Neues “Pech” für Apple, Microsoft & Co.

Scheint eine “schiet” Woche für manche der Branchengrößen wie Apple, Google, Microsoft etc. zu werden – zumindest, wenn man sich die Nachrichten der letzten Tage so zu Gemüte führt. Pünktlich zum Freitag eine spezielle Nabelschau.


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Yahoo – endlich was, was “Hand und Fuß” hat …

Zuerst die halbwegs gute Nachricht. Yahoo hat eine neue Chefin (äh Vorstand) bekommen. Die Dame ist bei Google weg und hin zu Yahoo. Und in China ist ein Sack Reis umgefallen (der wievielte eigentlich?).

Das Interessante zwischen den Zeilen der Presseschau: Yahoo setzt 2000 Leute frei, aber die neue Chefin Marissa Mayer kann mit einem Millionengehalt rechnen (siehe). Will jetzt kein Bashing betreiben – Häuptlinge kriegen eh mehr als Indianer.

Aber der absolute Top-Knüller wurde direkt nach dem Wechsel von Marissa Mayer von Google zu Yahoo verkündet: Die Dame ist schwanger – mit dem ersten Kind – soll wohl im Oktober so weit sein. Mein Glückwunsch an die werdenden Eltern – obwohl der Termin natürlich Mist ist – denn der Oktober wird uns durch das am 26. 10. 2012 erscheinende Windows 8 versaut.

Aber hey, sehen wir es einfach mal positiv. Ich hab’s schon hier bei Google+ angemerkt: Im Oktober gibt es bei Yahoo dann endlich was neues, was Hand und Fuß hat.

Google und die EU – gibt’s da was auf die Mütze?

Momentan läuft ja eine kartellrechtliche Untersuchung der EU-Wettbewerbskommission gegen Google. Es geht um die mobilen Dienste von Google. Bisher sah es so aus, als ob man eine schnelle Einigung haben kann. Nun lese ich hier bei heise.de, dass die Einigung auf der Kippe steht. Wenn es keine Einigung gibt, kann die EU-Wettbewerbskommission eine Geldbuße von 10 Prozent des Jahresumsatzes verhängen. Bei derzeitigem Jahresumsatz (2011 immerhin 31 Milliarden Euro) wären das 3,1 Milliarden.

Rettet zwar nicht die Banken in Südeuropa – aber hey, wir haben ja noch Mirosoft, HP, Intel, die vielen chinesischen Anbieter – und auch Apple ….

Dicke Luft bei Microsoft?

Für Microsoft sieht es auch nicht ganz so dolle aus – momentan wenigstens. Einmal hat man sich selbst ausgetrickst, indem man die EU-Wettbewerbskommission bezüglich des Browserauswahlbildschirms über den Tisch ziehen wollte. Hat nicht ganz geklappt, weil der Mitbewerb aufgepasst und gepetzt hat. Hier hatte ich darüber berichtet, dass die EU das Wettbewerbsverfahren nun auch auf Windows 8 ausweiten wird.


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Und weil wir gerade bei der Bankenrettung waren: Wenn die EU-Wettbewerbskommission schnell ist und wegen des in Windows 7 SP1 “gestorben gewordenen” Browserauswahlbildschirms entscheidet, werden die nächsten 5,7 Milliarden fällig. Wären mit Google schon mal 8,8 Milliarden. Wenn ich’s richtig in Erinnerung habe, ist der aktuelle Finanzbedarf Zyperns im Hinblick auf den Rettungsschirm gerade mal 1,79 Milliarden Euro (wenn nicht andere Banken noch fallen). Da könnte die EU das aus der Portokasse zahlen.

Aber das ist noch nicht alles. Wie heise.de so schön schreibt “Dass Microsoft Geschäftsjahr kein ganz gutes Ende nehmen würde, war vorher klar.” Mein Tag fing ganz beschissen an – ich stehe auf, will in’s Bad und höre, dass Microsoft rote Zahlen schreibt – hallo, ich bin da (Micro-)Aktionär. Na ja, das Management hat sich leicht verkalkuliert und vor Jahren den Online-Werber Aqantive für dickes Geld aufgekauft. Nun muss man 6,2 Milliarden US-Dollar abschreiben, was den operativen Gewinn in einen Quartalsverlust von 401 Millionen Euro verwandelt. Die Details könnt ihr bei heise.de oder hier nachlesen. Da hät’s halt eine “Bad Bank” bei Microsoft gebraucht, dann hätte man es besser hinbiegen können.

Bei Windows 8 geht’s übrigens gut voran (Build 8518.0.win8_rtm.120717-1813 -RTM Candidate) – nur schwanken die OEMs noch, ob die in den Teich springen wollen. Zumindest gilt dies für Huawei, die laut dieser Meldung über ein Windows 8-Tablet nachdenken, aber die hohen Lizenzkosten scheuen.

Und wie geht’s Apple?

Apple, who the fuck is Apple? Wenn ich mich richtig erinnere, ist das doch ein Anwaltsladen mit angeschlossener Computer-/Handy-Manufaktur – aber die Erinnerung kann trügen. Die Mannen bei Apple machten (zumindest aus meiner Wahrnehmung heraus) die letzten Monde vor allem ziemlich häufig mit Prozessen von sich reden – obwohl die Börse den Verein als “wertvollstes Unternehmen dieser Galaxie” führt. Richtig tolle Produkte habe ich von denen eigentlich die letzten Monate nicht wirklich gesehen, aber egal, ein Anwalt wird’s bei denen schon richten – denn die Apple-Anwälte “können klagen”.

Einmal ist der Schuss nun nach hinten los gegangen. Nachdem man Samsung eins vor Gericht auf die Mütze geben wollte (es ging um Copyright auf’s Design beim iPad), hat das betreffende Gericht in Großbritannien laut Bloomberg Apple dazu verdonnert, über seine verlorene Patentklage gegen Samsung zu berichten. Der High Court of England und Wales hatte keinen Verstoß des Designs beim Galaxy Tab gegen Apples Design-Patente erkennen können. Laut Richterspruch muss Apple die Öffentlichkeit für 6 Monate über seine Webseite darüber informieren, dass Samsung kein Apple Design-Patent verletzt. Apple hat gegen diesen Spruch Berufung eingelegt – das Thema wird uns daher erhalten bleiben.

Und sonst so? Verbraucher und Verbraucherschützer machen mächtig Druck. Laut heise.de geht die portugiesische Verbraucherschutz-Organisation DECO mit einer Klage gegen Apples Informationspolitik zur europäischen Gewährleistungsregelung vor. Und in Italien musste Apple Millionen an Strafzahlungen leisten.

Und noch so eine skurile Fußnote der Geschichte, die zeigt, wie die im Apple-Managment so ticken. Apple wirbt zwar mit Umweltschutz bei seinen Produkten. Hier konnte man z. B. am 11. Juli lesen, dass Apple auf die Zertifizierung seiner Produkte durch die amerikanische Green-IT-Stelle EPEAT verzichten wolle. “EPEAT-Siegel wäre eh Unsinn” – nach Aussage des Apple Managements. Nach geharnischten Protesten seiner Nutzerbasis (US Behörden und öffentliche Einrichtungen hätten kein Apple Zeugs mehr kaufen dürfen), gab es dann ganz fix die Rolle rückwärts. Der scheidende Hardware-Chef von Apple hat’s auf die Hucke genommen “Ich habe eingesehen, wir haben einen Fehler gemacht” – berichtet das Handelsblatt hier. Apple nimmt wieder an EPEAT teil – und hat auch gleich den Gold-Status für seine neuen Macs bekommen, was prompt beworben wird.

Was lernen wir daraus? Erstens: Apple ist (nach meiner Lesart) Umweltschutz schnurz piep egal, es sei denn, es tut bei den Umsätzen weh. Und das EPEAT-Zertifikat taugt scheinbar nicht mal zum “auf’s Klo nageln” – denn im Vorfeld war bereits spekuliert worden, dass Apple die “Trauben zu sauer sein könnten”, weil die neuen MacBook Air-Rechner durch verklebte Akkus etc. nicht sonderlich umweltfreundlich seien.

Ach ja, bin ich froh, kein Manager (mehr) zu sein. Nu isch ja wieder Freimarktag – und Wochenende in Sicht. Soll ja Grillwetter geben.


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2 Antworten zu Neues “Pech” für Apple, Microsoft & Co.


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  2. GHeimnis sagt:

    Gerade in Bezug auf Apple neige ich zu sagen: Schlimm, das Du Recht hast! And a little off topic: Nice Blog, thanks ;-)

  3. Günter Born sagt:

    Nachtrag: Nix ist so alt, wie die Zeitung (oder Meldung) von gestern. Ich vermute, dass das EPEAT-Kommitee wohl hier im Blog mit liest und sauer wegen des “nicht mal auf’s Klo nageln” ist.

    Aber man reagiert – zumindest mit Ankündigungen: Das EPEAT-Komitee will nun (nach der Apple Volte, die mit einem “selbst angehefteten” Gold Zertifikat für’s MacBook Pro endete) die Prüfprozesse zur Bewertung von “Ultra thins” überdenken – berichtet zumindest PC Mag [1]. Bei heise.de gibt’s einen deutschen Beitrag zum Thema [2] – wobei mir das Inside-Apple-Foto am besten gefällt. Was mir missfällt: Dass sich die Hersteller bei EPEAT durchsetzen und für dünnere Rechner auch “dünnere Prüfkriterien” verwenden können.

    1: http://www.pcmag.com/article2/0,2817,2407340,00.asp
    2: http://www.heise.de/newsticker/meldung/EPEAT-ueberdenkt-Pruefprozess-fuer-flache-Notebooks-1648982.html

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