Galaxy Gear: Samsungs Smartwatch-Androide

Wie erwartet hat Samsung heute, am Rande der IFA 2013, sein Galaxy Gear vorgestellt. Es handelt sich um eine am Handgelenk tragbare Android-Uhr. Samsung sieht die Smartwatch als Zubehör für Smartphones und Tablet PCs – die Uhrfunktion ist also nur “Beiwerk”. Und so liegt das Ganze zwischen “Uui, wie geil” und “bisgen schwachbrüstig, die Kleine”.


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Die Gerüchte wurde ja bereits angeheizt, nachdem sich Samsung die Markenrechte an Smartwatch gesichert hat (siehe hier). Und einige hier von mir verlinkte Inside-Infos erweisen sich im Nachhinein als ziemlich zutreffend. Für Samsung ist die Galaxy Gear eine perfekte Ergänzung, die die Galaxy-Erfahrung auf den Bereich wearable Devices ausdehnt.

(Quelle: Samsung)

Die Galaxy Gear kommt mit einem 1,63-Zoll-Amoled-Display, welches am Handgelenk recht klobig, aber im Vergleich mit einem 3,5 Zoll Smartphone-Display geradezu winzig wirkt. Das Display löst mit 320 × 320 Pixel auf und soll Anrufe, Nachrichten und Bilder von einem per (energiesparenden) Bluetooth 4.0 von einem Samsung-Galaxy-Smartphone anzeigen können. Wie golem.de hier schreibt, ist der Spassfaktor aber gebremst, funktioniert die Kopplung doch nur mit wenigen Samsung Galaxy-Modellen: Dem Galaxy S4, dem neu vorgestellten Galaxy Note 3, und ab Oktober wohl mit den älteren Galaxy Note 2 und Galaxy S3.

Die Smartwatch besitzt nur einen Ein-/Ausschalter am Gehäuse. Gesteuert wird die Samsung GALAXY Gear laut heise.de über Wischgesten oder per Spracherkennungs-App “S Voice”. Zudem gibt es für die Galaxy-Smartphones noch einen “Gear Manager” als App. Und in der Nähe befindliche, kompatible Smartphones werden erkannt. Wird auf der “Uhr” eine E-Mail-Benachrichtigung angezeigt, kann das in der nähe befindliche Smartphone diese automatisch im Mail-Client öffnen (läuft unter dem Begriff  “Smart Relay”). Wie sich das Ganze in der Praxis bewährt, muss sich erst einmal zeigen – ad hoc empfinde ich es als nervig, ein klobiges Ührchen am Handgelenkt zu tragen, um über E-Mails informiert zu werden, dann das Handy aus der Gesäßtasche rauszuzerren und die Nachricht zu lesen. Aber ich bin nicht das Maß aller Dinge.

Features, wie Samsung sie sieht

Im Pressetext preist Samsung das Ganze als mobile Kommunikationsfreiheit an. Man kann quasi immer und überall, wo man gerade ist, eine Verbindung per Smartwatch und Galaxy-Smartphone zur Außenwelt haben. E-Mails und andere Nachrichten werden auf dem Display der Uhr als Benachrichtigung angezeigt. Der Benutzer kann diese dann ablehnen oder über sein Galaxy Smartphone annehmen und im Detail lesen (Smart Relay).

Durch die Sprachsteuerung bleiben die Hände beim Telefonieren frei – Samsung führt das Beispiel an, dass man mit vollen Taschen aus dem Einkaufsmarkt kommt und einen Telefonanruf bekommt. Na ja, ich hätte jetzt eher das Thema Freisprecheinrichtungsersatz im Auto gesehen. Der Benutzt kann laut Hersteller auch Nachrichten, Kalendereinträge, Alarmeinträge per S-Voice eintragen und Wetterdaten abrufen.

Eine Reihe weiterer Features ermöglichen die Kontrolle diverser Funktionen. Eine neue Sicherheitsfunktion mit dem Namen Auto Lock sichert automatisch den Screen eines gekoppelten Galaxy Smartphones, wenn dieses mehr als 1,5 Meter vom Galaxy Gear entfernt ist. Mit Find My Device lässt sich ein “verlegtes” Smart-Device wiederfinden (das Gerät kann piesen, die Beleuchtung anschalten oder vibrieren – was mich spontan an den Vibrator im Rollkoffer einer Stuardess in der Sicherheitsschleuse eines Flughafens denken lässt). Mit der Samsung GALAXY Gear kann der Benutzer zudem die auf einem Galaxy-Smartphone abzuspielende Musik kontrollieren (durch Musiklisten blättern, Songs wiedergebe, pausieren etc.). Ist das Gear nicht mehr in der Nähe, hört die Musikwiedergabe auf.


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Und das GALAXY Gear fungiert als Pedometer, um die Aktivitäten des Trägers über eingebaute Sensoren aufzuzeichnen. Das reicht vom Kalorienverbrauch über die zurückgelegten Wegstrecken. Hier wird man sicherlich noch die eine oder andere Idee finden, was da alles aufgezeichnet werden kann.

Video- und Fotoaufnahmen vom Handgelenk?

Das Samsung GALAXY Gear besitzt eine 1,9 Megapixel Kamera, mit der sich Fotos und Videos aufzeichnen lassen. Die Smartwatch könnte so zum optischen Protokollanten werden, zumal sich die Aufnahmen per  Voice Memo um Sprachaufzeichnungen anreichern lassen. Also mal schnell einen Text fotografieren und dann eine Memo als Sprachaufzeichnung dazu geben …

(Quelle: Samsung)

Der Pferdefuß? Irgendwie hat man den Tribut an die Technik zu zahlen – die Speicherkapazität der Smartwatch scheint ziemlich begrenzt. Laut heise.de lassen sich nur Videos bis zur Dauer von 10 Sekunde aufnehmen. Einige Apps sind vorinstalliert – aber der Benutzer kann voraussichtlich nur bis zu 10 Apps installieren, bis der Speicher voll ist.

Die Uhr misst 36,8 x 56,6 x 11,1 mm und wiegt 74 Gramm. Eine Akkuladung soll die Verwendung der Uhr für zwei Tage ermöglichen. Daher heißt es zukünftig nicht nur: Muss noch schnell mein Handy aufladen, sondern “wie späte es ist? Sorry, hab vergessen, meine Uhr aufzuladen”.

Die Galaxy Gear kommt in sechs Farben: Jet Black (Schwarz), Mocha Gray (Graus), Wild Orange (Orange), Oatmeal Beige (Beige), Rose Gold (Rotgold) und Lime Green (Zitronengrün). Der Verkauf startet (mit dem Galaxy Note 3) ab dem 25. September in mehr als  140 Ländern. Einen Preis hat Samsung wohl nicht genannt – es werden aber 299 bis 399 Euro kolportiert.

Ähnliche Artikel:
a1: Inside Samsung Galaxy Gear
a2: Gewitterstürme und IT-Infosplitter …

Links:
1: Artikel bei heise.de
2: Beitrag bei Caschy mit Specs und Video
3: Artikel bei Golem.de
4: Artikel bei Techstage


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