Nach Windows Blue: Gemini für Office-Updates

Momentan hat’s Microsoft offenbar mit den Updates und mit fantasievollen Code-Namen für Projekte. Unter dem Projektnamen “Blue” plant der Hersteller ja Updates für Windows 8, Windows Server, Windows Phone und einige Dienste. Offenbar gibt es bei Microsoft noch eine zweite Projektgruppe mit dem Namen “Gemini”, die sich mit Updates für Office beschäftigt.


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Zumindest berichtet die Mary Foley, unter Berufung auf Micrsooft nahestehende Kreise, hier bei ZDNet. Gemini steht wohl für eine Welle von Office-Releases, die in den kommenden zwei Jahren von Microsoft geplant sind. In einer ersten Update-Welle (Wave 1), die auf die Updates von Windows Blue ausgerichtet ist, sollen aktualisierte Versionen von Word, Excel, PowerPoint und OneNote ausgerollt werden. Foley gibt “diesen Herbst” als Zeitpunkt für die Updates an.

Hier stellt sich die Frage, ob die beim ersten Update ausgerollten Versionen von Word, Excel, PowerPoint sowie das in einer zweiten Update-Welle zu aktualisierende OneNote an die Modern UI angepasst sind. Bei Office 2013 ist das ja noch nicht der Fall, statt Apps werden Windows-Anwendungen angeboten. Lediglich für OneNote steht eine App mit reduzierter Funktionalität im Windows Store zur Verfügung.


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Foley ist sich nicht sicher, ob mit Gemini bereits Apps in der ersten Update-Welle bereitgestellt werden. Sofern Microsoft aber an die Modern UI angepasste Varianten von Word, Excel, PowerPoint und OneNote als App im Windows Store anbietet, kommt gleich die nächste Frage: Umfassen diese Apps die komplette Funktionalität, die die Pendants aus Office 2013 bieten? Schaut man OneNote als App an, ist dort nur ein reduzierter Funktionsumfang (wie bei den Office Web-Apps) realisiert. Foley meint Hinweise vom Management der Office-Gruppe so zu deuten, dass man bei Office-Apps eher an eine funktional reduzierte Variante denkt.

Gemini ist aber mehr als ein Projekt, welches Office-Apps bereitstellen soll. Auch im Office-Team werden, ähnlich wie in den Windows und Windows Server-Teams, die Entwicklungswerkzeuge und –prozesse überdacht, um jährliche Updates bereitzustellen. Weiterhin sollen vom Office-Team zukünftig neben den Office-Apps auch Office-Dienste angeboten werden, die auf verschiedenen Plattformen laufen. Office.com und Outlook.com können sicherlich dazu zählen. Weiterhin führt Foley Office für Mac OS X, die Office Web Apps sowie die Ports für iOS und Android an.

Mit dem Abo-Modell von Office 365 hat Microsoft ja bereits den Schritt unternommen und dieses Modell soll das Kernstück der zweiten Update-Welle der Gemini-Strategie sein. Also auch hier gewaltige Umbrüche im Microsoft Kosmos. Scheint Microsoft wirklich ernst damit zu sein, die Wandlung vom Software-Anbieter zum Anbieter von Diensten und Systemlösungen zu vollziehen. Dahinter verbirgt sich die Hoffnung, dass die Office-Entwickler sehr häufig Updates für ihre Apps und Dienste bereitstellen können, um die Abonnenten bei Laune zu halten.

Ist in meinen Augen aber eine riskante Strategie. Einmal ist es kritisch, wenn man auf ständige Updates um der Updates Willen angewiesen ist – nur damit der Cash Flow stimmt. Ich habe das mal hautnah bei SuSE mitbekommen, wo alle 3 Monate ein Update raus musste, weil sonst die Einnahmen bröckelten. Ein Abo-Modell würde Microsoft zwar deutlich besser stellen, wenn genügend Kunden das buchen. Aber Industriekunden verlangen eine gewissen Kontinuität und setzen Office als Werkzeug zur Erleichterung des Tagesgeschäfts ein. Niemand hat da Lust, sich im Quartals-Rhythmus mit den neuesten Ergüssen aus Redmond zu befassen. Schon jetzt stelle ich bei Office 2013 fest, das da einige an Funktionen verschlimmbessert wurde. Die Rechtschreib- und Grammatik-Prüfung in Word 2013 ist ein einziges Desaster. Und in Excel 2013 stecken Lokalisierungsfehler, die es schon bei Excel 2007 gab. Wird also auch hier spannend, die nächsten Volten zu beobachten. Arme Anwender, die das alles mitmachen sollen.

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