Office 2013: Was tut sich?

War da nicht mal was mit einem neuen Office? Office 365, Office 15 oder Office 2013? Namen gibt’s ja viele – wobei Office 15 und Office 2013 das Gleiche sind. Und wie schaut es eigentlich mit dem Erscheinungsdatum aus? Fragen über Fragen.


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Da mich Office 360 wegen der Online-Anbindung und des Abo-Modells nicht wirklich interessiert – ich habe es letzten Sommer mal mit einem DSL-Anschluss kurz angetestet und wegen des Welt Weit Warten-Effekts ganz schnell und ziemlich genervt abgebrochen – fokussiere ich mich hier auf Microsoft Office 2013. Also die Version, die ich als Box oder elektronischer Download kaufen und auf meinem PC oder Tablet installieren kann.

Gibt’s was neues in Office 2013?

Die Frage treibt wohl jeden potentiellen Käufer um. Ich quäle mich seit November durch das erste Microsoft Office 2013-Buchmanuskript. So richtig “alles neu macht der Mai” stellt sich als Gefühl eigentlich nicht ein. Und das ist eigentlich auch gut so, denn irgendwie ist es schön, wenn man als Umsteiger wenigstens halbwegs das wiederfindet, was man aus früheren Office-Versionen gewohnt ist.

Hier mal ein Screenshot aus Word 2013. Die gesamte Menüleiste ist nun etwas blasser geworden und in der Symbolleiste für den Schnellstart gibt es eine Schaltfläche, um zwischen Touch- und Mausbedienung umzustellen. Beim Touchmode sind die Schaltflächen etwas weiter auseinander und einen Tick größer – das war es auch schon.

Und es gibt ein paar nervende Kontextleisten, die bei Operationen eingeblendet werden, damit Touchscreen-Nutzer nicht mehr mit dem Kontextmenü werkeln müssen. Aber Hand auf’s Herz, wer bedient Word schon am Touchscreen und schreibt da Romane? Obwohl, hier im Blog gibt es Kommentare von Reiseschriftstellern, die angeblich ihre Excerpte am iPad verfassen – na ja, wer’s braucht.

Was mich nervt …

Sind die vielen kleinen Verschlimmbesserungen, die Microsoft da in Office 2013 reingestoppelt hat. So mag ich die Rechtschreibprüfung nicht wirklich – einiges wurde verschlankt, das Zuweisen einer Sprache per Kontextmenü scheint nicht mehr vorhanden. Hier mal das “bereinigte” Kontextmenü der Rechtschreibprüfung – angemeckerte Begriffe lassen sich nur annehmen oder generell ignorieren.


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Die Grammatikprüfung hat hier überhaupt nicht mehr angeschlagen, auch wenn ich den größten Käse in Word eingetippt hat. Gut, ich habe die Grammatikprüfung nie wirklich genutzt, weil die nicht richtig funktionierte.

Dafür hat man beim Erstellen von Dokumentvorlagen ein neues Balkönchen angestrickt. Die Dokumentvorlagen landen nicht mehr im Benutzerprofil im Ordner Templates, sondern werden in der Bibliothek Dokumente im Ordner Benutzerdefinierte Office-Vorlagen abgelegt. Wer unter Windows 8 den Eintrag “Microsoft Word”, “Microsoft Excel” in der Navigationsspalte der Dialogfelder Öffnen und Speichern unter anwählt, wird daher mit der Meldung, dass da nix in der Suche gefunden wurde, begrüßt – und das Speichern in den Templates– oder Vorlagen-Ordner klappt aus Office nicht mehr. Schiebt man unter Windows eine Vorlagendatei in diesen Ordner, steht diese auch in den zugehörigen Office-Modulen zur Verfügung. Keine Ahnung, was Microsoft sich dabei gedacht hat.

Dass Office 2013 “online will”, war abzusehen. Dokumente lassen sich auf dem SkyDrive-Laufwerk oder lokal ablegen. Die Backstage-Ansicht enthält entsprechende Einträge. Wer Online unterwegs ist, bekommt bestimmte Schaltflächen mit leicht geänderten Beschriftungen angedreht (statt “Meine Notizen” heißt es dann ganz neckig “Günnis Notizen”). Allerdings habe ich mir hier beim Speichern und Laden von Dokumenten per SkyDrive immer einen Bart geholt. Ich habe den Online-Modus daher rigoros abgewürgt, indem ich die Kontenanmeldung rausgenommen habe.

Och joh, so manche Bugs ziehen sich seit Jahren durch Office. Excel behauptet immer noch prominent in einer QuickInfo, dass man die Formelanzeige mit Strg+# einblenden könne. Ich habe es beim Schreiben meines ersten Office 2013 Büchlein nonchalant im Manuskript übergangen (MS könnte ja einen Patch nachliefern) – und mir prompt eine Kommentar des Fachlektors eingefangen “wann fixt Microsoft endlich diesen Bug, der sich seit zig Office-Versionen durchzieht”. Aber gut, dass wir drüber gesprochen haben. Und im Microsoft Office-Blog findet sich noch dieser Artikel, der beschreibt, welche Funktionen in Outlook 2013 gekippt werden. Exchange-Unterstützung wird in einigen Punkten geschlachtet und einige Importformate sterben. Nix wirklich weltbewegendes, WinFuture.de hat’s hier zusammen gefasst.

Insgesamt: Office 2013 ist brauchbar, läuft aber nur noch auf Windows 7 und Windows 8. In meiner virtuellen Maschine und auf einem Tablet PC laufende Installationen erwiesen sich gelegentlich etwas zäh – der Ressourcenverbrauch scheint mir angestiegen. Aber man kann mit Word oder Excel arbeiten.

Und die Office 2013-Preise?

Tja, da gibbet noch nix offizielles. Hier hatte ich mal die US-Preise genannt (wurden vor zwei Tagen bei ZDnet.com nochmals aufgewärmt):

  • Office Home and Student 2013: Beginnt beim Preis von $139,99 für die Variante, die Word, Excel, PowerPoint, und OneNote enthält.
  • Office Home and Business 2013: Diese Version enthält zusätzlich Outlook und soll $219,99 kosten.
  • Office Professional 2013: Diese Version umfasst die Programme der Home Versionen:  Word, Excel, PowerPoint, und OneNote sowie Outlook. Zusätzlich kommen noch Access und Publisher hinzu. Das Paket kostet 399,99 US $.

Die Standalone-Versionen beinhalten keinen Zugriff auf die “Streaming on demand”-Versionen von Office – und natürlich keine Upgradeberechtigung. Dafür werden die Pakete ja auch nur einmal bezahlt. Die Lizenz erlaubt die Installation auf einem PC. Mit deutschen Preisen ist noch nix – hier gibt es lediglich einige Spekulationen, von wegen Office 2013 Home & Student kostet 139 Euro, Office 2013 Home & Business kommt auf 269 Euro und das Office Professional 2013-Paket ist für 539 Euro zu haben. Dieser Händler bietet die letztgenannte Version aber für 649 Euro an, wobei sich das Paket auf einem zweiten PC (bei nicht gleichzeitiger Nutzung) installieren lassen können soll. Office Standard 2013 (für Firmenkunden) kommt auf 456 Euro. Ziemlich wirr, das Ganze.

Wann kommt Office 2013?

Irgendwie ist Microsoft kryptisch. Bisher kein Kommentar, wann Office 2013 in den Läden stehen soll. Nutzer von Windows RT können bereits auf die abgespeckte Variante zugreifen und Technet- sowie MSDN-Abonnenten haben seit Ende Oktober Zugriff auf die RTM von Office 2013.

Wer sich das Ganze anschauen will, kann die RTM seit Mitte November als 60 Tage Preview von Microsoft beziehen. Nach einer Registrierung lässt sich Microsoft Office Professional Plus 2013 auf dieser Webseite [6] herunterladen. Nach dieser Rechnung müsste Office 2013 eigentlich seit Mitte Januar 2013 in den Läden stehen. Dem ist aber noch nicht so – und ich habe mir bereits Gedanken gemacht, ob jetzt die Leute vor einem abgelaufenen Office stehen.

Scheint aber nicht so zu sein – heute lese ich bei Dr. Windows [2], dass sich die 60 Tage-Trial wohl bis zur Verfügbarkeit von Office 2013 automatisch verlängere und dann für 60 Tage einsetzbar ist. Ausgegraben hat das Neowin, die sich wohl ähnliche Gedanken gemacht und mal frech bei Microsoft nachgefragt haben. Hier der Artikel bei Neowin.

Your trial will not expire but in fact renew automatically. However, the trial will still expire 60 days after the next version of Office becomes available…..people who see the notification in their billing section will not have to reset anything, it will be done automatically. If people have not checked the billing site until now then they wouldn’t have known that something similar has happened in previous months.

Wie Martin Geuss von Dr. Windows hier schreibt, gibt es von Microsoft am 29. Januar eine Pressekonferenz, in der wohl die Verfügbarkeit angekündigt wird. Möglicherweise heißt es auf der Pressekonferenz: Office 2013 ist jetzt verfügbar. WinFuture.de kommt hier mit der Meldung, dass der 29. Januar 2013 die Launch-Party sei. Laut diesem Artikel sollen wohl am 21. Januar 2013 einige Geschäftskunden ein Training bekommen – die Community- und Forenmoderatoren der Microsoft Answers Community haben am 31. Januar Gelegenheit, Fragen an den Launch-Manager zu stellen.

Ach ja, Office 2010 kann man noch bis zum 08.04.2014 kaufen – und ich schreibe jetzt an meinen Office 2013-Titeln weiter.

Ähnliche Artikel:
a: Microsoft Office 360/2013 erreicht RTM-Status
b: Windows 8- und Office 15-Neuigkeiten
c: Office 2013 RTM verfügbar – ein wenig …
d: Microsoft Office für iOS und Android gesichtet
e: Kommt Office 2013 für Android im März 2013?
f: MS Office für’s iPad und Windows 8
g: Office 2013 für RT nicht für kommerzielle Kunden?
h: Office 2013-Preise bekannt gegeben …

Links:
1: Artikel bei Neowin
2: Artikel bei Dr. Windows
3: Microsoft Office-Blog
4: WinFuture-Artikel
5: CNet-Bericht zur Testversion
6: Microsoft Download-Seite für die 60 Tage Trial


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4 Responses to Office 2013: Was tut sich?

  1. Andre sagt:

    Gibt es eine Lösung für den fehlenden Eintrag “Sprache” im Konextmenü?
    Das macht mich noch wahnisinnig…

    • Günter Born sagt:

      @Andre: Ich habe noch nichts gesehen bzw. die haben die Sprache irgendwo in eine Seitenleiste untergebracht – suboptimal wie so vieles. Aber Office 2013 ist “touch-optimiert”, da sind Kontextmenü-Dösbaddels eh außen vor und so was wie “old school”. Von daher schreibe ich hier meine Manuskripte mit Word 2000 ;-).

  2. Stefan sagt:

    Welche Internetaderesse muss man freischalten, damit die Firewall nicht die Vorschau und die Vorlagendateien blockt? Bei mir kommt immer nur “Vorlage konnte nicht Heruntergeladen werden” und ein Vorschaubild sehe ich auch nicht, außer bei der Leeren Arbeitsmappe.

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  4. Günter Born sagt:

    @Stefan: Keine Ahnung – hier nutze ich die Windows-Firewall und damit klappen die meisten Vorlagen – nur bei Fotoalben sieht es bei PowerPoint schlecht aus – da muss man nach suchen.

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