Windows 8.1 (Preview) virtualisieren

Die Preview von Windows 8.1 führt bei einigen Anwendern ja zu massiven Problemen und in den MS Foren tauchen Leute mit geschrotteten Systemen auf. Besser und risikoloser wäre ein Test in einer virtuellen Maschine. Der Beitrag fasst die erforderlichen Informationen zusammen.


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Zum Testen der Windows 8.1 Preview kann man zwar das Upgrade für Windows 8.0 über den Windows Store beziehen – dann gibt es aber keinen Weg zu Windows 8.0 zurück. Und beim Upgrade auf Windows 8.1 RTM werden alle installierten Anwendungen samt den Apps entfernt und dürfen neu installiert werden. Weiterhin unterstützt die Preview eine Reihe System nicht (siehe z.B. hier). Wenn dann noch eine Upgrade-Installation auf Windows 8.0 scheitert – und das Ganze sogar mit einem gebrickten System endet, ist guter Rat teuer.

Besser ist es daher, Windows 8.1 in der Preview als ISO-Datei zu beziehen [a6] und in einer virtuellen Maschine zu installieren. Mache ich hier grundsätzlich so, bevor das System auf ein Testsystem installiert wird. Selbst ein Upgrade über ein Windows 7 oder Windows 8.0 ist in der virtuellen Maschine möglich. Probleme gibt es höchsten, wenn die verwendete Virtualisierungsplattform die Ursache für Probleme ist. Hier ein kurzer Überblick, was man beachten sollte.

Installation in Hyper-V

Windows 8.0 wird mit Hyper-V ausgeliefert – und auf einem 64-Bit-Betriebssystem kann auch die Hyper-V-Platform als Virtualisierungsserver eingerichtet werden. Pferdefuß ist lediglich, das Hyper-V nur in Windows 8 Pro oder Enterprise verfügbar ist, ein 64-Bit-Hostbetriebssystem, 4 GByte RAM sowie eine SLAT-Unterstützung der CPU voraussetzt [a8].

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, und ist die Hyper-V-Platform als Virtualisierungsserver eingerichtet, lassen sich unter Hyper-V neue virtuelle Maschinen anlegen und zur Installation von Windows 8.1 per ISO verwenden. Das Ganze läuft wohl recht problemlos. Die erforderlichen Schritte zum Einrichten einer Hyper-V-Maschine habe ich unter [a9] skizziert.

Persönlich kann ich Hyper-V aber wenig abgewinnen, da einerseits hier keiner meiner regulären Testrechner eine SLAT-Unterstützung bietet (ich müsste also auf Windows Server 2012 ausweichen und den Hyper-V-Server auf einem getrennten Rechner betreiben). Zudem ist die USB-Unterstützung in Hyper-V-Clients ein Abenteuer, was ich mir nicht antue. Wer die erforderliche Infrastruktur besitzt, kann aber durchaus die Plattform für Tests einsetzen.

VMware Workstation 8.0/9.0 und VMware Player 5.0

Für meine Tests greife ich auf VMware Workstation 8.0.5 zurück, eine kostenpflichtige Lösung, die hier einwandfrei ihren Dienst tut und recht leistungsfähige Gastbetriebssysteme mit Windows 8.1 Preview virtualisiert. Aktuell ist VMware Workstation 9, mit der sich Windows 8.1 Preview ebenfalls problemlos virtualisieren lässt.

Im Privatanwenderbereich wird man sich keine kostenpflichtige VMware Workstation-Software zulegen wollen. Hier empfiehlt sich auf den kostenlosen VMware Player 5 auszuweichen, den es auf der VMware Webseite gibt. Was es ggf. zum Umgang mit VMware-Virtualisierungslösung zu beachten gibt, habe ich unter [A10] behandelt.


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Oracle Virtualbox stürzt ab


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Eine gerne eingesetzte Virtualisierungsplattform ist auch das für private Anwender kostenlose Virtualbox, welches sich hier downloaden lässt. Ich habe hier die portable Version von Virtualbox 4.2.12 testweise zur Installation der Windows 8.1 Preview in einer 32-Bit-Version eingesetzt. Das funktionierte, wenn auch die Virtualisierung zu einem recht langsamen Gastbetriebssystem führte und die Grafikanpassung im Fenster des Gasts fehlerhaft war (verschob man ein Fenster über die VM, blieben die Fensterreste beim wegziehen für ca. 20 bis 30 Sekunden stehen – erst dann baute ein Refresh wieder die Anzeige des Gastbetriebssystems auf).

Wo es scheinbar aber massive Problem gibt, ist bei der Installation eines 64-Bit-Windows 8.1 Preview. In diesem MS Answers-Forenthread ist z.B. ein entsprechender Hilferuf zu finden. Ursache ist meinem Dafürhalten die Anforderung, dass die CPU in den 64-Bit-Installationen von Windows 8.1 die Funktionen CMPXCHG16b, PrefetchW und LAHF/SAHF unterstützen muss. Fehlt diese Unterstützung, bricht das Setup nach dem Neustart mit dem Stop-Fehler 0x000000C4 ab.

Abhilfe bringt, in einer administrativen Eingabeaufforderung den Befehl

“c:\Program Files\Oracle\VirtualBox\VBoxManage.exe” setextradata [vmname] VBoxInternal/CPUM/CMPXCHG16B 1

einzugeben (siehe auch), wobei  [vmname] für den Namen der virtuellen Maschine steht. Dieser Befehl schaltet die Unterstützung für die benötigten Features ein. Es ist aber gut möglich, dass Oracle in einer neueren Version (die 4.2.14 besitzt es noch nicht) eine Option in den Konfigurierseiten der VMs einfügt. Persönlich würde ich daher eher die 32-Bit-Version von Windows 8.1 testen – zumal diese weniger Ressourcen benötigt. Einige Hinweise zum Umgang mit Virtualbox finden sich unter [a12].

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a3: Windows 8.1 Preview: Upgrade-Fehler 0xC1900101
a4: Windows 8.1: Das Startmenü ist doch möglich/zurück …
a5: Log-Analyse bei missglücktem Windows 8 Upgrade
a6: Windows 8.1 Preview: News zum Wochenausklang
a7: Windows 8.1: Preview als Upgrade über Windows 7 installieren

a8: Windows 8: Läuft Hyper-V auf nicht SLAT-fähigen CPUs?
a9: Windows 8: Hyper-V im Test – Teil I
a10: Windows 8 im VMware Player 4 (Teil II)
a11: VMware Player 4 und VMware Workstation 8 (Teil I)
a12: 3. Sun VirtualBox 3.1 und VMLite
a13: Windows 8-Virtualisierung: Quo vadis?


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