Firefox für Android 14: Schuss in den Ofen?

Letzte Woche hat Mozilla was großes bezüglich Firefox angekündigt (siehe hier). Dürfte sich wohl um den Firefox 14 für Android gehandelt haben. Gestern ging dann auch die Meldung durch’s Web, dass der Firefox 14 für Androiden verfügbar ist. So what? Weil ich gestern anderes zu tun hatte, komme ich erst heute dazu, einen Blick auf das Teil zu wagen – mit teilweise ernüchternden Ergebnissen.


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Ja, wo gibt’s den Firefox 14 für Android denn?

Die diversen Webseiten waren sich einig: Der Firefox 14 ist im Google Play Store aufgeschlagen und steht für Android zur Verfügung. So weit so gut. Also habe ich mein WeTab mit dem installierten Android-x86 4.0.3 gebootet und den Play Store besucht. Aber meine Suchanfrage nach dem Firefox ergab nüscht – Antwort: rien – niente – nothing.

Ups, da war ich schon angepisst, denn das bedeutet, dass das Teil auf ARM-CPUs optimiert ist und nicht für x86 zur Verfügung steht. Also schnell das Touchlet X10 Tablet PC mit Ice Cream Sandwich (Cortex A8 CPU), welches ich gerade von Pearl zum Test in den Fingern habe, gebootet. Flugs in den Google Play Store gewechselt, nach Firefox gefragt und schon wieder mit der Antwort “gibbet nüscht – rien – niente” abgespeist worden.

Android-Nutzer sind ja geduldige Viecher (bei iOS bzw. iPad gibt es das Teil oder eben nicht), habe ich noch das Simvalley SPX-5 – ebenfalls aus einer Pearl-Teststellung – gebootet. Wechsel in den Market, nach Firefox gefragt – und die Antwort könnt ihr euch sicher vorstellen.

Scheibenkleister! Jungs, wenn ihr im Web schon so enthusiastisch über das Teil berichtet, testet ihr auch mal gelegentlich was? Aber zumindest bei PC-Welt habe ich einen Hinweis gefunden, dass es denen ähnlich ging. Um es zu verifizieren, habe ich dann den Google Play Store unter Windows 7 im Google-Chrome-Browser aufgerufen und die Firefox-Seite angesurft.

Überraschung, das Teil gibt’s wirklich im Market. Und es wurde mir sogar gemeldet, dass diese App mit “einigen meiner Geräte” kompatibel sei. Na prima – drei der “einige meiner Geräte” hatte ich ja schon erfolglos getestet. Also die betreffende Option im Store angeklickt und mit folgender Information ernüchtert worden.


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Also gerade mal zwei Geräte, das Pearl Touchlet X7G (mit Android 2.3.5) und dessen Nachfolger, das Touchlet X7Gs (mit Android 4.0.3) sind als kompatibel angegeben.

Firefox 14 im Kurztest

Die “Features” könnt ihr den nachfolgend verlinkten Artikeln (z. B. bei heise.de oder connect) entnehmen. Hier möchte ich nur kurz auf Sachen eingehen, die ich mal angetestet habe. Nach dem Starten meldet sich der Browser mit nachfolgendem Fenster.

Neben dem kombinierten Such- und Adressfeld am oberen Rand sind dort die Elemente zum Aufrufen weiterer Registerkarten sichtbar. Es lassen sich als Webseiten auf unterschiedlichen Registerkarten öffnen. Zudem unterstützt der Firefox 14 Plugins – wie im unteren Teil der Startseite zu erkennen ist.

Ein Kurztest der YouTube-Webseite ergab, dass die Videowiedergabe über den installierten Flash-Player möglich ist (dies war von einigen Benutzern in der Bewertung bemängelt worden). Anschließend habe ich mir noch ein paar Flash-Demoseiten angesehen. Das Ergebnis war allerdings uneinheitlich. Während die Cumulus-Demoseite problemlos wiedergegeben werden konnte,  lieferte mir die Mount10.ch-Seite den Hinweis, dass kein Flash-Player installiert sei. Bei den CopperCube-Flash-Demos wurde der Player zwar erkannt und auch das Video geladen. Anschließend war aber eine schwarze Fläche statt des Videos zu sehen.

Was mir ausgesprochen gut gefällt: Bei einem Kurztest funktionierte erstmalig der Aufruf einer Webseite auf separaten Registerkarten (Tabs). Wenn ich beim Stock-Browser oder dem Dolphin-Browser länger auf einen Hyperlink drücke, kommt manchmal das Popup-Fenster mit dem Befehl zum Öffnen in einem neuen Tab, an einigen Stellen wird aber das Popup-Menü zum Festlegen von Lesezeichen etc. eingeblendet. Beim Firefox 14 wurde immer das richtige Popup-Menü angezeigt – top.

Was mir weniger gut gefällt: Ich habe keine Tabs wie beim Dolphin-Browser. Tippe ich auf das angedeutete Tab-Symbol in der Kopfzeile des Browsers, öffnet sich diese Übersichtsseite.

Im oberen Bereich werden briefmarkengroße Miniaturansichten mit der im Tab geöffneten Webseite aufgelistet. Unten findet sich die Anzeige der zuletzt aufgerufenen Seite. Die Miniaturansichten besitzen ein Element zum Schließen des Tabs. Das Ganze ist aber so winzig, dass man kaum etwas erkennen kann. Der halbe Ausschnitt des aktuellen Tabs am unteren Rand bringt auch wenig. Hier hätte ich mir eine vergrößerte Darstellung der Miniaturansichten (wie beim Metro-IE) gewünscht, auf der man etwas erkennen kann.

Ach ja, der Firefox war in früheren Versionen wegen seiner Langsamkeit kritisiert worden. Das soll in der Version 14 verbessert worden sein. Alleine, ich kann es nicht wirklich testen. Auf dem Touchlet X7Gs laufen der Stock-Browser und der Firefox extrem zäh – nur der Opera Mini rendert etwas schneller. Ich hätte ja gerne ein alternatives Android-Gerät zum Vergleich genutzt. Aber wie oben beschrieben, wurde mir da ja nichts angeboten.

Unter dem Strich hinterlässt der Firefox 14 for Android bei mir eher zweispältige Gefühle. Mit der Bedienoberfläche werde ich (zumindest bis jetzt) nicht wirklich warm – was ich bei Dolphin-Browser häufig als intuitiv empfinde (sofern es funktioniert), kommt mir beim Firefox ziemlich umständlich oder gekünstelt vor (z.  B. die Navigation über Tabs). Aber bildet euch ein eigenes Urteil – sofern euer Androide den Firefox 14 unterstützt.

Links:
1: Artikel bei PC-Welt
2: Artikel bei Chip
3: Mozilla-Seite
4: ZDNet.de-Artikel
5: Connect-Artikel
6: Artikel bei heise.de


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