Gewitterstürme und IT-Infosplitter …

Gestern und die Nacht hat’s ja kräftig gerumst – es sind einige Gewitterstürme über Deutschland hinweg gezogen – und habe für einigen Schaden gesorgt. Auch munkelt man, dass in China wieder ein Sack Reis umgefallen sei. Und was ist sonst noch so passiert, in diesem Tagen? In einem kleinen Beitrag möchte ich noch einige interessante IT-Nachrichten (für die ich keine separaten Blog-Beiträge spendieren wollte) als Infosplitter zusammenfassen.


Anzeige

Blau streicht EU-Roaming-Gebühren – ein wenig

Das war eine Nachricht, über die ich mich wirklich gefreut habe – nicht, weil ich das täglich nutze (eigentlich nutze ich es so gut wie niemals) – sondern, weil dies Zeichen setzt. Wie heise.de hier berichtet, streicht der Anbieter von Prepaid-Tarifen (E-Plus-Ableger) den Roaming-Aufschlag für Handyanrufe aus EU-Ländern nach Deutschland. Bei Blau.de gilt ab sofort, dass Anrufe auf dem EU-Ausland und der Schweiz nach Deutschland 9 Cent pro Minute kosten. Na bitte, geht doch …

Hintergrundinfos: Ab Juli 2014 will die EU-Kommission die Roaming-Gebühren ganz abschaffen – diese Gebühren passen in meinen Augen nicht mehr in ein vereinigtes Europa. Der Dachverband der Mobilfunkanbieter hat sich dagegen noch vor kurzem gegen eine Abschaffung der EU-Roamingebühren ausgesprochen – wir sichern unsere Pfründe. Die Aktion von Blau – und anderen zeigt: es geht doch – und eine prima Marketing-Aktion ist es allemal.

Konkret: Anrufe aus dem nicht EU-Ausland in EU-Länder kosten nach wie 28 Cent pro Minute. Ein Anruf auf ein Blue-Prepaid-Handy ins EU-Ausland kostet 8 Cent/Minute. Eine kleine Hintertür lässt sich Blau.de allerdings noch: Die Tarife sind bis 31.12.2013 terminiert. Mal sehen, ob das Angebot verlängert wird (und wie sich die EU-Entscheidung zum Wegfall der EU-Roaminggebühren ab Juli 2014 auswirkt) – laut heise.de erhebt der Anbieter Simquadrat, auch im E-Plus-Netz vertreten, seit einiger Zeit auch keine EU-Roaminggebühren. Stellt sich mir die Frage, wann O2 mit diesem Ansatz nachzieht?


Werbung – meine Windows 8 Titel –

Kopierer verbuchselt Zahlen

Ich glaube, so mancher Vorstand währe froh, wenn in seinen Geschäftszahlen plötzlich auf wundersame Weise ein paar Ziffern ausgetauscht und das Ergebnis besser aussehen würde. Und aus meiner Handwerkerzeit (fast 40 Jahr her) ist da eine Erinnerung, dass in so manchen Plänen die Maße falsch eingetragen sein mussten. Denn anders ist nicht zu erklären, dass plötzlich Wände von den Maurern ein paar Zentimeter versetzt, natürlich genau auf unsere Deckendurchbrüche für die Elektroinstallation, hochgezogen wurden.

Nun gibt es eine Erklärung: Wie u.a. Spiegel Online berichtet, hat ein Informatiker bei Xerox-Kopierern einen kuriosen Fehler aufgedeckt. Normalerweise sollte ein Kopierer ja die Vorlage als Bitmuster abtasten und 1:1 reproduzieren. Nun behauptet David Kriesel, dass Xerox Scankopierer der WorkCentrei Reihe Zahlen in den Pixeldaten verfälschen. Kleine Ziffern werden zwischen Vorlage und Kopie offenbar verfälscht. Kriesel gibt detaillierte Beispiele in seinem Blog-Beitrag an. Kopierte Baupläne weisen falsche Maßangaben auf – Datenreihen enthalten in der Kopie plötzlich Zahlendreher (und nein, es ist keine OCR-Funktion beteiligt). Xerox hat den Fehler wohl bestätigt und es gibt einen Workaround: die JBIG2-Kompression darf nicht auf Normal sondern auf Higher oder High stehen.

Die Details finden sich in Davids Blog. Nun ja, da bewahrheitet sich mal wieder der alte Spruch “traue keiner Statistik oder keinem Bericht, den Du nicht selbst gefälscht hast”. Update: Dieses Artikel bei heise.de nach arbeitet Xerox nun an einem Firmware-Patch, um das Problem zu beheben – also schaut nach, ob ihr eure Scanner-Drucker “Updaten” müsst. Wat war das früher doch so simpel, da haben wir einfach den Drucker eingeschaltet und gedruckt. Nennt sich Fortschritt & Innovation, glaube ich jedenfalls.

Samsung sichert sich Markenrecht an Smartwatch

Kleine Tickermeldung am Rande: Samsung hat sich die Markenrechte für “Smartwatch” in den USA gesichert – konkret geht es um die Handelsmarke “Samsung Galaxy Gear”. Wie Spiegel Online hier schreibt, geht das Gerücht um, dass am 4. September, im Vorfeld der IFA, ein “unpacked”-Event in Berlin stattfinden solle. Da gäbe es dann einen Prototypen zu sehen. Na ja, warten wir es ab. Da ich selten eine Uhr trage – ich lebe einfach so in den Tag – geht mir die ganze Sache ziemlich am A.. vorbei.

Auch das “Internet der Dinge” kann mich nicht so wirklich reizen – oder muss die NSA jeden Pups auf’m Klo in Echtzeit mithören? Und wenn die Smartwatch mitten in der Nacht klingelt, weil ein Hacker sich Zugriff verschafft hat, finden wohl auch nicht alle so prickelnd. Hier möchte ich nur auf den kürzlich veröffentlichten Forbes-Bericht “When smarthomes get hacked” als Blaupause verweisen.


Anzeige

Auch dieser Spiegel Online-Bericht über eine Scada-Steuerung, die jemand als Honeypot betreibt, zeigt, wie es laufen wird. Die Meldung, dass Microsoft vor einem Passwort-Klau auf Windows Phones warnt, passt auch irgendwie in’s Bild. Das ganze Zeugs ist so wackelig, dass man damit nicht mal ein Pudding-Rezept speichern sollte – und nun soll die Smartwatch als Sensor, Fernsteuerung und was weiß ich im Internet der Dinge fungieren? Never!

Böse Sicherheitslücke in Vodafone EasyBox-Routern

Vorsatz oder Nachlässigkeit, diese Frage schoss mir gerade durch den Kopf. Wurde Vodafone (oder einige Unternehmensteile) doch gerade von Snowden als Zuträger für die NSA geoutet. Nun warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Vodafone-Kunden vor einer (dem Hersteller wohl längst bekannten) schwerwiegenden Sicherheitslücke in den DSL-Routern Easybox 802 und 803 (Produktsdatum vor August 2011).

Angreifer können den WLAN-Router knacken, indem Sie die Standard WPS-PIN (Wifi Protected Setup) und das Kennwort ermitteln. Damit erhält man Zugriff auf das internet Netzwerk sowie auf die Internetverbindung. Abhilfe schafft das Ändern der vorgegebenen WPS-PIN, das Deaktivieren von WPS und das ändern des WLAN-Kennworts. (via)


Werbung


Microsoft erklärt uns Office 365

Eigentlich müsste ich hier als MVP ja das hohe Loblied auf Microsofts Produkte wie Windows 8 oder Office 365/2013 pfeifen. Obwohl: Ich bin kein guter Pfeifer, singen kann ich auch nicht, und überhaupt, MVPs sind ja unabhängige Experten für Microsoft Produkte, die sich kritische Positionen leisten können sollten. Und so hadere ich seit Anfang des Jahres mit Microsoft und dessen Office-Plänen. Ja, ich habe zwei Bücher über Office 2013 (und damit über Office 365) geschrieben. Von daher bildete ich mir irgendwo ein, ein wenig zu wissen, was Office 2013 kann, was es ist und was mich an diesem Produkt echt nervt.

Aber ich gestehe: Office 365 war für mich lange Zeit “die Cloud-Lösung”, die nur online läuft. Erst nach dem Marktstart (der holter di polter verkündet wurde “seit gestern ist Office 2013 verfügbar”) durfte ich an einem Webmeeting für Microsoft-Communitymoderatoren teilnehmen. Dort wurden wir vom Produktmanager Office aufgeklärt, was Office 365 ist. Erst auf mein Nachfragen hin wurde erläutert, dass Office 365 quasi ein Office 2013 sei, welches lediglich ein anderes Lizenzmodell verwendet. Und in der Tat enthält Office 365 Word, Excel, PowerPoint und OneNote als lokale Windows-Anwendungen – nur muss ich das Zeugs mieten und jährlich eine Zahlung für das Abonnement leisten. In der Websession konnte ich auch feststellen, dass es anderen Teilnehmern ähnlich ging und wir wohl alle von einem “falschen Bild” über Office 365 ausgingen. Nur am Rand angemerkt: Es handelt sich alles um Personen, die durch Forenarbeit recht nah an Microsoft-Produkten dran sind …

Aber: Läuft das Abo aus, gibt’s halt keinen schreibenden Zugriff mehr auf die Office-Dokumente – anzeigen kann man noch. Wer jetzt denkt: So ein Schmarren und ich habe ja noch Office 2007 oder Office 2010, der ist so was von vorgestern. Und um in der Moderne anzukommen und die neue, schöne Office 365-Welt, gänzlich frei von Irrtümern, genießen zu können, hat das Microsoft-Team zwei schöne Artikel veröffentlicht. Here we go …

Ihr seid Privatanwender? Dann lest 10 Irrtümer über Office 365 für Privatanwender, damit ihr nicht dumm sterbt. Für Unternehmensentscheider gibt’s 15 Irrtümer über Office 365 im Einsatz in Unternehmen als Pflichtlektüre. So jetzt wisst ihr es (ich habe die Infos gerade über den abonnierten Office-Newsletter bekommen). Und weil ich ein besserer Mensch werden will, finde ich das natürlich ganz toll.

Bloß, tief im inneren nagt da so ein Gedanke “will Microsoft mich mit dem Geschreibsel verarschen”? (Ich stellte jetzt mal auf Irrtum 8, 9, 10 für Unternehmen ab). Aber: lest selbst und bildet euch eine eigene Meinung. Ich sitze momentan hier und wundere mich nur noch, denn offensichtlich haben ein paar Leute bei Microsoft über Jahre ihre Hausaufgaben nicht gemacht und vor lauter Innovation vergessen, was der Kunde braucht und dass er nicht jeden Tag ein “rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln” haben will. Macht mal mit eurer Cloud weiter – ich werkele derweil mit Office 2000 weiter – und LibreOffice ist auch eine nette Plattform.

Gibt einen neuen Firefox – Version 23

Noch eine kurze Nachricht: Beim Firefox bahnt sich ein Versionswechsel an (siehe) – die Entwickler haben gerade Version 23 des Browser vorgestellt und zum Download bereitgestellt. Bei meiner portablen Version wurde jedenfalls heute morgen ein Update angeboten.

Was es neues gibt (verbesserte Sicherheit, bessere Videobeschleunigung, Bookmarks teilen), verraten die Release Notes. Hier gibt es auch noch einen kurzen Beitrag. So long …


Anzeige

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Office 2013, Sicherheit abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Gewitterstürme und IT-Infosplitter …


  1. Anzeige
  2. Günter Born sagt:

    Kleiner Nachtrag – passt irgendwie gut zum Microsoft Office-Erklärbär: Die US-Unternehmen, die so richtig als Cloud-Anbieter einsteigen wollten, könnten eine böse Schlappe erleiden. Die Anwender gehen denen von den Fahnen – Umsatzeinbußen von 35 Milliarden sind nicht unwahrscheinlich. Gut so – muss weh tun. Müssen wir nun abwarten, was sich in #neuland so diesbzüglich tut. (via)

  3. Günter Born sagt:

    Und noch ein Nachtrag: Die Strategen bei Xerox kannten den Fehler – ausweislich dieses heutigen Spiegel Online-Berichts – bereits seit mehreren Jahren. Spricht natürlich besonders für die Firma Xeros, dass die so “zeitnah” reagieren und nun – nachdem die Geschichte durch’s Web geht – an einen Firmwarepatch denken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.