Neuer iPad: Inside out …

Das neue iPad ist ja erst seit Freitag im Handel, manche Enthusiasten haben sogar die Nacht vor Apple-Läden kampiert, um ein Exemplar zu ergattern. Denn Online-Käufer müssen wohl Wochen auf ihr Exemplar warten. Ist das alles wirklich gerechtfertigt und was steckt im neuen iPad?


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Es ist schon erstaunlich, wie fix es gehen kann. Einige Redaktionen haben wohl ein Vorab-Exemplar des neuen iPad ergattert und bereits einen Tag vor dem Verkauf mehr oder weniger oberflächliche Tests gebracht (Spiegel Online, heise.de, PC Welt, CNet).

So ganz kollateralschädenfrei geht es wohl nicht ab. So wird LTE in Deutschland wohl nicht unterstützt. Auch mit Apps gibt es wohl Probleme, da diese noch nicht auf die neue Auflösung abgestimmt sind.

Aber egal, für Frickler ist es viel interessanter, was im iPad verbaut ist. Die Cracks für der US-Plattform FixIt.com haben das neue iPad zerlegt und nachgeschaut, was im Gehäuse drin ist.


(Quelle: iFixIt.com)

Ziemlich wenig Teile, die das iPad ausmachen, wenn ihr mich fragt. CNet.com behauptet in diesem Artikel aber, dass das neue iPad mehr als die vorhergehenden Modelle kostet (ist nicht verwunderlich, ob der Komponenten), das Apple das aber locker wegstecke.

Interessanter ist die Demontageanleitung, die iFixIt.com unter [1] als Bilderstrecke veröffentlicht hat. Heißluftpistole, Spezialwerkzeug – Apple will nicht, dass Otto-Normal-User in das Teil reinschaut. Und damit wären wir bei meinem Lieblingsthema: Apple will auch nicht, dass Leute selbst reparieren oder Akkus wechseln.

Scheine ich aber nicht alleine so zu sehen. iFixIt.com hat gleich einen Beitrag THREE WAYS WE HOPED THE IPAD WOULD BE BETTER (BUT WASN’T) nachgeschoben, wo auf dieses Thema abgestellt wird. Kritisiert wird die schlechte Zugänglichkeit durch ein verklebtes Display, der Zwang, das LCD-Display auszubauen, um an Komponenten heranzukommen und – last but not least – auch die von mir mehrfach kritisierte Unmöglichkeit, das Akku leicht zu wechseln.

In den Kommentaren stellt ein niederländischer Benutzer auf seinen Artikel unter [2] ab, wo er auf das Problem der “Wegwerfelektronik” im allgemeinen eingeht. Kommt mir irgendwie bekannt vor – zum Leidwesen meiner Familie habe ich hier auch einen Fernseher mit einer kalten Lötstelle an der 220 Volt Spannungseinspeisung mehrfach durch Nachlöten reparieren können. Aber bei den neuen Geräten kommt man ja erst gar nicht ins Gehäuse – also wird quasi ab Werk Wegwerfelektronik produziert.


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Habe ich gerade auch wieder auf der CeBit erlebt, wo alle Ultrabooks in dieser Art gefertigt waren. Aufrüsten, Akku wechseln etc., ist da nicht mehr. Mal schauen, wie lange der Irrsinn noch funktioniert.

Links:
1: Fixit.com-Artikel zum iPad-Innenleben
2: Ubiquitous Planned Obsolescence in Consumer Electronics

Ähnliche Artikel:
a:  Wegwerfelektronik durch Akkutechnik – Umweltsauerei..
b: Mobilgeräteakkus und die Umwelt – Teil 2


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4 Antworten zu Neuer iPad: Inside out …

  1. MacJohn sagt:

    Nachdem ich im Mai 2010 ein iPad 1 in den USA erwerben konnte, hat es seit ein paar Tagen ein iPad 3 als Nachfolger bekommen. In diesen knapp zwei Jahren hat sich das elektronische Tablett ernorm weiterentwickelt.
    Inzwischen sind etliche Probleme aus der Anfangszeit gelöst. Selbst das Sychronisieren ist nicht mehr an einen anderen Rechner gebunden.
    Fazit nach zwei Jahren intensiven Gebrauchs als eBook-Reader, Internet-Surfbrett, Schreibmaschine, Zeitschriften- und Zeitungslesegerät und als Musikspieler: Mein bisheriges Notebook, ein Apple MacBook pro ist der letzte herkömmliche tragbare Rechner, den ich gekauft habe. Das radikal einfache Bedienkonzept des iPad, die sehr lange Akku-Laufzeit, die sofortige Einsatzbereitschaft und die hochgradige Mobilität mit der Möglichkeit, überall ins Intert gehen zu können, und nicht zueltzt die hochwertige Verarbeitung zeigen meiner Ansicht nach, wohin die Reise in der Computerei in den nächsten Jahren gehen wird.

    • Günter Born sagt:

      @MacJohn: Danke für die interessanten Einschätzungen.

      Mag sein, dass da ein Trend zu Tablets als Surfbrett und Musikabspieler vorhanden ist. Aber ich kann mich definitiv nicht vorstellen, meine Buchmanuskripte, meine Steuern, meine Buchhaltung und was sonst noch, auf einem Tablet PC zu erledigen. Ganz im Gegenteil: Eigene Erfahrung ist – ich sitze im Wohnzimmer und surfe mit dem iPad – juhu – aber kaum geht es daran, intensiver in Foren zu posten oder mal auf die Schnelle noch einen Blogartikel rauszuhauen, stürme ich die Treppe hoch ins Büro und hole mein Netbook. Da habe ich eine Tastatur und kann arbeiten. Und wenn ich ehrlich bin – irgendwie finde ich sogar das Surfen mit dem Netbook komfortabler, weil ich da Tastatur und Trackpad mit Maustasten habe.

      Aber vielleicht bin ich schon zu alt, um die neue Welle noch richtig mitmachen zu können.

  2. MacJohn sagt:

    Netbooks sind furchtbar. Klein, für Normalo-Hände unbrauchbar, genau so schlimm wie die internetfähigen „Smart“-Phones. Ich habe im vergangenen Jahr auf dem iPad das Manuskript für ein einen kompletten Reiseführer geschrieben und schreibe weiterhin Fachartikel, was der Job halt so fordert. Auf der „Tastatur“ des iPad. Okay, Layout und Vorstufe gehen nach wie vor nur auf dem großen Rechner, aber das geht auf dem Notebook auch nicht wirklich gut.
    Doch das ist vermutlich einen Frage der Gewöhnung.
    Was das iPad fordert, ist die totale Netzanbindung. Und das ist sicher nicht unproblematisch, vor allem für Internet-Beginner. Über Apples Closed-Shop-Politik kann man guten Gewissens heftig streiten. Aber ich würde mich niemals auf ein OS wie Android einlassen, das zwar nix kostet, aber in so vielen unvollkommen Versionen unterwegs ist. Mag besser werden, aber derzeit würde ich mir nie ein Arbeitsgerät zulegen, von dem ich nciht einmal weiß, ob es die nächste Aktualisierung des OS mitmachen kann.
    Nebenbei: dieser Text ist mit dem iPad auf der frühlungswarme Terrasse „rausgehauen“, weil ich keine Lust hatte, den Mac Pro oben im Büro wegen dieser Zeilen nochmal anzuschmeißen.
    Nix für ungut. Und: mit dem Alter hat das nix zu tun. Ich hab’ da zehn Jahre „Vorsprung“

    • Günter Born sagt:

      @MacJohn: Interessante Insights – danke für den Kommentar!

      Ich finde es erstaunlich, wie unterschiedlich doch die Einschätzungen und Vorlieben sind. Als jemand, der seit dem 16. Lebensjahr im 10 Finger-System blind schreibt, brauche ich einfach die Haptik einer normalen Tastatur. Netbook (Akoya Mini 1210) ist nicht ideal – aber geht mit seiner Tastatur gerade so, dass ich nicht zu viele Tippfehler habe. Beim iPad habe ich keine Chance. Ich lande bei der 2-Finger-Adler Suchmethode – und ich erinnere mich, dass ich zu Beginn meiner iPad-Zeit mal Passwörter „vereinfacht habe“, weil ich mich sonst beim iPad an bestimmten Websites nicht anmelden konnte (immer Anmeldefehler wg. falschem Kennworts). Das Android-Geraffel auf 3,5 Zoll Smartphones ist allerdings noch problematischer – da hast Du Recht.

      Zu den anderen Aussagen (auch Android-Versionen und Modellpflege) sowie Closed-Shop-Politik gehe ich konform.

      Dann noch ein schönes Wochenende auf der frühlingswarmen Terasse :-). Ich werde das Wochenende wohl mit einem Netbook und einem WeTab als Testplattform an einem Windows 8 CP-Titel weiter schreiben (Manuskript wird Montag aber auf einem Desktop-System mit richtiger Tastatur korrigiert ;-)

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