iPhone-Klau: Das Kreuz mit den beliebten Apple-Gadgets

Apple Produkte wie iPhone, iPod und iPad sind ja momentan sehr beliebt – so beliebt, dass da gerne mal was bei anderen “abgezogen”, “weggefunden” oder fix geklaut wird. Gerade beim Wall Street Journal auf die Story “Fighting the iCrime Wave” gestoßen. In Amiland scheint der Klau von Mobilgeräten wohl explosionsartig zuzunehmen …


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Neben denjenigen, die sich über ein “neues” iPhone freuen, dürfte Hehlerei wohl das größere Problem darstellen. Speziell ein gebrauchtes iPad oder iPhone kann auf dem Zweitmarkt Preise von 400 US $ erreichen. Es scheint zwar keine Statistik für die USA zu geben (und für Deutschland ist mir auch nichts bekannt). Aber alleine in New York sind in den ersten 10 Monaten 2011 mehr als 26.000 Diebstähle dieser Art zur Anzeige gebracht worden. Teilweise gehen die Diebe in den USA recht rabiat vor – Mord und schwere Körperverletzung gehören wohl dazu. 

Im Artikel wird der Frage nachgegangen, ob und wie man es technisch bewerkstelligen kann, dass ein gestohlenes Mobilgerät für den Dieb nutzlos wird. Ein an die SIM gebundenes Verfahren taugt wenig, da der Dieb die SIM ja leicht austauschen kann.

Ein eher geeigneter Ansatzpunkt wäre die IMEI bei Providern abzufragen und das gestohlene Gerät so zu sperren. Einige Provider machen das in den USA schon. US-Mobilfunkprovider wollen jetzt so eine Art nationales Register bis 2013 erstellen und so verhindern, dass gestohlene Geräte in anderen Netzen aktiviert werden. In Europa und anderen Teilen der Welt gibt es solche Ansätze bereits.

Eine nationale Black-List hat aber gravierende Nachteile: Einmal kommen einige iPads ohne 3G-Modem und haben nur WiFi-Support – sprich: Es gibt keine IMEI. Und die “Gebraucht-“Geräte sind in anderen Regionen der Welt sehr begehrt. In Brasilien kostet ein neues iPhone 4S (wegen Zollaufschlägen) fast 1.000 US $. Da ist ein 400 $ Gebrauchtgerät ganz lukrativ. Es gibt in den USA Aufkäufer, wie Gazelle, die die gebrauchten Geräte in Drittwelt-Staaten verkaufen. Im vierten Quartal 2011 waren es bei Gazelle alleine 150.000 iPhones.

Techniker denken jetzt eher an so was wie einen “Remote Kill-Switch”, der ein gestohlenes iPhone bzw. Mobilgerät unbrauchbar macht. Die ARM-Entwickler bestätigen, das so etwas technisch möglich sei – das Gerät wird einfach am Booten gehindert und ist dann für die meisten Leute nutzlos. Auch Apple hat bereits 2010 ein Patent auf einen iPhone-Diebstahlschutz eingereicht.

Bis saubere technische Lösungen vorhanden sind, bleibt Benutzern nur die Installation von Tracking-Software als Ausweg, um verlustig gegangene Mobilgeräte zu orten. Wie das für Notebooks funktionieren kann, hatte ich hier skizziert. Für iOS bietet Apple den Dienst MobileMe an, mit dem sich eine Ortung für’s iPhone einrichten lässt. Wie man das beim iPhone einrichtet, haben Chip.de hier und ComputerBild hier vor über einem Jahr gezeigt. Auch bei Stern.de findet sich hier eine Übersicht, wie man zumindest die Daten auf dem Gerät löschen kann. Dieser Artikel stellt Drittherstellerlösungen wie Anti-Theft für andere Geräte vor. Eine, in meinen Augen etwas fruchtlose, Diskussion über weitere Möglichkeiten findet sich hier.

Für Geräte, die auf dem grauen Markt in Drittländer verschifft werden, dürfte das aber nicht wirklich helfen – sobald das Gerät ausgeschaltet wurde, ist keine Ortung möglich. Also Zeit, dass die Industrie sich was einfallen lässt. Für Apple könnte sich eventuell auch schon Entspannung bzgl. Gadget-Klau abzeichnen. Postuliert man eine Korrelation zwischen Diebstahlzahlen und Beliebtheit, sieht es nach diesem Artikel vielleicht zukünftig nicht mehr so gut für Apple aus. Ist aber natürlich reine Spekulation – und wenn es nicht Apple ist, trifft es andere Gerätehersteller wie z. B. Samsung.


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