Obacht bei Schnäppchenpreisen für Windows 7-Lizenzen

win7Kleine Meldung am Rande, die euch möglicherweise vor einem Fehlkauf bewahrt. Wer in letzter Zeit in Sachen “Erwerb einer Windows 7-Lizenz” unterwegs war, wird sich über die teilweise in Webseiten genannten Preise gewundert haben. Eine Lizenz wird unter 30 Euro feil geboten – möglicherweise aber nicht legal, sondern als Raubkopie.


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eBay? Nicht immer wirklich gut …

Dass man keine Lizenzen bei eBay kaufen sollte, hatte ich ja implizit in meinem Beitrag Kleine Windows 7 Aktivierungs-FAQ unter Punkt 11 ausgeführt. Wer dort billig kauft, kauft halt eben zwei Mal (wenn der erste Schlüssel aus einem Technet- oder MSDN-Kontingent durch Microsoft gesperrt wird – oder wenn die OEM-DVD mit Dell-Logo nicht aktiviert werden will).

Von Tante Google beschissen?

Aber es geht wohl noch perfider, wie es momentan den Anschein hat. Hier ein Screenshot der Google-Ergebnisseite, wenn man nach “Windows 7 Lizenz kaufen” fragt.

Win7-Liz01

Rechts finden sich Angebote zwischen 35 und 40 Euro für eine Windows 7 Home Edition-Lizenz. Links gibt es dann die “Schnäppchen” ab 28,90 Euro.

Ok, ich gebe es zu, die Überschrift war jetzt “unfaire Dialektik”, denn im Kontext dieses Artikels habe ich auch Tante Bing nach Preisen für Windows 7-Lizenzen befragt – und bin vor Lachen fast vom Stuhl gekippt.

Win7-Liz02

Ach da gibt’s nur günstig – aber beachtet den ersten Treffer und merkt euch den Namen, bevor ihr den restlichen Test lest. Zum Vergleich habe ich mal die Amazon.de-Preise in folgender Anzeige zusammen gezogen – um ein Bild der realistischen Preise zu erhalten.


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Um die 50 bis 80 Euronen werden da verlangt. Da müsste man ja doof sein, überhaupt noch bei Amazon.de nachzuschauen, wenn es die Lizenzen andernorts für 50% weniger gibt?

Ostasiatische Verhältnissen in #Neuland?

Scheinbar herrschen hier in D-Land ostasiatische Verhältnisse – “ey briederchen, brauchst Du günstige Ührchen oder Windows 7 Lizenzen – schau mal hier in meinem Mäntelchen …” – nö, ich habe nix geraucht, sondern nur diesen Artikel gelesen.

Laut Artikel hat es eine Hausdurchsuchung des Zolls beim Anbieter pcFritz.de onlinestore GmbH gegeben, in deren Folge laut Berichterstattung 100.000 DVDs beschlagnahmt wurden. Es bestände der Verdacht, dass es sich um gefälschte Datenträger handelt, die Dell OEM-Medien nachempfunden waren. Der Bericht führt aus, dass sich zwischenzeitlich auch Händler über die “günstigen Preise” dieses (und anderer) Anbieter gewundert und sich beschwert haben. Auch bei Microsoft scheint wohl eine wachsende Zahl an Kunden Lizenzen zur Überprüfung eingereicht zu haben. Nachdem wohl der oben genannte Anbieter häufiger als Verkäufer identifiziert wurde, stellte die Microsoft-Abteilung für Softwarepiraterie eigene Ermittlungen an und erstattete anschließend Strafanzeige.

Also aufgepasst, wo ihr eure Software-Lizenzen kauft – könnte sonst teuer werden. Testfrage: Ihr erinnert euch noch an den Namen des Anbieters, der im ersten Bing-Treffer genannt wurde? Genau! Beruhigt mich ungemein, denn auch hier im Blog kämpfe ich mit dem Effekt, dass ich gegen TuneUp & Co. schieße, mir dann aber diese Produkte in Affiliate-Anzeigen untergejubelt werden. Wenn die große Firma Microsoft das nicht schafft, wie soll ich das als mickriger Blogger auf die Reihe bekommen.


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4 Antworten zu Obacht bei Schnäppchenpreisen für Windows 7-Lizenzen


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  2. Günter Born sagt:

    Update: Bei heise.de gibt es heute morgen diesen Artikel. Interessant ist die Aussage der betroffenen Firma pcfritz.de – hier das Zitat aus dem heise.de-Artikel.

    PC Fritz bestreitet allerdings, Raubkopien verkauft zu haben – man distanziere sich im Gegenteil ausdrücklich vom Handel mit gefälschten Datenträgern. Bei der beschlagnahmten Ware handele es sich um gebrauchte, aber originale OEM-Recovery-Datenträger. Wie ein PC-Fritz-Sprecher gegenüber heise online erklärte, kaufe man die Windows-Kopien in der Regel von sogenannten PC-Refurbishern. Das sind Unternehmen, die ihrerseits größere Posten gebrauchter PCs von Firmen und Behörden aufkaufen und die enthaltenen Software-Lizenzaufkleber und Datenträger isolieren, bevor sie die Hardware einer Weiterverwertung zuführen.

    Die jetzt von Microsoft veranlasste Aktion hält PC Fritz für einen weiteren Versuch Microsofts, den Handel mit gebrauchten Software-Lizenzen zu unterbinden.

    Wird interessant sein, das Ganze zu verfolgen. Wenn es wirklich so wäre, wie dargestellt, bekommt Microsoft ein Problem.

  3. Sven Fischer sagt:

    Den gleichen Spaß hat MS vor ca. 1 Jahr bei softwarebilliger versucht. Der Verdacht hat sich aber als unbergründet herausgestellt und MS ist mächtig auf die Schnauze gefallen.

    Link zu heise.de: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Schlappe-fuer-Microsoft-im-Streit-um-Handel-mit-Gebrauchtsoftware-1576641.html

    MS will mit aller Macht den OEM Markt, sowie den Handel mit gebrauchten Lizenzen,
    liquidieren. Ich kann mir gut vorstellen, das es von Win8 und Nachfolger, keine solchen Medien in den Handel gebracht werden können.

    Der OEM Markt war MS schon lange ein Dorn im Auge und mit Win8 wird das Thema ein für alle Mal erledigt sein.

    Grüße aus dem Erzgebirge
    Sven Fischer

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  5. Timo Ollech sagt:

    Also ich habe sowohl mit bei eBay gekauften Lizenzen als auch solchen von pcfritz.de bisher nur gute Erfahrungen gemacht. Die von pcfritz.de ließen sich sogar bis auf einen Fall alle online aktivieren. Bei einer der eBay-Lizenzen musste ich reklamieren, habe aber anstandslos einen Ersatz-Key bekommen.

  6. Günter Born sagt:

    Noch ein aktueller Nachtrag: Offenbar war was stichhaltiges an den Vorwürfen von Microsoft dran. Laut dieser Meldung von heise.de gab es Verhaftungen von PCFritz-Mitarbeitern.

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