Antivirus Marktanalyse von Opswat

win7Um Virenschutzlösungen für Windows wird ja ein erbitterter Krieg geführt. Gerade noch für einen, zugegebenermaßen, recht launigen Artikel zu Virenscannern einen Kommentar kassiert. Aber wie sieht die Nutzungsstatistik unter Windows wirklich aus? Für Zahlenfetischisten habe ich was – und natürlich noch eine Meinung.


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Über einen Artikel von MVP-Kollege Martin Geuß bin ich auf eine interessante Marktanalyse von Opswat.com gestoßen. OPSWAT ist ein in San Franzisko ansässiges Unternehmen, welches die Marktanteile von diversen Virenscannern unter Windows untersucht hat.

Was wird genutzt?

Microsoft bietet ja die Microsoft Security Essentials kostenfrei für Windows XP bis Windows 7 bzw. liefert ab Windows 8 den Defender als kostenlosen Basisschutz mit. Laut der folgenden Grafik, samt Tabelle, liegen die Microsoft-Lösungen im August 2013 in der Gunst der Anwender vorne – jeder vierte Windows-Nutzer setzt auf die Scan-Engine der Security Essentials.

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(Source: opswat.com)

Dicht dahinter folgen Produkte von Avast mit 23,6 % – d.h. die Tschechen haben so richtig Erfolg bei den Anwendern. Den Rest des Kuchens teilen sich die von mir eigentlich als Platzhirsche vermuteten Anbieter wie Kaspersky, Symantec, McAffe mit AVG, ESET, Avira und Bitdefender.

_marketShareVirus02(Source: opswat.com)

Die Auswertung nach Produkten ergibt eine leicht andere Sortierung. In der obigen Tabelle liegt avast! Free Antivirus vor den Microsoft Security Essential – die restlichen Produkte rangieren unter “ferner liefen”. Lediglich der Windows Defender kommt auf 7,7 % – wobei mir beim schnellen Überfliegen des Berichts nicht klar geworden ist, ob sich die Defender-Zahlen auf Windows 8 oder auch frühere Windows-Versionen beziehen.


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Und die Moral von der Geschicht?


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Martin Geuß macht sich in seinem Artikel so einige Gedanken und kommt zum Schluss, dass 3/4 der Anwender Sicherheitslösungen von Drittherstellern vertrauen. Martin weist auch darauf hin, dass die Microsoft Security Essentials durchaus in AV-Testlabors in der Kritik stehen. Ich hatte das, im Hinblick auf Windows 8 in diesem Artikel mal beleuchtet und auch hier hinterfragt. Kann man natürlich für den Streit “um des Kaisers Bart” halten – und jeder Anwender setzt eh seine Leib-und-Magen-Suite ein.

Aber ich hätte diesen Blog-Beitrag nicht geschrieben, wenn ich nicht noch meine paar Senf dazu geben könnte. Was mich jetzt äußerst merkwürdig berührt, ist der Umstand, dass in obigeren Auswertungen (siehe zweite Tabelle) in der Majorität kostenlose Security-Lösungen der Dritthersteller sehr weit vorne auftauchen.

Die Details lassen sich auf der OPSWAT-Website durch anklicken der ersten Tabelle abrufen.  Bei Avast und AVG lässt sich sehr gut die Verteilung zwischen kostenfreien und kostenpflichtigen Produktanteilen erkennen. Bei Symantec und Kasperksy wird da nicht differenziert – vermutlich, weil dort nur 90-Tage-Trials zum Einsatz kommen. Auffällig ist, dass bei Symantec und Kasperky die Internet Security Suites in der Anwendergunst weit vorne liegen.

Im Hinblick auf meinen bereits erwähnten Artikel samt den Kommentaren nur mal so in die Debatte geworfen: Die Leute setzen die kostenlose Virenschutzlösung von Microsoft nicht ein, weil sie vorgeblich nix taugt. Im gleichen Atemzug greifen Sie aber bevorzugt zu Free-Varianten von Drittherstellerlösungen, die schlicht einen Grundschutz bieten, aber von den betreffenden Entwicklern mehr oder weniger als Honeypot für auftretende Schadsoftware verwendet werden. Die vollumfänglichen Schutzfunktionen samt schnellen Updates geben die Hersteller nämlich (in meinen Augen mit Recht) nur für die kostenpflichtigen Internetsicherheitslösungen frei.

Und bei Internet Security Suites geht bei mir immer sofort die Lampe im Hinterkopf an “wo muss ich jetzt wieder daran drehen, damit dieses oder jenes unter Windows funktioniert”. Denn genau die Internet Security Suites sind häufig Ursache für Anwenderprobleme, die dann in Microsofts Foren gewälzt werden. Abschließender Gedanke “die Nutzungsstatistik für Virenscanner unter Windows kann aus dieser Sichtweise wohl eher nicht als Beleg für Schwarmintelligenz herhalten sondern ist eher ein Beispiel für Herdentrieb und fruchtbare Arbeit von Computerzeitschriften” – oder sehe ich das mal wieder zu verkniffen?

Ähnliche Artikel:
a1: Microsoft Security Essentials bei AV-Test durchgefallen
a2: Virenschutz: Microsoft Security Essentials 4.3 freigegeben
a3: AV tested Windows 8-Virenschutz
a4: Microsoft, der Virenscanner und AV-Testergebnis


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4 Responses to Antivirus Marktanalyse von Opswat

  1. Marc sagt:

    In og. Zusammenhang vielleicht noch der Hinweis, dass das Unternehmen die. Freetools anbietet ua.
    http://www.appremover.com – Virensoftware-Entfernungsroutine in AIO-Tool – optimal geeignet bei einem Produktwechsel
    http://www.metascan-online.com als “Alternative” für http://www.virustotal.com/de/

  2. Horst sagt:

    Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast…
    Auf die Zahlen von OPSWAT würde ich nicht so viel geben. Als Quellen für deren Statistik werden lediglich das OESIS Framework (welche Firma nutzt das überhaupt? – mir fällt keine ein…) und das Deinstallations-Tool AppRemover angegeben. Repräsentativ ist das nicht.
    Aber selbst wenn man den Zahlen glauben schenkt: die in der Statistik aufgeführten Produkte scheinen nicht nur weit verbreitet, sondern auch ziemlich häufig deinstalliert zu werden. Und noch ein Punkt: wieso wird eigentlich der AppRemover benutzt? Unsauber programmierte Deinstallations-Routinen? In dieser Liste möchte ich kein Spitzenreiter sein…

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  4. erwin sagt:

    Da sieht man aber auch mal, dass ein gutes Testergebnis nicht gleichbedeutend mit einem guten Verbreitungsgrad einhergehen muss. Bitdefender führt ja jetzt seit 2 Jahren die Listen der besten Suiten an, so richtig Profit scheinen sie aber aus den Testsiegen nicht zu ziehen.
    Mich hätte mal interessiert, wie viele Leute die Schutzlösungen der Ganzen PC-Zeitschriften einsetzen, da bekommt man ja die Kaufversionen der Software gratis zum Heft dazu. Ok, ganz identisch werden sie nicht sein, aber doch besser ausgestattet als si eine Kostelos-Antivirensoftware.

  5. Marc sagt:

    @Horst
    da die AV-Suits “tief ins System eingreifen”, sind tatsächlich die standard-deinst.-Routinen nicht ausreichend und viele (alle) Hersteller bieten einen separaten remover an.

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