Manager (z. B. über das Suchfeld des Startmenüs) aufzurufen. Um aber auch auf nicht angeschlossene Geräte zugreifen und diese einsehen und deinstallieren zu können, habe ich mich aber der in [b] skizzierten Methoden zum Aufruf des Geräte-Managers per .bat-Datei bedient.

Als erstes fiel mir auf, dass ein Eintrag in Tragbares Gerät mit dem Warnhinweis versehen war. Zudem tauchten mehrere Phantom-Laufwerke mit gleichem Buchstaben für nicht angeschlossene Geräte auf. Bei der Analyse fand ich dann in verschiedenen Testdurchläufen noch das gelbe Ausrufezeichen im Zweig USB-Controller bei Hubs und beim WPD-Dateisystem-Volumen-Treiber. Zu letzterem findet sich unter [6] ein Beitrag. Die dort genannten Ratschläge, wie Chipsatztreiber aktualisieren oder Laufwerksbuchstaben zuordnen, trafen bei mir nicht zu bzw. halfen nicht.

Auch der Beitrag unter [7] brachte mich selbst nicht weiter – erklärte aber, dass WPD für Windows Portable Device steht. Zudem bietet die unter [7b] verlinkte Website einen FixIt, der eventuelle Probleme behebt. Das FixIt konnte aber unter Windows 7 nicht ausgeführt werden, da die RunAs-Methode nicht unterstützt wird. Trotzdem konnte das i-FlashDrive nach dem Abziehen und wieder Anstöpseln einmalig in Betrieb genommen werden. Danach trat der gleiche Fehler wieder auf. Die Forendiskussion unter [8] mit der skizzierten Lösung, die shell32.exe neu zu registrieren, traf bei mir nicht zu, da alle anderen Geräte ja funktionierten.

Treiberanalyse und –bereinigung

Klickt man unter Geräte und Drucker das Symbol des Laufwerks mit der rechten Maustaste an und wählt den Kontextmenübefehl Eigenschaften, gelangt man zum folgenden Eigenschaftenfenster des USB Mass Storage Device. Dort sind alle Geräte auf der Registerkarte Hardware aufgelistet.

Über die Schaltfläche Eigenschaften lässt sich auf die Treibereigenschaften des gewählten Treibers zugreifen. Die Eigenschaftenseite ermöglicht auf der Registerkarte Allgemein den Fehlercode einzusehen.

Auf der Seite Treiber kann der Treiber deinstalliert werden (hierzu muss ggf. die Schaltfläche Einstellungen ändern auf der Registerkarte Allgemein angewählt werden). Zudem lassen sich über eine separate Schaltfläche die Treiberdetails einsehen.

Da es sich weitgehend um Microsoft-Treiber handelte, habe dann angefangen, alle USB-Treiber auf den betreffenden Maschinen zu entfernen. Hierzu lässt sich der Geräte-Manager einsetzen. Effizienter geht es, indem Sie z. B. das Tool USBDeview von www.nirsoft.net einsetzen.

Diese wird einmal über Als Administrator ausführen gestartet und ermöglicht es, mehrere USB-Gerätetreiber zu markieren und dann per Kontextmenü zu deinstallieren.

Im konkreten Fall haben ich alle Phantom-Laufwerke und die USB-Treiber für Android ADB, für einen UMTS-Stick, für VMware und weitere Geräte entfernt. Beim nächsten Neustart werden Wechseldatenträger und Speicherkartenleser automatisch neu installiert. Auf meinem Netbook war der i-FlashDrive dann problemlos mehrmals ein- und ausstöpselbar. Nur auf dem Produktiv-System klappte es weiterhin nicht.

Nach weiteren Tests konnte ich das Problem so weit festmachen, dass es wohl eindeutig an dem beim i-FlashDrive installierten Treiber SD0 Removable Disk Card Driver liegt. Deinstalliere ich die in obigem Eigenschaftenfenster gezeigten WPD-, USB- und SDO-Treiber, lässt sich der Stick nach dem nächsten Anstöpseln wieder genau einmal problemlos in Betrieb nehmen.

Ich habe das Problem jetzt mal an die Entwickler gemeldet – aber wie so oft, bin ich der “Einzige” weit und breit, bei dem der Fehler auftritt. Ich bekomme jetzt noch einen Austausch i-FlashDrive, um einen Hardwarefehler auszuschließen. Ich bin aber skeptisch, dass es daran liegt, denn auf der gleichen Maschine kann ich mit einer anderen Windows 7 32-Bit-Installation den Stick problemlos verwenden. Unter Windows 8 läuft es auch.

So richtig befriedigend ist die bisherige Erkenntnislage zwar nicht. Ich tippe von daher, dass vielleicht die virtuellen USB-Treiber von VMware Workstation und Virtualbox – die auf beiden Systemen, auf denen ich das Problem nicht in den Griff bekomme, installiert sind – vielleicht die Ursache sind. Zum Neu-Aufsetzen des Systems habe ich keine Lust, zumal ich nun weiß, wie ich den nicht mehr funktionierenden SDO Card-Treiber deinstallieren kann. Sollte sich noch eine neue Erkenntnis ergeben, trage ich diese hier nach.

Update: Zwischenzeitlich gibt es neue Erkenntnisse. Es scheint wohl einen Konflikt zwischen dem virtuellen USB-Treiber von VMware und dem SD0 Card-Treiber des i-FlashDisk zu geben. Nachdem dies fest steht, können die Entwickler in Taiwan sich mit der Thematik befassen und vielleicht eine Lösung entwickeln.

Ähnliche Artikel:
a: USB-Festplatte wird nicht erkannt
b: Ausgeblendete Geräte im Geräte-Manager
c: CD-/DVD-Laufwerk verschwunden

Links:
1: USB-Troubleshooting (Uwe Sieber)
2: WPD Volume Driver Controler Error 10
3: Diskussion bei go-windows.de
4: Kein Zugriff auf USB-Stick
5: Laufwerk/Anwendung nicht gefunden
6: Ausrufezeichen im Microsoft WPD-Dateisystem-Volumen-Treiber
7: WPD Volume Driver Controler error code: (Code 10)
7a: Microsoft KB-Beitrag zum Fehlercode 10
7b: Vorübergehende Deaktivierung des Kernelmodus-Filtertreibers
8:Forendiskussion mit einer möglichen Lösung


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Weitere Infos zu Windows 7 finden sich in meinen Windows 7-Titeln


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3 Antworten zu Wechselmedien: “Anwendung nicht gefunden”


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  2. Günter Born sagt:

    Das Problem kann auch noch an fehlenden AutoPlay-Einträgen oder gelöschten Programmen, die irgendwo in der Shell eingetragen sind, liegen. Siehe auch die folgenden Fundstellen im Web. Bei [2] wäre ich bei dem “Programm zum Reparieren” aber sehr zurückhaltend – hab’s nie probiert.

    1: http://www.drwindows.de/windows-vista-allgemein/4595-anwendung-nicht-gefunden.html
    2: http://forum.chip.de/windows-vista/anwendung-gefunden-windows-vista-959399.html
    3:
    4: http://www.windows-7-forum.net/windows-7-allgemeines/12681-laufwerk-anwendung-gefunden.html
    3:

  3. Funny sagt:

    Ich konnte gerade den geleichen Fehler auf meinem PC nachvollziehen. Ich tippe auch auf VMware, da ich letzens eine Fehlerhafte deinstalltion von der Software hatte.

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  5. Anja sagt:

    Habe das selbe Problem. Einmal den Cardreader benutzt und seitdem nur Probleme. Habe die Anweisungen befolgt und hoffe nun das es funktioniert!

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