Kommt Windows To Go für Windows 8 Pro?

Im Verwirrung stiften, scheint Microsoft momentan ja richtig gut zu sein. Die betreiben zwar einige Blogs, in denen viele lange Texte landen – aber harte Facts gibt es oft nicht. Und dann die Klarstellungen von den Klarstellungen (wie bei der MPEG-2-Unterstützung und beim Windows Media Center). Scheint auch bei Windows To Go der Fall zu sein, was ich ausschließlich für Windows 8 Enterprise verortet hatte. Nun gibt es Indizien, dass Microsoft da was anderes plant.


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Bisher schien alles klar zu sein

Meine bisherige Information, dass Windows To Go nur in der Enterprise-Version von Windows 8 verfügbar ist, stammt aus aus dem Windows 8-Entwicklerblog. Hier hat Brandon Le Blanc im April die vier Windows-Versionen angekündigt (ich habe hier drüber gebloggt). Aus der Feature-Liste geht hervor, dass die über Einzellizenzen erwerbbaren Windows 8 SKUs kein Windows To Go enthalten.

Erst in diesem Blog-Beitrag nimmt Erwin Visser von Microsoft Stellung und gibt Hinweise, was die Enterprise-Edition von Windows 8 auszeichnet (ich habe es hier im Blog angesprochen). Dabei wird auch erstmals explizit Windows To Go erwähnt. Klingt alles auch ganz logisch, da bei Kunden mit Software Assurance-Vertrag das Lizenzierungsthema firmenweit erledigt ist.

Neue Informationen gefunden

Nun machte mich Blog-Leser Wolfgang B. auf eine andere Quelle aufmerksam, die das Ganze wieder relativiert. Auf dieser Webseite stellt Microsoft auch das Produkthandbuch zur Windows 8 Release Preview als PDF-Datei zum Download bereit. Hatte ich mir natürlich nicht heruntergeladen. Auf Seite 22 dieses Produkthandbuchs findet sich folgender Hinweis:

Windows To Go ist eine kostengünstige Lösung für alternative Arbeitsplatzszenarien. Unter den Windows 8 Professional- und Enterprise-Editionen können IT-Administratoren können die Benutzer mit einem kompatiblen USB-Stick ausstatten, welcher das firmeneigenen Windows-Image, Branchen-Apps, Einstellungen und Unternehmensdaten enthält. Außendienstmitarbeiter erhalten auf allen mit dem Windows 8- oder Windows 7-Logo zertifizierten Unternehmens- oder privaten PCs eine konsistente Benutzeroberfläche. Mit Windows To Go steht Windows 8 nach dem Start von dem USB-Stick auf einem Windows 8- oder Windows /-Logo zertifizierten Unternehmens- oder privaten PC mit vollem Funktionsumfang, konsistent sowie personalisiert bereit und ist dabei genauso sicher wie ein vollständig verwalteter PC.

Ups, die Sprachwahl und Fehler in der Satzstellung machen mich zwar schon stutzig – zweimal können im Satzbau und es gibt keine Windows 8 Professional-SKU – das Teil heißt Windows 8 Pro. Aber da steht implizit die Aussage, dass Windows To Go auch auf Windows 8 Pro verfügbar sein soll – und sogar privat genutzt werden darf. Die einzige Einschränkung: es müssen “firmeneigene Windows-Images” verwendet werden. 

Bleibt für mich hoch spannend, zu sehen, auf welchen Plattformen und unter welchen Lizenzierungsmodellen Windows To Go wirklich verteilt werden darf. Ob dies ausschließlich Enterprise SKUs betrifft, die nur mit einem Software Assurance-Vertrag erhältlich sind. Oder ob es doch Windows 8 Pro-SKUs sein dürfen, und ob diese aus dem Schlüsselkreis eines Software Assurance-Vertrags stammen müssen. Letztendlich dürfte das alles damit wohl Gegenstand von Spekulation werden (auf eine Klarstellung seitens Microsoft wird man – zumindest nach den bisherigen Erfahrungen – wohl noch lange warten dürfen). Dass Windows To Go auch mit der Release Preview erstellt werden kann, hatte ich ja in nachfolgendem Beitrag gezeigt.

[Update: Wie in den Kommentaren nachzulesen ist, scheint es sich hier um ein Übersetzungsproblem mit freier Interpretation des Übersetzers zu handeln. Windows Enterprise dürfte die Qual der Wahl für Windows To Go werden.]

Ähnliche Artikel:
a: Windows To Go mit Windows 8 Release Preview
b: Creating Windows To Go from Windows 8 Release Preview


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10 Antworten zu Kommt Windows To Go für Windows 8 Pro?


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  2. André sagt:

    ich weiß nicht wo du den zitierten Text her hast, aber ich hab das englishce und deutsche Dokument heruntergeladen und da steht nichts von Professional-SKU drin.

    • Günter Born sagt:

      @André: Ich habe jetzt nochmals das PDF-Dokument heruntergeladen und auf Seite 22 nachgesehen. Entweder wir beiden interpretieren den von mir als Zitat herausgehobenen Text unterschiedlich, oder ich habe deinen Einwand noch nicht verstanden. Hier das Zitat (in holperigem Deutsch):

      Windows To Go ist eine kostengünstige Lösung für alternative Arbeitsplatzszenarien. Unter den
      Windows 8 Professional- und Enterprise-Editionen können IT-Administratoren können die Benutzer mit
      einem kompatiblen USB-Stick ausstatten, welcher das firmeneigenen Windows-Image, Branchen-Apps,
      Einstellungen und Unternehmensdaten enthält.

  3. André sagt:

    Moin. Nun habe ich es auch gefunden. Das steht nur in der deutschen Version. In der Englischen heißt es nur Enterprise:

    “In Windows 8 Enterprise, IT administrators can provide employees with a corporate Windows image on a compatible USB storage device that includes line-of-business apps”

    Das ist sicher nur eine Übersetzungsfehler und mehr nicht.

    • Günter Born sagt:

      @André: Danke für die Info – nachdem ich deinen Kommentar beantwortet hatte, ist mir auch die Idee gekommen, mal bei Gelegenheit die englische Fassung anzusehen. Nur tobe ich hier momentan mit ein paar Blog-Beiträgen zu Android und Touchpad-Bedienung mit Gestensteuerung rum, die ich auf Vorrat schreibe. Da fehlt mir die Zeit, für das Windows 8-Zeugs von MS. Ich habe jetzt mal versucht, eine englischsprachige Fassung von der verlinkten Seite zu laden. Aber selbst wenn ich in Chrome die en-US-Variante mit englischsprachigem Text angebe, lädt er mir das deutschsprachige Produkthandbuch. Das Beste, was ich gefunden habe, war dieser Link: http://www.microsoft.com/en-us/download/confirmation.aspx?id=28970 – aber diese Fassung weicht extrem von dem deutschen Pamphlet ab.

      Alles sehr merkwürdig. Ich hatte ja im Text schon ein Fragezeichen dran gemacht, weil mir der Textstil sehr spanisch vorkam.

      PS: Lässt übrigens tief blicken – dass Microsoft es weder auf die Reihe bekommt, eine saubere Nomenklatur mit deutschsprachigen Begriffen für Charms bar, Switcher, App Bar zu definieren und auch ein dünnes Dokument zur Release Preview nur so dahin rotzt. Erinnert mich an die Zeiten von IBM und OS/2 – da war das gleiche Chaos – wie die Geschichte ausging, ist ja bekannt.

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  5. André sagt:

    deshalb nutze ich wichtige MS Programme wie das Visual Studio immer auf englisch. Die deutschen Übersetzungen sind manchmal sehr abenteuerlich.

    • Günter Born sagt:

      @André: Da hast Du leider Recht – in den Zeiten, als ich noch für Microsoft Press übersetzt habe (vor 2000), hatten die aber sehr gute Nomenklaturabteilungen und die Übersetzung waren i. d. R. gut. Ich war daher erschüttert über den deutschen Text im Benutzerhandbuch.

      Frage: Hast Du es geschafft, über die /en-US/-Seite ein englisches Handbuch herunterzuladen? Bei mir kommt zwar eine Seitenbeschreibung in Englisch, aber es wird immer die Datei Windows8_ReleasePreview_ProductGuide_German.pdf heruntergeladen. Ich habe mir dann per Suche die Datei Windows8ReleasePreviewProductGuideBusiness.pdf besorgt, die aber wohl doch etwas abweicht.

  6. André sagt:

    ja habe ich. Gehe in die Spracheinstellungen vom Broweser und füge en-us hinzu und setze en-us an erste Stelle. Nun bekommst du die englische Version. Nutze ich immer um englische iSOs zu bekommen.

    • Günter Born sagt:

      @André: Danke für den Tipp – kannte ich noch nicht. Hab mal versucht, den Browserstring zu veändern – aber irgendwie hatte ich da keinen Erfolg.

  7. André sagt:

    bei mir klappt es. Geh im Internet Explorer auf die Option->Sprache und füge dort Englisch-USA an erster Stelle ein:

    • Günter Born sagt:

      @André: Ja danke, es klappt auch hier – sitze gerade an ein paar anderen Sachen, so dass ich es nicht früher testen konnte. Scheint aber die gleiche Testfassung zu sein, ich ich mir auch heruntergeladen habe. Da hat der deutsche Übersetzer aber wirklich sehr kreativ gearbeitet.

      Ergo können wir den obigen Artikel als Müll der Geschichte ansehen ;-).

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